Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXI (1916)
- Issue
- Heft 27 (7.7.1916)
- Date
- 1916-07-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 222 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 27 Ausweis der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Sclickcl: Berliner Zionistische Vereinigung 261 —, davon SO,— für den Zion. Jtigcndverein, Bamberg 2,—, Iiraimsdiweig I,-- , Breslau 15,—, Halle 1,--, aus dein Felde 1,~. Landcsbcilrägc: Berliner Zionist. Vereinigung 331,—, Breslau 45,—, Köln 110,— Posen 182,— . Propagantlafonds: Ahrweiler: Dr. Löb 5,—,Beilin: Dr. A. Eliasberg 10, , Zahnarzt Kurt Lipowski 5,—, Dr. S. Mclilcr 10, -, üurgkmidstadt: Dr. Lazanis 5,—, Chemnitz: M. Goldmmm 10,—, Elberleid: L. Tisch 15,—, Erfurt: Max Steinberg 5,-־, Escliwegc: Max Wolf 5,—, Eydtkulinen: L. Loewenstein 15,—, Frankfurt a. O.: Ref. Arthur Stein 30,—, Gneseu: Eugen Oelsner 5,-, Homberg: Dr. Rosentlud 5,—, Insterburg: Ciehcimrat Bhuneiifeld 5,—, Königsberg i. P.: M. L. Samlwrsky 5, , Leinzig: Dr, R. öiamizer 20,—, S. L. Fuchs 5, , Föcknitz: Hermann Salomon 10, , Nürnberg: K. R, (1. Rate) 7,50, Posen: R.-A. Dr. Schnull 20, , Simon Schcrek 10,—, Schönlanke: H. Boehner 10—, Sierck: Eduard Bing 5.Weißcnfels: Dr. Lcvi 5,-, ans dem Felde und aus Garnisonen: Otto Böhm 5, , Ernst Freud 6, , Dr. Jntkmvski 15,- , Heinr. Maier 5, Dr. Stargardter 10 , Lt. Dr. Albert Straus- Depcunu 25, , Dr. Willy Uima 10,--. Eingang vom 19. Mai bis 2. Juni 1916: Sehektl: 284,; L a n d e s b e i t r ii g c : 671,-; Propag.1ndafo.nd5: 303,50. Gcsamteingang: Sri! ekel: 1615,;Landesb e i t r » g c: 2232,50 M,; Pro p a g a 11 d a f o n d s : 4835,80. - * Als Dank für die Pcßachgabc ״Treue“ gingen für den Propagandafonds ein: Batl.-Arzt Dr. S. Möller 20, Dr. Frcnkel, Feldarzt S. Noßbaum je 10, , Kad.-Asp. Georg Kolm, Josef Lnsoovitz je 7, , I.eiitn. Joel, Oberl. Mamiclrcrg, Ocfr. An- »Ireas Meyer I, Siegfried Nothiiiami, IJ.-O. H. Pililipnsth.il, Dr. S. Rosenbaiini, Siegimmd Warburg, Jonn Wigdorowitsch je 5, , Bruno Powifzer ■1,—, Gerhard Behle, Ernst Blunicnthnl, Leo Griiiibcrgcr, Sigismund Haasc Ass.-Arzt Dr. Licbredit, Carl Loewcnsolin, Hans Nathan, Off,-Stellv. M. Rosenzweig, Finj.-Kan. Strllsdivvci״, Arthur Warburg je 3,- , Jakob Goldberg, Ass.-Arzt Dr. R. Menzclt, Unt.-Off. Julius Simon je 2,—, H. Podbielski, W. Sili>crstcän je 1,-. Berichtigung. Die in Nr, 22 ausgewiesenen 69,-- Mk. Landesbeitrage aus Elberfeld stellten eine erste Rate für das Jahr 1913 dar. Adresse für Geldsendungen: Zionistische Verelnigung für Deutschland, B e rli n W15. Sächsische Straße 8. Postscheckkonto: Berlin 8091. geführt werden, hielt der ״Adiiebcr“ vier große öffentliche Versammlungen ah, die in jeder Hinsidit als sehr gelungen bezeichnet werden können. Die Berichte des Präsidenten ur.d des Schatz- Sekretärs wurden cntgegengciiommcn und Dr. Melamed und Mr. Orlans für ihre Tätigkeit Dank ausgesprochen. Ein Streik in New York Am 1. Mai waren in New-York und Umgebung gegen <10 0(1(1 jüdische Dameii-MäiUel-Sdineider in den Streik getreten. Dieser Streik war, wie die ״Jüdische Arbeiter - Korrespondenz" mitteilt, die Antwort der Gewerkschaft auf die von der Unternehinerorganisatiou hcsclilossene und teilweise auch ins Werk gesetzte Aussperrung. Die Unternehmer- Organisation hielt die Zeit des flauen Geschäftsganges für geeignet, die Arbeiter mürbe zu machen um! die ״Union“, die fast alle Arbeiter der Branche umfaßt, zu vernichten. Die Gewerkschaft hatte aber in den letzten Jahren seit dem Kampfe 191(1 große Reserven angesammelt und heantw•ortete «len Beschluß der Unternehmer durch den :dlgeiminen Ansstaiitl und die Aufstellung neuer Forderungen. Die ganze Industrie wurde mit einem Schlage stillgelegt. Gleich am ersten Tage begannen viele von den nichtorgaiiisierten Unternehmern Verhandlungen mit der Gewerkschaft. Am 12. Mai waren bereits T0 000 Arbeiter unter den neuen günstigeren IWdingongen zur Arbeit zurückgekehrt. Auch einzelne organisierte Unternehmer nahmen die neuen Bedi״- gütigen an und wurden dafür aus der Unternehmer• Vereinigung ausgeschlossen. Die ganze öffentliche Meinung, die jüdische sowohl wie die englische Presse sympathisierten mit den Streikenden. Knapp vor Ausbruch des Kampfes versuchte Stadtmayor Michel die Streitteile zu Verhandlungcn zu bewegen. Die Arbeiter waren dazu bereit. Die Unternehmer aber verhielten sich schroff ablehnend. Der Streik dürfte wohl für die Frage entscheidend sein, ob ein Rückfall in das frühere berüchtigte ״Schwitzsystem“ möglich ist. Aus Palästina (Konzert zu T'. 1: reu D j e m a 1 - P a s c 11 a s i 11 der Musikschule in Jaffa.) Die Musikschule ״Sulamith" in Jaffa, die von Frau Dr. Ru pp in gegründet ist, veranstaltete ,1111 5. Juni ein S c 11 ü I e r k o 11 z e r t zu Ehren I > j c!11 a I - P a s c h a s. 1 )jvmal - Pasdia , der bcreils mittags in Tel-Aw׳iw geweilt hatte, erschien abends zum Konzert in der Musikschule mit seinem ganzen Stalrc und in Begleitung des neuen Jaffaer Kommandanten und Kaimak,1111s. Das Konzeit nahm einen sehr günstigen Verlauf und maeffte einen äullcmt liefriedigenden Eindruck auf die Ödste. Besonders gut fiel das Orchester aus, das unter Leitung von Fräulein Amsel stand. In den Pausen wurden Erfrischungen an einem Buffet verabreicht und erst kurz, vor Mitternacht verabschiedeten sich die Uiäste indem sie dein Direktor der Musikschule, Herrn Hopenko und Fräulein Amsel für die Leistungen der Schüler Lob zollten und für die gelungene Veranstaltung herzlichst dankten. Der Pl.1tzkoi11ma11d.1nt von Jaffa Hassan Basr i-Bey ist, laut Meldung des ״Journal de Beyrulh“, aus Jaffa abberufen und ins Vilajet Mo 8 Stil veirsetzt .worden. 'An seine Stelle ist der bisherige I’latzkommamlaiit von Haifa MajorAhmidChukri gekommen. Der bisherige Chaimakam von Haifa Emis F ou a b -Bey Chehabi ist Cliaimaknm in Jaffa geworden. Die jüdische Spitzenindustrie in Palästina Die Spitzenindustrie ist in Palästina nicht neu. Seit vielen Jahren wird sie als I lausiiulustric von den christlichen Araberinnen betrieben und von den Missionsschulen ermutigt und gefördert. Die Erzeugnisse werden meistens als Reisc-I:ri1111eru1!gc11 an Touristen verkauft. Die Motive sind zierlich und eigenartig, bieten aber sehr wenig Abwechselung und halten die Fantasie der Spil/eiiarbciterimicii in den allerengsten Grenzen. Das verwendete (iariimatcria! ist .־uiilerdem in vielen Fällen recht minderwertig. Dafür sind aber auch die Spitzen, da ein richtiges Gewerbe kaum existiert und sie entweder in den Schulen oder von sonst im Haushalte beschäftigten Frauen und Mädchen in freien, sonst wertlosen Stunden aiigeferligt werden, ganz unglaublich billig. Auf dem europäischen Markte aber kennt man sic nicht oder kaum, da die produzierte Menge ja verschwindend klein ist und kein organisierter Absatz besteht. Vor etwa zehn Jahren hat man jingefaitgen, die jüdischen I rauen mul Mädchen, die bisher nur in einer Jerusalemer Schule die Spitzenfabrikation lernten, auf breiterer Grundlage damit bekannt zu madieii. Cs wurden nacheinander Spitzcnscliulen in Jaffa, Jenisalcm, Safl'ed und Tiberias, den vier wichtigsten Zentren der jüdischen städtischen Bevölkerung, ge• gründet, in denen immer etwa hundert bis zweiliuneiert Mädchen Unterricht in der Spitzenfabrikation genossen und auch nach beendeter Lehrzeit besehäftigt wurden. Diese Schulen wurden auf gemeinnüt/iger Grundlage vom Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina gegründet mul unterhalten 11ml der Zweck war, allmählich eine jüdische l Spitzen•! lausimUistrie ins Leben zu rufen. Letzteres ist bis jetzt nicht oder doch nur in bescheidenstem Ausmaße gelungen. Die Spiizcn werden beinahe ,׳nisschhelllicli in den Schulen aiigeferligt. Allerdings ist ein erster Anfang zum privaten Gewerbe gemacht worden, indem eine der Schulen, die in Jenisalcm, jetzt von der früheren Leiterin übernommen worden ist und als privates Unternehmen auf kommcrzicUcr Grundlage betrieben wird. Die Schulen des Verbandes haben in die alte Spil/eiifabiikalion einen neuen Schwung gebracht. Nathdcm sie in der ersten Zeit sich den altlicrgebrachten Motiven ohne weiteres angepallt hatten, fingen sie allmählich au, diese in immer reicherer Abwechselung zu verarbeiten und zu entwickeln. In vorsichtiger, aber koiiseipienter Weise wurde der vorhandelte Motivenbestand durch neue, die sich harmoniscli in das Bestehende eingliederten, bereichert und an Stelle der ewig sich wiederholenden schmalen Meterspitz.cn, Taschentücher und kleinen ganz aus Rädeichei! zusammengesetzten runden DcCkchcn, wurden nun auch größere Gegenstände gearbeitet: Kragen, Jabots, Fächer, Schleier, Tischtücher. Der Absatz wände von der Berliner Zentralstelle des ״Verbamies jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina“ organisiert und geht hauptsächlich in Deutschland und Oesterreich vor sich. Auch Amerika kommt aber in den letzten Jahren schon in Betracht. Bei Kriegsausbruch hatte die noch junge und schwache Spitzcnindustrie Palüstinas eine schwere Krisis durchzutnaclien. Die Verbindungen mit dem Auslände waren fast gänzlich unterbunden und cs stand zu befürchten, daß 11er Absatz in den krieg, führenden Ländern gänzlich ins Stocken geraten würde. Aber durch Anspannung aller Kräfte gelang es, die Krisis doch zru überwinden und sämtliche Ateliers (mit ■ Ausnahme der kleinen Werkstätte in Tiberias) im Betriebe zu erhalten. Auch der Absatz ging regelmäßig weiter. Damit wurde der jüdischen Bevölkerung des Landes, die bekanntlich an dei» wirtschaftlichen Folgen des Krieges schwer zu tragen hat, ein großer Dienst erwiesen, indem nunmehr eine bedeutende Anzahl junger Mädchen im Stande blieben, ihre Familien, wovon viele auf diese Einnahmen fast gänzlich angewiesen waren, ausgiebig zu unterstützen. Deshalb empfiehlt es sich, die jüdischen l’aiästina-Spitzen nicht nur zu kaufen, weil dabei der gute Geschmack auf seine Rechnung kommt, sondern audt weil jeder Spit/cnkauf dem Verband jüdischer Frauen weitere Gelegenheit gibt, seine segensreiche Tätig, keit fortzusetzen lind aus/tidchnen. Die Spitzen sind zu beziehen durch das Büro der Berliner Zentrale, Burgstralle 27 Büro 22. M. IF ׳ .״ Dr. Joseph Epstein Im Alter von 42 Jahren ist I>r. Josqili Ep. stein in Wilna am Typhus gestorben. Er war einer der besten Zionisten in Wilna und hat namentlich für die national-kulturelle Hebung der Juden Wilma sehr viel getan. Sein letztes und beileuteihLte* Werk war die Selü:pf1111|,l und Leitung eines licßrä• isclien Gymnasiums in Wilna, des ersten :11 Rußland und vielleicht, mit Ausnahme der palästinensischen, des ersten überhaupt, Noch auf dem Sterbebett beschäftigte er sieh mit der Gründung einer neuen hebräische» Mädchenschule. Die jüdischen Massen Wilnas haben durch den Tod Dr. Epsteins einen herzensguten Arzt und Menschen verloren. Er war ein Arzt der Armen. Wie sehr er von der Jugend und von den ärmeren Schichten der Wilnaer jüdischen Bevölkerung geliebt war, bezeugte die Menschenmenge, die seiner Becrdigmtig auf dem Friedhof und im Tempel ״Thoroth Hakodesch“ beiwohnte, wo Rechtsanwalt Dr. S. Ros e 1111.1 u in. Dr. S c 11 a b .1 d, der Vorsitzende der Wiluacr ״Mcfizc Haskoloh“ und Lehrer L c w i 11 durch warme Worte sein Andenken feierteil. Unter den Traumcrsannnhiiigen, die seinem Andenken gewidmet waten, sind die für Schiller und Schülerinnen verschiedener Schulen besondeihei vorzulicbcn. Ls waren etwa dreitaiisemllimiliumh rt Kinder als Zuhörer beteiligt. Alle Reden winden in hebräischer und jiilhcher Sprache gehalten. Die Wilnaer Zionisten, die an Dr. Epstein einen aufrichtigen Freund, bescheidenen und hervorragenden Mitarbeiter verlieren, haben beschlossen, seinem Andenken einen Fond iiu hebräische Schulen aut seineu Namen zu stiften. Die Verwaltung des hcbriisdten Gymnasiums faßte de» Beschluß, das Gymnasium nach seinem Namen zu nennen und sein IhUI dort aufzuhäiigen. Geldüberweisungen Zahlungen fürS chckcl, L;1 n d c s h e i t rä g e Propagandafonds K r i e g s b c i t r a g und Hilfskomitee sind auf eins Postscheckkonto Berlin, 8091 der Zionistischen Vereinigung für Deutschland zu leiste». Zahlungen für den Zcntralfonds und das Hebräische Sc 11 ul werk auf das Postscheckkonto Berlin 11 619 des Zionistischen Zcntralburcaus. Zahlungen für den Jüdischen Nationalfonds auf das Postscheckkonto Berlin 3847 des Herrn Max Wollsteincr, Charlottenbiirg, Roscher- Straße 5. Zahlungen für den Verlag Jüdisch cRundschau aut «las Postscheckkonto Berlin 17392 der Jüdischen Rundschau, G. m. b. H, Zahlungen Tür AbonnemcntsausOesterreich auf das Scheckkonto bei dem k. k. Postsparkassen-Amt in Wien Nr. 39913 für Verlag ״Die Welt“, Berlin. Zahlungen für Abonnements aus Ungarn auf das Scheckkonto 15655 der kgl. ung. Post- Sparkasse für ״Die Welt", Verlagsgeselischaft m. b. H,, Berlin. Zahlungen für das Hilfswerk für Pf- 11 s t i n a auf das Postscheckkonto Berlin 4192, Hilf► werk für Palästina.