Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XX (1915)
- Issue
- Heft 51 (17.12.1915)
- Date
- 1915-12-17
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 420 JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 51 Emden: M. 20. j. Untermann. Frankfurt a. M.: M. 50, Josef L. Oppenheimer; M. (1, Georg Freudenstein, J. L. Goiteiii. Gleiwitz: M. 6, Philipp Meyer. Gnesen: M. 5, Erich ()clsner, Eugen Oelsner. Göppingen: .M. 0, I’aula Fleischer. Halberstadt: M. 20, Ernst Baer, Dr. Mor. Crohn; M. 6,— Js, Feuerring, Paul Löwenstein, Mary Sternberg, A. S. Winter (Haag). Hamburg: M. 30, N. N.; Al. 20,— Jakob Drucker, R.-A. Hirsch; M. 15, I)r. Sclilössinger; M. 10,— Dr. M. Besser, I)r, S. Marcus, Dr. Viktor; M. 6,— Dr. Aufhuuser, Ella Cohen, Dr. Hildesheimer, Franz Goldenberg, Josef Löwenstein, Hedwig May, Bruno Rabinovvitz, z. Zt. Wien (H.-C.), Dr. S. Simon, Dr. E. Tuch, Anna Weil), Berl Weißbeng. Hannover: M. (), David Bravmaiui, Cecilie Bravmann, A. Katz. Hindenburg: M, 15, Ortsgruppe; M. <), Vallv Lewin, R.-A. Schindler. Hohensalza: M. b, Hulda Cohn. Jarotschin: M. 10, Adolf Abraham. Idar: M. 10, — Nathan Baer. Karlsruhe i. B.: M. (1, Jenny Ellern-Goldberg, Heinrich Maas. Kattowitz: M. 20, Siegin. Rappaport; M. 10, - Gerda Schneemann-Josefsdorf; M. 0, S. WeifUer- Josefsdorf. Kiel: M. 6, Ref. Max Bonnern. Kölr» a. Rh.: M. 10, Clara Eichelgrün, Dr. Robert üidion; M. 6, Karl David, Fritz Elkan, Heimann Zimak (H.-C. Berlin). Königsberg i. Pr.: M. 20,— Dr. Pelz; M. 10,- Josef Smoira; M. (), Heinz Netimann, Frl. Dr. Frieda Reichmann. Königshütte: M. 6, Lola Ernst. Koschmin: M. 6, Fanny Cliovke. Leipzig: M. 10, Dr. Ephr. Chamizer; M. 6,— J. L. Fuchs, Franz Littaner, Dr. Emmo Löhl. Mannheim: .M. 20, - Jakob Kahn; M. 10, Ernanuel Altstädter, Keller ft Kahn, Hans Simon; M. 6, Clotilde Baer, Rosa Blum, Dr. S. Felsenthal, Ida Goitein, Elise Guttmann, F.manucl Keller, Sigmund Lew, Louis Lewinsky, Dr. Ludwig Mann, Max Neckarsulmer, Sigm. Retwitzer, Frau Sigm. Rosenbäum, Frau Rosenberg Wwc., Dr. Otto Simon, Otto׳ Simon, Luise Treu, David Weil!, Leopold Wertheimer. Marggrabowa: M. 45,- de 11. Bett)־ Podbielski. Messingwerk: M. 10, ■ Siegm. Hirsch, Erich Lew, Leo Rosenfeld; M. 6,. Arthur Wolff. Mülhausen i. Eis.: M. 6, A. Gintzburger. München: M. 20, Dr. Raphael Straus; M. 10,-- Fritz Feuchtwanger; M. 6, Dr. Siegbert Feuchtwanger, Dr. Max Mayer. Nürnberg: M. 6, S. Heineinann, Meta Lehmann- Lewin, P. Ordenstein. Oels: M. 6,— Ref. Goldschmidt. Pieschen: M. 10,— Helene üalewski. Prag: M, 6,-- Friedrich Mautner. Posen: M. 6,■— B. Nadelmann. Stettin: M. 10,-■ Hermann Jakob u. Frau, Dr. Zade; M. 6, Rosette Aronheim. Stolp: M. 6,— Dr. Ludwig Aron. Straßburg i. Eis.: M. (), Leo Weiler. Wiesbaden: M. 6, - Jacob S. Rosenherg. Wronke: M. 31, Martha Rosenthal. Zwickau: M. 100, S. Schocken jun,; M. 50, Simon Schocken; M. 6, J. Recher. Aus d. Felde und aus Garnisonen: M. 50, Vizewachtni. Munk-Berlin; M. 30,— Freivv. Krankcnpfl. Dr. E. Cohn; M. 25, Leutn. Fritz Hantke-Berlin; M. 20,— Kurt Epler, Gelr. Dr. Jacobsohn-Lüiieburg, Leutn. Felix Rosenblüth; M. 15, Schwester Ella Schüler; M. 11, Willi. OreiBmann; M. 13, Ass.- Arzt Dr. Frenkel; M. 12, Dr. Ernst Hamburger, Isak Kiewe; M. 10, Dr. Rud. Benjamin, Krgstrvv. Gefr. Friedr. Bloch, Kurt Klumenfekl - Berlin, Dr, Brünn, Dr. Carl Czapski-Bcrlin, Leutn, David. Off.- Stellv. Georg Eisenstadt, Landsturmni. Alfred Frank- Berlin (H.-C.), Ass.-Arzt Fritz (ieis, Oberarzt Dr. R. Jacobi, Ass.-Arzt Dr. Klauber, Oberarzt Leo Kuttner, Oberjäger Joseph Lachinaim-Oels, (icfr. Dr. Fierbert Lew, Oberarzt Dr. ,Meyer, Unterarzt Benedikt Nußbainn, Off.-Stellv. Erna nuel Roer, Ass.-Arzt Emil Salonion, San.-Soldat Gustav Salotnon, Ers.-Reserv. Schiratzki-Marburg, Erich Sihrageiiheim, Emil Schur- Posen, Kan. Werner Senator-Berlin, Dr. .Max Sichel, Assistenz-Arzt Silberstein, Assistenz-Arzt Dr. J. Wechselrnann - Berlin, Assist en/.Ar/t Dr. J. Weihbrem, Assistetiz-.Arzf (ieorg Weyl-Bivslaii, Dr. Ernst Wolff; M. 8, San.-Gelr. Er. f ler/bei'e, Off.-Stell v. Katzenstein; Al. 7, leklunterar/t Siegfried Ullmann; M. f>, A. Abrnhmnsohn-Berliii, Leutn. Auerbach, Kriegsger.-Rat Dr. Badt-Breslau, Gefr. Siegfr, Brandt, Enteroffiz. Martin Brande, Telegr. E. Caro. Feldunterarzi Joachim Caspari, Ass.-Ar/t Dr. Colin, Fe Id Unterarzt Kurt Colin, Ernst I )an/iger (H.-C.), Kan. B. Fraenkel, D. I... Friedberg, R.-A. H. Friedemann-Berlin, Unteroffizier Hans Gärtner, Jakob Goldbere - Karlsruhe, Kar! Goldenberg, Unteroffiz. Leo Gottlieb. Dr. Josef <iottlieb - 1 )üsseldon, Gefr. Adolf Ilekleman״ - I lalberstadt, Josef Hirschberg - Breslau. Wachttn. Jellinek, Dr. Eugen Kaminski- Berlin, Unterarzt Frust Kaufmann, Max Kober, Unteroffiz. Korn, Dr. Julian Kref sclmigr, Flieger G. Kurzweg. Rechfsanw. J. Lang-Miilhaiisen, Zahnarzt Laufer-Eoseii, Fcldunterarzt Lazarus, Dt. Leß. Paul Lion, Eduard Liepir ntn-Borlin, 1 hiteroffiz. Otto Lohhenberg, Dr. Ernst bvm!, Lamlsturnmi. Heinrich Meyer, Feldarzt Dr, Hugo Meyer, Fritz Moses, Enterarzt Ernsf Müller, Untoroffiz. Isidor Neubörger. Dr. Ernst Netimann, Gelr. .Max Pine/owet-Ratihor, San.- Unterot'i 17. Max RoM'iihcrg, Waller Roth-Berlin (H.-C.), Leopold Rotholz-Poseii, Unteroffiz. .Arthur Schrägenheiiu-Berlitt, Musketier Fritz Schvvnbe-Berlin, Dr. Siegfr, Schwarzschikl, Gefr. Martin Seligmann, Unterofiiz. Walter Silberbach, Siegbert Stein, R.-A. Max Stern-Nürnberg, Isidor Stcr11-Ciielk11־, Dr. Tebrich, Gefr. Hans Werner, San.-Unteroffiz. W. Wolfsohn, Feldiinterar/t Wolff, Dr. Wunderlich. Auf dem Marsche durch Rußland Rußland, 5. Dezember D)15. An das Zentral-Komitcc der Zionistischen Voreinigung für Deutschland Berlin. Auf dem Marsche durch das Innere des Pogrom Landes erreichte mich der Jahresbericht der Z. V. f. D. Seit 21 Jahren ein bescheidener Mitarbeiter an der zionistischen Organisation, stehe ich zum ersten Male den letztjährigen Leistungen der Zentrale als Unbeteiligter gegenüber. Aber dafür lebe ich seit vielen Monaten mitten unter unseren Volksgenossen, teile ihr Leid und höre ihre Wünsche. Ich kann bestätigen, daß der litauische Jude trotz aller Not geistig( und körperlich ungebrochen ist. und daß in der großen Mehrheit der zionistische Gedanke das innere Leben beherrscht. IJeberall erweckt es Freude, w enn ich über den Fortgang der Bewegung und die Hilfsarbeit für Palästina berichte. Mögen die Heimgebliebenen weiter, wie bisher, mit aller Kraft ihre Aufgabe erfüllen, unserem Volkswerk über die Stürme des Welt- Krieges hinwegzuhelfeii! (iern und freudig wird jeder Zionist, der draußen i!11 Felde steht, durch den geforderten K r i e gs b e i t r a g zu erkennen geben, daß er der zionistischen Arbeit in der Heimat ungehinderten Fortgang wünscht. Mit Zionsgruß an alle Freunde i )r. K a 1 in tt s. Jüdische Konferenz in Montreal Am 14. und 15. November fand in Montreal aut Initiative der Kanadischen Zionisten-FÖderation unter Vorsitz von deren langjährigem Präsidenten, Clarence J. de Sola, eine große jüdische Konferenz statt, an der alle jüdischen Organisationen Kanadas durch 210 Delegierte vertreten waren. Die Konferenz wurde von den städtischen Behörden und der kanadisehen Regierung offiziell begrüßt. Aus New York waren Dr. Schmarja L e v 111 , Louis 1). B r a 11 d e i s und M. de Haas erschienen. Es wurden eine Reihe von Resolutionen äugenomnien, in denen die Konferenz der Erwartung Ansdruck gab, daß das zionistische Programm sowie die Frage der Gleichberechtigung der Juden in allen Ländern nach Beendigung des Krieges eine befriedi- ״ende Lösung erfahren werden. Die Reden der Herren Louis D. Brandeis’ und Dr. Levins, die im besonderen die gegenwärtige Lage in Palästina behandelten und zur Gründung eines Palästina-Hilfsfonds aufforderte 11, wurden mit größtem Enthusiasmus ausgenommen und die Gründung eines Palästina-Hilfsfonds in Höhe von 20 00t) Doll, bcschlossen. Die Hilfsorganisation der russischen Juden Am 8. November fand in Petersburg eine Ver- Sammlung der jüdischen Ingenieure und Techniker statt, die sich mit der Lage der jüdischen Flüchtlinge befaßte. Rechtsanwalt H. B. Alias berg schilderte in einer ausführlichen Rede die bisherige Tätigkeit des jüdischen Komitees zur t 'iiterstiilzung der kriegsnotleidenden Juden. Wir entnehmen diesem umfassenden Bericht einige Angaben, die von der Größe der während des Krieges entstandenen jüdischen liilfs- Organisation in Rußland eine Vorstellung geben können. Die Zahl der jüdischen untersiiitzungsbediirttigcii Flüchtlinge erreichte bisher rund 350 000. Davon haben 155 0(10 Personen eine regelmäßige Unter- Stützung durch das Komitee erhalten. Ungefähr 50 000 befinden sich noch in nächster Nähe des Kriegs- Schauplatzes, sie :indem ge/.vvtingenervveise fort',vidirend ihren Aufenthalt um! konnten deswegen bis jetzt nicht registriert werden; ■10 000 jüdische Flüclitlinge liegen noch in den Waggums der Eisenliahiizüge und an verschiedenen Fvnkiiierungssfeilen, ohne ein Obdach gefunden zu haben. Für die Registrierung der Flüchtlinge wie auch für die Hilfsorganisierung sind 143 Provinzial-Koniitees um! lßl Bevollmächtigte des Petersburger Komitee׳: tätig. Die Einnahmen des Komitees betragen bis jetzt 30׳ Millionen Rubel, von denen U_• Millionen Rubel durch die russische Regierung überwiesen wurden. Während der ersten 8 Kriegsmonate, da Polen noch zu Rußland gehörte und die russische Judenheit für die jüdischen Kriegsnotleidemlen in Polen Sorge zu tragen hatte, verteilte das Petersburger Komitee in Polen selbst 1074 000 Rubel. Außerdem vorausgabte das Petersburger Komitee noch folgende ansehnliche Summen: 150 000 Rbl. für die Evakuierung selbst, 1 100 000 Rbl. fiir die Speisung der jüdischen Flüchtlinge in Xentralrußland, 080 000 Rbl. für Kleider und Schuhe. Neben dem Petersburger Komitee, das gewissermaßen die Zentrale bildet, entfalten noch die selbständig arbeitenden Komitees in M oska 11, wo monatlieh 100 01)0 Rbl. aufgebracht werden, in Kiew, dessen Einnahmen bisher 380 000 Rbl. betrugen, in Odessa, wo man bisher 200 000 Rbl. sammelte, und an andern Orten eine bedeutende Tätigkeit. Insgesamt hat das russische Judentum seit Gründüng dieser Kriegshilfsorganisationen durch planmäßige Selbstbesteueruiig m ehr als 5 Millionen R u b e I gespendet. Mit besonderer Bewunderung müssen wir es begrüßen und hervorheben, daß die russische jüdis che Jugend, von glühendster Liebe zum Volke durchdrungen, die unermeßliche Arbeit in den Hilfsorganisationen mit grenzenloser Selbstaufopferung auf die eigenen Schultern genommen mul glänzend bewältigt hat. Ein Brief des Zionistischen Actions-Comites!11 dem Begrüßungsschreiben zur Konferenz, der rumänischen Zionisten, die am 7. und S. November in Galat/ stattfand, führt das Zionistische Actions-Coniite folgendes aus : ״Die Verbindung der Zionistischen Organisation mit ihren Freunden in der ganzen Welt ist durch den Krieg kaum je unterbrochen worden, und der Zvviespalt, der die Welt zerreißt, hat in unseren Reihen kaum einen Widerhall gefunden. (ileicli vom ersten Lage ab!iahen wir uns alle in einem Streben zigsammcngefunden. Da Palästina vom Krieg bedroht und später, da es vom Krieg betroffen w ar, wußten alle Zionisten der ganzen Welt, daß es eine Aufgabe war, die uns oblag, — die Sicherung unseres Werkes in P a 1 ä s t i n a. Palästina ist in großer Not und das, was der Opiersinn unserer Brüder zu ihrer Linderung bisher aufgebracht hat, reicht noch bei vveifem nicht, um den Gefahren der Gegenwart und der Zukunft zu begegnen, und doch zweifeln wir nicht, daß unser Werk diese Gefahren überstellen wird. Das ist die große Aufgabe, vor die uns der Krieg gestellt hat: unser Palästiiiavvcrk zu erhalten und ungefährdet durch den Krieg himlurchzubringen; unsere Banken, unsere Schulen, unsere Farmen darf der Krieg nicht zerstören, und unsere Brüder in Palästina dürfen der Not des Krieges nicht erliegen. Die andere große Aufgabe ist, die (>r g a n i - s a 11 o 11 z u e r 1t a 11 e n 11 n d stark z u!11 a dien ü b e r d e 11 K r i e g 11 i!1 a ns für die Zeit 11 a cli dem Kriege, Noch kann niemand .sagen, wann der Frieden kommen und wie er sein wird. Aber aus ganzem 'Herzen, aus der tiefen Eeberzeuguiig von der Notwendigkeit der Verwirklichung unseres Ideals hoffen und erwarten wir, daß der kommende Friede auch für das jüdische Volk ein Markstein auf dem Wege der nationalen Entwicklung und Erlösung sein möge. Nichts kann beute noch darüber gesagt werden, wie wir dieses Ziel zu erreichen hoffen. Der verständige Sinn unserer Freunde wird begreifen, daß diese (־'ragen durch Diskussionen in der Oeffentlichkeit nicht gelöst werden können. Dies eine nur können wir Ihnen sagen: daß die Leitung der Zionistischen Organisation sich der Größe und der Notwendigkeit des Augenblicks wohl bewußt ist und in sorgsamer, vorsichtiger Arbeit alle Möglichkeiten erwägt und sich für alle Chancen rüstet, die der Friede bringen mag. Das Gefühl 11er Verantwortlichkeit, das 1ms durchd ringt, bewahrt uns vor jeder Abentcuercr- Politik, wie sie hier und da verlangt wird. Das ist der Gesichtspunkt, von dem wir uns bc! unserer politisch , Arbeit leiten lassen. Die O r g a ׳! i s a t i o 11 rn 11 ß alle Möglichkeit e 11 ein! r p ä t e r e 11 E n t vv i c k 111 n g b e - r ü c k s i c 111 i g e n , in erster R eilte a b e r der 4' a tsac!1 e R e c 111111 n g t r a g e n , d a ß P a - 1 ii s t i 11 a 1 i n T c: 11 d e r Türkei ist. Darüber h Ina 11 -s 11 a t di e Zionistische O r g a n i s a - t! o!1 P a r t e i nicht zu ergreife n. Dies fordert die Tatsache der Ausdehnungder jüdischen Diaspora über alle europäischen Länder und dff Wunsch, nach Beendigung des Krieges wieder eine öffentliche Zusammennrbeif der Zionisten aller Länder zu ermögliehen.‘‘