Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXI (1916)
- Issue
- Heft 8 (25.2.1916)
- Date
- 1916-02-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 70 JUEDISCHE RUNDSCHAU engeren Zusammenschluß sämtlicher Fabrikanten zu bewirken. Der Vorsitzende des Klubs, I ierr Kaze w, wies in seiner Ansprache bei der Eröffnung des Klubs darauf hin, dal) die gegenwärtige schwierige Lage der Branche den Fabrikanten die Pflicht auferlege, ihren Arbeitern 'zu 11 i I f c zu kommen liiml iiher die schwere Zeit hinwcgzuhelfcn. * Am 16. Februar fand in Warschau eine Heratuug des ״Melamdim-Vercius“ statt, an der mehrere hundert Personen teilnahmen. Unter den Anwesenden befand sieh auch Rabbiner Kar leb ach aus Köln, welcher der Schuhabteilung bei der deutschen Zivil- Verwaltung in Polen angehört. Sonnabend, den Id,, und Sonntag, den 20־. Februar, landen folgende jüdische Vorträge statt: In der Gesellschaft ״Chowewe-Sefnt-Ewer" sprach Herr 1. i a c h a w e r über I. i I i e n b 111 m; im ״Mcrkas“ Herr Riklin über ״Das K u 11 u r p r o b I e m bei den Juden“, llillel Zeitlin über die ״R e I i - giösen Bewegungen im Judentum“ und Herr N. Prilut/ki über ״Moses Hess“, im ״Saal An/eski“ Herr Eckstein über ״Jüdische T y p e 11 in der ין o I n i s c h e 11 Liter a t u r“. * (J ii d i s c h e s Theater in W i I n a) In Wilna wild demnächst ein jüdisches Theater unter der Leitung des Herrn Kowalski eröffnet. * Dieser Tage wurde ein jüdisches ״Lehrerheim" durch den ״Verband j ü d i s c 11 e r Lehrer und M e I a 111 d i 111“ in Bjalistok eröffnet. Dein .,Lehrerheim“ ist ein Versammlungsraum, eine Lesehalle und eine billige Küche angegliedert. Der Verein ״Chowewe Sfat Ewer" hat die Erlatibnis erhalten, öffentliche Abendkurse für hebräische Sprache und Bibelstudium zu eröffnen. * Vor kurzem wurde in Pctrikau ein ,,Schul- Womit c e“ gebildet. Es besteht aus vier Polen und einem Juden. -- Zum lus|K‘ktor über sämtliche jüdiseben Elementarschulen in Pctrikau wurde Rechtsanwalt A. I. a n d s b c r g ernannt. Aus Rußland. (F v a knie r u 11 g v 11 ״ F 111 c h t I i n g e n) Mitte Februar beginnt die Evakuierung mehrerer tausend jüdischer Flüchtlinge, die in Minsk konzentriert sind. Die erste Partie von 300(1 Flüchtlingen wird aut B o b r 11 i s k , Borissow (und Rctschiza verteilt werden. (Zum Verbot der jüdischen Sprachen) Wie wahnsinnig die russischen Behörden in ihrem Bestreben sind, die neueste Verordnung betreffs Verbot ihr jüdischen Presse dureh/ufühien, zeigt folgendes: In Odessa fand ein jüdisch-literarischer Abend statt, ,an dem Bialik sicli mit Rezitationen eigener Werke beteiligen sollte. Die Polizei verbot aber dem Dichter, seine Werke im Hebräischen ' vorzutragen und er!nullte sich der russischen Ueber- Setzung von Jabotinkkv bedienen. Sogar der Vorschlag eines alten Raw, die rabbinisehen Autoritäten zu fragen, ob angesichts Tier Not der Zeit den jüdischen Flüchtlingen der Genul! von Erbsen (״K i 111 i j o 111") am Pcssach gestattet sei ein Vorschlag, der ein regelrechtes Stück der R e s p o!1 s e n I i t e r a t 11 r darstellt > miillte in russischer Sprache in der ״Jcwrejskaja Shisn" veröffentlicht werden, , (l< r e d i t h i I f e für die j ii d i s c 11 e n Flüchtling e) Im Oktober vorigen Jahres wurde in Petersbürg eine K r e 11 i t k o m m i s s i o 11 gebildet, die aus den Vertretern des Zentralkomitees der jüdischen KricgshilLsorganisatioii, der Gesellschaft für Erdarbeit und Handwerk und des russischen Zentralkomitees der JCA bestellt. Diese Kommission hat zur Aufgabe, den kreditbedurftigen jüdischen Flüchtlingen Darlehen zu günstigen Bedingungen zu verschaffen, die ihnen die Wiederherstellung ihrer wirtschaftlichen Existenz. einigermalSen ermöglichen soll. Für diese I lilfsarbeit suchte die Kommission die in den verschiedenen 'Städten des Ansiedhmgsravons bestehenden jüdischen Leihu n 11 Sparkassen zu gewinnen. Die Kreditkouunissiou beschloß, diesen Leih- und Sparkassen gröbere Anleihen zu gewähren, damit sie die ,neu eingewanderten Flüchtlinge sofort als ihre Mitglieder aufiieluuen und ihnen die nötigen Kredite auf Grund der allgemeinen Bestimmungen dieser Kassen zur Verfügung stellen können. Aus dem Bericht dieser Kommission entnehmen wir, daß ihre Bevollmächtigten bis Anfang 1910 zu diesem Zwecke l>) Städte des alten mul ״neuen" Atisiedlungsrayon besuchten, in ihnen die Flüchtlinge in größerer Anzahl konzentriert und alte jüdische Leih- und Sparkassen vorhanden sind. In den Gouvernements Polt a w a , Tschcrnigow, Jckatcrinoslaw, E licrs o n und B e s s a r a b i e n haben sich sämtliche jüdischen Leih- und Sparkassen den von der Kom- 1 missiou empfohlenen Vorschlägen angeschlossen. In Perm, Nischni-Nowgorod und Je- , * a t e r i 11 c ״ b u r g gelang es der Krcditkommission speziell zu diesem Zweck neue Leihtmd Sparkassen , ins Leben zu rufen. Es wird gegenwärtig um die Erlaubnis ersucht, auch in Kostroma, Tula, Kursk und Tscheljabinsk entsprechende Genossenschaften zu bilden. Auf diese Weise gelang 1!?׳. .l'wdc in 23 Städten, in denen 32156 jüdische ׳ Flüchtlinge Fuß gefaßt haben, die Kreditfragc einigermaßen zu lösen. Die Kommission hat vorläufig für all! diese Kreditgenossenschaften 191 500 Rubel zur Vcrfügung gestellt. (V o 11 der Tätigkeit der B i I d u n g s g c s e 11 s c 11 a f t) In den letzten drei Heften der Zeitschrift der ״Gesellschaft zur Verbreitung von Bildung unter den Juden in Rußland" veröffentlicht die Gesellschaft ausführlichc statistische Angaben über ihre neuen Seht!• I e 11 für die F I ii c 1111 i 11 g s k i n d c r. Während der letzten 5 Monate gründete das Petersburger Komitee der Gesellschaft neue Schulen in den vcrsdiicdenstcit Städten der Gouvernements Jekatcr i n o s I a w, Tawrida, C 11 c r s o 11, C hark o w . P o 11 a w a, T n m b o w, Woroncsch, N i s c 11n i - Nowgorod, Pensa und Saratow׳. Fast überall, wo nur irgendeine Möglichkeit bestellt, wurden Abendkurse Jür Erwachsene organisiert. Als eines der unüberwindlichsten I liiulernisse zur Gründung neuer Schulen bezeichnet der Bericht den Mangel an hebräischen Lehrern. (Pädagogische Kurse) Die Kurse für Ausbildung von jüdischen Lehrern, die von der jüdischen Biklungsgesi.llschaft gegründet worden waren und seit einigen Jahren in ürodno existierten, wurden jetzt nach Charkow verlegt. Das Lehrprogramm der Kurse wird erweitert werden, indem die Studierenden nicht 2, sondern 3 Jahre dort ausgebildet werden. Bücher für jüdische Kriegsgefangene I terr I lennimii Struck bittet uns um Aufnahme der folgenden Zeilen: ״Bei wiederholter Anwesenheit in verschiedenen G e f a 11 g e 11 e 111 a g e r 11 wurde ich von r U s - s i s e 11 - j ii 11 i s cli e 11 Gefangenen stets von neuem flehentlich gebeten, ihnen Bücher zu verschaffen, und zwar sowohl einzelne Bände des Talmud, wie auch jede Art von hebräisch oder jüdisch geschriebener Literatur. Besonders w'iirdc ich ersucht, ihnen Exemplare der heb r ii 1 8 c 11 e 11 Uebcrsetztüig von Gractz, Geschichte der Juden (Rabinowicz) zu besorgen. Ich hoffe, daß sich im Leserkreise der ״Jüdischen Rundschau“ gar mancher finden wird, der durch Einsendung entsprechender Bücher gern dazu beiträgt, den armen Gefangenen geistige Nahrung zu spenden. Die Bücher wolle man so bald als möglich an das Hilfskomitee der Zionistischen Vcre i 11 i g 1111 g für Deutschland, Berlin W 15, Sächsische Straße 8, senden.“ י Nachrichten Berlin. Unsere Gesinnungsgenossen Dr. Ludwig P i 1111 e r-Berlin (K. J. V.) und David Holstein (Jüdischer Turnverein Köln) haben das Eiserne Kreuz bekommen. Unser Gesinnungsgenosse Dr. Ericii Krctschmer-Lissa (K. J.V.) wurde zum Leutnant befördert. Unser Gesinnungsgenosse Adolf M i e 11 z w i 11 s k i- Myslowilz ist gefallen. Berlin. Der Gesangverein ״H a s a m i r“ (Nachtigall) zur Pflege jüdisch-nationaler Volksmusik, Dirigent Herr L. Kopf, erweitert seine bisherige Tätigkeit, um an die Oelfcntlichkcit treten zu können. Die Proben finden bis auf weiteres allwöchentlich am Mittwoch von J׳T> bis j 10 Uhr bei Fräulein Blumstein, Charlotleiilnirg, Waitz.straße 20, II statt. Anniehhuigeii neuer Mitglieder ebenda. Zuhörer stets willkommen. Telephonische Auskunft Steinplatz. 12933, Berlin. Der Jüdische Kuderkhih ״Ivria“ vcrsendet seinen Jahresbericht über das zweite Kriegsjahr. Von den 38 bei Kriegsausbruch Vorhändeneu Mitgliedern sind 37 ins Heer eiiigetreten. Acht Klubmitglicdcr sind gefallen, zehn wurden verwundet, sieben mit dem Eisernen Kreuz, einer mit der österreichischen Tapferkeitsmedaillc ausgezeichnet. Trotz der Einziehung so vieler Mitglieder ist es gelungen, eine J u g e 11 d a b t c i 111 n g z.u gründen, die 13 Mitglieder zählt; docli sind auch bereits von diesen einige einberufen worden. Die Jugeiulabteiluiig führt im Aveiten Kriegsjahr einen regen Betrieb durch. Sommer wie Winter wurde des Sonntags gerudert, und manches Match im Vierer wie auch im Achter brachte auf der Oberspree den Davidstcrn in der Ivriaflnggc zu Ehren und gab Proben jüdischer Kraft und Zähigkeit. Im Sommer fand ferner an einem WoClienabcnd Uebungsbetrieb in Nicderschöneweidc, im Winter Bassinrudern und Turnen statt. Im ganzen wurden bei 554 Fahrten 9603 km gerudert; an erster Stelle stellt mit 1216 km Rudolf Schönlicimcr, Die Beteiligung an der Jugendregatta in Sadowa führte zum Eintritt in den Jugendruderverband, neben dem jedoch die Zugehörigkeit zur jüdischen Turncrschaft verbleibt. Auf die Pflege jungjüdisdven Geistes wurde großtcr Wert gelegt. Durch Pflege treuer Kameradschaft und Freundschaft'wurde ein starkes Band jüdischen Gemeinschaftslebens geknüpft. In seinem Bestreben, die jüdische Jugend körperlieh zu heben lind zugleich stammcsbew'ulltc Männer zu erziehen, die den Willen liegen, unsere Gemeinschalt zu erhalten und einer besseren Zukunft ent* gegcnzulülircn, glaubt der Klub, auch im verflossenen Jahr unter den schwierigsten Umständen erfolgreiche Arbeit geleistet zu haben. Die heimkclm-mlcn Ktuh H mitglicdcr werden nach dem Kriege ihren alten Ku L* und zugleich ein blühendes junges Vt־rcinxl1.b״t ,1! ״ treffen, was für die Zukunft die schönsten Aussicht« eröffnet. 01 ,■ Zuschriften sind zu richten an Gerhard Hjr4״, : fehl, Clinrlottenburg 4, Gervimis Str. 10 (Stpl H| jn' Zerbst. Die K o 111111 a 11 d .1 n t u r des dciiKchi■» Gefangenenlagers in Zerbst wandte sieh an ן׳,. Redaktion des ״Warschauer T a g!• ß | ן f's״ und ,,t. «dzer V o I k s b I a 11 e s" mit 11,r liiit,. Um i die Empfehlung und Besorgung von zehn gute* 1 ״ j i d i s c 11 e 11 Theaterstücken, darunter ,lic lichten Stücke ״A 11 a 8 v e r u s“, ״K o I - N! d r(1) “׳nj 1 ״D e r M a ti 11 11 ntcr d e in Tis c 11 c“. I >!e Stück, sollen iin Gefangenenlager zur Aufführung gelangen Schlii de• rsdiktlonalieii T«II1, Jüdische Gemeinde, Berlin (Gottesdienst) Freitag, 25. Februar 1916, abends: in allen Synagogen 5-4/י Uhr. Synagoge Lcvct/owxtrallc• Zweiter Abendgottesdienst 8•;: Uhr: Rabh. I* Bergmann. Sonnabend, 26. Februar Bll(,, vor mittags: in der Alten, Pestalo/zistr-, Kaiser-tr.. und Rykcstr.-Synagogie 9 Uhr; in der Neuen, Lindcnstr.• Lützowstr.-, Fasancnstr.- und Levetzowstr.-Syiiagoge: Frühgottesdienst 7U Uhr, llauptgot. t e s d i c n s t 10 Uhr. - Predigte n. Syn• agoge Kaiserstralie: Rahb. Dr. Lcwkowdz; S.n,r;om• Rykestraße: Rahb. Dr. Stier; Neue Synagoge: Rabb Dr. Weiße. J u g e 11 d g o 11 e s d i e n s t: nachmittags t l Ihr. Syn• agoge Fasancustraßc: Dr. Galliucr. A b e 11 d g o 11 c s d i c 11 s t (Sabbatausgaiig) 0 Uhr 19 Min.; Minolta in allen Synagogen >. Stunde vor dem Abendgottesdienst. Gottesdienst an d e n W <> e 11 e »tag 1 ״: Morgens: in der Alten, Kaiscrsti.-, Rykestr.- und Pestaluz/istr.■-Synagoge': 7 Uhr, 111 den amlm״׳ Synagogen: 1\'•; Uhr. Abends: in allen Synago• geil: 5m. Uhr. Jüdischer Nationalfonds Zentral• für Deutschland 0*lda»ndan[«o •ind ■uMchtlsaalich m rieh Inn an Ham Max Wallalalnar, Charlaltaxbarg, Roachar-Straia I, Max Wollsteiner 11, Frau grat, Farn. Leo Fecnler Fl. Riermnun, Berlin Fritz Breitbarth dankt d, Z. V. f. D. 11. d, Blau- Weiß, Breslau, f. Chan,-Pakete 11. bittet um Zusendung d. Rundschau. Eduard Stadthagen . Robert u. (Tllv Gros-Frankfurt beglüekwünscbei Farn, Wolff-Gunzcnhatisen. Manfred Tuchler grat. z. Hochzeit Else Samuel Fi. Spics-Stolp. Stabsarzt Dr. E. Auerbach 11. Frau grat Di W. Brünn 11. Frau z. Geh. ihres zweiten Sohnes Dr. Goldseheider, z. Zt. Neuburg, grat. z. Vcr lohung l.illi L. Padmann-Zahiiar/t Wolff Fnm. Traub-Mainiheim grat, z. Verlob. Baum Dr. Adler. Leo Ullmauii f. Wiedererlangung eines verl. Gegenstandes . . . . . Robert Lew dankt Suzanne Weil! 11. bittet um weitere Benutzung s. Bibliothek zugunsten des N. F., grüßt Rud, Herzberg u. s. l.bf. Harry Berg, bittet Hans Leiewer um Lebenszeichen Obcrhutnant Manncbcrg dankt d. 7. V. f. IV f. d. Chan.-Paket. Ges. durch Max Goldrcich-Bcud auf d. Hochzeit Hilde Ettlinger-Bcnno Mendel Zahnarzt Herbert Meyer-Meiningen grat s. I. Bbr. Meinhard Moses z. Verlobung, dankt Bl*־. Dr. Wunderlich f, Behandlung Herrn. Jacob 11. Frau, Stettin, grat. Zahnarzt WoKf-Gunzciihausen z. Verlobung I. Preczep kond. Fa in. Drs. M. E. R. Chamizcr u. Löbl /.. Hinscheiden v. F rau Agnes Chamizcr Frau R. Zurescu, R.-Valcea. Unteroffiz. Main lock dankt f. Zusendung d. Rundschau. Schachtels-Breslau wünschen Gff.-Stellv. Kramer weiter Glück u. bitten um Lebenszeichen Johanna Kaufmann-München. Aus d. Münchener Spendenbuch: Dr. Raphael Straus u. Frau anl. d. Geb. ihres Sohnes Johanna Fcuclitwanger anl. d. Todes ihres Mannes Sigmund Feuchtwanger . Aus d. Frankfurter Spendenbuch: Dir. Gans u. Frau anl. d. Geburt ihrer Tochter Henriette ׳ Ruth.• D. Hinterbliebenen z. Andenken an ihre unver- 1 Redliche Mutter Frau Ida Heß ׳ ' * M. Schnitzer anläßlich einer Wette 3,~ 1, 2, - .־,ן - ,2 -,4 -,6 -.30 -,2 ־,50 I,־ *, 20 ,- ־,25 ״,10 ״,20 \ 1