Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXI (1916)
- Issue
- Heft 1 (7.1.1916)
- Date
- 1916-01-07
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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jf?;f Nr. 1 J U E Dl SC H E RUNDSCHAU Seite 5 ß, de Ist ■e- Rn• m in ld n Bd, ir id -ו) iS h, tdi :r e!9!9 r- * 1. r r 1» t ZIONISTISCHE BEWEGUNG KCKi'ti Rund- Schwel»! j^Tsrbwcize rische Kartell ״Hccha- ״.»r״ hat eine Broschüre von M. M. Ussischkin ,,״tcr dem 1'itel ,,Drei Aufsätze״ in russischer Sprache hfraiwm'ben. Die Broschüre enthalt die Artikel Historische parallele" und ״Unsere Pflicht Palästina“, ‘111־ bereits in der ״Jüdischen scliau“ veröffentlicht waren, und eine kleine einleitende Notiz. ״Unsere Schöpfer", die den tätigen Rauem im l ande der jüdischen Zukunft gewidmet welche auch Während des Krieges die paliistincnsisclie Scholle nicht verlassen haben. Die Broschüre M huhscli ausgestattet und kostet 15 Cent. * [■;ine Versammlung der Genfer Zionisten, einberufen durch die ״Union des Sionistes de Qcnivc“ und die ״Societe acndemiqtic Sion is te Haschachar" fand am 7. November unter dem Vorsitz des Herrn Aberson statt. Auf Grund der Mitteilung, die ein Mitglied des Engeren Aktions-Komitees über die zionistische Politik in interner <1t/1mg gemacht hatte, wurde dem Engeren Aktions-Komitee und dem Aktions-Komitee volles und uneingeschränktes Vertrauen ausgedrückt. — Die Vcr- Sammlung richtete einen warmen Appell an Dr. Nord an, worin Dr. Nprdau gebeten wird, gemeinsrhaftlirh mit dem Aktions-Komitee zu arbeiten, uin die Einheit der Zionistischen Arbeit, die heute mehr als je notwendig ist, zu gewährleisten, Griechenland. (Zionistische Tätigkeit in Saloniki). Wir erhalten aus Saloniki folgenden Bericht: ״Das Elend der lokalen Bevölkerung, sowie der aus Palästina ausgewiesenen, unsere Stadt passierenden russischen Juden nahmen unsere Kräfte iibermällig in Anspruch. Dieser Not mußte gesteuert werden. Diejenigen, die bei uns für solche Zwecke immer Geld übrig haben, sind fast ausschließlich die / i o n i s t e n. Nur ist leider ihre Zahl im Verhältnis zur jüdischen üesamtbevölkerung Salonikis recht gering. Trotzdem haben sic sich noch 11 i e geweigert, unserem Aufruf Folge zu leisten. Die Zahl der organisierten Zionisten mehrt sich von Tag zu Tag und es steht zu hoffen, daß unsere! Arbeit nach Beendigung des Krieges einen Auf- Schwung nehmen wird. I)er Mangel an zionistischer Literatur in spaniolischcr Sprache macht sich sehr bcmerkbar . Um ihm abzubclfcn, hat der Verein ״Bnc- Zion" vor einigen Jahren eine Gesellschaft gegriiudet, die eine Uchcrsetzung von llcrzls ״Altneu I and“ ins Spauiolisehe hcrausgab. Das Ergcbuis dieses Unternehmens war befriedigend. Es bestellt daher die Absicht, diese Art der Propaganda des zionistischen Gedankens fortzusetz.cn um ihm die jüdische Jugend des Orients zu gewinnen." die allgemeine jüdische Konferenz, die unter dem Vorsitz, von Clarcnce de Sola, dem Präsidenten der Zionistischen Föderation statlgcf11 ״den hat, auch für die weitere Entwicklung der zionistischen Arbeit in Kanada von Bcdcutung sein wird. England. Der Ziouistenvercin ״Agiulath Or-Sion" in Cava 11,1 entfaltete eine rege Tätigkeit für die Verbreitung der Zionistischen Idee unter den spaniolischcn Juden. Er beabsichtigt demnächst Flugblätter und Broschüren in spaniolischcr Sprache heraiis/ngi heu und hofft, die Zahl der organisierten Anbange! der Zionistischen Organisation durch intensive l,r״pa״;mdatätigkcit vervielfachen zu können. Auf einer außerordentlichen Sitzung, die am 2V Nouinbcr stattfand, wurde einstimmig eine Resolution angenommen, in welcher dem Zionistischm Adions-Comite volles Vertrauen ausgedrückt wurde. Amerika. Rabbi Stefan S. W i s c , Mitglied des Provisorisehen Zionistischen Exekutiv-Komitecs, befindet sich mr/.eit auf einer großen Agitations-Tournee zugunsten der verschiedenen Fonds des Provisorischen Exekutiv- Komitees. Er begann die Tournee mit einem Vor- *ratß׳ in San Franzisco, wo er auf einem Masse 11-Meeting sprach. Auf Orund seines Vortrages wurden sofort 22 500 Dollars subskribiert und ein weiterer Betrag von 5000 Dollars wurde garantiert. Kanada. Die Föderation der Zionistischen Vc r e i 11 i gu n g en in Canada hat anläßlich ihrer vor •™״cm abgchaltencn Konferenz in Montreal *inen Bericht über die zionistische Tätigkeit in Canada während des letzten Jahres veröffentlicht. 1 lf entnehmen diesem Berichte, daß während der ״kkn zwei Jahre für zionistische Zwecke folgende ״־,Dgc in Canada aufgebracht worden sind: für ״tn Jüdischen Nationalfonds 8640, für Schekel und «ntralfouds 2035, für Palästina-Hilfsaktion und »ndere Hilfssammlungen 6210 Dollars. Auf der *Konferenz wurde beschlossen, sämtliche Sammlungen "11י Energie fortzusetzen. Es ist zu erwarten, daß Aul der letzten Sitzung der Englischen Zionisten- Föderation wurde, laut einer Meldung des Daily Jewisli Expreß, London, beschlossen, alle Rabbirier und Synagogcnvorstclicr Londons zu einer Konferenz z.usnmincnzubcnifen, bei der der Vorsitzende der Englischen Zionisten-Födcration, Herr Josef Cinvcn, über zionistische Arbeit referieren wird. I lerr Cowcn hat einen Aufruf an alle Zionistisclien Vereine Englands gerichtet, in dem er sic auffordert, angesichts der gegenwärtigen Lage ihre zionistische Tätigkeit intensiver zu gestalten. — Ein D e I e g i e r t c n t a g der Englischen Zionistcn-E'öderation wird Ende Januar in Manches t c r abgehalten werden. imiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Mitglieder-Versammlung | der g Berliner Zionistischen Vereinigung, f S ״Bericht von Dr. Hantke über j die Zentralkomitee-Sitzung", | £5 Sonnabend, 15. Januar 1916, pünktlich j 9 Uhr abends, Restaurant ״Alt-Bayern1 ,״ Potsdamerstr. 127/128, Spiegelsaal. J Eintrittsgeld 20 Pfg. j Zutritt nur 8*8«״ Vorrelgun« der EtnledunS• §j äflllllllllllllllllllllllllllilllllllll₪^ Russisch-Polen. In Lodz wurde dieser Tage eine zionistisehe 1' r :1 u e 11 o r g a n i s a t i o n unter dem Namen ״B c n o t - Z i o n" begründet. An der am 18. Dezember im Fokal des ״Bet-haam" abgchaltencn Gründungsvcrsanimlting nahmen über 200 Damen teil. In den Vorstand wurden Frau Ha Iper in und Frau Tabins gewählt. In den Ansprachen wurde auf den geringen Anteil hingewiesen, den die jüdische Frau bisher an der zionistischen Bewegung genommen hat, und die jüdische Frauenwelt aufgefordert, sich im ״Bcnot-Zion“ zusaminen/.tischließeu, um gleich den Männern für die Verwirklichung des zionistischen Ideals zu wirken. Es wurden darauf die Statuten der neuen Organisation festgelcgt, denen zufolge die Mitgliedschaft von der Anerkennung des ״Baseler Programms" abhängig ist. Es wird auch die Gründüng von Zweigvereinen in der Provinz, von Lesehallen, AUS ALLER WELT Aus Oesterreich. I lerrn Dr. Heinrich Fast in Wien wurde von einem jüdischen Großgrundbesitzer in Bosnien der Vorschlag gemacht, durch den Krieg um ihre Existenz gebrachte jüdische Familien aus Galizien in 1! osu i eil au/usiedeln. Der Initiator dieser Idee erklärte sieh selbst bereit, 50—60 jüdische Familien auf seinem Besitze in Bosnien landwirtschaftlich zu beschäftigen. Jc*lc Familie würde 5—6 ha Grund und die Mittel zur Bewirtschaftung desselben erhalten. Die Erwerbung des Eigentumsrechtes wird im Vertrage in Aussicht gestellt. In Betracht kommen natürlich nur Familien, die sich freudig der Land* Wirtschaft widmen wollen. Aus der Schweiz. Die sozialdemokratische Fraktion des Züricher Kantonrates hatte beschlossen, den Zionisten Rechtsanwalt l>r. F a r b s t c i n, Mitglied dei Kantonrates und des ()rollen S(adtratcs und Ersatzmitglicd des Züricher Kassationsgerichtes, an Stelle des in den Stadtrat gewählten Oberrichters Lang als Oberrichter zu wählen. Die liberale und demokratische Kantonratsfraktion lehnten cs aber ab, der Kandidatur Farbsteins zuzustimmen mit der Begründung, er sei freilich ein tüchtiger Jurist, aber er stehe dem Wesen des Volkes viel zu fern. Daraufhin sandte die sozialdemokratische Fraktion an sämtliche Kantonratsmitgliedcr ein Zirkular, daß die von den genannten Fraktionen gegen die Kandidatur Farbsteins gemachten Einwände nicht stichhaltig seien. Aus dem Zirkular spricht ein sehr energischer Ton. Aus Amerika. Anfang Dezember fand in New York die 7. Konvention der jüdischen Farmer in Amerika statt. Es wurden Resolutionen gefaßt gegen die Einwanderungsbcschränkungcn und bezüglich einer Hilfstätigkeit zugunsten «er nach Beendigimg des Krieges ru erwartenden neuen jüdischen Immigranten aus Ruß- /and, die sich der Landwirtschaft widmen wollen. Aus Russisch-Polen. Warscli a 11. Im Hause der jüdischen Gemeinde- Verwaltung fand dieser Tage in Anwesenheit der amerikanischen Gäste eine Beratung der amerikanlschcu Sektion und der Gemeinde- K o m m i s s i o n statt. Die Beratung der Mitglieder der amerikanischen Sektion wurde von Dr. Poznanski eröffnet, der die anwesenden amerikanischen Gäste, die Herren Lcwin-Epstcin und Hirse 11 fcld, begrüßte. Darauf erstatteten die Herren Farbstein und R u n d s t e i n einen ausführlichen Bericht über die Verwendung der amerikanischen Untcrstiitftmgsgclder. In der Ansprache betonte Herr Eewin-Epstcm, daß die Gelder nicht speziell für Polen, sondern auch für 1. i t a 11 c n titul Kurlan d bestimmt seien. Rechtsanwalt William Cohn ersuchte die Kornmissioti um die Bestimmung eines weiteren Betrages von 8000 Rbl. für die Sektionen (außer der Stimme von 10 000 Rbl., die ihm aus den schweizerischen Unterstützungsgeldern von der ״Omina" zugewiesen wurde). Dein Ersuchen wurde für den Fall stattgegeben, daß das ״Bürgerkomitce“ seine Beihilfe verweigere. Es wurden darauf 2000 Rbl. zur Gewährung von Darlehen in Warschau bewilligt. Auf Verwendung des Rabbi aus Radzomin wurde schließlich ein monatlicher Beitrag von 1000 Rubel dem ״Fraucnschutz“ mit der Maßgabe bewilligt, daß diese Gesellschaft 200 jüdischen Mädeilen Aufnahme und Unterstützung gewähre. Die Beratung der Q c m e i n d e - K o m m i s s I o n wurde mit einer Begrüßung der amerikanischen Gäste durch Herrn N a t a n s o n eröffnet. Darauf ersuchte Dr. G o Id f I a m m den anwesenden Herrn Lcwin- Epstein um die Erstattung eines Berichtes über die Hilfstätigkeit in Amerika. Er verhehlte dabei nicht seine Meinung, daß Amerika in dieser Beziehung nicht genug leiste. I lerr Lcwin-Epstcin erstattete darauf einen ausführlichen Bericht über die Organisation der Hilfstätigkeit in ArnC1־ika, über die Herkunft der zugesicherten Gelder und die Art der Sammeltätigkeit usw. Er meinte, die amerikanische Judenheit sei sich der Unzulänglichkeit der bisherigen Hilfsaktion wohl bewußt, allein mehr habe bei den gegenwärtigen Zeitmuständen nicht geleistet werden können. Die wirtschaftliche Lage der amerikanischen Juden sei augenblicklich aucli nicht die beste. Viele Juden mußten ihren Verwandten zu Hilfe kommen. IXsscnungeachtet seien die breiten jüdischen Massen ihrer Pflicht nachgekommen. Die Reichen und Wohlhabe n d c n aber hätten bis jetzt im allgemeinen versagt. Die ,,Gesellschaft zur Unterstützung der kr icgsnotlcid enden Juden" in Wars c 11 a 11 wandte sich an die Leitung der beim Warschauer Biirgerkoinilce bestehenden ״Sektion für ö f f e n 11 i c 11 e Arbeite n“ mit dein Ersuchen, kriogsnotlcidcndc Juden in größerem Umfange als bisher in der Landwirtschaft zu beschäftigen. In dem Gesuch wird darauf liingewiesen, daß auf den Gütern M I o z i n mul B j c I 11 i in der Umgebung von Warschau bloß 200 jüdische Arbeiter von der Gesellschaft beschäftigt sind, während die Gesamtzahl der dort beschäftigten Arbeiter 7000 beträgt. Außerdem ersuchte ein Mitglied der Arbeits-Sektion, Ingenieur jakubowicz, die beim Uiirgcrkunütcc bestehende ״Kommission zur Nutzbarm a c hu 11 g v o 11 Netil a n d", auch arbeitslose Juden für diesen Zweck zu verwenden. Das erste Gesuch ist bis jetzt unbeantwortet geblieben. Bezüglich der Beschäftigung jüdischer Arbeiter bei der Nutzbarmachmig von Neuland erklärten sich mehrere Mitgiieder der genannten Kommission bereit, den Antrag zu befürworten, wenn die ״Gesellschaft zur Unter- Stützung kriegsnotk'klcudcr Juden" bereit ist, das nötige Land zur Verfügung zu stellen. Die Gesellschalt beabsichtigt infolgedessen, große Flächen Neuland in der Nähe Warschaus zu erwerben. * Der Schatzmeister des Jüdisch-Amerikani scheu Hilfskomitees, Herr Lewin Epstein, hielt neulich eine Beratung mit den führenden Persönlichkeiten des Warschauer Judentums ab. Unter anderem wurde auch der Vorschlag behandelt, je einen Delegierten aus Warschau und Litauen nach Amerika zu schicken, um dort über die Not der polnisch-litauischen Judenheit Aulklärung zu geben und die reichen Juden Amerikas, die sich bis jetzt an der Hilfsarbeit nicht wesentlich beteiligten, zur Mitwirkung zu bewegen. Es wurde beschlossen, daß Herr Lewin-Ep9tein sich zuerst darüber• mit dem Amerikanischen Hilfskomitee, welches ihn nach Polen geschickt hat, in Verbindung setzen soll. Falls das Komitee diesen Vorschlag billigt, soll sich diese Delegation im März d. J. nach Amerika begeben. AI9 der geelgnetste Kandidat aus Warschau Ist Rabbiner Dr. S. Posnansky genannt. Der zweite Delegierte soll einer der angesehensten jüdischen Persönlichkeiten aus Kowno oder Kurland sein, i f 1 673948537476978168991