Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXI (1916)
- Issue
- Heft 18 (5.5.1916)
- Date
- 1916-05-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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CV> ־7 r I Abonnements! auf die wöchentlich am Freitag tr•! irJirinendfi ,!JUdliche Runttsch•!!*' J! kosten Hfi der Eapcditlon und bei J I eJJfn Po»U«mlern vierteljährlich M. 1,75 ■ I innerhalb Deutichlanda, ln Oesterreich- 1 f Uncnrn M. 2,SO, im Ausland M. 8.—, 1 I 1 | jOdlach® Rundaeliaa, G. m. b. H. | | BERLIN W.15, SttchaUdie Straße 8. | | Telephon 1 Amt Uhland 845, 846. | | 1'oiUrJieckkonto« Berlin Nr, 17392. | וייץ 0^.-. - | * , ' Nummer 18 Berlin, den 5. Mai 1916 2. Ijar 5676 XXI. Jahrgang. Antelgon kalten für dfa wdu^ipilhai PeT%- ■aila oder deren Raum 40 PC ן »aÜM Angebote and •Gaaadie nowia Vemlaa• Mitteilungen and ,Kleina Anreigen" O O O O nur 50 Planalg. O O O O Manuskript• werden, wenn Parka *tet* larürkgeraadc RadaktionanebiaSl Mittwoch rormittafa. Radaktloa JBdladta RandMlw■ BERLIN V. 15, Slchalaeh« Straft« t, Telephoa! Amt UEIaad 545, •46, ^^PortacCarikonta 1 Barlla Nr, 17 Ml, Erhaltung• I rhaltuug des Bestehenden ist der leitende (jediiike, der heute die /ionistischcn Kreise In•- lieri-cht. Erhaltung der Organisation selbst, ihrer Institute und damit auch des jungen palästincnsiselten Kolon isntionsWerkes. Dieses Programm der Erhaltung stellte an die zionistische Organisation und ihre Mitglieder höchste Anforderungen. Zunächst galt es, in den einzelnen Ländern die Organisation seihst auf• recht /u erhalten. Die Formen der zionistisehen Propaganda halten sidi zwar durch den Krieg in niariihem geändert. Oeffentlidie Vorträge und Vci Sammlungen wurden seltener. Aber die innere Arbeit wurde mit erhöhter Intensität fortgesetzt. Alle Kräfte, soweit der Krieg nicht unmittelbar Opfer aus den Reihen unserer Jimgmaniischaft forderte, blieben der zionistisdien Arbeit erhalten. Ls ist natürlich, dal) in. den vom Kriege he■ trofienen (iebieten auch das zionistische Lehen stark gelitten hat. Aber wo bereits die äußeren Verhältnisse wieder ruhiger geworden sind, wird die allgemeine Lähmung allmählich durch die Aufange einer regeren zionistisdien Tätigkeit überwunden. Last täglich bringen Zeitungen und Briefe frohe Kunde von dem allmählichen Wieder- ,liiilchcn zionistischer Lokalkomitees in Galizien und zionistischer Vereine und Ortsgruppen in l'dcn. Last täglich werden jetzt dort von Zionisten neue hebräische Kindergärten, hebräische Kurse, Vortragszyklen usw. eingerichtet. Die Sniimdtätigkcit für die verschiedenen Institute mul Lmids der Organisation hat auch dort wieder eingesetzt. Und während in allen übrigen Staaten die Landesverbände arbeiten und fest im Gefüge der Weltorganisation stehen, ihre eifrige und stetige Sammd- und Werbearbeit fortsetzen, hat die zionistische Jdee in Amerika sogar bedeutende UiilMlintte gemacht, und in Skandinavien, wo sie bisher kaum bekannt war, I ul) gefallt. Der aitietik,mische Zionismus hat während 41er beiden letzten Jahre an Hoden und Stoßkraft gewonnen. Skandinavien, in dessen Hauptstädte sich ein Stmin russisch-jüdischer Kriegsfliichtliiige ergol), beginn! unter dem FinflulS dieser zumeist lialioitalgc-innten Elemente aus seinem Schlafe zu ei uneben und liier und dort zionistische Arbeu zu entfalten. Dieses vollkommene IntakthסItcu der Organisation ist die Frucht einer aufopfeiiiilen und ausdauernden Arbeit der einwltieu Zionisten und ihrer Führer in ihrem Wirk'tiigskrcis. Sie ist das Resultat eines sich stets Ollem rüden, stets auf der Wacht stehenden ille 11 -י. Alle zionistische Tätigkeit richtete sielt in ft'-tcr Linie auf Palästina.' Mit dem Land, dem uikciv zwanzigjährige heiligste Arbeit gehört!,׳,L nniliten wir auch in dieser schweren Zeit ״' innigem Zusammenhänge bleiben, um ihm die tätige Hilfe zu gewähren, die die Aitfrcchtcrhal- D|!kr des neuen jüdischen Jiscluibs und des gesamten jüdisch-palästinensischen Lehens sichert. ^1r alle fühlten im Augenblick der Gefahr d<,P|Hlt deutlich, dal) diese vierzig Kolonien, mit so unendlicher Mühe und begeisterter Eingabe aufgebaut wurden, vierzig Lichtpunkte |ines neuen kostbaren jüdischen Lehens sind. 1'*י'"" ihre Existenz auf dem Spiele steht, dann ff "nscr ״Allcrhciligstes“ bedroht, mit dessen f ,Hergang unser ganzes nationales Dasein seine! ^'״nsten Hoffnung und Blüte beraubt wäre. «Der ZionUmut erstrebt für da* jüdische Volk die Schaffung einer dffentlieh-rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina." Baseler Programm. Das Programm der Erhaltung des Bestehenden bedeutete hier den Kampf für die einzige jüdische Wirklichkeit, die wir bedingungslos zu bejahen vermögen, den Kampf für diejenige jüdische Posifion der Welt, von der die Erneuerung des gesamten Judentums ausgehen wird. Und eine neue, in diesem Umfange bisher nicht gekannte Aufgabe brachte der Krieg dein Zionismus: Hilfe für Palästina! Hilfe zuerst durch Errichtung von Volksküchen und (ie- Währung von Krediten, Hilfe später bei der Bekämpfung der das Land verheerenden Heuschrcckennot, Hilfe schließlich und noch heute gegen den auf der Bevölkerung schwer lastenden Nahrungsmangel und die tmcrbittlichen Folgen der dauernden Unterernährung und des Hungers. Aber auch Hilfe bei der Aufrecht• crlialtmig des gesamten hcbrüischcn Scliulwcrks. Das alles war und ist eine gewaltige Aufgabe, zu deren Erfüllung die Organisation der höchsten Anspannung aller ihrer Kräfte bedarf, will sie ihr auch mir einigermaßen gewachsen sein. Diese Organisierung der zionistisdien Hilfe im Laude selbst, die heute alle Bevölkerinigselemciitc versorgt und unterstützt, hat zugleich den Kern eines organischen Wesens geschaffen, das dem zionisfisclieii Lehen Palästinas einen festeren Halt zu gehen imstande sein wird. Die zionistische Organisation hat die große Feuerprobe, die für sie der Weltkrieg bedeutet, wirklich bestanden. Sie ist die einzige alhvcltliehe Organisation, die heute noch in ihrer Ganzheit intakt ist. Das ist angesichts der Tatsache, 1 Die ״Jüdische Rundschau* 1 in Russisch-Polen i i Die in Russisch-Polen und Litauen 1 bestehenden deutschen Postanstal 1 ten in Bcndzin, Bialystock, Ciccha 1 now,Czenstochau,Gostynin,Grodno 1 Grodzisk, Grojec, Kalisch, Kolo | Konin, Kowno, Kutno, Lenczyca i Libau, Lipno, Lodz, Lowicz, Mitau | Mlawa, Pabianice, Plock, Plonsk | Poniewicz,Przasnysz,Brzeziny,Rawa g Rypin, Schaulen, Sieradz, Sicrpce | Skiernicwice, SochaGzew, Sosno I wice, Suwalki, Tomaszow (Kr. Brze 1 ziny), Warschau, Wielun, Wilna und g I Wloclawek nehmen Bestellungen auf | I die ״Jüdische Rundschau“ zum ן I Abonnementspreis von | 1 M. 1,75 vierteljährlich I rs mmmmmgj E3 E 1 entgegen. Ebenso werden Be- | | Stellungen aus diesen Städten auch | I bei der Unterzeichneten Administra- | I tion entgegengenommen. 1 ü 1 i Administration dtp Jüdischen Rundschau** I I Berlin W. IS Sächsisch« Str. 8. 1 ss |jj dal) andere internationale Verbände sielt entweder gänzlich atomisiert oder wenigstens in ihre staatlich begrenzten Landesverbände aufgelöst haben, etwas (holles und beweist von neuem die innere Kraft und Wahrheit der nationaljüdischen Solidarität. Das Programm der Erhaltung itt dieser Zeit der zerstörenden Ten* denzen hat eine über die Gegenwart hinaus-, wirkende Bedeutung. Es hat in uns die Bestimmtheit und Festigkeit des zionistischen Willens gestärkt. Als die Welt aus den Fugen zu gehen drohte, stand der Zionist stark und wettergehärtet am Steuer seines Schiffes, das der wahren Heimat entgegensteuert. Die Erinncrung an diese unerschütterliche Wacht zur Zeit der allgemeinen Unsicherheit und Verwirrung wiril in uns fortwirken und uns standhaftcr machen. M. M. Zum ersten Heft des ״Juden“* Von Bcrthold Fciwcl Zeit des Säcns und eine Zeit ״Es ist eine des Erntcns“. Hier war die Spanne, die zwischen Aussaat und Ernte lag-, nicht gering. Seit mehr als einem Jahrzehnt war ״IXr Jude“ —- der längst gewählte Name für die jüdische Zeitschrift -- eine immer wiederkehrende und stets eindringetuler erneute Parole für eine sich imitier mehr verbreiternde und vertiefende Gemeinschaft der im jüdischen Geiste Strebenden, die (im Wortsiim) das Organ suchten, durch das sie einander und der Außenwelt sielt mitteilen könnten. Vor mehr als einem Jahrzehnt bereits war der erste Prospekt der Monatsschrift ״Der Jude“ einem kleineren Kreise zugänglich gemacht worden, ein Prospekt, der zugleich ein Programm war, das, glaube ich, mir den einen Fehler hatte; seiner Zeit und ihren Menschen zu sehr voraiiszucilen. Jener Zeit, wo ein Kongrell der Neujuileii noch seelciiruliig und in primitivster Banalität befinden durfte, daß ״der Zionismus nichts mit jüdischer Kultur zu tun habe“, und jenen Menschen, die harmlos-selhstsicher dein Kongreßpliilister die lebhafte Heiterkeit und die Zustimmung der Mehrheit zur Verfiigung stellten, der für geistige Interessen ״alle Sympathie, aber keinen Groschen1‘ übrig hatte. So blieb der Prospekt damals ein Vorbote, dem kein Werk folgte, und dennoch nicht ganz ohne Nachwirkung. Er blieb dem Gedächtnis, Ircilicl! nicht allzu vieler, immer gegenwärtig als eine Mahnung, ja fast als ein Vorwurf und zugleich als eine Hoffnung. Und fast jedes neue Jahr brachte einen neuen Versuch, aus dem Vorsatz, Wirklichkeit zu machen. Die Versuche mißlangen - obwohl die alten platten Vorurteile überwunden waren oder, was viel mehr bedeutet, die ernsthaften Erkenntnisse von unseren geistigen Aufgaben immer mehr in den Köpfen reiften. . Bis dieser Umwälzer, der der große Krieg ist, auch in unserer kleinen Welt mit einer kleinen seiner gewaltigen Entladungen die An- *Per Jude. Eine Monatsschrift, R. Löwit- Verlag Berlin-Wien,!.Jahrgang i. Heft (April 1916), In Deutschland durch K. Löwit-Vcrlag (Abteilung ״Der Jude“), Berlin N, 37, WciBcnbur!׳er Str. 6. Der Jahrgang M. 10,—, das Einzelheit M. 1,—.