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Jüdische Rundschau · 1915-11-26 · Heft 48 (26.11.1915) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XX (1915)
Issue
Heft 48 (26.11.1915)
Date
1915-11-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 48 jUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 387 Fcilchenfcld. I ran Judith Hallcnstein; M. 6, David, Simon Lachs, Paula Loeb, Dr. R. Gklion. Königsberg: M. 20, Dr. Nissel; M. 10,- W, Arnsdortf, Ludwig Zirnels; M. <), Frau Prof. Marg. Cohn, Frau R.-A. R. Berent; M. 6,- Ed. Deutsch- Länder, Leo 1 )inesniaun, N. Halpert, Hadassa Perlmann, A. S, Pomeranz, Dr. Stein. Königsilütte: M. (>, ülascrmstr. Kaiser, Anka VC'olL i.i■. t*.; u. Stipluc Ring. Kosclimin: M. 6, Emma Spiro. Leipzig: M. 10, Theo Harburgcr, Jacob Neumann; M. 6, - Israel Deuel, Ottilie Loewentlial. Lissa: M. 10, Ciertrud Bieberfclcl. Lissewo: M. ö, Grete Lewin. Lübeck: M. 251׳), Mitglieder der Ortsgruppe. Ludwigshafen: M. 6, Stadtbaumstr. M. Sternlieb. Magdeburg: M. 20, Siegfried Ruppm; M. 10,— Alma Eger. Mainz: M. ö,— L. Friedmann, S. Lazarus. Mannheim: M. 50, Jos. Neter; M. 10,— Keller 11. Kahn, Ur. B. Leih; M. (>, J. Hornstein, M- Kalter, B. Mainzer, Lion Wolilgemuth. Memel: M. 25, F. Jawsehitz; M. 10, - Leo Jawschitz. Messingwerk: M. 10, Dr. F. Rosenblüth. Militsch: M. 12, lir. Jutkowski. Mölsheim i. Eis.: M. 10, Leo Mever, Edgar Weil!. Mühlhausen i. Eis.: M. 6, A. Larach ft Co. Mülheim: M. 0, Dr. Kötiig.sberger. München: M. 10, Jacob Frankel, Josef Schachno, Dr. Ludw. Wassermann; M. ö, Hedwig Levinger. Nürnberg: M. 10, Frau Leo Katzenberger; M. 6, Arthur Körosi. Oberursel: M. 10, Postrat M. Joseph. Oppeln: M. 25, R.-A. Wunderlich. Ostrowo: M. fi, Betty Josephi. R.-A. Militscher, Lene Seidel, Zahnarzt Warscliawski. Pencun: M. 0. Nathan Baun!. Plauen: M. 0, S. Brum. Pieschen: M. 0, Rabb. Sam. Rluui. Posen: M. 10, Simon Scherek, Oskar Schwarz; M. f>, Julius C0I111, S. Lewald, Jakob Neumann. Ratibar: M. 10, Adolf Badrian : M, 6,-- Zahnar/t Block, N\, Isidor Weillkopf, Rawitsch: M. h, Gustav Hamei. Rybnik: M. 10, Dr. Kuscliner; M. 6,— N. Leschziiier, Frau S1c.lv .Mandtnvsky, Salo Priester. Salmünster: M. (>,- Anna Stern. Samter: M. 0, Hermann Grande. Schönlanke: M. 0, S. Eppeustein. Schw.-Gmünd: M. 6, Alfred Mein. Stettin: M. 10, Ortsgruppe. Stolp: M. 8. l>r. M. Joseph; M. 6,— Else Samuel. Stralkow«: M. (>, Anna Kempe, Richard Keinpe, Rika Nelken, Straßburg: M. 25, S. Fürst; M. 10,— Bert hold Feiwel (Zürich); M. 6, Frau Claire Dreyfuß. Stuttgart: M. 10, Dr. Schlesinger; M. 6,— Salomon Friedrich. Tarnowitz: M. b, Georg Bölini, James Brück, Franz Orglcr. Thorn: M. 10, Sam. Silbermann. Tilsit: M. 0, Siegln. Süßkind, Trier: W 0, l.oiiis Spier. Völklingen: M. t), Leo Wang. Wiesbaden: M. 6, - Louis Friedenheim. Wronke: Al. ö, Bernhard Treite!: M. 6,— J. Roseinhul, W'iirzburg: Al. 6, Moritz Hell. Zwickau: Al. 0, D. Grosser. Aber auch unter den Tieren, wie inan aus dem Aufsatz ״eines Tierarztes“' über ״die Lage der tierärztlichen Hilfe in den Kolonien“ entnehmen kann, haben verschiedene Krankheiten gewütet und viele Opfer verlangt. Die Krankheiten können nicht wirksaוזו bekämpft werden, weil die nötigen Sera nicht immer zur Verfügung stehen. Besonderen Schaden hat die Piroplasmose (Blutharnen) verursacht. Allem m M i s e 11 m;1 r H a j a 1־ d e 11 sind von 200 Stück Vieh 110 im AVerte von 10 000 Frcs. an dieser Krankheit zugrunde gegangen. Der Verfasser rügt das indifferente und lässige Verhalten der Kolonisten in bezug auf den Gesundheitszustand der Nutztiere und schlagt auch eine ganze Reihe von Mitteln vor, wie mai; diesem Uebei begegnen müsse. ln einem Aufsätze über die Geflügelzucht teil! uns M. L e \v 1 11 , der seine Ausbildung in Amerika erb,׳dien 11,1t, die Erfahrungen mit, die er in den letzten Jahren auf diesem Gebiete in Palästina gem,nein hat. Er gibt viele praktische Winke in bezug auf Artenaiisuahl, Fütterung usw. und führt das Mißliiigen mancher Geflügel/uchtuiiternehmungeu auf die Anwendung fremder Zuchtformeii zurück, die die Kolonisten aus den verschiedenen Ländern niitgcbracht haben und die leider für Palästina nicht angebracht sind. Er empfiehlt deshalb eine Reihe von seiner .Meinung nach bereits bewährten Verbesserungen. En!׳■ besonders interessante Rubrik der Zeitschrift bildet auch die Chronik, die in jedem Hefte einen ansehnlichen Raum entnimmt, ln ihr spiegelt sich das ganze jüdische Leben wieder, wie es sich in den Kolonien abspielt. Hier finden wir außer lamiw irtsdni!’fliehen Fudmaehriehten Schilderungen der Lage in den Kolonien, des Lebens der jüdischen Arbeiter, statistische Angaben über die Arbeiter, über den Stand der Ernte, die Einführung neuer Pflanzutigen, kurz, wir bekommen eine Einsicht in das Leben und Weben unseres Kolonisationswerkes. Von großer Wichtigkeit ist die Chronik noch deshalb, weil sie viele Daten über die letzte Heuschreckeninvasion enthält. Aus d. Felde: M. 20, Dr. Bamherger-Kronach, Willy Liemami, M. 14, Leutnant Willy Rosner, Leutnant Berl Weillkopf; M. 10, Dr. M. Ascher- Berlin, Rieh. Frank-Hbg., Unteroffiz. .Martin Frost, Ass.-Arzt Katzeiielleiibogen, Unteroffiz. Matnlok, Dr. Leo Münz-Berlin, Moses Marx-Berlin, l>r, Poznanski- Nicolai, Dr. Adalbert Sachs-Berlin, Dr. Stiebei, Manfred Tuchler, Felduuterarzt Albert Weihl-Homberg; M. (>, mov Baut, Unteroffiz. Fritz Bcicir, (jcorrr Baer-Posen, Ludwig Baer, Ass.-Arzt Dr. Barinbaum, Feld-Unterarzt Benjamin, Gefr. Berliner, Unteroffiz. Bier, Leutnant Danziger, S. Duriach-Strafiburg, Gefr. Harry Goitein, Stabsarzt Dr. Albert Goldberg-Berlin, Erich W. Uoklberg, Off.-Stellv. Georg Goldstern- Liebesgabensendung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland zum Chanukahfest Der größte Teil unserer Chanukalipakete ist bereits abgegangen, so daß unsere Freunde unsere Sendungen hoffentlich am erstep Abend des Chanukah-Festes, Mittwoch, den 1. Dezember, erhalten werden. Inzwischen ist aber noch eine große Anzahl von Feldadressen unserer Freunde wie bedürftiger jüdischer Soldaten eingetroffen, die wir alle nach Möglichkeit noch bedenken möchten. Wir bitten daher alle unsere Freunde, die Sammlung fortzusetzen und uns Bannittel, Genußmittel aller Art und postfertige Pakete einzuschicken. Jedem Paket soll eine Karte des Spenders beigefügt werden. Zuschriften und Geldsendungen sind an die Adresse unseres Herrn Max Wollsteiner, Charlottenburg, Roscherstr. 5, Postscheckkonto Berlin 3847, zu richten. Pakete ausschließlich an die Adresse unseres Bureaus, Berlin W. 15, Sächsische Str, 3. Zionistische Vereinigung für Deutschland. Hameln, R.-A. Gronemann-Berlin, Unteroffiz. Stefan Jacubowski-Berlin, Dr. Kalrnus-Hbg., Feldunterarzt Leo Lewin, Oberapoth. Levy, R.-A. Löwenberg-H. Marxloh, Krankenträger L. Moritz, Dr. Julius Rosenield-Berliti, Carl Rosenthal-Köln, Dr. Schwarz-Breslau, Dr, Sandler, Benjamin Scligmann, Gefr. Sommer, Dr. William Unna-Hamburg, Herrn. Wariscl1-Ha.mbürg, Off.-Stellv. Wertheini, T>r. Weiß-Hamburg. Die weiteren Beiträge sind zu senden an die Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin SW. 15, Sächsische Str. S, Postscheckkonto: Berlin SIW1. Dies wissenschaftlich gesichtete Material wird zukünftig bei einer systematischen Bekämpfung der Heuschrecken verwendet werden können. Denn leider standen wir der letzten Heuschreckenplage zunächst gegenüber, ohne von der Vergangenheit etwas über ihre Bekämpfung gelernt zu haben. Der neue Jiscliuw in Palästina hat bereits zwei Hcuschrcckeninvasionen zu verzeichnen, von denen aher leider in der Literatur nur spärliche Nachrichten erhalten sind. Die schöne Schilderung des Heuschrcckcneinbruchs im prophetisehen Buche Joel, die Erwähnung eines ähnlichen Falles durch Bar Hebraictis im Mittelalter und durch T t i s t r a m und Joseph S c h w a r t z in der Neuzeit können uns leider sehr wenig nützen. Als Beilage ist der Zeitschrift noch eine Publikation über die M a n d e 1 / 11 e h t in Palästina von Dr. Z a g o r 0 d s k y beigegeben. Leider enthalten die vorliegenden Hefte nur zwei Fortsetzungen, so daß man kein zusamnienfassendes Urteil über die Arbeit fällen kann. Die Quellenangabe und das 111haltsVerzeichnis sprechen aber dafür, daß uns hier eine mit wissenschaftlichem Ernst gearbeitete Schrift vorliegt. Daneben räumt der ״Hachaklai‘׳ auch Fragen aus einem ganz anderen Gebiet einen ansehnlichen Platz ein, dem Gebiet der Sprachforschung. Dies, könnte mancher Uneingeweihte glauben, habe mit der Landwirtschaft nichts gemeinsam. Das trifft aber nicht zu. Wer hebräisch besonders über exakt wissenschaftliche Gegenstände zu schreiben versucht hat, dem ist auch klar geworden, wieviel sprachliche, besser philologische Vorkenntnisse dazu gehören, um sidi verständlich nuszudrückcu und für alle wissenschaftlichen Begriffe die entsprechenden hebräischen Bezeichnungen zu finden. Mit einem Wort, die Wissenschaft und Sprachforschung müssen hier Hand in Hand gehen, der hebräische Wissenschaftler muß zugleich Sprachforscher sein, um die Worte, die nicht im Talmud und der späte reu Literatur zu finden sind, selbst bilden zu können, was besonders auf dem General Djemal Paschas Besuch ln Rischon le-Zion und Petach-Tikwah Die in Jerusalem erscheinende hebräische Tageszeitung ״Hache ritt“ berichtet über die Anfang November erfolgten Besuche des Ober- Befehlshabers in “5vrie!1, Alartnetninisicrs Genera! I)! e - m a I P ,1׳ s eh a , in den jüdischen Kolonien R i s cli o 11 I e - Z i o n und P e t a e 11 - 1' i k \v a 11. Ri schon 1 e - Z i o 11 wurde erst kurze Zeit vorher von dem bevorstehenden Besuch des Generals i!1 Kenntnis gesetzt, so dal! die nötigen Vorbereitungen in aller File getroffen werden mußten, in der Ramlehstralie, am Gemeindehaus, wurde ein mit grünen Zweigen und ottoinanischen Fahnen geschmückter Ehrenb ogen errichtet, auf dessen Tor Bcgriißungsworte in türkischer Sprache prangten. Die Hauser der Kolonie waren mit türkischen Lahnen geschmückt. Rischon bot einen festlich-prächtigen Anblick. Pünktlich um 4!■. Uhr traf Djemal Pascha in der Kolonie ein, begleitet von zwei hohen Offizieren und dreißig Reitern. Ls wurden ihm Ovationen durch die Bevölkerung bereitet. Am Ehrenbogen angelangt, stieg der General vom Pferde und begrüßte zuerst die Aeltesten der Kolonie, die zusammen mit den Herren Albert A n t e b i, J. B r ü 11 lind A. K r a u s zu seinem Empfang erschienen waren. Eine Schülerin der Rischoner Dorfschule überreichte darauf dem hohen Gast einen Blumenstrauli. Währenddessen spielte das Kolonie-Orchester die türkische Nationalhymne. Nach einer liebenswürdigen und herzlichen Begrüßung der Rischoner Bevölkerung begab sich der General mit seiner Gefolgschaft ins Gemeindehaus, wo er eine Viertelstunde weilte, hierauf, von der gesamten Einwohnerschaft geleitet, in den großen Park der Kolonie. Dort wurden im Schatten der Palmen Erfrischungen geboten. Djemal Pascha ließ das Mäddien, das ihm den Blumenstrauß überreicht hatte, herbeirufen und ersuchte den Photographen des Bezalel, Ben-Dow, ihn mit dem Mädchen zusammen zu photographieren. Hierauf ließ er sich auch mit den Kolonie-Aeltestcn und anderen Einwohnern in der Palmenallee photographieren und begab sich sodann wieder nach dem G e 111 ei!1 d e 11 a u s. Abends veranstaltete die S ch u 1 j u g e n d einen U m z 11 g mit Fahnen und Fackeln durch die Straßen der Kolonie ztim Gemeindehaus. Der Minister erschien sichtbar erfreut mul verteilte unter die Schüler und Schülerinnen Süßigkeiten. Um 8 Uhr abends wurde zu Ehren Djemal Paschas ein Bankett veranstaltet, an dem die Herren Ante bi (Jerusalem), Brüll (Jaffa), Kraus (Mikwe Israel), M e i r o «־ i t z, Lu b m an, Singer (Rischon), Eisenberg, G o 1 d i 11 (Rechohot), Leibo witsch (Gedera) und die Herren der Gcfolg- Schaft tcilnahmcn. Auf das Bankett folgte eine Soiree im engeren Kreise, zu der die Kolonie-Aeltestcn und einige Kolonisten mit ihren Familien beigezogen wurden. In der Gesellschaft herrschte ein sehr herzlicher Ton. Unter Leitung des Orchesterleiters, Herrn Poster, wurden mehrere Stücke auf dem Klavier und Harmonium zum besten gegeben. Seine, Exzellenz Gebiete der organischen Naturwissenschaften wichtig ist. Zwar sind manche Vorarbeiten schon vorhanden, das Gebiet der Pflanzenkunde z. B. ist von dem Altmeister der semitischen Pflanzcunomeiiklatur, Emanuel L ö w , bearbeitet worden. Dies Werk bedarf aber naturgemäß, obwohl es noch heute als Grundläge angesehen werden muß, in mancher Hinsicht der Ergänzungen uiul Berichtigungen, und Löw selbst hat in seinen letzten Veröffentlichungen darauf hingewiesen. Man kann es daher nur begrüßen, daß sich zwei Aufsätze im ״Hachaklai‘‘ mit der Läitersuclitmg von biblischen und talmmlischeii Pflanzennamen beschäftigen und festzustellen suchen,!״wiefern diese mit den heute im Lande bekannten Pflanzen zu identifizieren sind. So bieten uns die sechs Hefte der Zeitschrift ״Hachaklai“ eine Fülle von Beiträgen, die auch für die spätere Friedens/eit hoch eingeschätz.t werden müssen: Denn hier legt das neue bodenständige jüdische Loben Zeugnis von sich ab, hier spürt man in jedem Blatte die lebendige Kraft der eigenen Scholle. Das Judenvolk hat hier seine Buchkuitur in eine Lebensb/.vv. Bodenkultur unigewandelt und gibt in dieser Zeitschrift einen wahren Ausdruck seines neuen selbstgeschaffenen nationalen Lebens. Um so mehr sind wir jetzt unter dem Donner der Geschütze lind bei der Unsicherheit der Lage in Palästina ־unseren Brütlern im Land unserer Vergangenheit und Zukunft zu Dank verpflichtet. Sie setzen unser großes Werk fort und sind die Wächter unserer nationalen Kleinodien, wie jener schönüugige Jüngling im Poem unseres großen Dichters den göttlichen Funken bewacht, damit er nicht erlösche. Und mit den Worten desselben Dichters können wir unseren Brüdern drüben zurufen; Techsaknah. Jedejchcm. Israel Reichert.

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