Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXI (1916)
- Issue
- Heft 12 (24.3.1916)
- Date
- 1916-03-24
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Kr. 12 Seite 102 Vincovci: Kr. 10,— Isr. Wollt, Freuen verein; Kr. 5,— R. Orosz. Baja: Kr. 30,— S. Zwillinger, Budapest: Kr. 5,— S. Stein, , Fclek: Kr. 10,- Dr. Scgall. Kassa: Kr. 5,-- Dr. Löwi. Bulgarien Rust sch uk: M, 300,— Verein zur Pflege der hebr, Sprache und Kultur, Holland N. - B r a b a n t: hfl. 68,50 Ortsgruppe. T w e n t h e: hfl. 31,- Ortsgruppe. R u m ii n i e n Bukarest: Lei 30,— Chowcwe’ Zion David; M. 20.- M, Zwiebel, K. V a I c c a; M. 17, Frau Zurescu. Verschiedene Spenden M. 7, S. Rothenstein, A, Eben. Gcsamtauswels dieser Nummer 1 Zentralfonds 1916 (cinschl. Hebräisches Schulwcrk) . Jk 6 340,13 Insgesamt bisher cingcgangcn , . . 423,89 22 ״ Berichtigungen aus der Nr, 6. Bei Dr. Egon Zweig, Wien, muß es statt Kr. 50, Kr. 150,- heißen. Bei Zahnarzt A, Lichtwitz muß cs statt in Berlin in Guben heißen. Bei der Spende Hugo Schachtel, Breslau: Z.-F. 1916 M. 25,־ , Schuhverk M. 25,— soll es richtig heißen: von Herrn S. Gottschalk M, 25,— Z.-r. 1916, M. 25,-- Schuhverk. Der Zionistische Zentralfonds dient der Aufrechterhaltung der Zionistischen Organisation, ermöglicht uns die Erhaltung unseres palästinensischen Siedlungswcrkes, st die Voraussetzung der Wiederaufnahme der zionistischen Tätigkeit nach dem Kriege. Es Ist die Pflicht jedes Zionisten, für den Zionistischen Zentralfonds uud das ihm angegliederte Hebräische Schul werk zu spenden nnd zu arbeiten. Wir machen darauf aufmerksam, daß wir Spenden für den Zentralfonds nicht mehr einzeln bestätigen, sondem nur durch Ausweis in der ״Jüdischen Rundschau" quittieren. ZIONISTISCHE BEWEGUNG Schweiz. Daa OclittcUci Kuilvll üli zioniaUsilit 11 0111• ilentcnorganisation ״H cchawc r“ hat eine kürzlich von JNalnmi So ko low׳ gehaltene Rede, betitelt ״Wa s wir wollen“, als Broschüre herausgegeben. Bestellungen sind an ״Hechawcr״, pr. Adr. Herrn B. Pnpcrt, Bern, Belpstraßc 80, zu richten. Skandinavien. Auf Veranlassung der Zionistischen Ortsgruppe Malmö (Schweden) sprach Herr Feig in aus Kopenhagen am 12. März über ״Die Lage des jüdischcii Volkes im Weltkrieg“. Die gutbesuchte Ver- Sammlung bewies, daß das zionistische Leben in Malmö bedeutend reger geworden ist. Eine interne Besprechung mit einigen Vertrauensmännern schloß sich an den Vortrag an. Auch in Kristiania entfaltet die kürzlich gegründete Ortsgruppe fruchtbare Arbeit. Besonderes Interesse wurde 11er Jugendarbeit zugewandt und erfreulicherweise konnte bereits nach so kurzem Bcstehen der Ortsgruppe ein jüdischer Jugeudveieiu ins Leben gerufen werden. Herr Isaak Feuerring, der sich zurzeit in Kristiania aufhält sprach in diesem Verein über ״Die Arbeit eines jüdischen Jugendvereines“. Die Palästina-Hilfsaktion hat dort sehr viel Verständnis gefunden. Man ist bemüht, auch die indifferenten jüdischen Kreise aufzuklären und hofft einen größeren praktischen Erfolg von einer im April einzuberufenden Massenversammlung. ln ganz Skandinavien ist die jüdische und zionistische Tätigkeit im Kriege bedeutend stärker geworden. Außer den allgemeinen Hilfssammlungcn für die notleidenden Juden aller Länder finden jetzt auch besondere Palästina-Sammlungen statt. Rabbiner Dr, M. Ehrenpreis aus Sofia hielt am 15. März in Kopenhagen einen Vortrag über das Thema ״Palästina im Gefühlsleben des jüdischen Volkes.“ AUS ALLER WELT Aus Dänemark. Das Komitee zur Unterstützung der notleidenden Polen veranstaltete in Kopenhagen eine Propagandavcrsammlung. Die einleitende Rede hielt Professor Oeorg Brandes, der in warmen Worten die traurige Lage der kriegsnotlcidendcn Polen schilderte und die dänische Bevölkerung zur Hilfe aufrief. Er sprach auch von den Zuständen der Juden und protestierte energisch gegen den nationalen Haß, unter dem die polnischen Juden seitens ihrer Nachbarn zu leiden haben. JUED1SCHE RUNDSCHAU Aus Amerika. Das Vereinigte Hilfskomitee beschloß auf seiner letzten Sitzung eine neue Sendung von 614 UUU Dollar an die jüdischen Kriegsnotlcidendcn zu schicken. Diese Summe wird in folgender Weise verteilt. Für Rußland — 200 000 Dollar; für Polen und Litauen — 200000 Dollar; für O a I i z i c 11 und Oesterreich •Ungarn — 180 000 Dollar; für P a I ä s t i 11 a — 30 000 Dollar; für N o r d g r i e c 11 e 111 a n d — 2500 Dollar und für die Juden auf den Dardanellen — 1000 Dollar. Insgesamt sind also bis jetzt aus Amerika über 3ג/י Millionen Dollar (ür jüdische Kricgslülfszwecke geflossen. Eine Deputation des jüdischen Hilfskomitees, bcstellend ans den 1 lerrii Dr. Groß 111 a n n, Dr. Pc i s c r. dem Führer des amerikanischen ״Misrachi“ M. Berlin, L, Lukaß und Rabbiner Elk.ata 8 wurde am 17. Februar vom Präsidenten Wilson empfangen. Die Deputation überreichte dem Präsidenteil eine mit goldenen Buchstaben geschriebene lind in einem kostbaren Rahmen gefaßte Dankrcsolution des jüdischen Hilfskomitees für die Einrichtung des ״J u d e n t a g e s“. Der Präsident begrüßte die Deputation herzlich und dankte gerührt für das Oeschenk. Aus Ungarn. Budapest. Die Lage der jüdischen Fliichtfinge aus Galizien, die das Schicksal nach Ungarn geworfen bat, ist nicht beneidenswert. Trotzdem Budapest eine reiche jüdische Gemeinde ist, müssen die Flüchtlinge, denen es noch immer nicht möglich ist, in ihre llcimat zurückziikchrcn, schon bald 18 Monate Hunger und Not leiden. Insgesamt befinden sich gegenwärtig in Ungarn 7000 notleidende jüdische Flüchtlinge aus Galizien, Die jüdische Bevölkerung Ungarns hat vorläufig noch nichts unternommen, um die Flüchtlinge mit Mazzot fiir die Peßachfciertagc zu versorgen. Das ״Lernberger Tageblatt“ wandte sich mit einem Appell an die Wiener Kultus-Gemeinde, daß sic den galizischcn Flüchtlingen in Ungarn Hilfe leiste. Der Appell wurde vom Zensor fast ganz gestrichen. Aus Aegypfcn. Die palästinensischen Juden, die gegenwärtig in Alexandrien weilen, bis cs ihnen wieder gegönnt sein wird, in ihre Heimat zurückzukehren, sorgten auch während dieser Ucbcrgangszeit für die nationale Er- Ziehung ihrer Kinder uud übten einen nationaljüdischen Einfluß auf die bisher fast nur im Geiste der ״Alliancc“-Schule11 erzogene alcxandrinische Judenhcit. Die in Alexandrien seit jeher existierenden jüdischen Schulen konnten naturgemäß ihre Ansprüche nicht befriedigen. Sie mußten neue, ihren Bedürf־ nissen angcaallte Schulen gründen. So sind im Verlauf 1101: Jahres in Alexandrien r’iifstnmlen: ein he. britischer Kindergarten für 120 Kinder, geleitet durch Frau Siinchon, eine erfahrene palästinensische Kindergärtnerin; eine Schule am Kinderheim Wardiau, geleitet von Fräulein Landau, die Leiterin der Eveline-Rolschild-Scluilc in Jerusalem. Das Programm dieser Schule ist das der Jerusalemer. Sie zählt 100׳ Schüler und Schülerinnen und wird von der Auglo-Jcwish Association in London sub* ventioniert. Die aus den Herren Dr. Lurjc, Dr. Bogratschow und Agronom Oettingcr bcstellende Schulkommission gründete ferner an der Gcmeindeschule zwei Klassen für 80 Schüler und Schülerinnen, in denen alle Lchrgcgcnstiindc ausschließlich im Hebräischen unterrichtet werden, und deren Lehrprogramm dem der zionistischen Schulen Palästinas entspricht. Diese Schulen sind aber nicht ausreichend. Die Kommission beschloß daher die Gründung einer neuen hebräischen Schule Im Zentrum der .Stadt, wo die meisten jüdischen Fluchtlingc wohnen. An die Spitze dieser Schule wurde der Direktor des Oymnasiums in Jaffa, Dr, Bogratschow, gestellt und als Lehrer der Schule wurden palästinensische Pädagogen angcstcllt, Die palästinensische Jugend gründete einen he* bräischeu Klub (bet-waad iwri) und cröffnete 11ebräischc Abendkurse für Erwachsene. Die vom Klub veranstalteten hebräischen Vorträge von Dr. Bogratschow (Quellen für Palästinakunde) und von Dr. Lurje (Altägvptisdic Kultur) zogen eine große Zahl Zuhörer an. Der vom Klub gegebene literarische Chanukah-Abcnd erfreute sieb eines regen Interesses auch seitens der einheimischen Juden, die bisher der moderne״ jüdischen Kultur völlig ferngestanden waren. Aus Russisch-Polen. (Zur Lage der Flüchtlinge aus B r e s t - L i 10 w s k) Das ״Komitee zur Unterstützung der Briskcr (Brcst-Litowsker) Flüchtlinge“ sandte sein Mitglied, Herrn J, Licht in die Städte Lomscha, Wolomin und Sambrow, wo die meisten Briskcr Flüchtlinge weilen. Aus dem Bericht des Herrn Licht geht hervor, daß in Lomscha gegenwärtig 3500 Briskcr Juden angcsainmelt sind. 2000 sind in einer Kaserne und 1500 in Privat- Wohnungen untcrgcbracht worden. Die sanitäre Lage bedarf einer gründlichen Reformierung, Es mangelt auch an Schuhen und Kleidern. Das Komitee bemüht sich jetzt, für die Handwerker unter den Flüchtlingen die Erlaubnis zur Abreise nach anderen Städten zu erlangen, wo sie Arbeit finden können. In Wolomin weilen 160 und in Samsrow 500 Flüchtlinge, Demnächst werden neue 1000 Briskcr Juden die bisher in Fomickow untergebracht waren, nach Wolomin geschickt. Auch In Lodz wurde «In Komitee zur Unter Stützung der Flüchtlinge aus Brisk gegründet. Das Komitee besieht aus den aus Brisk stammenden Lodzcr Einwohnern und wird parallel mit dem in Warschau bestehenden Komitee arbeiten. (Jüdische Volkszählung in Warschau) Die statistische Sektion der jüdischen Oenuinde beendete, wie der ״Przcglad Poranny“, Nr. 67, vom 7. März meldet, die Arbeiten über die am 15. Februar veranstaltete provisorische Zählung der jüdischen Bc• völkerung zwecks Verteilung von Mazzot zu Peßach Hiernach wurden an jenem Tage 350 413 Juden ot. zählt. * (״Roter Magen David“) Unter diesem Namen ist in Lodz eine jüdische Sanitäts-Miliz gegründet worden, die das Ziel hat, die sanitäre Ordnung autrechtzuerhalten und den jüdischen Kranken Pflege und medizinische Hilfe angedeihen zu lassen. Zu Purim wurden auf allen Straßen der Stadt Abzeichen zu Ounstcn dieses ״Roten Manen Dawid" verkauft. * Warschau. Die Verwaltung der jüdischen Gcmcinde erklärte, daß es ihr angesichts des Manuels an Geldmitteln dieses lalir unmöglich sein wird, den Armen der Stadt zu Peßach die übliche Unter- Stützung zuteil werden zu lassen. Die Warschauer Rabbiner veröffentlichen in der Presse einen Appell an die jüdische Bevölkerung, in dein sie auf die Oefahr ansteckender Krankheiten aufmerksam machen und dazu auffordem, die sanitären und hygienischen Bestimmungen der Polizei auf das strengste zu beachten. Gleichzeitig legen die Rabbiner cs der Gemeindeverwaltung ans Herz, billige Wäsche- und Badc-Anstaltcn für Arme zu errichten. Die Gemeindeverwaltung beschloß, die Forderung der Rabbiner zu berücksichtigen und setzte zu diesem Zweck eine Kommission ein. Sonntag, den 12, März, fand eine gemeinsame Be• ratung der Vorsteher aller Warschauer Synagogen statt, an der ungefähr 170 Synagogen Vorsteher teilnahmen. Die Beratung hatte zum Ziel, die Vcrwaltungen der vielen Synagogen der Stadt zu einer einlicitlichcn Organisation zusammenzufassen. Die große Bedeutung dieses Unternehmens war zuvor in einem Leitartikel der ״Hazcfirah“ erklärt und von der gesamten jüdischen Presse unterstützt worden. An der Beratung beteiligten sich auch Rabbiner Dr. Poi• n a n s k v, Färb stein, Dr. Klumel, Jazkan und andere. Der Versuch stieß aber auf heftigen Widerstand seitens einiger Führer der Chassidim, denen cs endlich gelang, die Vereinigung zu verhindern. Lodz. Rabbiner T r c i s t in a n n berief die Rabbiner und Gemeindevorsteher aus Tomaszow. Brzeszi», Strikow. Glowna, Sgicrsz, Konstantin und anderen in der Nähe Lodzs liegenden Städten zu einer Beratung über die Besorgung von Mazzot für die genannten Qcmcindcn, Der hebräische Verein ״Hatcchija“ cntfaltetc eine vielseitige und erfolgreiche Tätigkeit. Durch seine Bemühungen wurde an die allgemeinen Kurse fiir moderne Sprachen eine hebräische Abteilung angeschlossen. Der unter der Leitung des Dichters Katznclson bestehende dramatische Verein ״Habann haiwrit“ erneuerte sein Repertoire und erfreut sicli eines regen Interesses. Mit großem Frfolg wurden vom Verein die neuen Dramen Katznelsons ״Achasehwerosch“ und ״Am Fuße des Karmel" im großen Stadttheatcr in hebräischer Sprache gegeben. Lublin, Unter der Redaktion eines Herrn Recht!cha ft begann hier eine polnisch־jü• di sehe Wochenschrift ״Misl Zydowska“ zu erscheinen. Chol m. Die Bevölkerungszahl der Stadt, die vor Ausbruch des Krieges 35 000 betrug, ist jetzt auf 16000 gesunken. Obwohl sich darunter 12000 Juden befinden, sind sie von der Stadtmiliz, die während der Invasion von den Juden gegründet wurde, völlig ausgeschlossen. Das Bürgerkomitcc besteht aus 23 Polen und 7 Juden, und aas Personal des Magistrats — vom Bürgermeister bis zum subalternsten Beamten — besteht ausschließlich aus Polen. Die Armut der jüdischen Bevölkerung nimmt 'mit jedem Tag zu. Die Handwerker sind arbeitslos, und die Kleinhändler völlig ruiniert. Jüdische Schulen wurden vorläufig noch nicht eröffnet. Die alten, von der Gemeinde erhaltenen sind geschlossen und die Propagandafonds der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Wir bitten alle Gesinnungsgenossen, Ihren Beitrag zum Propagandafonds umgehend an uns abzuführen. Der Propagandafonds ermöglicht uns die Fort• Setzung unserer Arbeit! Zahlungen sind auf das Postscheck• konto Berlin 8091 der Zionistischen Ver• el Igung für Deutschland zu leisten Zionistische Vereinigung für Deutschland Berlin W 15, Sichtliche Str. 8.