Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXI (1916)
- Issue
- Heft 4 (28.1.1916)
- Date
- 1916-01-28
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 32 J U EDI SC H E RUNDSCHAU zeigen rine erfreuliche Aufwärtsbcwcgung. Von, kleineren Orlen sind Stolp, Kos c h in i n , Wis- I11 ii r, K r o 1 o s r 11 i 11, Seit ö 111;1 11 k e , G 11 n z c 11 - 11;111 s r 11 mul vor allem T 11 ין i 1111 hcrvor/ulichcn. Illingen und K 11 w i 1 s e 11 stellen zwar an sieli heseheidem׳ Resultate dar, bedenk! mau aber, dalt liier jetzt im Kriege zum ersten Male eine syslematische Nalionidfoiidsarheit versucht wurde, so killt der Erfolg eine gute Entwicklung erwarten. Recht erfreulich sind ancli die Ergebnisse in Sierek, welches ebenfalls erst in diesem Jahre unserer Ar• beit erschlossen wurde mul jetzt einen stattlichen Iletrag zu verzeichnen lud. Die Möglichkeit zur Arbeit und zum Erfolg ist also überall gegeben, wenn unsere Freunde nur den ernsten Willen haben, uns nach Klüften zu unterstützen, Unsere Neujahrsaktion hat bewiesen, dall die Teilnahme für das Schicksal Palästinas überall in Deutschland lebendig ist und dall auch weitere jüdische Kreise, sobald die Propaganda ernsthaft he• trieben wird, zu Spenden für unsere Notstamlsaklion vcranlall! werden können. Fenier zeigt das Beispiel von Sierek, wo noch im Anfang des Jahres keine einzige Büchse aufgeslellt war und wo zum Sehlul! des Jahres allein aus den Sammelbüchsen 17$ M. entgingen, wie groll für jeden unserer Irenude die (ielegenhei! ist, dies unser wichtigstes Summe!- mittel selbst in ganz kleinen Orlen ebizuführen. Wir richten an alle unsere ITetmde und Vcrti aueusleute, besonders auch in den größeren Stadti'n, auf die ja im wesentlichen der Rückgang der r.iuualimen gegen das Vorjahr zurückzuführen ist, die düngende Bitte, immer wieder für unsere Not - s t a n d s a k 1 i o 11 l’ra p a g a n d a ׳ z u 111 a e h e 11 und sieh immer von neuem um die Aufstellung n e u e r S a m m e I b ii e h s e 11 zu bemühen. In B e r - 1 i n wurde gerade in letzter Zeit eine nicht uuerhebliehe Anzahl neuer Büchsen untergebracht, was zur Genüge beweist, wie sehr• unser Werk gefördert werden kann, wenn nur jeder einzelne in den ihm 'zugänglichen Kreisen unsere Sammehnittel zu verbreiten sucht. Wenn die oben angeführten Erfolge in all den Orten, deren Einnahmen gegen das Vorjahr so erheblieh zuriiekgiiigen, auch mir einigermalici! Nachabmtutg finden, so können wir im Jahre lülü zuversichtlich unseren alten Ericdcnsdurchsrhnitt zu erreichen hoffen. I )ic E i n g ii n g e n u s d e in E e I d e , die die aulleronleiitlieh erfreuliche Höhe von etwa lOOOü M. erreicht haben, müssen jedem einzelnen von uns ein immer neuer Ansporn sein, hinter unscru kämpfenden Eretmden an Opferw illigkeit nicht zurückzustehen. Der jüdische Nationalfonds im Kriegsjahre 1915 Die weitverzweigte Organisation lies Jüdischen Nationalfonds hat sich auch im Kriegsjahre 1013 glanzend bewährt, wie aus der nachfolgenden Auf- Zahlung der Spciidcnbciträgc der verschiedenen Länder hervorgell(. Die (i e s a m t e i 1111 a h in e des Nalionaifonds im Jahre 1015 betrug 500 -178 Mk. Daran waren beteiligt: Nordamerika mit 2TI 2$'l Mk., Oesterreich 83 730 Mk., Deutschland 111 01 3 Mk., Rußland 21 007 Mk., Rumänien B) 100 Mk., (üuiada 18 50-1 .Mk., Südafrika 17 323 Mk., Holland II 170 Mk., England 0700 Mk., Ungarn (10I I Mk., (iricehenlaml 3(07 Mk., Argentinien 31(18 Mk., Südslavischc Länder 33(17 Mk., Schweiz 2000 Mk,, Italien 2113 Mk״ Ihilgarien I IOb Mk., Erankreich 1100 Mk., Brasilien 8h(1 Mk., Australien 8(11 Mk., Dänemark 701 Mk., Schweden (171 Mk., Aegvpten 007 Mk., Türkei 117 Mk., Ostasicn 22-1 Mk., Portugal 221 Mk. Bemerkenswert ist das günstige Ergebnis der Simiuelarbcit in Amerika, wo die Ereumle des Nationalfonds bemüht gewesen sind, einen Teil des Ausfalls an Spenden in den vom Kriege am schwersten heimgesuehteii osteuropäischen Oebielcn vvettzumachen. Die Eingänge aus R 11 III a 11 d sind gegenüber der Einnahme im Jahre 1013 (217 000 Mk.) natürlich gering, aller das Ergebnis darf mit grollet• (iciiiigtming verzeichne! w erden. Die Spenden swul inmitten der gewaltigsten jüdischen Katastrophe gesaiimieM und wurden aus vielen Ortschaften mimitlelhar vor der Evakuierung an den Jüdischen Nationalfemds abgeliefcrt. Ebenso erfreuiiel! ist das in Oesterreich erzielte Resultat, wo trotz der Kriegslage in Galizien mul der Inanspruchnahme aller Kräfte im Westen für die Linderung der Notlage der Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina dennoch die stattliche Summe von über 100 000 Kronen gesammelt wurde. Elwa die Hälfte dieses Betrages culfallt auf die K r 1 e;׳ s I a 11 d s p e 11 d e" des Jüdischen Nationali’onds, zu der Juden aller Riclilungen beisteuerten. Von 11111־ iibriuin LiiiuWT» ist |)iM1ist׳h an« lieivoiziilieben, wo die Anhänger des Nalioiialfomls immerhin gegen 00 Prozent der Spenden des letzten I ricdeiisjalircs sammelten. Dank der ()pferwilligkeit der Ereumle des Nationaifonds ist es diesem gelungen, alle seine Wirtschäften in Palästina in vollem Betrieb zu erhallen und damit hundcrtcii jüdischen Arbeitern lohnende Beschäftigung zu gehen. Mit den Getrcidevorialcii seiner l ärmen ist der Nationalloiids der städtischen wie ländlichen Bevölkerung Palästinas zu Hille gikommen mul hat viel zur Linderung der durch de״ Krieg liervorgcrufcnen Notlage beigetragen. I ttr ״Niiisi.iinD.irhcitcn", wie Assanierung sumpfiger Gegemlen, Wege- und 1 lätiserhauten, vermochte der Nationalfonds leider nur den Betrag von •10(HK) Eres, zur Verfügung zu stellen. Da aber nach den letzten Bcnclik'ii aus Palästina die Arbeitslosigkeit infolge allgemeiner ׳,wirtschaftlicher Störungen, Reqiiisttioncit usw. stark /״genommen hat, so wurde nunmehr von der Verwaltung des Nationalfonds ein Plan zur Ausführung von Nolstandsarbeiteu aut breiterer (ii imdlage entworfen. Zur f i 11 a n z. i e I len Du r e 111 ü h r 1111 g dieser A k I i o n i m J a 11 r e 101(» w e 1111 et s i e 11 der J ü (Ilse 11 e N a - t io naifonds an alle jüdische 11 Kreise und erhofft hierbei a 11 s e i t i g c s Vers t ii 11 d 11 i s u 111 s o in ehr, a I s die geplant eit N o t s t a 11 d s a r b e i t e 11 n 11 e 11 j ii 11 i s c 11 e 11 S e 11 i e 111 e 11 P a I ii s t i 11« s •z 11 g u t e k o in m e n solle 11. S p e n d e 11 werden von den Laiidessammelstellci! des Jüdischen Nationalfonds oder von seiner Zentrale: Keren Kajemelh, Den Haag (Holland), Bicrkadc 8 a, eutgegciigcnommcn. Vermächtnisse u. Versicherungen zugunsten des Jüdischen Nationalfonds Schon vor einer Reihe von Jahren ist dem Hauptburcau des ״Jüdischen Nationalfonds“ nahegelegt worden, eine genaue Darstellung alles dessen zu veröffentlichen, was man zu beachten und zu tun habe, will man den Nationalfonds letztwillig bedenken oder zu seinen Gunsten eine Versicherung abschliellcn. Die Leitung des Nationalfonds griff diese Anregung gern auf, ihre Ausführung wurde jedoch immer wieder hin.'iU'.gesehoben. Doch hat sich wohl gerade jetzt das Vorhandensein einer solchen Schrift notwendiger als je zuvor erwiesen. Ihr mmmchrigcs Erscheinen ist mit Befriedigung zu begrüben, und viele Eretmde des Nationalfonds werden den Haager Herren und allen andern, die an ihr mitgearbeitet haben, sicher dafür herzlich dankbar sein. ״Vermächtnisse und Vcr- Sicherungen zugunsten des Jüdischen Nationalfonds“ ist sie betitelt mul sie erscheint in einfach-schöner würdiger Ausstattung als ein lieft der ja schon gilt bekannten ,,Natioiialtonds-Bihliothek“. Nach einem kurzen einleitenden Kapitel, das vom Nationalfonds 11ml dem Willen mul der Notwendigkeit, für ihn zu wirken, handelt, folgt emc Uchcrsicht über die bishcrigcit letztwilligen /!(Wendungen lind gröberen Stiftiuigcn für unserii Volksschatz.. Darauf folgt eine ausfüjirhchc gemeinverständliche Darstellung der gesetzlielieu Bestimmungen für Testierungen zugunsten des Nationalfonds nach deutschem und österreichischem Recht mit einer Anzahl von Tcstnmcnts-Eutwürfen. Im nächsten Kapitel ist eine eingehende und sacliverständige Abhandlung über die verschiedenen Alten von Lebensversicherung gegeben, die für uns um so wichtiger ist, als eine Versicherung zugunsten des Nationalfonds zugleieil die geeignetste׳ Form einer fortlaufenden Sclbstbesteuerung für ihn darslellt und auch Leuten mit geringerem Vermögen und Einkommen ermöglicht, dem Nationalfonds etwas zu testieren, andererseits aber auch und das möge besondere Beachtung finden dann die Erbschafts- Steuer, die sonst hei Testaten in Höhe von 10 % in Ab/ug kommt, Wegfällen lädt. Lebensversicherungen unterliegen dieser Steuer nicht! In einem mit hübselt wiedergegebenen intcrcssanlim Illustrationen versehenen Anhang werden als Abschind des I le.fles die bisherigen Leistungen des Nationalfonds dargestellt. Das ist kurz der Inhalt der kleinen Broschüre, der ich weiteste Verbreitung und genaue Beachtung ihres Inhalts wünsche. Ob aber mein Wunsch in hrfiilhnu1.,<> ׳ Ich hoffe doch, ohselum jcl! u11" ״״ןן|;ן, .|״,P manches eiti/11 wenden hat. Ls wird von ei|ljl!'״IC*IC( sagt: es sei wenig zartfühlend, cii״■ s״|a!V•'* schüre jemand zii/uscndcn. Mir will M| ' 'C 't;j; dieses Zartgefühl doch wohl etwas iihertr eh"' Dasselbe könnte man dann vielleicht auch m-o" I Aisten/ der I.chcnsvcrsichciinigs-( ic.cllsc||.|(t<j.,n ('le wenden. Aber noch kein Agent einer M,Uä1 ״.״'n' darum von dem Hinweis auf die Nohu ml! ,!,,'« 'Ifil Nützlichkeit des Abschlusses einer Lebt 1rw״sjjn<' Hing ahlialten lassen. Seliliclllicli ist doch j..,1! 1!״״׳' Tatsache bekamt':, dal! er eines 'la; es (|ast\ ז' |״ oder w eniger schöne Erdcnd'isein 1km hlicl'.en י'i( Gerade jetzt wird ja diese Tatsache einem ,״ "’ ,״!״ uns mehr als uns allen lieh ist, zmu 13״״א!1ו1״ ). bracht. Zu dem, was den vcrimnliig Menschen aus/cicluicl, gehört, dall er recht/eti״ g" jenen Zeitpunkt voratissorgt und über sein ||,|, Gut Verfügungen liifft. Au die Nolwemii״kc1| vrlehen Tuns wird er eben jetzt dauernd gemahnt. |!m| (ן, kann es doch nicht verletzend sein, wenn man 1hm nuhclegt, dall und wie er einen Teil seiner II,!b• eitlem idealen Wohlfalirts/w׳eck, der iitian/ielkn Vcr'. tretung seiner Gemeinschaft zugute kommen lassen kann. Insbesondere wer heute ins I cid ziehen muH wird sieh diesen Erwägungen nicht u׳rwliliclkn. (jc! will wünsche ich einem jeden unserer feldgrauen I reumlc eine gesunde und glückliche lleimkehr Jedoch (iahen wir zu unserem l.eidw esen die Erlalmnr׳ machen iiiüssim, dall auch unsere■ Pailciaiigclmrlgin zu den Opfern des Krieges ein vnllgeriittell Mall beisteuern. Darum werden gerade unsere Krieger das "Büchlein bei der Abfassung ihres ״letzten U'illens“, mit Nutzen zu Rate ziehen, zumal doch gewill alle von dem Wunsche beseelt sind, in der Geschichte des Volkes (ort/ulehen. Da aber bekanntlich Gefühle nicht zu wägen und nicht zu messen sind, und vielleicht doch liier oder da der Verbreitung unserer Broschüre hinderlich sein könnten, möchte ich an dieser Stelle eine llntc aussprechen: Dieses lieft der Nationalfouds-Bihli.ithek wird kostenlos abgegeben und poitofrei versandt. Vi'er daran Interesse hat, wolle alsbald die Nati.malDmls- Zentrale für Deutschland, Berlin W. 13, Sächsische Stralle 8, um Zusendung ersuchen. Die Nalinii.ilfoiuh- Zentrale w ird auch dankbar alle Anregungen eher die geeignetste Art der weheren Verbreitung entgegennehmen, leb bitte aber auch, Freunden und Bekannten die es yiellciclit interessieren könnte, von dem Er• scheinen der Broschüre Kenntnis zu gehen oder besser, auch liirsie sich gleich Exemplare kommen zu lassen und sie ihnen zu übergehen. Alan beschränke sielt dabei indes •nicht bloß auf Gesinnungsgenossen. Auch andere Juden wollen zuweilen ihrer Uemcinschnfi let/twilUg etwas zukommcii lassen. So werden wir dafür sargen, dall sieh die letzten Worte des besprochenen Schrill• chcns erfüllen: ״Dem Nationalfonds stets neue Mntcl zu vcrschaffen, so daß er sich seinem grollen Ziele immer mehr nähere, bis eins! die Zeit gekommen sein wird, da (die Juden w ieder ein freies Volk .auf fic.em Hoden geworden sind.“ fi j 11 u g o Seli 1 e 111 c 1• Die Jahrzeitstiftung Von einem verdienten Vertrauensmann 11;■s j ü d <־ scheu Nationalfonds geht dem I l.mpthareau des Jüdischen Nationalfonds im Haag eine Anregung zu, die auf allgemeines Interesse Anspruch erhebt. ״Gestatten Sie mir, Ihnen einen Plan zu unlcr• breiten, der vielleicht geeignet ist, der ״Baum• spende“ allmählich die bedeutenden (ulilmittel zu- Zufuhren, deren dieser Fonds bedarf, wenn er sein« großen Aufgabe — der Aufforstung I’ a I a stinas -— in steigendem Maße gerecht werden soll. , Die Notwendigkeit einer Bepflanzung I >;!!.!-tmas mit verschiedenen Baumsorten (Oelbäumen, Ub-tb.iumen, Eukalypten) ist in unseren Reihen allgemein anerkannt worden, wir wissen auch, daß die Baumschuleיץ ״ Nationalfonds Hunderten von lernbegierigen oder bc• reits ausgebikleten jüdischen Arbeitern den /-m:״1׳*! zur Landwirtschaft ermöglichen. Trotzdem blich das Tempo in den Sammlungen für die ״B.uinispemk־ weit hinter den Erfordernissen unserer Kolonisation zurück. Um dies Mißverhältnis zwischen den vertiigbaren Mitteln der ״Battmspende“ und den Anforderung«1 der palästinensischen l’raxis nach Möglichkeit zu b£ scitigen, mache ich den Vorschlag, die Jahrzei