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Jüdische Rundschau · 1916-03-10 · Heft 10 (10.3.1916) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXI (1916)
Issue
Heft 10 (10.3.1916)
Date
1916-03-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 84 J U 11 Dl SC H 11 RUN DSCHAU Die ״Hatikwah“ erläutert die Notwendigkeit der Erfüllung aller dieser Forderungen mul bespricht die Arbeitsmethode. - Ihre vorletzte Nummer war dem literarischen 25 jährigen Jubiläum Ach,111 II,111־ ms gewidmet. Mit dem iietiyn Jahr tritt die älteste jüdische Zeitung Rumäniens, die ״Egalitäten“, in ihren 27. Jahrgang, Ihr Direktor, Herr M. Schwarzfeld, ist der beste jüdische ,Journalist Rumäniens und ein tätiger 'Zionist. י י •> Der ״Curie rul Israelit“ tles Herrn M. Schweig tritt in ihren zehnten Jahrgang. Beide Zeitungen haben viel für die nationnljiidische mul zionistische Bewegung in Rumänien gearbeitet. Ein gutes Zeichen für das jüdische Interesse der rumänischen Juden ist es, daß die Uebersctzung der ״C h a s s i d i m“ von Prof. S. S e 11 echter vom Verlage der ״llalikwah“ in einer zweiten Aufläge herausgegeben werden mußte, narhdem die erste vergriffen war. Im Verlag des ״Saron“ sind ,,Die Juden in d er Medizi 11“ von Dr. I.azar M a v e r s o h 11 erschienen. Pin wichtiges Buch, das die Bedeutung der Juden in der Medizin von den ältesten Zeiten bis auf den heutigen Tag darstellt. Die Toyubeehnllc in Jassy hat eine schöne Publikation dem (icdächtnisse ihres Ehren- Präsidenten Dr. Karpel Lippe gewidmet. Die Beiträge sind von seinen Freunden und Jüngern geschrieben, u. a. von Dr. II. Burst in, dem jetzigen Vorsitzenden der Toyubeehaltc, Dr. Ni e m irnwer, M. 8 c h w a r z f e I d, S, P i 11 e I c s, I )!׳. A. Steuermann, S. I.azar usw. Eine Biographie, mehrere Photographien des Verstorbenen und seine Eröffnuugsrede beim ersten Baseler Zionhtcnkongreß vervoll* ständigen die interessante Veröffentlichung. El. Sch. Ein ״Purimtag“ für jüdische Kriegsopfer in England Wie die Londoner ,,Welt“ milteilt, hat das ״Zentralkomitee für die kriegsuotkidendeu Juden“ beschlossen, zum kommenden Purimfest in ganz. England und in den englischen Kolonien einen bc•* solideren ״P 11 r i m t a g“ zu gmisteu der jüdischen Kriegsopfer zu veranstalten. In dien Städten sollen an diesem Tage Sammlungen stattfinden. Die Organisicrung tles ״Purimfnges“ in der englischen Provinz werden den lokalen Organisationen mul Komitees überlassen. In London selbst wurde bereits für diesen Zweck ein besonderes Komitee mit Nahuin Sokojuw׳ als Vorsitzendem gewählt. Die Sammlungen sollen in der Weise ׳dmrehgeführt werden, daß die Sammlet paarweise alle jüdischen Häuser und Läden besuchen und (leid oder Zeichnungen entgegeinichmeii. Ein diese Sanunelarbeil werden 100 Personen nötig sein, ln Kurzem wird in allen Zeitungen ein Appell erscheinen, in welchem auf die Bedeutung des Unteriiehmens hingewiesen wird. Zum gleichen Zwecke wird an alle Schulen, Vereine lind (iesellsehafteu ei״ Zirkular versandt, in welchem zur Propaganda für den ״Pnrimtng“ an )'gefordert wird. Acht Tage vor dem ,,Purimtag“ wird eine Konferenz einberufen, zu der diese Schulen, Vereine und (1esellsd1afte.il ihre Vertreter senilen werden. Es wurde auch heschlossen, die Vertreter aller irischen Zeitungen zu einer Beratung einzuladen, um bei der Organisierung ihre Hilfe und moralische Unterstützung zu erhalten. Eine Spende von Nathan Strauß Der bekannte jüdische Philanthrop Nathan Strauß hat, wie die Newvorkcr ״Times“ telegraphisch mitteilen, 350 000 ' Dollar von Ixmgwarh aus, wo er sich zur Zeit aufhält, an das jüdische Hilfskomitee mit der Bestimmung gesandt, daß diese Summe an die armen jüdischen Kinder in Polen verteilt werde. Das ist bis jetzt tlie größte Spende, die für die kriegsnotleidenden Juden von einer Einzel• person gegeben wurde. Vom Jüdischen Nationalfonds 1m Monat Februar hat der Nationalfonds Spenden im Ciesamtbetragc von 34 378 M. vereinnahmt. Hierzu haben folgende Länder beigetrage«: Nordamerika 13 906 M., Oesterreich 7070 M., Rußland 5332 M,, Deutschland 2881 M., Südafrika 2319 M., Holland 1935 M., England 551 M., Dänemark 306 M.; der Rest entfällt auf die Schweiz, Griechenland (Saloniki) und Belgien. Kriegsbeitrag Der 4. Ausweis der clngegangcitcn Beträge wird in Nr. II der ״jüdischen Rundschau" vom 17. März veröffentlicht werden. Alle Gesinnung«- genossen, die den Beitrag noch nicht gezahlt haben, werden gebeten, dies sofort nnclizuholcn. Geldsendungen sind zu richten an die Zionislischc Vereinigung für Deutschland, Berlin W.15, Sächsische Str. 8. Postscheckkonto Berlin 8091. ZIONISTISCHE BEWEGUNG Südafrika. Das zionistische Lehen in Südafrika entwickelt sich, fast unbeeinflußt durch den Krieg, immer mehr mul mehr. Es werden Anstrengungen gemacht, um den Schekel-Verkauf dieses Jahres besonders hoch zu bringen. Um die Organisation in Südafrika zu stärken, ist ein ״Zionistischer Uhr- Fonds“ gegiimdct worden (der Name kommt voll der ligentiimlielieii Art, in der der Fortschritt der Sammlungen wie hei einer Uhr durch das Vorrücken der Zeiger bckaniitgegclnm wird). I >ie 6. S ii tl a f r i k a 11 i s c 11 e Zionist e 11 ־ Koni ereil/ wird am 30. April und I. Mai 1016 in Johannesburg stattfimlen. Griechenland. In Saloniki hat die zionistische Tätigkeit kaum eine Storung durch die Weltereignisse erfahren. Als Beweis dafür kann die Gründung einer neuen halbmonatlichen Zeitschrift angesehni werden, zu der sich die Vereint' Bene-Sion, Nord au, Macealii mul K a 11 i m a entschlossen hallen. Im laufe des vergangenen Jahres wurden in Saloniki folgende Beträge für zionistische Zwecke aufgebracht: 500 Frcs. für Schekel, für die Palästina- Hilfsaktion 2151 Frcs., durch tlie Commission Miste du Fonds National et tlu Schekel tles Sorietes ,?Bc1113• Sion“ et ״Nordau“, sowie (150 Frcs, durch das Coiuitc׳ I.emaaii Sion, für den Jüdischen Nationalfontls 1700 Eraucs, In ,1 v a 11 ,1׳ entfaltet der Verein ״Or-Sion" eine lebhafte Tätigkeit. Er beabsichtigt, sieh mit dein gemeiiisaiueii Komitee in Saloniki noch enger dadurch /11 verbinden, tlali er einen ständigen Delegierten dorthin entsendet. I >as gemeinsame Komitee in Saloniki beabsichtigt ferner, durch ein gemeinsames LciUmgskomitcc in noch engeren Konnex mit den Vereinen ,,Herzt“ in St-rres mul ״Atikvali“ in Drama zu treten, mit denen sie schon jetzt in Verbindung steht. In Volo arbeitet der Verein ״Ponie Sion“ in bewährter Weise, und auch in Athen hat sich eine zionistische Vereinigung gebildet. Daselbst erscheint auch eine zionistische Zeitschrift in griechischer Sprache. I s r 11 e I i t i k i E p i t h e o ־ rissis, die von Herrn Prof. Ca'1111 i hcraitsgcgehcn wird. Oesterreich■ (V o r t r a g s r c i s e Dr. II a n t k e s) Am 20. Eclmiar wurde im Hotel Bristol in P 1' a g eine V e r t r a 11 e n s m ä n n e r v e r s a 111 m - 111 11 g aligelialteii, die glänzend besucht war; eine bcträchllichc Anzahl Gesinnungsgenossen vom Laude nahm an derselben teil. Das Referat •des Herrn Dr. I I a 11 t k e wurde mit großem Beifall aufgenoniineu und erregte viel Interesse. Es wurde folgende von Demi Lrnst Bechert vorgeschlngenc Re so Int i 0 ״ einstimmig angenommen: ״Die am 20. Februar 161(1 in Prag versammelten Vertrauensmänner der zionistischen Organisation in Böhmen sprechen nach einem Referate tles Herrn Dr. I lantke dem Engeren Aclions-(:״mite tlas vollste Vertrauen aus, sowohl für seine I atigkeit in bezug auf die Erhaltung und den Aushau der Organisation als auch bezüglich seiner Maßnahmen hinsichtlich der Richtung seiner Gesamtarlieit.“ Eine /.ugunsteii des Z e 111 r a I f 0 11 tl s unter den Anwesende» veranstaltete Sammlung ergab eine beträchtliche Stimme. Anschließend an die Vertrauensmäimcrvcrsammlung fand eilte Sitzung des Distriktsko mit ees für Böhmen statt, an welcher außer Herrn Dr. Et;1 n t k e auch Vertreter der Volksvcrciuc in Prag, Teplitz mul Pilsen tcilnnhineii. Es wurden interne Angelegenheiten beraten. Die Sitzung wurde in Anwesenheit Dr. Hautkes am nächsten Tage fortgesei/t. Der am Montag, 21. Februar, vom J ii tl i s c 11 e n Volksverein veranstaltete, allgemein zugängliche Vortragsabend, au dein Dr. M a u t kc über ״Unser I tillswerk in Palästina“ sprach, hatte einen außerordentlich guten Besuch. Der schöne Saal der Clieu ra Kadischa war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Zuhörerschaft folgte den interessanten Äusführungen tles Refe Juten mit großer Spannung. Aut seiner Reise in Ocsterreicli weilte Dr. Ilantke einige Tage in Wien und nahm mit allen zionistischen Faktoren Fühlung, Er referierte in einer Sitz u 11 g des erweiterten Exekutiv- Ko mi t e e s der gesamtöstcrrcichischcn zionistischen Partei und in einer Vcrtrauensinänncr&itzung. Am. 26. Febr. veranstaltete der Zionistische Zentral verein in W i c n eine Versammlung im Hotel Continental, in der Dr. Hantke über ״Die Juden und der Weltkrieg“ referierte und die zirka tausendköpfige Zuhörerschaft aufforderte, für den Zionismus tätig zu sein. _ Sonntag, den 27. Februar, fand 11«׳mYlicli erweiferte Sitzung des Exekutivkomitees s(;,N an '.״* ,111(11 Abgesandte der Provinz tvilii.ilniu 11. V|Latr /iihclien ist der Beschluß beziiglich der i'inlcit״'״' einer österreichischen N o t s t a n tl s ״ k t i 0 11 tür <r palästinensischen Kolonien. Mit der Leitun״ tt,<<f Aktion, an deren Spitze das Ext׳kutivkoinilec stc1Z wird, wurden die Gesinnungsgenossen Erna paj?ל Fanny Weiß, Ludwig B a t 6 und Dr. Wißv ׳ betraut. ' 111 Für diese neue Aktion ist in den /itniistischeii Kreisen das größte Interesse vorhanden. Frau p um״ Weiß hat bereits tlie tätige Mitarbeit des Ersten Wiener zionistischen Fraiicnverciiis in Aussicht stellt. י׳ Russisch-Polen. Am 13. Februar fand in Warschau eim:;,II!״:. meine Versammlung des vereinigten zionistischen JugemKerhandes ״M e r k a s“ statt, die inneren Or. ganisationsfragen gewidmet war. In Ansprache» in jidischer, polnischer und deutscher Sprache wurde auf tlie Hcdeutmig tles Schekel biiigewjr sen. |>זן Sekretär des Zionistischen Zentralhuros, Herr Berger, sprach vom Schekel als jvilitist Ittni Faktor im Zusammenhänge mit den Zeilfragen des Zionismus Es wurde beschlossen, )׳ine S e 11 e k e I w o che Warschau zu organisieren, eine weitgehende Agitation für den Seilekel zu unternehmen und alle Mitglieder des Mcrkas“ zur Arbeit des Seliekrlv,erkanfs |!< ra». ztt/ieltcu. if'-j *. 1 I %t Propagandafonds der Zionistlsclicn Vereinigung für Deutschland Wir bitten alle Gesinnungsgenossen, ihren Beitrag zum Propagandafonds um• gehend an uns abzuführen. Der Pro• pagandafonds ermöglicht uns die Fort• Setzung unserer Arbcitl Zahlungen sind auf das Postscheck• konto Berlin 8091 der Zionistischen Ver• eiuigung für Deutschland zu leisten Zionistische Vereinigung für Deutschland Berlin W 15, Sächsische Str. 8' AUS ALLER WELT Aus Frankreich. (Neue Z e i t s c h r i f t e n) Seit einigen Wochen erscheint in Paris eine Halb• nmuatsschrift in französischer Sprache, ״Die jüdische E nt a 11 / i p a t i o n“, deren Ziel es ist, die öffentliche Meinung Frankreichs über die Lage der Juden in Rußland :uifzukl.iren und die Unterdiitzunc der französischen Politiker für den Befreiungskampf der Juden zu gewinnen. Demselben Zwecke dient auch eine neue Zeit• Schrift ״Jüdische Bulletins", die in!ranzösischer Sprache in Lausanne erscheint. Die /.eit- Schriften enthalten viel interessantes Material und ziehen die Aufmerksamkeit weiter Kreise .!!" •ich. Aus dem besetzten Gebiet. Warschau. Vor kuizem fand die (ininiiimg.1»• Versammlung einer neuen jüdisch-orthodoxen (hwII• schalt ״Tcwima“ statt. Der Versammlung wohnten auch mehrere bekannte Chassidimrabhis hei. Am gäbe der Gesellschaft ist die pädagogische und •.aiiitäre Reform der Chadarim, die Einführung .tilg■ nuintf Lehrgegeiistände und die Eröffnung von Abendkursen für Erwachsene, Abhaltung von systemati-cltcn populär-wissenschaftlichen Vorträgen im orthodoxen Geiste usw. Ungeachtet der Zustimmung von tnctire• reu Chassidimrabhis stößt die neue Gesellschaft bc־ reits auf lebhaften Widerstand seitens weiter ״rthotloxcr Kreise. So wurden in vielen Batc-Midraschim und Chassidiu1-״Stübrl" Aufrufe zur Boykottierung der ״Tcwtma“ sowie ihres Vorgängers, des ״Harsch a c 11 a r“, angeschlagen. In der letzten Zeit macht sielt in Warschau *ine lebhafte G e n o ssense 11 a f t s b e w c g u 11 g s6'tcr den Chassiditu bemerkbar. Zahlreiche (■hasse dische Bethäuser kamen bei der Behörde um <״e Erlaubnis zur Gründung von Konsumgenossenschaften für ihre Mitglieder naat. . , Der jüdische Maler verein in Warschau na! eine Einkaufsgenossenschaft für Malmatcrinli.cn ge* gründet. Ein jüdischer Schn h m achermcist er- Verein wurde hier dieser Tage ins Lehen gcruien. Wilna. In Wilna wurden auf Kosten der Stad«• Verwaltung 6 Volksküchen eröffnet; 3 für. J״l״ und 3 für Christen. Außerdem wurden 30 st.im's Lebensmittelgeschäfte, darunter 15 jüdische, crol"V wo verschiedene Produkte zu billigen Preisen gegeben werden. . .״״ Die öffentlichen Bekanntmachungen in Straßen der Stadt erfolgen in vier Sprachen: Dcutscn, lidisch, Polnisch und Litauisch, Die für die O Bevölkerung licrausgegehcncn neuen Pässe weis einen zweisprachigen Text auf. Für Christ deutsch und polnisch und für Juden deutsch jidisch.

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