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Jüdische Rundschau · 1916-07-07 · Heft 27 (7.7.1916) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXI (1916)
Issue
Heft 27 (7.7.1916)
Date
1916-07-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 27 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 223 Vom Jüdischen Nationalfond .. V■ 1 v ■1 uivii uic .>pe1uieucUmahuu־u v1..s ן ml s^L־\u־n Nationalfonds den Betrag von 01 701 Slark. Es beteiligten sich hieran Oesterreich mit 01S Mk., Rußland 71<»6 Mk,, Deutschland 71100, IS |v .«V .ן.י ■'VUl'HilldllU < JUOj Nordamerika 7070 Mk״ Ungarn 7000 Mk,, Rumänien;177 Mk Kanada 2502 Mk., Holland '2005 Mk., Sudslaviscnc Lander 1112 Mk., England 1218 Mk., \egvptcn 900 Mk״ Italien 700 Mk., Frankreich und Tunis 085 Mk״ Schwei/. 550 Mk. und Belgien 41t) Mark. Wie diese Aufstellung zeigt, hat Oesterreich an dein inr Kriegs/citen reiht günstigen Gesamteinca״K •'״ Spenden einen bedeutenden Anteil. Auch 1 11 j;1 r n ist mit einer ansehnlichen Summe vertreten. In diesen Ländern wurde für die ״Kriegslandspcitdc“ des jüdischen Nationalfonds eifrig gesammelt, und es wurden für diesen Zweck bereits 125 000 Kr. ..iiigebracht. Dieser besteht darin, Boden in Paläsiina zur Ausicdluug jüdischer Kriegsopfer, die für die 1-uuhvirtsehaft geeignet sind, nacli Friedens- «ehluß /u erwerben. Der Preis eines Dunam Land ) 0׳ h.0 betragt durehselmittlieh 50 Frcs. In Hobe des entsprechenden Bctnages von 50 Kr. <xler 10 Mark w eitlen Spenden entgegengenommen. Die Samme,!stelle des Jüdischen Nationalfonds für Oesterreich gibt demnächst ein Sonderheft des Organs ,Erez loacl" heraus, das die Kriegslandsiwmle und ihre kolonisatorischen Aufgaben behandelt. Die Spendeneinkunfte des jüdischen National« fonds im Monat Juni halten insgesamt 75 42$ Mk. betragen. Hier/11 haben beigetragen: Nordamerika 72 050 Mk״ Oesterreich 14 84(» Mk״ Argentinien S61S Mark, Deutschland 6172 Mk., Rußland 7528 Mark, Holland 502t Mk., Rumänien '2550 Mk״ Ciriechenr laml 11107 Mk., (Saloniki 753 Mk״ Alt-Griechenland 551 Mk.), Belgien 807 Mk., England 764 Mk״ Schweiz 180 Mk., Südslavisdte Linder 448 Mk., Dänemark 572 Mk., Australien 315 Mk., Schweden 174 Mark und Brasilien 171 Mark. Die Gesamtsumme der Spendcncitigängc des ersren Halbjahres 1910 belaufen sich auf 2S1 110 Mark (1915: 211 810 Mark). Die B I u 111 c n t a g e zugunsten des Jüdischen Nationalfonds haben in den Vereinigten Staaten von Amerika ein Reinerträgnis votj ca. 15 000 Dollar, 111 Holland von ca. 3000 Gulden gebracht. In Amsterdam wurde vom dortigen Nationalfond-Büro die Propaganda für den Bluincntag durch die Aus- Stellung .,Das verschwindende Amsterdamer * 1 Ghetto im Bilde“ cingcleitct, die vom Amsterdamer Bürgermeister eröffnet wurde und in größter Reichhaltigkeit und Anschaulichkeit ein Stück jüdischer Kulturgeschichte darstellte. Schon vor einiger Zeit haben die Zionisten Englandsdie Eintragung des Duma-Abgeordneten Fried- 111,! n :1 mul des amerikanischen Botschafters Morg e u 111 a u m!> G o 1U c 11 e B u c 11 d e s Jüdischen Nationalfonds veranlaßt. Nunmehr haben auch die belgischen Zionisten die Eintragung Morgcnthaus in Anbetracht seiner Verdienste um die jüdische Siedlung in Palästina bewirkt. Der Jüdische Nationalfoml hat der serologischen Abteilung des Gesundheitsamtes in jeru- Salem in Hinblick auf ihre hervorragenden Leistungen, zur Bekämpfung der epidemischen Krankbeiten in Palästina, aus den Eingängen für die Notstandsaktion des Jüdischen Nationalfonds ein Darleiten von 4000 Mark bewilligt. Persönliches Rechtsanwalt Dr. Arthur I I a 111 k e , der Vorsitzende des Ge.scliäftslülirendei! Ausschusses der Zionistis.chcn Vereinigung für Deutschland, hat einen schweren Verlust erlitten: sein Bruder Ref. Dr. Fritz H.intke, Leutnant in einem bayrischen Regiment, ist bei Verdun ge fall en. Ref. Dr. Fritz llantke war gerade wahrend des Krieges, unter dem Eindruck der erschütternden Erlebnisse dieser Zeit, voll und ganz, zu in Bekenntnis des Zionismus gekommen und Mitglied der zionistischen Organi- .-.ition geworden. So verliert in ihm auch die zionistische Organisation eine reiche Hoffnung. Mit Dr. Arthur llantke und seiner Familie aber, \<»r allem mit den Eltern des Dahingeschiedenen, fühlen 'in herzlicher Teilnahme alle- Zionisten die Schwere dieses Verlustes. Möge ihre Anteilnahme ein TnQst sein! ZIONISTISCHE BEWEGUNG Schwel«. Der Vorort des schweizerischen Zionistcnverba idcserläßt im ״Israelitischen Wochenblatt für die bchwetz“ einen Aufruf, in dem er alle Palä- ,'tmafa-unde der Schweiz auffordert, Mittel zur Ansdianung von Medikamenten, Chinin und Verbandsstoffen für die jüdische Bevölkerung Palästinas, die an diesen Dingen großen Mangel hat und daher unter den im Linde herrschende!! Seuchen und Krankheiten ungeheuer leidet, bereit zu stellen, lieber die Spenden wird im ״Israclitiselten Wochenblatt für die Schweiz“ quittiert. Den Aufruf zeichneten: l)r. Pinkus, D. wein bäum, Dr. Steinberg, J. Wenk, E. Sadinski, 1A. J. Rom und W. Simon. Tripolis. Der Zionistische Verein in Tripolis hat in letzter Zeit eine rege Tätigkeit entfaltet. Es wurden ülxir 200 Schekel verkauft und die jüdische Bibliothek wurde durch eifrige Sammlungen erheblich vergrößert, Südafrika. Das Exekutiv-Komitee der südafrikanischen Zionistenföderation hat einen Tätigkeitsbericht für die Zeit vom 1. Januar 1913 bis 31. März 1916 veröffentlicht, der interessante Daten über die zionistischen Sammlungen in Südafrika enthält: Schekelverkauf 1410 £, Jüdischer Nationalfonds 3172 £, Zentralfonds 1972 C, Palästina - Hilfsfonds 575 £, Agudath Nctaim 1407 £. Zionistische Banken 761 £, Legat des Herrn Popkin für verschiedene Institutionen in Jerusalem 1000 £, verschiedene andere Sammlungen 2033 £, zusammen 12 350 £. Dazu kommen noch zirka 1500 £ für organisatorische und propagandistisehc Zwecke. Argentinien. Die von der Zionistischen Föderation in Argentinien ins Leben gerufenen Hilfssammlungcn für die notleidenden Juden haben bisher 31000 Dollar ergeben, von denen je 35 Prozent für das Hilfswerk in Rußland und in den okkupierten Gebieten Russisch-Polens, 10 Prozent für Galizien und 20 Prozent für Palästina bestimmt wurden. 1ווווו1ו!וו!וו!וווווווווווווו!וווו!ווו!!וו! SS Eg j Mitglieder ״Versammlung j h der s | Berliner Zionistischen Vereinigung | | Vortrag von Davis Trietsch | 1 ״Palästinensische | j Wirtschaftsfragen/' J | Dienstag, den 11, Juli 1916, pünktlich g i 9 Uhr abends, in den Prachtsfilen des | g Westens, (Spichernsäle) Spichernstr. 3. g | Eintrittsgeld 30 Pfg. | i zur Deckung der Unkosten. § llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll!l!!lllllllll!IIIM Niedriger hängen! Im ״Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel" zeigt der Verlag Georg Müller in München die aus dem Politischen besorgte Ucbcrsetzung eines Romans von Eli za Orzeszko ״Liebt in der Finsternis“ an. Einen ״judenrotnan aus Polen“ nennt der Verlag das Buch und will dafür durch folgende Reklame-Notiz Interesse wecken: ״Die Geheimnisse der Kabbala der Thora und des Talmuds werden hier enthüllt wie auch die jüdische Massenseele. Die Macht der Melaincds, der blutige Haß gegen die Gojint, der selbst vor dem Mord nicht zurückschreckt, werden anschaulieh geschildert nsw.“ Gegen diese rohe Spekulation auf die niedrig• sten Instinkte aufzutreten, ist nicht notwendig. Die einfache Feststellung muß genügen. Sie richtet den Verlag, der sieh soweit vergißt. ft US ALLER WELT Aus England. (S c 11 a I o m A 1 e j c 1! e in -Feier in L o n d o 11.) Am 11, Juni fand in London eine große T r a u e r v e r s a m in 11111 g anläßlich des Todes Schalom Alcjchcms statt veranstaltet im Thcater-Pavillon von ׳lein Er/.iehungskoniitec des Arbeiterrings. Ungefähr 10000 Personen kamen, um das Andenken des beliebten Dichters zu ehren. Der Vorsitzende der Versammlung, Redakteur M. Meiers las die Telegramme und die sehr interessanten Beilcidsbricfc von M. G a s t e r und Israel Z a n g w i I) vor, die verhindert waren, diesem Meeting nersön»• lieh beizuwohnen. Die Festrede hielt Herr Naliutti So ko low. Er schilderte die Zeit, in der Schalom Alcjehcm uuftrat. Auf verschiedenen Wegen wurde damals das Volk gesucht. Die einen fanden es in der Vergangenheit, die anderen in den Synagogen. Schakun Alejchcm fand cs im Lärm der Straße. Er erblickte und zeigte uns die Karrikatur des jüdisehen Galuth-Lebcns. Er zwang uns, über uns selbst zu lachen, aber nicht um uns histig zu machen, sondern um durch das Lachen erhöht zu werden. Nicht zu weinen haben wir, sondern sein Andenken dadurch zu ehren, daß wir neue Formen des jüdisehen Schaffens zu verwirklichen suchen, unsere Formen für die Zukunft lebendig zu machen suchen. Die Versammlung sandte ein Beileidstelegramm an die verwaiste Familie des Dichters. Am 18. Juni fand, wie mitgeteilt wird, eine zweite Trauerver• Sammlung in West-End statt, an der sich außer Na hu in Sokolow auch Israel Zangwill, Dr. Gastcr u, a, beteiligten. Nähere Berichte liegen noch nicht vor. Aus Amerika. (Literarisches.) Jakob Schiff spendete 50000 Dollar zur Gründuiig eines Verlags, der die Aufgabe hat, die gute jidisclie Literatur ins Englische Zu übertragen. Der ,.,American Hcbrew“, das bekannte Organ der amerikanischen Juden in ■englischer Sprache, ist, nach dem Tode seines früheren Chefredakteurs, Dr. Joseph Jacobs, nunmehr der Leitung des bekannte» Schriftstellers Hermann Bernstein anvertraut worden. ■In New-York begann eine neue hebräische Monatsschrift für die Jugend ״Schachrutli“ zu erscheinen. Die Monatsschrift wird rodigiert von den Pädagogen Hirsch, Tomarow und Schachno Stein. Unter der Redaktion der gegenwärtig in Arno rika weilenden palästinensischen Poale-Zion-Führer Serubabcl, Ben-Zwi und Alexander erschien in New-York ein Sammelbuch J iskor“ zum Andenken an die in Palästina gefallenen jüdischen Wächter und Arbeiter, die Opfer des neuen Jischubs. Vor einigen Jahren erschien dieses Buch unter demselben Titel in hebräischer Sprache unter der Rcdaktion von Ch. N. Brenner und A. S. Ra binowitsch in Jaffa. Die jidische Uebersemmg wurde vielfach vergrößert und vervollständigt, ln diesem Buch, das 46 Beiträge enthält, sind die Hilden des werdenden Volkes in Palästina in Wort und Bild durch J. Ben-Zwi, J. Rabino witsch, J. Feldraann (R. Benjamin), J. Ch. Ören 11 e r, Serubabcl, A. S. R a b i n o w i t s c h u. a. m. verewigt. Anläßlich, des Erscheinens dieses Gedenkbuches wurde in New-York eine große Feier zugunsten des Palästina-Arbeit er fonds veranstaltet, auf der außer den Redakteuren auch Dr. Schemarja Lev in, Leo Motzkin, Ben-Gorion B. Zukkermann und M. S c h e i n k i n über die Helden Palästinas und die Pflichten sprachen, die sie den lebenden Genossen auferlegen. Demnächst erscheint in Amerika ein neues ungedrucktes Werk von Schalom Alejchcm: ״Vom Ja r i d“. Aus Rmsisch-Polen. (I) e r ״R o t e M a g e n -1) a v i d" in Warschau.)! Das jüdische öffentliche Leben in Warschau ist durch eine neue jüdische Einrichtung bereichert norden: eine Gesellschaft ״Der Rote Magen-David", dessen Aufgabe es ist, die sanitären Verhältnisse der armen jüdischen Bevölkerung Warschaus zu bessern. Dieselbe Gesellschaft wird auch die sanitare Kontrolle über die Chadarim und Synagogen übernehmen, die bis jetzt in den Händen ganz unberufener, mit den besonderen Verhältnissen dieser Institutionen völlig unbekannter Männer liegt. Es ist zu hotten, dal» diese jüdische sanitäre Organisation von der allgemeinen städtischen Kasse subventioniert werden wird. Au« Rußland. (Hilfe für die Juden in Polen.) In den jüdischen öffentlichen Kreisen Rußlands wird jetzt eine Hilfsaktion für die jüdischen Kriegsnotleidenden in Polen beabsichtigt. Rechtsanwalt Ji/diak G r ii ״bau m veröffentlichte in d. ״Jcwrejskaja Shisn“ eine Reihe Artikel, die die Not der Juden in Polen schildern und zur Hilfeleistung aufrufen. Besonders galt sein Aufruf den vielen polnischen Juden, die gegenwärtig in Rußland weilen und denen die Realisierung dieses Planes leichter fallen wird. (V o 11 d c 11 F 111 c h t I i 11 g!sschul e 11.) Auf einer Rayons-Beratung der Lehrer der Flüchtlingsscliuleii im nördlichen Wolga- G e b i e t wurde unter anderem versucht, das Programm dieser neuen Schulen zu vereinheitlichen und einen aügemeinen Lchqdan auf Grund der bisherigen Erfahrung festzulegen. Es wurde beschlossen, das Programm für vier Unterriclitsjahre zu bestimmen. In der ersten Klasse soll im ersten Halbjahr 24, im zweiten I lalbjaltr 30 Stunden wöchentlich unterrichtet werden, in der zweiten Klasse 33, in der dritten und vierten Klasse 31 Stunden. Im ersten Halbjahr der ersten Klasse wird gelehrt: Hebräisch 18 Stunden, Aritlimetik 3 Stunden und Anschauungsunterricht (in jidischer Sprache) 3 Stunden; im zweiten Halbjahr kommt noch Konversation in russischer Sprache hinzu. In der zweiten Klasse wird unterrichtet: Hebräisch und Bibel 12 Stunucn, Jidisch 3, Russisclt 8, Arithmetik 4, Naturkunde 2 hebräische und russische Schönschrift 2 Zeichnen 1, Gesang 1 Stunde. Womöglich sollen auch für Handarbeit 2 Stunden eingerüumt werden. In der dritten und vierten Klasse wird Hebräisch und Bibel 11 Stunden unterrichtet, Jidisch 3, Russisch 9, Arithmetik 5 jüdische Geschichte 2, Naturkunde 2, Zeichnen 1, Gesang 1 Stunde und womöglich Handarbeit. * Für Mädchen von 12 bis 13 Jahren, die nur zwei Jahre in der Schule zu bleiben haben und später zum Handwerk übergehen wollen, wird Hebräisch nicht unterrichtet; dafür werden die jidisehen Stunden verdoppelt.

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