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Jüdische Rundschau · 1916-03-10 · Heft 10 (10.3.1916) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXI (1916)
Issue
Heft 10 (10.3.1916)
Date
1916-03-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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JU EDI SC HE RUNDSCHAU Seite 83 Nr. 10 jr,01uhuklH׳ I«UKf\virtscl1.1־ ft Mellen Erzeugnisse zu ex- ״״rlierr״11 ,״’ Schwierigkeit, die nötigten Lehens- Ljdcl eiii/ufühmi, der I Icuschtcckeiieiiifall;,||w (jlCs vergrößert noel) das durch den Krieg gC. schaffem H1■'"11- «Hcs lÜcs, Schritt für Sehritt,;״acht die ganze Lage immer uneiträglidier.“ lirolies Interesse rief ״!ich eine Zuschrift Max Noril■י־ "s aus Madrid hervor. Sie lautete: ״Als der berühmte französische Revolutionär Sicves von seinen Freundeii gefragt wurde: ״Was hast du wahrend der Sehreckens/eit getan?“, antworiete er: ״Ich habe gelebt!“ Dies war damals walir-rheiidich dir schwerste Aufgabe, und Sicyes könnt 1■ sich wohl riihmeii, sie vollbracht zu haben. Unsere Organisation ist jetzt in fast der gleichen Lage, wie Sicyes in den Jahren 17<)3 und 17>M. Wenn es uns gelingt durch/iihalten und das sichere tlfer zu erreichen, so haben wir alles (getan, was 1,111״ ei warten konnte, und es war cm schweres Stück Arbeit. Labt uns alles tun, was wir können, ,״״ Iin-ere < )rganisation intakt zu erhalten. Lallt uns nii-eien Kolonien in Palästina helfen, sich gegen den ■IMnmligcn Untergang zu verteidigen! Nach Pi'i'iuli::mit; des Krieges werden wir die Pflicht liabcit und, wie ich Klaube, auch die Möglichkeit, den Schaden aus/übcsscrn, unser Werk zu eiltwickeln und alle unsere Unternehmungen in gewolniicr Weise diirch/ufiihren. Für den Augenblick Italnt! wir keine Wahl und müssen in Stillstand verharri 11. Aber lallt uns nicht vergessen, (lall es nicht weniger Mut, Ausdauer, Wachsamkeit, Mühe und Opfeiw illigkeil erfordert, sieh gut z.u verüidicin, als eine Taktik zu forcieren, welche jetzt eine (1imiüglichkcit ist.“ Nach Verlesung der Begrünungen nahm der Präsident der Föderation, Herr Joseph Cowcn, das U'ort zu einem längeren Bericht über den Stand du zionistischen Arbeit in England. Es sei in England nicht viel geleistet worden, allein unter den gegenwärtigen Umständen seien auch die geringen Leistungen von Bedeutung. Der Hauptmangel bcstunde in den finanziellen Verhältnissen, Keine Koder,dion habe in dieser Beziehung so viel zu leiden, wie die englische. Es kann nichts von Bedinlinig tmternoniincn werden, weil cs an den notwendigen Milteln gebricht. Was die politische Situation anbetrifft, führte der Redner ans, so habe dir Föderation Unterhandlungen mit dem ״Board of Ikpiities" und der ״Anglo Jcwish Association“ angeknüpft, um gemeinsam für die jüdische Gleichbmrhbgimg in den verschiedenen Ländern, fiir ausgcdehnle Konzessionen in Palästina, für die Wiederbilchmig der hebräischen Sprache und fiir eine jüdische Universität zu wirken. Mr. Co wen wies siicli auf die l ondoner Konferenz der Rabbiner und der ״I iicmllv Society“ bin, die einen grollen Er- Mg aiil'/uweisen hallen. Neue Vereine wurden in Ihihl in und Belfast ins Lehen gerufen, während (111 Vereine in London und in der Provinz eine Erweiterung und Slärkung erfuhren. f ür den ״l’ilasiiiia Relief Fond“ wurden 500 Pfund aufgebracht, leider lasse die Unlerstiilzuiig der Fülleratnm durch Vereine und Eiu/el|»ersoueu viel zu wiinsehen übrig. Die vielbesprochene ״Deklaration“ habe bis heule kaum 3000 Unterschriften auf/.uwiiscn. Die wichtigste Arbeit habe anderen überl.tssin werden müssen. Jel/t sei die Zeit für energisiliere \1hcit gekommen. Vor allem müßten die I iiiiiii/eii der Föderation eine Verbesserung erfahren. Bit \ 1 h insbeiträge miillten erhöbt werden. Zur Slngeruiig der zionistischen Arbeit müsse ein aus den besten zionistischen Kräften bestehender aulicrordentlicher Ausschuß geschaffen werden. Der Rvthiei führte das Beispiel Amerikas an. Vor 0" 1 zwei Jahren noch wurde dort bloß geredet erst seit dem letzten Jahre ist mau dort au 'in pr.ikfischc Arbeit gegangen und hat bereits siil geleistet. Dasselbe kann auch in England geschellen Der Bih,nt, h'ihgtcii. gvoiailit I>r״paga11( "״hseliu■ Arbeit geschehe, sei den Vereinen selbst 711 verdanken, während die Mitglieder des ״Council“ IPih• Aktivität an den Tag legten. Trotz aller ״Pl'ille, für den Zionistischen Zentralfonds zu saintmIn, sei durch die Föderation noch nichts in dieser Rielitiuig geschehen. Den Jugcndvcrcinen werde wmv Unterstützung von zionistischer Seite gewahrt. ' "lüde auch die Forderung gestellt, daß wich- Kumlst'hreiben der Föderation auch in jidisehcr > praclu- U'isemk't werden usw. "'t großem Beifall wurde die llegrüßiiugsan- *Pc.icIh■ aufgenommen, die Herr Nahiim Sokolow die Konferenz, richtete. Der Redner meinte, man uni die zionistische Arbeit in England zu beleben, daran gehen, eine energische Tätigkeit für Palästina zu entfallen. Der ganze Zionismus ziele auf Palästina hin, die Hilfstätigkeil für Palästina sei deshalb die wichtigste Aufgäbe. Die Ucb erweis 11 ng von Geldern nach Palästina sei gestattet worden. Es seien zu diesem Belmfc einige Körperschaften ins Leben gerufen worden. Der ״Central Relief Fond“, der anfangs infolge eines Mißverständnisses einen Teil 15 ״ <>/״- der Palästina-Gelder nach Alcxandrien sandte, überweise jetzt die Gelder direkt nach Palästina. Der Redner richtete an alle Zionisten die Aufforderung, sich dem Pnläslina-Hilfswcrk anztischließen und nach Kräften für die große Aufgabe milzuwirken. Gleichzeitig forderte er eine regere Propagandatätigkeit für die hebräische Sprache. Diese beiden Arheilsgebicfe würden einen Strom neuen Lebens in die zionistische Arbeit Englands bringen. Herr Cowcn trat den Kritikern in längeren Ausführungen entgegen und rechtfertigte die ״ComiciF'-Mitglieder gegen die erhobenen Vorwürfe. Propaganda in größerem Mnßstnbc sei gegenwärtig unmöglich. Die Tätigkeit für den Zentralfonds lasse tatsächlich alles zu wünschen übrig. Die Jugendfrage beschäftige die Leitung der Englischen Zionistenfüderation, allein sie könne sich unmöglich ausschließlich mit diesem Problem befassen. Nach einer längeren und ziemlich lebhaften Debatte wurden Resolutionen gefaßt. Es wurde beschlossen, den Mitgliedcrbeitrag der Vereine auf 2 sh. zu erhöhen; ferner eine Aktion zur Eröffnung hebräischer Sprachkurse und Schulen, sowie Unterstützung bereits besiebender hebräischer Institutionen cinzulcitcn. Außer- IIIIIII1IIIIIIII1IIIIIIIIIIIIIIII1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIM rS es 1 Mitglieder -Versammlung 1 Ü der || | Berliner Zionistischen Vereinigung. | =§ =3 I ״Berichtvon Dr. Hantke über I 5» .*וו■■!■ ■יי■ ■ ■11-11 ■1—11—«■ """־ —..II ■■1.1.11 11■ ■III ■ 5שנ | die Lage der Bewegung1 ,״ ss יייייי" l— "" י"-־1־־ ■־־"י יי" sa I Dienstag, 14. März 1916, pünktlich § | 9 Uhr abends, Restaurant ״Alt-Bayern", | 1 Potsdamerstr. 127/125, Spiegeisaal. § | Eintrittsgeld 30 Pfg. | Ü Zutritt nur gegen Vorzeigung der Einladung. j 11IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIH Belicht des Präsidenten rief eine lebhafte hervor, an der sieh mehrere Rctlm ־ be- Fs wurde der Föderation der Vorwurf sie sei untätig und vernachlässige die laarbeit. Altes, was in England an ziodem wurde cs der Föderation nahcgck'gt, daß sic in höherem Maße als bisher den jugcndvcrcinen ihre Aufmerksamkeit zuwende und die Tätigkeit derselben beaufsichtige. Einige Anträge bezüglich der Steigerung der Nntionalfomls-Propaganda in den Synagogen wurden der Nationalfonds-Kommissioii übergeben. Es wurde feiner ein Antrag zur Erweiterung der allgemeinen zionistischen Propagandatätigkeit in den Synagogen angenommen. Nicht gerade erfreulich war der Bericht der Nationalfomls-Kommission. Kaum 300 Pfund wurden in diesem Jahre für den Nationalfonds aufgebracht. Das betrübende Ergebnis wird auf die niangcl־' baffe Arbeitsweise zurückgeführt. Es wird die An- Stellung eines Sekretärs beschlossen. Darauf erfolgte die Wahl der neuen ״Cot111cil"-Mitglicdcr. Um 0 Uhr abends wurde die Konferenz geschlossen. Am selben Abend wurde in Manchester ein zionistisches M a s s c n in c c t i n g veranstaltet. Brief aus Rumänien Von der Tätigkeit des ״Verbandes der einheimischen Juden“ (Uninuca Evreilor Pamänteni) haben wir schon früher einmal gesprochen. Dieser Verband drohte in seiner Arbeitsweise ein rumänisches Analogon des ״Vereins deutscher Staatshitrger jüdischen Glaubens“ zu werden. Auf der letzten zionistischen Konferenz, die Ende Oklobe!■ vorigen Jahres in Galatz tagte, zeigte es sich, daß die Zionisten, die zu einem aiisciuiliehen Teile Mitglieder des Verbandes sind, mit dieser Taktik unzufrieden sind. Aber erst in der vertraulichen Sitzung, die gelegentlich der Konferenz eingesetzt war, trat die große Unzufriedenheit der Zionisten gegen die Leitung des Verbandes zu tage. Diskussionen über diese heikle Frage in der Presse suchte man zu vermeiden, •da man cs nicht zu Feindseligkeiten zwischen den beiden Organisationen kommen lassen wollte. Bekanntlich bezweckt der ״Verband der einheimischen Juden” die Erlangung der staatsbürgerlichen Rechte für die Juden Rumäniens. Natürlich gehören einer solchen Organisation auch viele Zionisten an, die aber, wie gesagt, mit der Taktik des Verbandes nicht einverstanden waren. Auf der 7. Jabrcs-Konfcrcnz des ״Verbandes der einheimischen Juden“, die am 20. bis 21. Januar in Bukarest stattfand und die interne Fragen der Organisation behandelte, waren nicht weniger als 75 Gn1p|te־n des Verbandes vertreten. Diese Gelegenheit benutzten die im Verband befindliehen Zionisten, um sirh mit dem Präsidium des Verbandes auscinnndcr/usctzcn und sowohl die Taktik des Verbandes wie auch die Beziehungen der Zionisten zu ihm ins klare zu bringen. Es fand eine interne Besprechung statt, bei der der Verbandsvorstand wie die zionistischen Delegierten anwesend waren. Die Initiative dieser Besprechung war von dem Zionisten Rechtsanwalt Lascar Sa rag a ausgegangen und wurde von Dr. J. Nicmirower sehr geschickt geleitet. Die Debatte verlief sehr ruhig und friedlich, man sprach sich beiderseits aus und sah, daß seitens des Verbandes friedliche* Absichten bestehen. Der stellvertretende Vorsitzende des Verbandes erklärte, daß der Gebrauch der Formel ״Rumäne mosaischer Konfession" auf alten Geschichtsdoknnientcn beruhe und nur als Form ohne symbolische Bedeutung gebraucht werde. Dr. J. Nieinirower brachte cs sehr geschickt zu einem Schlußwort, dem bcitlc Parteien zustinunten, und anschließend daran gelangte eine Erklärung seitens des Vorstandes zur Annahme, die vom stellvertretenden Vorsitzenden Herrn J. Ncgrenu, und dem Sekretär Herrn Lloria Carp unterschrieben ist. Sic lautet : ״Nach einer Besprechung des Präsidiums des Verbandes der einheimischen Juden mit einem Teil der Konfercimlelegicrtcn vom 20./21. Januar erklären wir folgendes: Da der Verband eine Vereinigung aller Arlieitskräfte der rumänischen Juden ist, und ■ unabhängig von ihren verschiedenen Meinungen in den mannigfachsten Fragen -- gemeinsam und solidarisch die lokale Lösung der Emanz.ipationsfrage ,der einheimischen Juden erstrebt, erklärt das Präsidium, daß es sich nie dazu verstanden hat und sieh nie dazu verstehen wird, diejenigen Meinungen der Verbamlsmitgliodcr, die über den Rahmen des Zieles des Verbandes; der politischen Emanzipation hinausgeheii, zu verletzen. Der Vorstand spricht den lebhaften Wunsch aus, Harmonie und gegenseitige Achtung aller jüdischen Organisationen des Landes vorfinden zu können." Mit dieser Erklärung konnten sich die Zionisten zufrieden geben und cs ist nunmehr eine Acnderimg der Taktik der Presse des Verbandes und ihrer Ver- Sammlungen zu erwarten. Die vier von der letzten zionistischen Konferenz gewählten Propagamlakumitecs entfalten eine rege Tätigkeit. Die Kulturkommission hielt unter dem Vorsitz von Dr. J. Nacht ihre erste Beratung ab (siebe ״Jti(l. Rundschau“ Nr. (>). Die Leitung hielt ihn* Sitzung in Galatz unter dem Vorsitz des Herrn M. Heinrich Schein und nahm von allen Berichten Kenntnis. Alle (‘)rtsgruppen beginnen wieder aiif/ulcben und neue werden durch die Propagandakomitecs gegründet. Es finden in vielen Städten hebräische Untcrriditskurse stritt. In Bukarest wurde ein national-jüdischer Frauen verein gegründet, worin auch Studentinnen tätig sind. I>er Verein hat über 50 Mitglieder 11ml hält wöchentlich seine Sitzungen ab. lk־i einer von diesen hielt Dr. J. Nieinirower einen Vortrag über ״die Frau und der Zionismus1‘. - Der Verein ״Saron“ hält regelmäßig seine sehr rege besuchten allwöchentliehen Abende ab. Vorträge über jüdische Kunst, Geschichte, Wissenschaft und Literatur werden veranstaltet. Den Geschichtskursus setzt Herr Dr. J. Nicmirower regelmäßig fort. Dank der Initiative des Herrn M. Schweig, dem Sekretär tintl Gründer des Vereins ״Saron", wurde in Braila eine Gruppe des ״Sarons" gegründet. Der Vorsitzende, Herr Dr. Nicmirower aus Bukarest, hielt bei der Gründungsfeier einen Vortrag über ״Allgemeinen und jüdischen Motlernismits“. Die zionistische Leitung in Galatz richtet einen Appell an die Zionisten zu einer kräftigen Beteiligung hei den Sammlungen für den Zcntralfonds und das hebräische S c h ti I w׳ c r k , und verlangt eine energische und baldige Durchführung der Schckclsammlungc 11,

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