Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXI (1916)
- Issue
- Heft 28 (14.7.1916)
- Date
- 1916-07-14
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 223 JUEPISCHE HUNPSTH AIJ Nr 28 lins den klaren Blick in die Notwendigkeiten der Wirklichkeit nielit trübiii, IN k.inn mul soll uns;111er den Mut stahlen, den auch wir /u unserem ׳:rollen Werke hranelien. I >,1111111 liegt im Autsai/ von!,iMlesso;• Hallod eine Möglichkeit dei Krait - mul Willcnscrliiiliiiii;:, die ver- ))(lieiitet. I. II. Die Wahlkampagne in Warschau Die TaK'ulie, ilall das ״ViTciuig 11׳ jiidisehe Wahl• koimlee“ mit den beiden polnischen Komitees eine Vcrslumligmig Hai, wird von juilist her Seile wie;null v om liberalen Teil der polnischin (iesellseliaII als ein brdeuhniner S1I11HI zur Vi r.slaudigiuig /wiselien den lienleii Warst!inner Bcv ölkcnmgsclemcntcii be- 1 rach11׳I. Die 1״ la/elira“ und der ״llajut" ebenso wie die ״Nnwa Ga/ctn" und der ״Kurv er Polsky“ belraelileii tlie!Verständigung als eine i milieimiii;; von w einladender l!e iktilmig. Dem Abkommen dieser drei YVulilkoiiiitees /.״folge wurde in den Kurien I, II, IV und V eine llluckliste aufgcstcllt. Da naeli dein Wahlrcglemeut nur dann ein W.1111ka 111 (1 f 111 •314 Ire 11 ist, w enn mehr als eine Liste einten!eilt sind, wird 111 diesen Kurien kein Wahlkampf sl.iltfinden. Die von der Liste tler vereinigten Juden und Polen aul'gcsk'lltcu Kandidalen ״eilen als gewählt. Diese .Liste besieht aus (10 Ratmamiern, inner denen sieh 13 Juden befinden (in der ersten Kurie I, in der /.weilen •I, in der vierten 3 und in der iiuiilen I). Diese 13 jüdischen Kandidalen ״mppieren sich nach ihrer l’;111־ ei✓.! 1.״eh<*11׳f4kciI folgender• mallen: Orthodoxe: I In /ei P r i w e s, Lciliusch David soll 11 und Joel Wen meist er; Z 1 o 11 isteil: Iv’alihiiler Dr. S. Posnansky, Rechtsanwalt S, Sei d e in a 11 n und 11. F a r b s t e i n; N e n ■ A ss i in 1 I a 11 I e 11: Dr. S. (i o I d I I a 111 111, Di. Mut* t e r in i I e 11, Rechtsanwalt I! e 1׳ e 11 s o 11 11; l 11 p ,1 1■ t e i i s e h e; Raphael S e 11 eres e h e vv s k y, Wa/.iaw K 1 r s c h r < 11 11 und Adolf brüsker; Li״ er Gruppt; der dänische Konsul liolcslaw I. iger, Reehl.sanwalt I; t t 1 11 g e r und Rechts, ui Walt (io Ids t e i n. Gliaiaktcristisvh ist es auch, daii die beulen pol* nischcit .Komitees keinen ein/igcn Juden als ilueu Vertreter auf״erteilt haben, so dali um den extremen A'similnntcu, die in der bekannten Deklaration mit HD rutersehriiu 11 (iii/wisdicn isl die Zahl der Du* tcrseii 111U 11 auf 112 gestiegen) gegen das jiulisehe Walilkonntee anl'״etreten waren, kein em/1״er in dieser Liste voriiamlen ist. Der Schwerpunkt der Wahlkampagne lag in der sechsten Kurie, in der keine \creinigte Liste anf״es1cllt winde und in der die ainereit Volkssehithteil vertreten sind. I las jüdisch«. ״V <> I k s k o m i t e e" das das ״Vereinigte jüdische Komme" tür /.u wem;; national gesinnt 1 u׳t 1,1 eiltet, da in ihm die N'cn-Asamilauteu angeblich die Vorherrschaft haben, wollte aufan;::. eine besondere Liste .mell für die übrigen vier Kurien aufsuTIcti. Nachdem aber 11 ic führenden jinli- Buchbesprechung Eine kleine hebräische Kinderbüchcrci. 6 Hefte, Jaffa U>H1. Verla״ S, Bcrktis und J, Adler. Und wieder hat unser Lrcz Israel ein Zeugnis von seiner Kraft abgelegt. 111 der Zeit der jetzt in Palästina überall herrschenden wirtschaftlichen Not, der z.u trotzen sich alle gesellschaftlichen Kräfte zu• satnmensdtkissett, haben sich auch wackere Leute gefunden, die der nicht minder fühlbaren geistigen Not steuern verdien, Demi man darf nicht vergessen, dali Palästina, wenn es auch in der letzten Zeit dem Ideale ״eines geistigen Zentrums״ int Sinne Achad-I laams viel tialter gekommen ist als je zuvor, docit noch bis heute auf hterariseliem Gebiete ganz und gar auf den nusjandisclien Markt angewiesen ist. Zwar hesitzen die literarischen Veröffentlichungen Palästinas den Vorzug, dali ihnen der bodenständige Charakter, das natürliche Kolorit und der unmittelbare Zusammctihaiig mit dem Leben eigen ist, trotzdem bleiben tue Huiintprodu/.cntcn der Literatur und besonders der Kimierliteiatur Rußland und Polen, welche den grüßten feil des jüdischen Volkes beherbergen, und wo auch die neuhebriiischc Literatur zur Blüte gelangt ist. In Rußland wurden die schönen Kinderbibliotheken, die heute das Rückgrat der hebräischen Kinderlitorntur bilden, vom Verlage ,,Tuschia" und zum Teil auch vom Verlage ״Moria" ins Leben gerufen. Durch den Krie״ ist Palästina von der auslätidisehen Einfuhr gänzlich abgeschnitten, die bestehen• den Bibliotheken sind zusanimcngcschrumpft. die Bücher sind nusgclcsen und abgenutzt, so daß ein gewisser Mißstand auf diesem Gebiete entstanden war, den selbstverständlich die Lehrer am meisten zu spüren bekamen. Die Schwierigkeiten, in die der hebräische Lehrer Palästinas durch den Krieg־ geraten ist, kann nur derjenige richtig beurteilen, der einmal Gelegenheit hatte, einer Büchcrvcrteilung an mIicii Pcisbiilichkcilcn, das Ral1l1in.il mul die (Ilias- «,111-,( In 11 Rabbis ihren 131111111! geltend 1'cmneht und die Mitglieder des Vereinigten jüdischen Komitees sihiifllith versichert halten, daß sie in der ktnifti״e״ Stadlvei vv alluii,: gegen die Z w n 1t g s a s s i - 111 i In 11 on aiiltreteil würden, zog das ״Volkskoiiiiii'i•״, dem der ״Moment“ und das ״Wars c 11 ,1 11 e 1־ T a g e!ו I 11 I t" sekundierten, seinen Be- M'iiiull /miuk. I 111׳ die .sechste Kurie aber stellte d;1.י Vidhskomitec eine Ivesontlere Waltlliste mit 13 K'.!1uh1l.it«!] auf. Unter den Kamlidalen dieser Liste lielimten sielt 11. a. der Redakteur des ״Moment" k'i 1 iils.mu all N. P 1־ i 111 /k y, Journalist II ir seit- 11 o r n und der hebräische Schriftsteller B e 11 A vv i!: - d ס r (A. I.. Sehalkiiw itsclij. Das ״Vereinigte jüdische Walilhoniitcv“ eiklarte tu einem A nt ruf an die Wähler der sechsten Kurie, daß es ursprünglich den Standpunkt vertreten hübe, die sechste Kurte den Arbeiterorganisationen zu überlassen; da aller das ״Volkskoiintce“ eine jiulisehe Liste auch lur die sechste Kurie aulstellte, sehe es sieh gezwungen, eine eigene 1 iegrnlistc yott drei jüdischen Kandidaten für diejenigen Wähler in Vorschlag z.u bringen, die Hiebt für 'die nllgrmcim'n Listen der Arbeiterorganisationen stimmen wollten. Diese drei Kandidaten sind der Orthodoxe K i r s e It b r a 11 n, der Zionist und Vorsitzende des ״llasamir“ M. J. Freud mul der Neo-Assimilant Matiri/i Knabe. Die Wahlen wurden auf den 10,, II. und 12. Juli festgesetzt. Am 20. soll der Stadtrat zu seiner eisten Sit/1111״ /usaimiicutrctcn. Die Zaii! der eingetragenen Wähler betragt bis (1. Juli 7S 111V, darunter '11(170 Juden, 11. h. Il,ll",u der gesamten Waliler/alil. Von diesen gehören der I, .Käme;111 *IS7I (Ihrisleii und 18(11 Juden; der II. Kinne 307 (Ihrisleii mul 117 Juden; der IV. Kurie (i'iSi Christen und 031( Juden; tler V. Kurie 3HXI Christen und '1201 Juden. 111 der VI. Kurie sollen nach späteren Angaben zirka '20 000 jüdische Wühler vi M11*11)11.111־ sein. Uni die jüdische Volksschule Wahlversammlung der Petersburger Abteilung der BHdungsgesellschaft Ruhiger als in Moslem, (siehe Jiidisehe Rundschau Nr. 21! aber nicht mit weniger Frust wurden die Fia11 »״ der :spräche und des Programms detf jmlischcii Volksschule auf der letzten Jahrcsver- Sammlung der Petersburger Abteilung der Bildiings- <K-sellseliaft am I. Juni «I. J, behandelt. Die Versammelten ehrten zu Beginn der Sitzung «las Alt- «lenken des ilnliuigeschicdencn Seit.dom Alejeltem, lh richten des Komitees zufolge werden gegenvvär• tig voll dir Petersburger Gesellschaft in 12(1 Stadien Schuten und Chadacim unterhalten, in denen Ix Oho Kmilir der jüdischen Flüchtlinge, Reservi'־ len u. sonstigen Kriegsti״( leidenden unter gebracht sind. 111 den Kursen mr IIrvvaelisem׳ erhielten 2(1(10 i'1׳rsn111,11 ihre I (ulbildiiii״. Die < icsamtholic der Siibu-iitumen für du׳ Schulen und Abendkurse beiragt (11)0:10 Rubel iiiouallich. Außerdem wurden mich von der (icsellsdiait bis 1. April d. J, zur Untereiner hebräischen Schule Palästinas bei/uvvohnen. Er konnte da beobachten, daß der Lehrer den Fordenmgen der Schiller nicht völlig gerecht werden komitc und oft, wenn ein Schüler an ihn mit den Worten ״Teil 11 adotti sefer iafe weehnilasclt" (Geben Sie mir bitte ein neues und .schönes Buch) herankam, in Verlegenheit geriet. Die jüdischen Kinder Palästinas' werden in hebräischer Sprache Iterangezogen und icdt/.cit auch nach Lektitre in dieser Sprache. Fs ist deshalb mit Freude zu begrüßen, wenn Palästina selbst sieh entschlossen hat, aus eigener Krall diesem Ucbelstaiufe ab/iihclfcn und einen ״Ersat/‘• ftir die aushleibeitde Kiinlerlitcratiir zu schaffen. Zwei ׳erfahrene Lehrer, Bcrktts und der als pädagogiselier Schriftsteller bekannte J, Adler, halten einen Verlag begründet, der cs sieh zur Aufgabe gemacht hat, den jüdischen Kindern wöchentlich ein I leftclicn gediegener Märchen und Erzählungen zu bieten, Von den sechs Heftchen, die uns vorlicgeti, sind zwei ()1 iginalarbeiteii von j. D u s c h 111 a n 11 und Mordeeltai 11011 lli Hel Hakohcn, die übrigen vier sind Uclicrsetzuiigeii ans dem Deutschen und Französischen. Während Dtischmann seinen kleinen Lesern in phantastischer Form erzählt, wie ein Kind zur singenden Nachtigall ward, ergötzt sie Mordeeltai ben I lillcl mit einer Geschichte aus dem Leben der Kinder in Palästina, wo das alte patriarchalische und neue Leben in eins verwoben sind, so daß eine richtige jüdische Kindergeschichtc entstanden ist. Die niedlichen Heftchen sind alle schön gedruckt und mit Textbildern ausgestattet, und gcreichen der hebräischen Druckereikunst Palästinas wirklich zur Ehre. Die Sprache, besonders der Ucbcrsetzungen, ist, wenn auch hier und da zu schwierig, im allgemeinen lcidit faßlich, 60 daß das hebräische Kind in Palästina schöne und zugleich billige (der Preis eines Heftchens beträgt 1 Metallik ca. 5 Pfg.) Lektüre hat. Israel Reichert, Stützung dei kri«!׳snotlcidi mitn itidisclini I Inrr VK tts.s Rubel, zur l!ntcr-t(1t/un•; tler Jesiduwotli ׳,־ <־«>() Riiln-I und als Siibsuben lur notleulcnik imlNelie Literaten l'l 873 Rubel vciuusgaht. Das vom k muH■!׳ vorg«״el1la(:ene Budget lur das Jahr 101(1 17 erreicht die ait'.cliniiclH׳ Summe von (1 IS 300 Rubel, Nach einer kurzen An sein,m,Irrset/uiig zwisihn! Herrn J. (), < ) k 11 11 , der gigen «lie l : 1111-rsן,!tz 11 n;. der Jesdiiuolli durch die HilihmgsgcscIlsihalt sןtr,ul!’ und Herrn Di na bürg, der die nationale muj kulturelle Bedeutung der Jcsutivvolh verteidigte, eröffnete der radikal«׳ Julis« 11 ist W. A. Kantor״, witsch die prinzipielle Debatte über du• I ragen «I« r Sprache mul di s l’iograiuius der indischen Volks• schule. ״Der Kampf um die Sprache" so erklärte der Redner, ״wurde auch mit dem K.iuipi um «Im kelljUoiisiiiitcriHllt venpuiKl Du׳ einen v1na11.c:1 eine normale, ,,weltliche' Sehlde, die amlcnii rm«. Iiel'1 aislist he, koiilcssinneIle. Das Komitee th 1!1: . scIImImII sieht in der Mille dieser beulen R1cht11n״cn und daher muß seine Tätigkeit komproniistisih mul prin/ipiinlox seht. Das Komitee sucht heule Rm|!. 11111(411־1־ zu lulnuligen. Dies ist aber tiuinoglicli. Was wir wünschen, ist eine uontiale, demokratische, weltliche Schule m iiilischcr Sprache ohne Religio״." Fine tiegenrede 111111־ der zionistiseln: (.!•,mi:!. list A I e i 1t i k o vv. Ir protestierte gegen die Hl׳• ha11|1tung, daß die Selmlc, die seine (11 siiiniiiigsg«■» noNScii verlangen, nullt demokratisch sei. ״Niem,als war «lie indische Volksschule iimlcninkratisch, da die breiten Volksmassrii sie von jeiier eben so ־״tu «!v die reichen Schicht« n der jüdischen Hevoikeiimg besuchten. Das einzige, vvotur wir jetzt kämpfen müssen, weil es gerade jetzt von Außen mul um Innen bedroht wird, ist, «laß die• neue Sdiii.e eine national«׳ sei. Nullt tler julisehen 1 ntcrrichtssprache gilt unser Kampf, Mindern den nnngel• halten Kemitnisseii der S«linier in der hchi.usclieii Sprache■. Daher verlangen wir die i inraiiimnig emrr genügenden Zahl Stunden tmgclahr die I Iahte (Irr WoilH'iistlimleti ־־ für den Fiitemeht des ikhr.11sehen, ln Moskau mußte d«׳r Kampf gegen das Komitee seitens der Hebraisten ausbredteit, wiil sieh d rt ein Julis«■ liisnuis inilitans viugebürgen hatte. In 1‘eterslmrg aber sind es eigentlich die JiihschM 11, die gegen «las Komitee ihre Agitation richten, we.i sie 111 ihm nur 111 geringer Zahl vertreten sind." Inhaltsreiche und wirkungsvolle Worte, d,c den Standpunkt des Komitees vertraten und jede Ableiikiing von dem mit so vieler Mühe gevv mmimi Wege ahleimteii, sprach tler Historiker S. I) 11 b 11 o u, ״Der Kampf um die jitdiselie St inite׳ in der 1111111111:«- gesellselialt‘‘, sagte tler Redner, ״begann sclnm vor 13 Jahren, zuerst in < )dessa, 1111 Zentrum des rn.s״• ii/iciTiidui A11,111«mi.i 1 is 1111 >s, «o an der Spitze der I riieiu riiiig Atlud I laani und ich selli't st.mikn. Damals kämpften zwei Riehtinuptn gegen einander: die Anhänger einer 11.1t 1«m,1 k-n Schule!:egen die Verteidiger einer Assuud.itionsselmle, I >,c Sieger blieben du• ersteien. Jetzt 1't der Kamp! ein 111׳I« rer. jetzt stehen die Anhänger einer 11 a t io 11 a le u Nhulc den Anhängern einer a 11 t 1 11 a t 1 o 11 .1 I e 11 Selmlc gegenuhir. Wohlgemerkt einer antiiiatitm.dvii, nicht Assimilationssehlile. Auch die Freunde de• Herrn Kantomw lisch v erneinen eine mchtjuilisclie selmlc, sie wollen aber kein l.aboiatomini Italien, dis einen national« n 'I v pus fabriziert. Also keine nissiuht , aber auch keine jiidisehe, sondern eine jarlilose, rein ntditare Selmlc•. Andereiseits wird auch seilt״- gcw isset' Anhänger einer nationalen Schule die Fingkeit des Komitees angefocliteii: seitens tler extremen Hebraisten. Das ist aber ein Pseuilo-I tcbiai-mtis, denn seine Wunsche können mellt realisiert uerdui. Vor einigen Jahren w urde ersticht, Reform-(!11 ul1׳- rint 7111 gründen, wo die hebräische Sprache in hebräischer Sprache vorgetragen wurde. Dieser \ ersuch mißlang und nur wenige von diesen Schulen existieren noch. Wenn der Glieder, wo atisseliließlicli jiulisehe Fehrgegenst.ämle vorgetragen wurde״, mcIi nicht hchrnisicm! läßt, wirtl es denn ilamt innghcli sein, eine Nortualselutk• völlig zu hcbraisicren z Ä are so etwas möglich, so hatten es unsere Almen langst getan. Das ist eine Tragödie, aber eine tmvviderleg* bare Wahrheit. Eine Spaltung in den Reihen ikr Kampier ftir die Nationalisierung der Schule birgt eine große Gefahr in sich, l'tis tut eine Schule Nol, tlie vv e tl e r 11 e b r a i s m 11 s noch J i d i s c It i s ־ ln 11 s, sondern Judaismus leitet, wo alle Kultiirvvcrte, die das Volk besitzt und braucht, s״rg• faltig gepflegt werden. Nachdem noch eine Reihe von Rednern beider Richtungen, 11. a. die Herren Kaucwsky, Stil, Biker 111 a n 11, L. 11 r j e, R 1 vv e s m a n 11, T s e h t r - n i c 11 o vv , B r u /. k u s , (I It o r o n s c h i t z. k y , Frau Ni iirenherg zu Wort gekommen waren die Redezeit war auf fünf Minuten beschrankt worden — schritt die Versammlung zu den Wahlen, Dem spezifischen Charakter der jüdischen Ocffcntlichkcit Petersburgs gemäß, wo noch eine strenge politische Differenzierung unter den Juden als Uebcrrcst des großen politischen Aufschwungs der nahen Vergangcnlieit bestellt, ging auch dieser rein kulturelle innerjüdische Streit durch das Prisma der politischen Gruppierungen. Statt Jidisdiisten und Hebraisten gab es hier Blocks verschiedener jxditischcr Gruppen, wobei zum erstes! Mal eine Ncugrtippicrung der politischen Parteien durch die Spraeheniragc in die Erscheinung trat. Die sogenannte Volkspartei vertrat den Standpunkt des Komitees. Die Zionisten nn Verein mit der demokratischen Oruppe bildeten den hebräischen Flügel, die Sozia* listen mit der Unterstützung der kadettischen ״Volksgruppe" stimmten für die jidisc״!• st i sche Liste.