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Jüdische Rundschau · 1916-02-25 · Heft 8 (25.2.1916) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXI (1916)
Issue
Heft 8 (25.2.1916)
Date
1916-02-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
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J U EDISCHE RUNDSCHAU Seite 69 ו , I I i j I f ן! 1 Nr. 8 Am 2. Januar fand die zehnte jährliche Konvention , .cr Texas Zion Association״ in Dallas statt Es ,״,rcn Vertreter der zionistischen Vereine des ganzen Staates Texas anwesend Es sprachen u. a. der Bürgen1 ׳!״d cr von Dallas, Mr. Lind sie, der seiner grollen Bewunderung für Palästina Ausdruck ״ab. Ihr Schüler der Talmud-Thora von Dallas {Wen lu huiische Gedichte vor. Die Konvention nahm ״vCi Tage in Anspruch. Uicderl.'imle. 11111(1• ihr Redaktion von S. Poliakoff erscheint inimiuhr in Amsterdam eine zionistische Zeit ל ein i f t, die den Interessen der zionistischen Studenten in den Niederlanden dienen soll Die /eilstin 1P tragt den Namen ״Hatikwah" und erscheint in niederländischer Sprache. Ungarn. Du Neutracr Verein ״Ahavath Zion" versendet -'•inen Rechenschaftsbericht für 1015. Der Verein /aliltc 120 Sdtekcl; an den Jüdischen Nationalfoiids wiinlen 280.28 Kr. abgeführt, Außerdem *iirden (in KricgsMolstaiidsarbeitcu 130 Kr. verausgabt, latlen Neuwahlen wurden Felix Neumann /um Vorsitzenden, Alexander Rosenthal /um h.i-sier. Emil Neumann zuin Revisor ernmnt. Schweiz. Vom 8. 10. Jan. fand in Lausanne eine Konferenz ilcs Kartells der akademischen Z i o 11 i - üten- V e re i n e ״H e eh a w c r" statt. In dieser Konferenz wurden folgende Resolutionen gefaßt: I. Resolutionen betreffs d c r a 11 g c m c i 1t c u L a ge tl es Z i o 11 i s m 11 s, Dei europäische Krieg, der für die jüdische Bevolkcrn״״ in Rußland und Galizien eine furchtbare Katastioplii’ gebracht hat, hat nochmals die anormale und um rtrSgliche Tage des jüdischen Volkes bewiesen; rechtlos, politisch und national unorganisiert, überall wnehtet, da es nicht in der Lage ist, sich auf eine eigene selbständige, anerkannte politische Macht zu stützen, wird das jüdische Volk zum ersten Opfer bei jeder politischen Katastrophe. Diese Lage des jüdischen Volkes bestätigt nicht zum erstenmal den Grundsatz, daß nur die Verwirklidiung des Zionismus eine würdige und radikale Lösung der Juden frage bringen kann. Es ist daher jetzt besonders notwendig, eine intensive national-jüdische Arbeit unter den breiten 8ch1cl1tt־n des jüdischen Volkes und der Intelligenz, zwecks Organisierung ihrer Kräfte zu beginnen, damit in dem Moment, in dem das Schicksal von Völkern wml Nationen entschieden werden wird, die höchsten Minna len Interessen lies jüdischen Volkes durch die «yiiisierlen Volkskräfte verteidigt werden können, d'eich/eilig ist es audi notwendig, eine energische Arbeit zu leisten, 11111 die öffentliche Meinung der zivilisierten Völker für die nationalen Forderungen fcs jüdischen Volkes zu gewinnen. Damit diese Agitation zwischen den jüdischen Volksmassen, und damit die Aufklärung der öffent- Wien Meinung über die nationalen Ideale des jüdisctien Volkes von Erfolg sein sollen, ist es notwendig, daß die jüdisch-nationalen Forderungen in iDcm ganzen Umfange als eine internationale Frage gestellt werden, die alle Völker und Regierungen ange-ht. An die Spitze dieser Bewegung, die jüdischnationalen Forderungen zur Sache des gesamten jülöschen Volkes und der ganzen internationalen Ocffenf- Mikeit zu gestalten, diese zu leiten und sie auf der Höhe der national-jüdischen Volksintercsscn zu halten, wd sieh die Zionistische Organisation stellen. Dabei darf sich aber \lic zionistische Organisation nicht in dieser Bewegung verlieren, da es notwendig ״•, daß die ganze Volksbewegung einen festen Boden iind ein Zentrum in einer starken und disziplinierten ׳ יrganisotion besitzt. Ausgehend von dem Standpunkt, daß die Lösung "rr Judt iifragc eine Angelegenheit aller zivilisierten Volker ist, findet die Konferenz, daß die Zionistische 1bjanisation;! url! fernerhin streng neutral bleiben ״lull. Die Konferenz erkennt, daß im jetzigen Moment d״ Einlmtlidikeit der zionistischen Arbeit von be- 10!,derer Notwendigkeit ist. Die Tätigkeit von ein- ׳c״cn Zionisten, von zionistischen Landcsorgam- 1״«cn (״ui Föderationen muß sidi daher in Uebcr- ״״stimmuiig mit den leitenden Teilen des Engeren dions-Coinitcs befinden. , , De Konferenz spricht sidi für eine freie Dis- *"»ton der zionistischen Angelegenheit aus, aber . Jaus «egen jede öffentliche Opposition, weil sic '"Indiskretionen und öffentlidicn Angriffen auf das t״Scie Aetions-Comit6 Ausdruck finuet. ,ln Anbetracht der 1. Mitteilungen des Engeren ״>ns-G0n1itfe betreffs der Sdirittc, die vom Großen “ Engeren Actions-Gomite unternommen wurden,! der Gründung von Burcatls in Kopenhagen “"ew York, wie der Verlegung des National- י?"?* dc1n Haag findet die Konferenz, daß das r"s־Comitd sich seine Handlungsfreiheit gctat und snrieht ihm ihr Vertrauen aus. II. Resolutionen betreffs des jüdischen Kongresses in Amerika. Die Konferenz zieht in Erwägung 1. daß die luec eines jüdischen Kongresses in Amerika, die in uen national-jüdisCheit Kreisen entstanden ist, einen lebhaften Wicdcrhnll gefunden hat unter den breiten Schichten des amerikanischen Judentums, sowohl innerhalb der Intelligenz, wie auch unter den Volks-!nassen; 2. daß der Kongreß, auf demokratischer Grundlage gewählt, ein Mittel ist, eine verantwortliche jüdische öffentliche Meinung zu organisieren, deren Auftreten einen einheitlichen und würdigen Charakter tragen soll; 3. daß die Losungen der Koiigrefihewcgung: bürgerlidu'( politische und nationale Gleichhcrcchligung des jüdischen Volkes in allen Ländern und eine gesicherte Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina den wahren Ausdruck für die Bediirfnisse des jüdischen Volkes und seiner nationalen Ideale bilden, wie and! den Beweis bringen, daß die Kongrrßbcvvcgimg sidi auf der Höhe der jüdiscli-uationalen Politik befindet; 1׳. daß der Kongreß die Möglidikeit schaffen wird, daß eine Vertretung des nmerikaiiisclieu Judentums gemeinsam mit anderen großen jüuiseheu Organisationen sich an die öffentliche Meinung und an die maßgebenden Faktoren der zivilisierten Völker wird wenden können um deren Aufmerksamkeit auf die Lage des jüdischen Volkes und seiner nationalen Forderungen zu lenken; ä. daß dieses Auftreten um so viel mehr Bedeutung mul Einfluß besitzen wird, als die breiteren Schichten des jüdischen Volkes sich der Kongreßbewegung anschließen werden. Die Konferenz, erkennt daher an. daß die amerikanische Knngrcßbcwcgting, sowohl ihrem Umfange nach wie auch nach ihren Zielen die Grenzen einer lokalen Bewegung weit überschreitet und daher die Bedeutung eines wichtigen Ereignisses der nationalen Bewegung überhaupt 1>csitzt. Die Konferenz erkennt es als wichtig an, d3ß das Zentralkomitee des ״Hechawcr" und die einzolnen Vereine alle Mittel der Propaganda anwenden, damit;111011 die Juden in der Schweiz, sowohl die einheimischen wie auch die cingcwanderten. und die jüdischen Studenten in dieser oder jener Form ihre Zustimmung und Sympathie zur loec des jü׳ disdien Kongresses in Amerika bekunden. III. Resolutionen betreffs der Arbeit des Hechawcr, 1. Die Konferenz beschließt die Herausgabe einer halbmonatlichen Zeitschrift zum Zwecke der zionistiselten Propaganda und zwecks Popularisierung der Losungen des amcrikanisdi-jüdisdien Kongresses. In der Zeitschrift werden Artikel in jiuischcr und hebräischer Sprache erscheinen. Die Zeitschrift ist eine Tribüne für freie Diskussion. 2. Zwecks Propaganda, unter den scliweizerisdicn Juden schlägt die Konferenz vor, das Israelitische Wochenblatt für die Schweiz zu benutzen. 3. Betreffs der Arbeit für den American Jewish Congress tritt das Zentralkomitee des Hechawcr mit dem Zionistischen Landesverband und dem Schweiz(?- rischen Uemcindebund in Verbindung. 1. Die Konferenz hält es für wünschenswert und notwendig, daß Hilfskomitees gegründet werden zur Unterstützung von judej, die durch den Krieg betroffen wurden. Zu diesem Hilfskomitee sollen jüdisclie wie auch schweizerische Persönlichkeiten herangezogen werden. 5. Die Konferenz hält es für wichtig, daß schweizerische Komitees gegründet werden zur Unterstützung der jüdischen Interessen (Comitds pour la cause Juivc). AUS ALLER WELT Au» Amarlka. (Hebräische Kindergärten in Amerika) In New York wurde in letzter Zeit eine neue Gesellschaft unter dem Namen ״Agudat-ha- Cliin uch״ begründet, die sich die Eröffnung von hebräischen Kindergärten in Amerika zur Aufgabe gemacht hat. Hebräische Volksschulen bestehen bekanntlich bereits in größerer Anzahl in Amerika, namentlich in New York. .Der erste hebräische Kindergarten wurde durch die genannte Gesellschaft Anfang Dezember v. J. in New York eröffnet. I>er neue ״Gan - Je I ad i m" ist auf das vortrefflichste ausgestattet und erfreut sich eines sehr lebhaften Zuspruchs. in der Columbia-Univcrsity zu New York, eine der größten und angesehensten Hochschulen der Vereinigten Staaten, wurde die jidisdie Sprache als Lehrfach cingcfiUirt, Zum Lektor wurde der bekannte jüdische Gelehrte Dr. Margolis bestimmt. Au» England. Der ״Warschauer H iIf s verci n" in London veranstaltete am 30. Januar ein sehr gut besuchtes Massenmeeting, auf dem die Frage der nötigen Vorarbeiten zur Regelung und Erlcidttcrung der nach Beendigung des Krieges zu erwartenden Einwanderung nach England zur Erörterung gelangte. Es wurde u. a. ein vom Vorsitzenden, dem Obmann der Zionistisdien Föderation im Osten, Herrn Monis Meyer, gestellter Antrag ln Erwägung gezogen, eine Konferenz aämtUchcr Vertreter der in London bestehenden ״Landsmannschaften" (Vereine von ״Landsleuten") cmznberufen, um gemeinsam die entsprechenden Maßnahmen zur Organisierung der bevorstehenden Einwanderung aus den kriegführenden Ländern zu erörtern und die Vorbereitungen zu treffen. Es sprachen u. a. Herr M. Kaplan, Redakteur der in London erscheinenden jüdischen Tageszeitung ״Die Welt“, der in längeren, mit großem Beifall nufgcuontmeucn Ausführungen die gegenwärtige und künftige Not der Juden in den kriegführenden Ländern schilderte und zu einer großzügigen Aktion der l'ruderhilfe ermahnte. Es wurde an Ort und Stelle eine Sammlung zugunsten der jüdischen Kriegsopfer veranstaltet. Aus Holland. * Das ״Haager Komitee für jüdische Flüchtlinge" warnt die jüdischen Flüchtlinge, nach Holland zu kommen, da die holländischen Komitees die Müchtlingshilfe nicht mehr bewältigen können. Es rät dringend davon ab, nach Holland zu fahren, um dort Arbeit zu suchen, da es keine Arbeitsmöglichkeiten mehr gibt und die Flüchtlingskomitccs nicht mehr imstande sein würden, Hilfe zu leisten. Au» Ungarn. In der Barander Gemeinde wurde Ernö Frisch als Abgeordneter der Unabhängigkeitspartei gewählt. Fr ist der I7. jüdische Abgeordnete de» ungarischen Parlaments. Die B udapest c r Israelitische K u I - tusgemeinde gibt für ihre Mitglieder Blankcttc heraus, auf Grund deren die Mitglieder Maz/oth beziehen können. Die Orthodoxen haben 80 Waggons Mazzoth ztigewiesen erhalten. Au» Oallrfen (S 11 b v e n t i o neu i ü r d a s L e 111 b e r g f r R e 11 ti n g s k o m i t e e) Die Stadtluilteri'i in B i a 1.1 übersandte dem Lembcrger jüdischen Rettungskoinitcc als einmalige Subvention für die jüdischen Kriegswaisen 20 000 Kronen, So erfreulich diese Unterstützung auch ist, so ist sie doch in Anbetracht der traurigen Lage, in der sich die jüdischen Kriegswaisen befinden, sehr gering. Im Lembcrger Waisenhaus befinden sich allein 2000 jüdische Waisenkinder. Der überwiesene Betrag wird also nur ganz kurze Zeit die Ausgaben des Lembcrger Waisenhauses decken. Auch die Kreditanstalt für Handel und Gewerbe hat dem Rettung»- komitec 300 Kronen gespendet. (N o t s t a n d s k ii c h c für Gebildete in Lemberg) In Lemberg bestellt seit Kriegsausbruch eine Notstaudsküche für gebildete jüdische Kreise. Die Küche gab in der ersten Zeit ihres Bestehens vor der russischen Invasion — täglich etwa 600 800 Mittagessen ab und wurde von zahlreichen Männern und Frauen gebildeten Standes, von privaten und Staatsbeamten, Studenten, Akademikern u. a. in Anspruch genommen. Während der Invasion war der Betrieb eingestellt. Seit der Befreiung Lcmbergs ist die Küche wieder eröffnet und wird vom jüdischen ״Rettungskoinitcc" und der Bnc- B c r i t - Lo g e subventioniert. Gegenwärtig hat diese so verdienstvolle Ansfalt infolge der zunehmenden Teuerung und der geringen Zuwendungen mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Aus dem besetzten Gebiet. ״Gesellschaft zur V e r b r e i I u 11 g von Landarbeit u, Handwerk“ in Warschau) Am 10. Februar fand in W a r s cli a 11 die General- Versammlung der ״Gesellschaft zur Verbreitung von Landarbeit und Handwerk unter den Juden“ statt. Aus dem von der Gesellschaft veröffentlichten Bericht ersehen wir, daß sie eine Reihe von Werkstätten eröffnet hat, in denen zahlreiche ältere Arbeitswillige Beschäftigung finden, I einer wurden Werkstätten für Heimatlose eröffnet. Ls wurden 3(» Fortbildung»- kurse für Handwerker und Vorbereitiingskursc Tür Jünglinge eingerichtet, in denen außer (Ten nötigen Facnkcuntuisseu auch allgemeine Bildungsfäehcr unterrichtet werden. In mehreren Städten im Kricgsgcbict mußten die Arbeiten der Gesellschaft infolge der Kriegsercignisse ciiigcstellf werden. Ungeachtet der schwierigen Verhältnisse hatte d e Gesellschaft einen Bevollmächtigten nach der Provinz entsandt, der der Lublincr Abteilung zu Hilfe kam und Werkstätten in Sc d letz cröffnetc. In Warschau selbst wurden Werkstätten für Heimatlose mit Unterstützung de» Zentralen Bürgerkomitees eröffnet. (״Klub für jüdische H 111 f a b r i k a n t e n" in Warscha u) Dieser Tage wurde in Warschau ein ״Klub für jüdische Hutfnhrikanten" gegründet, der «er erste professionelle Klub in Warschau ist. Er ist das Werk der von den Hutfahrikanten vor kurzer Zeit ins Leben f, ■׳ Faches verschiedene Produkte zu billigen Preisen zu liefern. Um den Wirkungskreis zu erweitern, wurde nach einiger Zeit beschlossen, Waren zu höheren Preisen auch an Fabrikanten zu liefern. Der Uebcrsdiuß ist zur unentgeltlichen Verabfolgung von Produkten an Notleidende bestimmt. Der ‘Grundstock für da» Betriebskapital der Genossenschaft in def Höhe von 15000 Rbl. wurde durch Ausgabe von Anteilscheinen aufgebracht. Gleichzeitig wurde die Gründung eine» Klubs beschlossen, um so einen

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