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Jüdische Rundschau · 1916-01-28 · Heft 4 (28.1.1916) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXI (1916)
Issue
Heft 4 (28.1.1916)
Date
1916-01-28
Page
– (sequence 7)
Language
German
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JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 3 J Nr, 4 von von Raunispi'iiile, die sich ja hie und da sclum cinircbifrav rt hat, in (kr Weise;uiszugcstalten, <|;,ß wir gcwbwrmnßcn eine k a p i t n I i s i 1• r t c Jalir/eit- Snciuli׳ w li iffcn, die inan J n 11 r / c i I •S t i ft 11 n!׳ biHCiitie" konnte. Ich (lenke mir dies so, dal» der Naljoiialknids einen Spendentypus von 100׳ M., 500 K., 100$ ns". begründet (eine niedrigere Spendeiisnmmc laiiiiitc fnr das (ioldene Buch eine nnliehsaine Konklirren׳ u׳rnrsachen) und für die l'iilrielitim!; dieses Bdr.U'cs seitens der Angehörigen eines Verstorbenen Oie Verpflicliliitij; iihernimnit, n I I j ii h r I i c h auf den Na in e n d e s z u e h r e n den Vcrslor b c - ״di einen Baum pflanzen zu lassen. Die Vcnvallinif,' des Natioualfonds würde die vereinnahmte Geldsumme in sicheren, festverzinslichen Wertpapicu'i! oder hei einer Bank anlcgcn und damit •in jliscliharer /eit mindestens eine Verzinsung von drei Prozent (d. s. z. B. 12 M.) erzielen. Es wiire imbilliir, wollte man hierfür die jährliche Pflanzung zwei Bäumen beanspruchen. Denn abgesehen du Eventualität etwa erforderlicher Abschiedbimsen auf die erworbenen Wertpapiere, ferner einer immerhin denkbaren Reduktion des Zinsfußes der betreffenden Effekten, mul» mau die Propagandatim! Vt nvalluugskastcn berücksichtigen. Es sollte ין ß. den Hinterbliebenen des Toten ein künstlerisch ,nistest,itlelcs Erinncrungsbtatt überlassen werden, eine Art ״M i s r a c h“, wie er in vielen traditionellen Häusern noch sehr häufig zu finden ist. Per* ner müßte natürlich im 1 laiiplbtireau des Nationalfoiuts ein Kataster angelegt und gefühlt werden, ans dem alle in Erage kommenden Daten, wie Namen und Sterbetag des Eingetragenen, ersichtlich sind. Auf Grund dieses Katasters sollte alljährlich zum Jalirzeittagc die betreffende Baunistiftuug im Ausweisorgan des Nationalfonds publiziert werden. Selbstverständlich wäre auch, sobald die Anpflanzung aller bisher gestifteten Bäume auf palästinensischeiu Boden durehgcfiihrt sein wird, ungefähr zur Zeit des betreffenden Jahrzeitstages jedes Jahr der fällige Baum cinzupflanzcn, und zwar soll dies 100 Jahre lang geschehen. Neben diesen rein sachlichen Gründen für eine sülrlte ״Jahr/citstiftung“ ■werden zweifellos auch ideelle Motive die Entwicklung des neuen Spcmlenzweiges günstig beeinflussen. Der jüdische Familiensinn, der Wunsch der Juden, seinen Namen und sein Lcbcnswcrk über das Gral* hinaus durch Stiftungen für das Allgemeinwohl zu verewigen, komnun der ״Jalirz.citstiftimg“ in hohem Malle zugute. Welchen Zionisten und Palästinafrcimd wird nicht der Gedanke beglücken, dal», mit seinem Namen verbunden, noch ,hundert Jahre nach seinem Ableben fruchtbare Arbeit in Ercz Israel geleistet werden soll! Gar mancher Zionist wird in seine tesiamentarisehen Bestimmungen ein entsprechendes Legat aiifnchmen oder doch den Wunsch äußern, daß seine Erben eine solche Stiftung begründen mürhten. Kaum irgend eine Zeit aber isft für die Einführung der Jalirzcitsliftung so geeignet wie die heutige', da der Krieg in unsere zionistischen Reihen immer größere Lücken reißt. Welch würdigeres Denkmal ließe sich für unsere Gefallenen errichten als dies Naturdenkmal auf jüdischer Erde, dem von Jahr zu Jahr ein neuer Gedenkstein angereiht wird, bis einst aus den ehemaligen Sprößlingen der Baumschulen ertrag!vife große Waldungen hervorgehen! Vielleicht ist diese oder jene Einzelheit meines Vorschlages noch abänderungsbedürftig, in den Grund- Zügen aber hoffe ich, mit der Idee der Jahrzcitstifiimg unserem Nntionalfonds eine ergiebige und volkstüm- Hebe Sammclgclcgcnheit gezeigt zu haben. Ich bitte Sie daher, meine Anregung, wenn Sie sic nützlich finden, zur öffentlichen Diskussion zu stellen, bevor sieb die oberste Verwaltungs-Instanz des Nationalfonds entschließt, eine allgemeine Parole auszugeben. Die ILmmstiftimg ist nach meiner Uebcrzengung eine aufs vorsichtigste berechnete Gründung und wird unserem Volksschntzc ünd 1unserem Sicdlungswcrke reichen Gewinn bringen.“ Herr Lewin-Ep stein, der Schatzmeister des Amerikanisch- Jüdischen H il f s komitees, der sieh längere Zelt In Polen aufgehalten hat, um die gegenwärtige kritische Lage au Ort und Stelle kennen zu lernen, und über sie seinen amerikanischen Landsleuten zu berichten, trat vor kurzem die Rückreise an, und über den Stand ZIONISTISCHE BEWEGUNG Deutschland. V o r t r a g s r c i s c von Herrn I> r. Hantkc. Herr I)r. Hantkc hat in der letzten Zeit eine Anzahl Zionistische Ortsgruppen in Deutschland bcsucht und eingehende Berichte über die Situation in Palästina und die Lage der Bewegung erstattet. Im Rahmen dieser Vorlrngsrcisc hat in Frankfurt a. M. eine sehr stark besuchte Mitgliedcr-Vcrsammluug und eine interne Besprechung stattgefunden. Zu dieser hatte auch die Zionistische Ortsgruppe Wiesbaden einen Vertreter und die Zionistische Ortsgruppe Main z zwei Vorstandsmitglieder entsandt. Während der Anwesenheit von I>r, llnntkc in Frankfurt a. M. fand außerdem eine Vorstamlssitzung statt. Bei einer Mitgliederversammlung ln Mannheim war auch die Zionistische Ortsgruppe Straß bürg i. E 1 s. durch ihren Vorsitzenden und die Zionistische Ortsgruppe Ereiburg durch ein Vorstands-Mitglied vertreten. Ferner waren unter anderem Zionisten aus Heidelberg und der Vertrauensmann aus Heilbronn anwesend, In Cöln refcricrlc Herr Dr, Hantkc in einer Mitglicder-Versnminhing und nahm an einer Vorstandssitzung teil, In Düsseldorf fand eine Tagung des O ru p - penVerbundes für Rheinland und Westfalcu statt, au der Vertreter der Ortsgruppen: Cöln, Dortmund, Duisburg, Düsscldorf, Elberfeld, Essen und Vertrauensmänner aus Bonn, Beuel, C o b I c n z, Münster und Solingen teilnahmeu. Ende November!‘)15 hat Herr Dr. Hantkc in einer stark besuchten Versammlung in Hamburg gesprochen. Gelegentlich seiner Anwesenheit fand auch eine interne Besprechung statt, an der auch die Vorstandsmitglieder der Ortsgruppe Lübeck teilnahmcn. Vom jüdischen Hilfswerk Laut Mitteilungen englischer Zeitungen wurden auf einem Masscn-Mceting, das in New Jork am 22. Dezember abgchalten wurde. ״־ ״Cl" Augenzeugen über da; ^',örni der durch den Kncg bclrof(״--,il judc״ berichteten, 250 000 Pfund törklns Jüdisch-Amerikanische Hilfskomitee gezeichnet. Dem ״Englischen Hilfsfonds für die v° in Kriege betroffenen russischen Ja• de letztens auch ' größere Beträge aus zu. So hat der Johannesburger . ־‘יי ginge״ ״'Ifsfonds die Summe von 14 124 Pfund überwiesen S M 0111 r e a 1 c r Komitee sandte einen Beitrag von 2000׳ Pfund. Am 18. November 1915 fand In Hongkong .0^* "י«zert zum Besten der jüdischen Flüchtlinge ״ ™ßland und zum Besten des Russischen RotenpjJ'tjFonds statt. Die Reineinnahme betrug 1000 AUS ALLER WELT Aus England. (Die Jahresversammlung der A n g I o - J e w i s 11 Association in Liverpool) Unter dem Vorsitz von Herrn Claude Montefiorc und unter zahlreicher Beteiligung wurde am 12. Dezember in Liverpool die Jahrcsvcrsamm- Itmg der Anglo-Jewish Association abgchalten. Mr. Claude Montcfiorc führte in seiner mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ansprache folgendes aus: Angesichts der jetzigen Zelten und Verhältnisse müsse er für seine Rede sich des Wortes bedienen: ״Reden ist Silber, Schweigen ist Gold". Ucbcr vieles, was er sagen möchte, was der Versammlung neue Bcgcislenmg geben könnte, müsse er schweigen. Aber das wesentliche sei ja die Arbeit, die bisher von JIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIM^ | Wohltätigkeitskonzert | der Berliner Zionistischen Vereinigung zum Best n des Hilfskomitees der Z. V. f. D. Klindworth-Schorwenka-Saol, Lützowstr. 76 Mittwoch, 9. Febrn»•■ *y. —* 1910, 8 Uhr JTVlavier: Mark Günzburg Cello: Felix Mendelssohn Violine: Elisabeth Lesscr, Alfred Wittenberg Streichquartett: B. Kroyt, Schachmeister, A. Schirmann u. B. Grossmann Gesang: Leo Gollanln Korten zu 4, 3. 2 und t Mark bet Tletz, Bote & Bock und Im Büro der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Berlin W. 15, Stkhslsche Slra&e 8. Willi der A, J. A. geleistet worden sei der Arbeit könne er sprechen: Durch den Eintritt der Türkei in den Weltkrieg ist das Arbeitsgebiet der Anglo-Jewish Association begrenzter geworden. Trotz vieler Bemühungen ge- lang es doeh nicht, die E v e I i ne Sc h u I c in Jer u s a I e in, die schönste und segensreichste Schöpfung der Association, Weiterarbeiten zu lassen. Sonst aber ist die Arbeit überall aufrecht erhalten worden und die Schulen in Indien, A e g v p t e 11 und M a -, rokko bilden Zentren der Zivilisation. In Aegypt c n wird jetzt sogar mehr getan als früher: für die Kinder der jüdischen Flüchtlinge aus Palästina ist unter der bewährten Leitung des Fräulein Landau, der ehemaligen Vorsteherin der Jerusalemer Schule, eine Sehlde eingerichtet worden, die viel Segen bringt. Herr Montcfiorc berichtet sodann über die Arbeit der ״JCA.“ Die kolonisatorische Tätigkeit dieser Gesellschaft mache, trotz, des überall hindernden Kricges, sogar Fortschritte, und mit besonderer Genugtuung könne die Entwicklung der Kolonien in den Vereinigten Staaten, Kanada und Argentinien konslatiert werden. Vielen Schwierigkeiten wird man noch zu begegnen haben, aber man dürfe zufrieden sein, daß mau eine solche Zahl langsam sich entwickelnder jüdischer Zentren jenseits des Ozean9 schaffen konnte. Als! Vorsitzender des Co u jo int Foreign C o 111 m i 11 e c berichtet Mr. Montcfiorc, daß dieses Komitee alle nötigen Schritte unternimmt, um bei der kommenden Fricdeuskoufcreur. vorbereitet und gerüstet zu sein. Die Emnnzipationsarbeit des Komitees erstrecke sieb auf die Länder, in denen die Juden noch nicht die Gleichberechtigung besitzen, und die größte Aufmerksamkeit werde auch Palästina gewidmet, dem Lande, dessen Schicksal so viele Juden mft Liebe und warmem Interesse verfolgen. Zum Schlüsse richtete der Präsident nochmals die Bitte an alle Versammelten, durch Beitritt und Stärkung der Anglo-Jewish Association zu dokumentieren, daß man die Arbeit und den Zweck der Organisation zu würdigen verstehe. Der Chacham Dr. Gast er ergriff darauf das Wort zu einem Appell an die Versammlung, indem er etwa folgendes nttsführic: ״Was ist der Zweck der Anglo-Jewish Association? Was ist ihr Sinn? Warum kommen wir zu Euch timl bitten um Eure Hilfe? . . , Wir müssen das Elend unserer Brüder lindern, und es liegt an Euch, so gründlich Hilfe zu bringen, (lall all das heutige Furchtbare nur noch wie ein Schatten hinter uns liegt, der dem Sonnenschein weichen mußte. - Wir haben Euch gesagt, daß, während wir hier unser Recht, das uns zukommt, genießen, unseren Brüdern in anderen Ländern dieses Recht vorcnthaUcn wird. Während wir auf dem Sehlachtfelde für das Recht einer jeden Nation unter der Sonne kämpfen, damit sic einen Platz an der Sonne habe, kämpfen wir auch für uns. IKr Jude, der heute kämpft, hat das Recht, die Privilegien und die Rechte seines Landes zu beanspruchen. Was leistet die Anglo-Jewish Association? Erzic tierische Arbeit! . . . Aber wir müssen weitblickend sein, wir müssen wissen, daß die Wohltat der Erziehung, die eine Heilung des Geistes und des Herzens erstrebt, für den Augenblick gut ist, für morgen besser, (laß sie aber für zukünftige Zeiten noch tausendmal segensreicher wirken wird. Denn das muß die zweite Seite des Erzichungsw erkes sein: nicht nur Berücksichtigung des philanthropischen Geclankcns, sondern auch das Bewußtsein des nationa len Wertes dieser Erziehungsarbeit. Es wäre vielleicht besser gewesen, wenn Ihnen der Präsident mehr davon erzählt hätte, daß die Anglo-Jewish Associatioti nicht nur für die Emanzipation des Geistes, sondern auch für die Emanzipation des j ü ■> d i s c h - n a t i o n a I c n V o 1 k s k ö r p c r s in der ganzen Welt arbeitet.! Wenn späterhin die j ü d i s c h c F r a g c diskutiert werden wird, müssen wir einen klaren Plan über unsere!Minimalforderiingcn haben. Wir mils«»־,־ ״ streben, daß, während w״■. " _ . .... uanach Nation״״ •ur ״K: Emanzipation aller .... Kämpfen, wir selbst beim Friedenskongreß nicht vergessen werden. Ich würde es gern sehen, daß das Komitee sein Auge auf das Land unserer Väter richtete. Ich würde meine Freunde gern davon überzeugen, daß sic, wenn eine Vofksmassc hinter ihnen steht, ihre Forderungen an den Friedenskongreß wirkimgsvollcr gestalten können, als wenn einzelne Organisationen vorherrschen. Wir wollen vor Europa treten als eine ״geeinte Nation“ und sagen: ״Das ist das, was wir als unsere Minimalfordcrungcn betrachten, soweit Recht und Qlcichhcit in Betracht kommen.“ Jetzt ist die Zeit gekommen, wo die jüdisch-nationalen Aspirationen nicht vernachlässigt werden dürfen. Wir haben uns zusammengefunden, tim zu erziehen, zu unterstützen, um Licht ln die Finsternis zu bringen, und Recht und Gerechtigkeit in die Welt. Das ist das, wofür die Association bereit ist, zu arbeiten, Aber wir hoffen gleichzeitig, daß der Tag kommen möge, an dem es dem jüdischen Volk möglich sein wird, »ich selbst in entschiedener Weise ■

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