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Jüdische Rundschau · 1916-07-28 · Heft 30 (28.7.1916) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXI (1916)
Issue
Heft 30 (28.7.1916)
Date
1916-07-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr, 30 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 251 Aus Palästina (Der nctic deutsche Konsul.) Der neue deutsche Konsul in Jaffa. Herr Schohinter ncsuclitc in lU'^Untun^!!es Herrn Dr. |ak״I> T11 on des gegenwärtigen Leiters des Daiasiin,Minies, (las 11 e b r ä i s c 11 e O y m n;1 s i 11111 in J,11׳ in• Der Konsul, der die orientalischen Sprachen beherrscht und <1em selbst die hebräische Sprache nicht unverständlich ist, wohnte dem Unterricht in linkischer, hebräischer und französischer Sprache, hi Physik, Geographie, Mathematik usw. hei und ויןיי.ich sich anerkennend über alles aus, was er zu sehen um! zu hören bekam. (Op f e r d es bleckt y p h 11 s.) Linen neuen Verlust hat der junge, freuen* u artig so schwer geprüfte Jiselmw zu ver/eiehneii. In Damaskus starb au Flecktyphus der jüdische Architekt Bariich Fabrikant. Vor fünf Jahren kam er als vielversprechender junger Architekt und eitriger Zionist nach Palästina und lieh sieh in Jerusalem nieder. Er begann bald sein Wissen mul Mine Pegahung ,!! (|cii Dienst des neuen jüdischen Jiscliiiws zu stellen. Nach seinen Entwürfen wurden eine Anzahl grober jüdischer (iehaude Jerusalems und später auch die neuen Strabcnviertcl Jaffas geh;: 1. Während des Krieges wurde er von den Behörden nach Damaskus berufen, wo ihn die im Lande noch immer wütende Krankheit daliiiirafftc. Der Verstorbene war 33 Jahre alt und lunterlicb eine junge Frau. (Dem Andenken Schalom A I e j e h c m s.) Auber der Traiierversammlung in Jerusalem (siehe Jüdische Rundschau Nr. 29) wurde auch in der Aula des Hebräischen Gymnasiums zu Jaffa eine Trauerfeier veranstaltet. Sch. Benzion und I CI1. Brenner sprachen über die literarische Bedeutung des verstorbenen Dichters. 111 der Synagoge von T e 1 * A w i w sprach der greise Schriftsteller Alexander Siißkimi Ra bi- II o w i t z und bei den Handwerker n die Herren J. Ch. Brenner und Josef Sp r i n za k. Gleichzeitig fanden in fast allen jüdischen Kolonien TrauerVcr- Sammlungen statt. Es wurde beschlossen, zur Ehrung des Au- (lenkens von Schalom Alejchcm eine periodische P11 b I i k a t j o 11 unter dem Titel ,,S c h a I o m AI e j - ehern" erscheinen zu lassen, in der die besten Er-?.eugnisse des Witzes und H umors der Weltli t e r a t u r in hebräischer U c b e r s e t z u n g herauvgegeben werden sollen. Die Vorbereitungen für die Publikation sind im Gange. ZIONISTISCHE BEWEGUNG England. Kürzlich erschien in England (bei Murray-Eondon) ein $ a in in c I h u ch unter dem Titel ״Zio- 11 i > 111 ns 11 n d die j ii d i s c h e Z u k 1111 f t (Zionism. and the Jewisli Euture), herausgegeben von Herrn II Sacher, ein Werk, das in der jüdischen!und nichtjudischeii Oeffentlichkeit das größte Interesse: trw eckt. letzt erschien (hei Fisher Unwin-Lomlon) eine zweite S a m 111 el s c 11 r i f t ״Zionismus Problerne und Aussichten" (Zionism. Problems and Views) 11c rausgegeben von den Herren Paul Goodman und Arthur D. Lewis. Die Einleifung zu diesem Werk hat Dr. Max Nord au gesclniclH'ii. Von den bekanntesten jüdischen Autoren, die hier zu Wort kommen, nennen wir N. So kolow, Ächad II a a m, Ch. N. B i a I i k, Eliezer b e 11 V e 1111 d a, Dr. Selig 13 r o d e t s k y, Israel Z. a n gwill. Durch Beiträge vertreten sind auch andere! führende zionistische Persönlichkeiten, wie Louis I). B 1 a n d e i s, Dr. Harry F r i c d c 11 w a I d, Herbert Be nt wich, Josef Cowen und der Chief Rabbi von London, Dr. Hertz. Weit über den Kreis der zionistischen Organisation hinaus wird dieses Buch, in dem die wichtigsten Lebensfragen des jüdischen Volkes behandelt werden, Interesse und Beachtung finden, Griechenland. Am 16. Mai veranstaltete der hebräische Verein a d i m a 11" Ln Saloniki der 160 Mitglieder zählt, eine außerordentliche Generalversammlung, in der einstimmig das Baseler Programm angenommen wurde. Der Verein Kadimali spielt infolge seiner hebräischen Kurse und seiner reichhaltigen jüdischen Bibliothek im jiidisehen Leben Salonikis eine bedeutende Rolle. Nachdem 1״Kadi in ah" sich offiziell zu dem Basier Programm bekannt hat, ist der sehr rührige und allgemein bekannte jüdische Turnverein ..Makkabi" diesem Beispiel gefolgt, ln seiner letzten Generalversammlung, die am 23. Ijar stattfand wurde fast einstimmig und unter großer Be- P'isterung das Basler Programm angenommen. Der Jüdische Turnverein ״Makkabi“ leistete schon seit wehr als sieben Jahren positiv-jüdische Arbeit, ihm sind heute ca. 400 aktive Mitglieder und eine große Zahl von Gönnern und Ehrenmitgliedern angeschlossen. Der Anschluß dieses eifrigen Vereins ist für die zionistische Jugendarbeit in Saloniki von größter Bedeutung, Die beiden zionistischen Vereine in Saloniki ״B n e Sion“ und ״Societe Nord au“ haben sich fusionierl und unter dem Namen ״Mcwnsscreth Sion" einen ,großen neuen Verein gebildet. Man erhofft von dieser Fusion eine bedeutende Stärkung des zionistischen Lehens in Saloniki. Australien. Die Melbourne Zionist Society ,,II c r z. I i a h" veranstaltete am 15. April eine Versammlung, in der Herr I >r. Silberherg einen Vortrag über Ccsarc Uomhroso hielt. Die Generalversammlung dieses Vereins fand am I I. Mai statt. Es wurde bcschlossen, das Jüdische Hilfswerk in Australien uadulrückliehst zu unterstützen. Die erste Jahresversammlung der ״Y o 11 11 g M e n ’ s Zionist A s s o e i n t i o n" von Sydney fand am!3. Mai statt. Es wurde beschlossen, die zionistische Werbearbeit unter der jüdischen Jugend Australiens mit größter Energie fortzusct/cn und für diesen Zweck geeignete Propagamlnlitcratur herauszugcbcii. Dem Jahresbericht der ״Ballara t Heb r ew C o 11 g r e g a t i o 11“ ist zu entnehmen, daß dieser Verein für den Jüdischen Hilfsfonds zugunsteil der durch den Krieg geschädigten Juden bisher den Betrag von 200 Pfund aufgebracht hat. Die jüdischen Zeitungen ״The Jewisli Iler a I d“ mul ״T he II e b r e w S t a n d a r d“ die beide in Sydney erscheinen, bringen regelmäßig aiisführliehe Nachrichten über die Lage des jüdischen Kolonisationswerkes in Palästina und unterstützen auch sonst die zionistische Arbeit in Australien in wirksanier Weise. Amerika. (Zionistisches 11 i 1 f s w e r k für Kriegsn o 11 e i d c 11 d e.) Vom 26. Oktober UM•! bis zum 30. April 1016 sind 1,00 000 $ durch das provisorische zionistische Komitee an Juden und jüdische Institutionen in den kriegführenden Landern gesandt worden. K anada■ Die Organisation der ״Poalc Zion" in Montreal veranstaltete vom 2. bis 4. Juni einen Vort r a g s - Z v k 111 s für den bekannten Schriftsteller Dr. N. Svrkin, Redakteur des ,,Jüdischen Kampfei", der außerordentliches Interesse bei der ji'ulisehen Bevölkerung von Montreal fand. Dr. Syrkiu sprach über feljgciide Themata: I. Unsere nationalen und sozialen Arbeiten im Galutli, 2. Schaloin Alejchcm und die jüdischen Kinder, 3. Unsere Erwartungen vom ametikaiiisch-jüdischen Kongreß. — Am 11. Juni vernustaltete die M i s r ,1 c 11 i - Gruppe in Montreal ein großes Vo I k s m e c t i n g. AUS ALLER WELT Aus Amerika. (Schalom A I c j cli e in - 0 e cl ä c h t n i s f e i c r n.) Eine S c h a I o m A I e j c h c m - G e d a e h t n i s - fei er wurde kürzlich in Kansas von dem Jiidisehen Erzichungsinstitut unter der Leitung der Po a le- Zion und befreundeter Organisationen nbgchalten. Eine sehr eindrucksvolle T rnuerversamm- I u 11 g wurde im P111 m Street T e m p e I in Ci nc i 11 11 a t i zu Ehren des Gedächtnisses des verstorheuen Schalom Alejchcm abgehalten. (Literarisches.) Die Redaktion der misrachistischen Wochenselirift ״liaibri“ beginnt jetzt in New-York mich eine hebräische Vrcrtcljahrsschrift für Tnlmmlstudicn und Wissenschaft des Judentums, unter Redaktion der Herrn M. Berlin und Rabbiner Dr. B. Revcl hcrnusziigebcn. In New-York erschienen zwei neue Romane von Schalom Asch: ״Das heilige Mcidel" und ״Motke Ganaw1 11 * * V‘. Unter der Redaktion des Dichters Mcnachem und des jungen Schriftstellers M. L, Hei Iperin erschien in New-York ein großes jldischcs literarisches Sammclbuch East Brodway", in dem die jüngsten jüdischen Dichter Amerikas A. R a b o j, S. W e i 11 p e r, J. E I k i n , G. G r a f s t c i n H. Gold, R. H c i 1 p e r und die Redakteure vertreten sind. Aus Galizien Tarnow. Der Verein ,Jüdischer Khtb“ voran• staltete am 21. Juni eine Gedenkfeier zu Ehren Schalom Alcjchcms. Noch vor Beginn der Feier war der Saal des Vereins ״Mirjam" dicht gefüllt. Nach einer Eröffnungsrede des Vorsitzenden Herrn Josef Holländer hielt Herr Dr. Isak Schipper die Gedenkrede. J, Z. Aus Rußland, (Jüdische ״Solidarität“.) Der Hauptverwaltcr der Südwest-Front Qeneral der Infanterie Mawrin ließ in allen Städten seines Kricgsgebictes ebenso wie im okkupierten Oalizien initleilcn, daß für jeden jüdischen Deserteur die ganze jüdische Gemeinde verantwortlich sei. Außer allen anderen Strafen, die dem Qesctze nach für Verheimlichung von Deserteuren aufcrlcgt wird, hat die Verwaltung der jüdischen Qcmeinde in der der Deserteur gefaßt wird, eine schwere Geldstrafe zu zahlen. (Ein Auswanderungsverbot) Der Ministergehilfe des Innern W. A. Stepanow teilte in einem Rundschreiben allen Oouverneinen mit, daß die Auswanderung nach Amerika über Archangelsk bis auf weiteres verboten ist. (Jüdische Press c.) Die Pressevcrwidtnng erteilte die Genehmigung in Moskau eine hebräische Wochenschrift ״H:1:1 111" und eine jüdische Tageszeitung ״Tele* graph" heraitsziigeben. Bekanntlich wurden samtliehe jüdischen und hebräischen Publikationen vor mehr als einem Jahr eingestellt. Zur Ausübung der Zensur ist jetzt der ehemalige jüdische Zensor in Warschau, E h re 11 b e r g , nach Moskau gesandt worden. (Von der hebräischen B e w e g 1111 g.) F)ie Gesellschaft zur Förderung der hebräischen Sprache (״ChowcWc sfat ewer") in Petersburg erhielt die Genehmigung, Abteilungen in Saratow, Kursk, O r j o 1, Wnroncsch, Charko w und Samara zu eröffnen. Immerwährende Mitgliedschaft für verstorbene Mitglieder der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Neu eingetragen ist unser gefallener Gcsinnungs* genösse Assessor l>r. Adolf Wolf-Stadtliagen, durch seine Familie mit einer Einzahlung von 300 M. Bericht über die Einnahmen und Ausgaben der Berliner Zionistischen Vereinigung In den Jahren vom 1. Juli 1913 bis 30. Juni 1916. Einnahmen: 1913/14 1914/15• 1915/16 M M M. Mitglieder!■» itrhge 8,Sn;׳ 0! 689 ,90 6509,85 Versammlungen und Kur e 290(1,00 208.00 lil,95 Brosehiirenverkauf 77.60 Subventionen 5 0,00 40,׳13717 TioT.otT '6641,80 Ausgaben: 1011 14!014 15 1915/16 M M M Schekel 133.00 1525,00 714,00 Lamlesheiträge 1660,00 080.00 2563,75 Rundschau 2350.00 2780 00 1683,00 Versammlungen und Kurse 3790.90 94,20 197,30 Bürounkosten (Propaganda) 35 9,70 331,95 330,22 (Gehälter Po to. Miete etc 1 Büro• Einrichtung 610 00 Broschüren mul Drucksachen 0י.857 1'10,75 113,54 lncass״sprson 458,14 380.76 336,43 Porto und ('.opialien 235.50 1*8.45 120,76 ''iibvenlionen 33.50 215.00 180,00 Herzlfeier resp Wolfsohnfeier 44 1,?0 108,00 13688,44 6999, M 6347.00 ln dem lahre vor Kriegs,■msbriich (1*313/1 ■I) nahir die Ent Wicklung der B, Z. V. einen sehr guten Vor lauf. Durch aie Einrichtung eines eigenen Büros durch intensive Broschiiicupropagaiula, Veranstaltung von kleineren Versammlungen gelang cs. die Mit gbederbeiträge gegen das Jahr Bll 1/12 zu verdop pelu. Die Mitglieder/,•1111, die in den Jahren 1*308 bii 1911 tun •100 geschwankt hatte, betrug bei Aus bruch des Krieges über 800, ohne die Mitgliedei des Zionistischen Jugemlvercins. Im Laufe des Kriege! wurden mehr als die Hälfte der Mitglieder zun Heeresdienst «ingezogen. Eine kleine Anzahl vot Mitgliedern sind während des Krieges eingetreten Die Mitglicderzahl beträgt am 1 Juli 1916 500. Durei die Opferwilligkeit und das Vcrantwortliehkeitsgcfüh der Dnhcimgcblichcncn und einer Anzahl eingezogenc Freunde gelang cs uns, während des Krieges unsere« laufenden Verpflichtungen gegenüber der Zionistischei Vereinigung für Deutschland nachzukommen und di beträchtlichen Schulden, die wir bei der Zentral in den vorhergehenden fahren gemacht hatten, z! tilgen. In dem letzten Jahre sind s,'t aller unsere Einnahmen der Zentrale zugcflosscn. Dr. Sch w a r 1, Berlin-Tempelhof. TURNEN unq SPORT Ein Qbcrraschehdcr Erfolg der lvria. Der Jüdische Ruderklub I vria (Berlin) hat einen Erfolg errungen, der in den beteiligten Kreisen großes Aufsehen erregte. Der Großberliner lugenoruderverband, dem die Jugendabtei• lung der lvria, unbesdliadet der Zugehörigkeit zur Jüdischen Turn erschaff, angeschlossen ist, veran* staltete eine gemeinsame Zweitagefahrt seiner Verbandsvereine, wobei sportliche Konkurrenzen ausgetragen wurden. Das überraschende Er• gebius war. daß bä d rei von den fünf Konkurrenzen die lvria den ersten Preis errang. Die Wasser-

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