Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXI (1916)
- Issue
- Heft 32 (11.8.1916)
- Date
- 1916-08-11
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 26t) JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 32 H.mf usw, sagen mul nach Tafelchen und dein! kleinen Kodier fragen. I Ais״ nicht gleich so empfindlich, Herr Rechtsnnwaltü 1• 1 ח s k , II. 7. lft. I >r. V ״ g e I. Erwiderung Die Ansicht des lieim Hofpredigers Dr. Vopel, d.ili es 111 I )eiilschlaiid schon eine tüllichc Beieidigimg sei. in' einem Juden einen Juden zu venmuten, ist denn doch wohl uurichtip. Die prcdSe j ,Mehrheit der deutschen Juden besitzt ein starkes indisches Sclbstbew׳ulltsein und perade wir National- Juden und Zionisten haben ein selbstverständliches Snlidatitntspcfiihl mit unseren östlichen Bindern. Die Erörterung jüdischer Fragen in der Oeffentliclikeit, im Parlament wie in <ler Presse, ist uns erwünscht und wir sehen mit (icnuptuunp, dali perade jetzt die Bekanntschaft mit der Üstjudenheit Christen veranhdii. sich niit jüdischen Problemen zu beschäl'- tipen. An Schönfärberei ist uns wahrlich nichts pelepeu. Nur können wir Ernst erwarten, Einsicht in den furchtbaren Ernst der Judenfrape, besouders der osteuropäischen. Der Aufsatz des Herrn I lofpredipers Dr. Vopel im ,,Daheim‘‘ enthält pewill Meie sachliche Bctraehtunpeit, es finden sich darin aber auch Bemcrkunpen, die nicht anders als Verspottunpcn bezeichnet werden können und von dein Leserkreis des ,,Daluim“, dem jüdische Dinpc fern hepen, jedenfalls auch so aufpefalit worden sind. Dahin pelioit cs, wenn das natürliche Erschrecken der Schulkinder über das plötzliche l'eiicrn aus! schweren Batterien als ״Geseires“ verulkt wild, wenn die Bemerkuup von ,,Moseslcbcn", er werde nach Deutschland kommen, den Herrn Hofprediger zu dein Ausruf veranlaßt ,,<iott soll schützen, was für Aussichten!'׳׳“ Wenn Herr I lolprediper Dr, Vopel mit antisemitischen und alldeutschen Schriftstellern die Eiuwandeniiip von Ostjuden nach Deutschland Ihr imerwünscht hält, so map er das sachlich begründen; für Sjvott aber ist die Frage ״wohin mit den Ostluden?“ /u ernst, Ehr .liesc Art der Behandlung hatte fiir mein Empfinden um so wcnipcr AulaII vorpelepen, als sich die Kinder doch recht nett bcnommen haben und Herr Hofprcdipcr Dr. Vopel Hast in der Schule pewesen ist. Diese Art der Bchandlunp, in Verbindtmp mit Psalmexegcsen gebracht, hatte mich verletzt. Anderseits erseht ich ans der Erwiderung des Herrn I lofpredipers Dr. Vogel, daß meine Auffassung seiner Gesinnung unrichtig und der Vorwurf der Vcraclituiip und der Kasseunntipathie nicht Berechtigt pewesen ist.!.eilender (Jedanke fiir mich, den Aufsatz zu schreiben, war übrigens etwas anderes. Ich hatte die Empfindling, dali die Kinder, dali Salomo Tiirkischgelb und (icuia Turteltatib, denen der 137, Psalm der liebste ist, die, aufgefordert ein Lied anziistimmen, die Hatikwah singen, deren Eifer soweit geht, dal) sie fiir den fremden Herrn die deutsche Nachdichtung der Hatikwah ahsclirciben, dali diese Kinder in dem Blatte unserer zionistischen Orpanisation eine ehrende Erwähnung verdienten. Ihnen zu Liebe habe ich geschrieben. I la 1111 o vc r. H aus Block. ZIONISTISCHE BEWEGUNG Oesterreich. (II e r 7.1 f e i e r in Wie 11.) Die Reihe der Kundgebungen der Wiener Zionisten aiilalllieh des 12. Todestages Theodor Hor/.ls wurde mit einer Gedenkfeier abgeschlossen. Der stellvertretende Präsident der westöstcrreidiischcn zionistisclicn Parteileitung, Herr k. k. Reichsratsrevisor Rudolf f a u s s i g, eröffnetc die l eier mit einer eindrucksvollen Ansprache. Regisseur Egon Breeher wirkte rezitatorisdi an der Feier mit. Die Denkrede hielt der hebräische Dichter Abraham S o n n e. Rumänien. (Die H e r z I f e i e r.) In der von den Vereinen Chowcwc-Zion-David und Avodath-Zion in Bukarest gemeinsam veranstalteten Hcrzl- Feiern wurden über 200 Lei für Oclbatunc und den Jüdischen Nationalfond gesamnielt. In der groben Synagoge, wo der Verein Iclcalul sich versammelt hatte, sprachen die Herren Eisenstein, Fried mann, Herscovici, Streit und Dr. A I g a z i. Es wurden etwa 100 Lei gesammelt In lassy wurden 200 Frcs. für Oclbäuine gesammelt, in Focsani sprachen die Herren Dr Nacht und Klein. Auch in Bär lad und Craio v a fanden Herzlfciern statt. Besonders rührend war die Hcrz.l-Feicr, die die russischen und österreichischen Flüchtlinge im Lager von Sipote bei Jassy veranstalteten. Sie improvisierten eine Tribüne schmückten sie mit weißblauen Fahnen und mit einem von einem Ocfangcneu verfertigten Hcrzl-Bildnis. Der Gottesdienst wurde von 12 Internierten abgehaiten. Es wuhien Heden tm Hebräisdten und Jidischcn gehalten. Gesammelt wurden 11(1 Lei für den Ileizl-Wakl, wozu auch die rumänischen Offiziere beitrugen, die bei der Leier anwesend waren. 111 I! r a i I a fanden Herzlfciern statt, wobei die I lenen Josef II r o e i 11 e r, M a r g u 11 e s, stud. Mosenviei iimi Dr. Isac Leon sprachen. Es wurde fiir den Iler/I-Wald gesammelt. Der Verein 11)1״■ ach G 11 a 11 a s e 11“ hielt eine literarische Hcr/.lfeicr ab. In G a I a t z, T e c 11 c I, Po d u I I I v a c i und Pa s ca n i fanden I ler/I-l'eiern statt, an denen sieh besonders die Jugend sehr stark beteiligte. England. Wie in der letzten Nummer der Jüdischen Rund- I schau mitgctoil! wurde, hat die Diskussion über die I Rekrutierung der russischen Juden in England auch zu einer starken Opposition gegen die Leitung der zionistischen Federation in England, deren Vorsitzender Herr Josef Go wen ist, geführt. Nun wendet sieh die Londoner jüdische Zeitimp ,,J c w i s h I inies“ vom 2(.l. Juli mit großer Schärfe gegen Herrn Joset Gowen, welcher sieh in der Tageszeitung ״Daily Sketch“ vom 28. Juli in einem Interview über den Militärdienst der russischen Juden in England äußerte. Ei pah in diesem Interview der Meinung Ausdruck, wenn die russischen Juden in England nicht ins lleer cintreten wollten, würde das zu einer Ver- Stärkung des Antisemitismus führen. Coweu sagt; ״Ich unterstütze die Einreihung der russischen |uden in die Armee. Ich hin aller dagegen, daß man sie nach Rußland /uriickschickt, aus einer Reihe von Giümlcii, weil es zu einer großen Katastrophe liihren wurde." Die ״Jcwisli Times ' behauptet von dieser Erkkirimp, sie gieße unnötigerweise Oel aufs l ener. Die Zeitung ״Jcwisii World‘' hat dagegen nach dem Schekel-Meeting vom 23. Juli im Pavillon-Theater, in welchem die .Versammlung durch ununterbrochene Piolcsirufe I lerrn Coweu nicht zu Worte kommen ließ, tiir Herrn Coweu Stellung genommen. Zur gleichen Zeit meldet ״Jewisli Chroniclc“ vom 21, Juli, daß eine Sitzung der englischen Federaliousleitimg stattgefunden iiat, in der eine Resoliilion wegen Verlegung des E. A. C. in ein neu- ,trnlcs E,׳!ml gefallt worden sei. Besetztes Gebiet. Warschau. Unter dem Vorsitz von Reehlsauwall ()Bclnvanger fand am 25. Juli in den Räumen des ״M 1׳1 ׳ k ,1׳ s1' eine allgemeine Versammlung der vor einem Jahre in Warschau entstandenen jüdischen Gesellschaft fiir Turnen mul Sport ״M a k k ,1 b i“ statt. Dem Berichte des Vorsitzenden der Gesellschalt S. Weiz. mann entnehmen wir, daß die Zahl der Mitglieder gegenwärtig 200 beträgt. Die Einkiinitc der Gesellschaft für das verflossene Jahr waren 1128, die Ausgaben 3315 Mark. Besonders erfreulieh ist der Bericht über das Erlernen der Itebräisehen Sprache durch die Mitglieder, Während des Berichtsjahres wurden 211 Stunden dem hebräischen Sprachunterricht gewidmet, die insgesamt (HOI Besueher hatten. Eine der schönsten Leistungen der (icscllsdiatt war das Volksfest, das sic am ״Lag lieoincr“ veranstaltete und das, wie bereits bcriditet, zur einer grollen nationalen Demonstration wurde. Nach eingehender Kritik ihrer bisherigen Tätigkeit wurde der Verwaltung das volle Vertrauen ausgcsprochcn. In cier Vorstadt ״P r a g a“ wurde eine neue zionistische Vereinigung ״I I a t e c h i j a" legalisiert, die am 2h. Juni ihre <irüudiingsvcrsammlmig abhielt. Nach einer einleitenden Rede über Hcrzl wurde ein Plan für die bevorstehende Arbeit festgelegt und eine Leitung gewählt, die ans den Herren J. Bcrsohn, Weißbrot, Gorsalko Grün• b I a 11, Mai nion, A. Fried mann, Seit. Zcmach und J. Eisenberg bestellt. Wie die ״llazelua“ mitteilt, beträgt die Zahl der Besiieher der verschiedenen I lerzlversamniliingen, die in Warschau in der I ler/lwochc abgehaiten wurden, 13 000, Bendiit. Anfangs März wurde hier eine Gesellscliaft tiir hebräische Sprache und Kultur ״I11 r i a 11“ genehmigt, die ,׳Hielt die Leitung der liier seit einem Jahr 'bestehenden gutlicsuchtcn Kurse fiir 11cb r.ii selte Sprache übernahm. Bis jetzt veranstaltete die Gesellschaft 13 hebräische uiul 30 jidischc ■Vorträge über verschiedene Probleme der jüdischen Regeneration, Mit großem Erfolg wurden Trauer- Vers a m in 11111 g c 11 anläßlich des ersten Todestages Perez’ und des Todes Schn Io m Alcjchcms veranstaltet. Die Gesellschaft eröffnetc vor kurzem eine Sektion für Turnen und Sport die 80 Mitglieder zählt. Unter Mitwirkungdes hebräischen Schriftstellers Sch. Zcmacli, der einen ausführlichen Vortrag über Ilcrzl hielt, wurde am 20. Tnmmus eine Hcrzlfei er veranstaltet, die von ungefähr 600 Personen besucht war. (11 e r z I f c i e r in B i a 1 y s t o k.) Das Komitee der Zionistischen Organisation in Bialystok berichtet vom 24. Jirü: Am Voitabend des 20. Tammus, am 20. Juli d, J. wurde eine weihevolle Gedächtnisfeier irn Palast-׳ Theater zum Andenken an den verewigten Begründer des _ Zionismus Dr, Th, Hcrzl abgehaiten. Es haben sieh über 1000 Personen cingclunden, Melirere Reden wurden gehalten. Es wurde zuin Besten des 1 lerzlwaldcs gesammelt.1 rviiPianq« * (Ein Zio nisten prozeß.) Am 1. Dezember v. Js. wurden vom Gcrlditsh 11! Kiew die Herren A. Schaplro, W. Reine L, üurewitsch und M. Schur wegen Bet! Kriegsbeltras: 6. Ausweis. Berlin: 50. J. Boschwitz und Frau. Essen: ft.■ Adolf Koch. Folie bei Solingen: (1. Leon Onsyk. Frankfurt a. M.: ft. A. Collin. Nürnberg: ft. Dr. Jul. Eiscnstacdtcr. Aus dem Felde: ft. Off.-Stell, v. Grunwald, 5,— Dr. Isak Landau-Danzig. ligung an einer zionistischen Gesellschaft bestraft. Seliapiro, der beschuldigt wurde, am 11. Zio nblenkongreß in Wien teilgenoumien zu haben, erhielt vier Monate Gefängnis, während die drei amleren Angeklagten wegen Verkaufs von Nation.'ilfond-Marken und Schekeln und der Verteilung von Nationulfoml-Büehscn je drei Monate Gef ä!1 g n i s erhielten. Eine Reihe anderer Angcklagter, die für den Nationnlfond gesammelt und <n׳ld gegeben hatten, erhielten je einen Monat Po li/eihaft. Gegen das Urteil legte Herr Rechtsanwalt (irusenberg Revision ein, die vor dem Senat am ft. Juni alten Stils verhandelt wurde. Hier beantragte der Verteidiger I leisprudi sämtlicher Angeklagten mit der Begründung, daß der 121 des russischen Strafgesetzbuches, auf (irmiil dessen die Beteiligung an illegalen Gesellschaften bestraft wird, die gegen die öffentliche Sittlichkeit und die Fandesrtihe verstoßen, ,1111 Beteiligung an einer zionistisdieii Gesellschaft nicht anwendbar sei. Der Senat hob das Urteil des Kiew er Gerichtshofes auf und wies die Sache zu unclnn.iliger anderweitiger Bciiilciltmg an denselben Gerichtshof zurück. Er führte in 'seiner Begründung aus, daß der Kiew er Gericht»• hof keineswegs irgend eine Tatsache angeführt hatte, aus der sich ergebe, daß die Angeklagten sich heweißt gewesen wären, daß die Zionistische Organisaticm staatsgefährliche, gegen die öffentliche OrcU nung verstoßende Ziele verfolge. Somit sei die An- Wendung des Paragraphen unmöglich, nach dem im übrigen audi höchstens auf drei Wochen (/danguis oder 300 Rl»l. Geldstrafe hätte erkannt werden müssen. Berichtigung ln dem Aufsatz ״R teile Politik" von Juliu9 Berger in der letzten Nummer der ״Jüdischem Rundschau" muß es von der 8. Zeile des 3. Ab« satzes an lauten. ״Ich kann mir vorstellen, daß es auch noch eine andere Auffassung von den Aufgaben der Zionistischen Leitung gibt, die nämlich: die ganze Jude'nfragc, und nicht nur die Ostjucienfrage, als ein einheitliches Problem den in Frage kommenden Stellen zu unter« breiten usw." Vom Jüdischen Verlag Unsere Neuerscheinungen haben das allgemeine Interesse des Buchhandels in starkem Malle geweckt. Eine größere Anzahl von Firmen hat sich bereit erklärt, sich für unsere Vcrlagswerkc hesoifr ders zu verwenden und sie dauernd auf Lager zu führen. 1111 folgenden veröffentlichen wir die erste Liste solcher l innen, weitere werden folgen. Wir bitten unsere Kunden, hei Bedarf an Werken unseres Verlags sich an diese Firmen zu wenden, I. Liste der B u c h 11 a tt d I u n g e n, die unsere Werke dauernd auf Lager h;111 e 11. Oeutlicn: Georg Freund. Breslau : Jakob Brandeis'sehe Buchhandlung, Köbner’schc Buchhandlung. Brod (Save): Izidor Sleincr. Brünn: L. u. A, Brecher. Budapest: Gustav Kanschburg. Dessau: Dr. Adolf Edel. Dortmund: Rudolf Dreist, Duisburg: Albert Körnigen. Düsseldorf: Schrobsdorff'schc Holbuchhandiung. Frankfurt a. M,: Singer Et Friedberg, Reit! fk Köhler. Halle a. S.: Taiisch fk Große. Hamburg׳. A. Goldschmidt, Grindelallee 85; C. Boyscn, Heuberg 9. Elcidelbcrg: D. Möhrs Sortiment. Kattowitz: Georg Hirsch. Köln a. Rhein: M, Goldreich Nachflg., Han* Dommes. Leipzig: I. C. Hinrichs’schc Buchhandlung. Licgmtz: Rcißncr’schc Buchhandlung. Lübeck: Lübcke tk Nöhring. Magdeburg: Crcutz’sche Buchhandlung. Mainz: Victor von Zabcm. Mannheim: Emst Alettcr. München: I. Lindauer'schc Buchhandlung. Nürnberg: Fchrle (k Sippel. Oppdn: Hermann Muscitncr. Prag: Gustav Ncugeliaiicr. Saaz: Anton Ippoldt's Buchhandlung. Straßburg: Josef Singer, Hofbuchhandlung. Stuttgart: Hermann Wildt. , Warnsdorf I. Böhmen: Hans Anner. Wiesbaden: Heinrich Staadt, Hofbuchhandlung.