Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XX (1915)
- Issue
- Heft 41 (8.10.1915)
- Date
- 1915-10-08
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 330 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 41 Zentralfonds 1915 Ausweis der im September eingegangenen Beiträge. Deutschland Berlin: S. Rosenblüth (3. Rate) . . . Ji. 20, Cassel: I)r. Prager (2. Rate).5 ״, Westösterreich Innerösterreich Wien: M. Kohn. Kr. 10,-- Mi 7,40 Böhmen Aussig: Oscar Pick .... Kr. ״״,10 M. 7,40 B.-Leipa: Georg Kohn . . . 10,- 7,40 Haid: J. Rauscher .... י, 10,- 7,40 Landskron: Dr. L. Fantes ״,100 74,— Prag: Emil Wehle .... ff 50,- ft 37,— Mähren-Schlesien Brünn: F. Brummer .... Kr. 10,— Jt. 7,40 Ung. - Ostrau: A. Hahn sen. ״ 12,. ff 8,88 Ungarn Budapest: üebr. Schlesinger Kr. 20,- JL 14,60 Kapuvär: J. Steiner . . . ff 40,- tt 29,60 ■Südslawische Länder Linik: Dr. J. Herrmann Kr. 10,— Ji. 7,40 Travnik: Dr. B. Zauderer 50,- 36,50 Zepce: Sammlung Kabiljo . ff 50,— tt 37,- Vereinigte Staaten von N י ordamc rika New York: Provisional Committee for General Zionist Affairs S 2000,— .11' 0620,- Verschiedene Länder A. Kornfeld, Dr. A. Kohn, S. Kornfeld, A. Neumann, E. Hirsch, Lt. Freund, R. Guttmann, N. N.JL 4432,01 Hebräisches Schulwerk Deutschland Berlin: B. Frankenstein.JL. 5,— L. Pinkoffs.10 ״,— Frankfurt a. M.: Fr. Sondheimer (2. Rate) . . . 300 ״ . . ״,— Westösterreich: Innerösterreich Wien: Ing. F. Ackermann . Kr. 10,— Jl. 7,40 Böhmen Landskron: Dr. L. Fantes . Kr. 100,— .Mi 74,״ Leitmeritz: Fr. Neuburg . 37 ״,— Pilsen: Gustav Beck . . . 7,40 ״ —,10 ״ Mähren-Schlesien: Brünn: Dr. Ph. Schreier . . Kr. 20,— JL 14,80 Olmlitz: Robert Brach . . 14,80 ״ —,20 ״ Südslawische Länder Sarajevo: J. u. I. Kampus JL. 15,— V i n c o v c i: Isr. Frauen-Wohlt.-Verein . Kr. 10,— 7,40 ״ Travnik: Dr. B. Zauderer 36,50 ״ —,50 ״ Verschiedene Spenden: Dr. J. Löwi, Ing. M. Klipper, Dr. S. Klempfner, S. Löwenstein.J6. 15,54 Gesamtausweis dieser Nummer: Zentralfonds 1915 (einschl. Hebräisches Schulwerk) .# 14 904,73 Bisheriger Gesamteingang für Zentralfonds 1915 (einschl. Hebräisches Schulwerk) .611,30 77 ״ Ausweis der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Schekel: 1014/15: Cassel 2,--, Goliub und Um- ״egend 69, , Halle 1, ■־, Jever 1. . Köln 70.—, Miindien 17, , aus dem Felde 1,-.; 1913/10: Breslau 260, -. Landesbeiträge: Berliner Zion. Vereinigung (für 1914) 212,- , Goliub und Umgegend 6,--, Halle 6, , Jever 1,—, Köln 110, München 18,—. Propagandafonds:' Berlin: San.-Rat Dr. Lewy (Sonderbeitrag25 (׳,—; Frankfurt a. M.: Fritz Sondheimer 200,-•; Heilbronn: Zahnarzt Schcreschewsky 10,; Kissingen: Zahnarzt Al. Bambcrger 5,—; Stralkowo: Rika Nelken 5,--; aus dem Felde: Ass.- Arzt Dr. Frenkel 80, ~, Georg Freundlich-Lissa 5,—, Dr. Ludwig Mayer 5, , Ref. Meyer-Eschweiler 5,—, Dr. Mülieriieini-Stolp 10, Bernhard Schragenheim- Berlin 10,— (davon 5,— für 1914), Dr. Ernst Wollstein-Berlin 5,׳ , Leutnant Dr. Albert Straus-Depenau 23, -. Diverse Spenden: aus dem Felde 5,—. Eingang vom 16. September bis 6. Oktober 1915: Schekel 1914/15: 161,— M.; Schekel 1913,16: 260,—- M.; Landesbeiträg e: 141,— M.; Propagandafonds: 385,״ M. Gesamteingang: Schekel 1914/15: 2608,- M.; S c 11 e k e 1 1915/16 : 260,.M.;L andesbeiträge: 2S64, - M.; P r 0 p a g a n dafonds: 8962,— M. Von den hebräischen Schulen in Palästina Jaffa, 24. August. Das Leben in unseren Schulen geht seinen gewohnten Gang, trotz der Ungunst der Zeitverhältnisse und ungeachtet aller Kriegsnöte. Nach einer zweimonatlichen Ferien-Unterbrechung hat der Unterricht in sämtlichen Schulen wieder begonnen. Das H e b r ii isc h e G v m nasium eröffnete das Schuljahr 3675 mit 651 Schülern; im Laufe des vergangenen Jahres verließen das Gymnasium aus verschiedenen Gründen, wie: Krankheit, Wegzug, Mittellosigkeit usw. 12 Schüler, 187 Schüler haben das Land verlassen, insgesamt also ein Abgang von 199 Schülern. Am Ende des Schuljahres wurden 545 Schüler am Gymnasium gezählt. Auch die Zahl der Lehrer hat sich um 5 vermindert, so daB von den 33 Lehrkräften am Beginn des vorigen Schuljahres nur 28 geblieben sind. An Stelle des Direktors und seines Vertreters, die Palästina verlassen haben, wurden in einer Sitzung der Lehrer und der Mitglieder des Aufsichtskomitees Herr Dr. Mettmann zum Leiter und die Herren Dr. Rosenstei n und Berlin als Verwaltungsmitglieder gewählt. Die Ferien haben in diesem Jahre eine Verzögerung erfahren. Die Teilnahme der Schüler an der Abwehrarbeit gegen die Heuschrecken verursachte viele Unterbrechungen im Unterricht. Aus diesem Grunde mußte der Unterricht bis zum 10. Ab fortgesetzt werden. Die Reifeprüfungen der Schüler der achten Klasse begannen am 1. Siwan und wurden am 1. Tamus zu Ende geführt. Sämtliche 29 Abiturienten bestanden die Prüfung und erhielten am 2 8. Ab das Reifezeugnis. An den Prüfungen in der türkischen Sprache nahm auch ein Vertreter des Volks ministeriums teil. In Zukunft wird der türkische Sprachunterricht von der ersten Klasse ab beginnen. Zur Erteilung des türkischen Sprachunterrichts wird Herr Wiener, Absolvent der juristischen Fakultät der Konstantinopler Universität, (berufen. Der Etat für das Jahr 5676 wurde auf 85000 Fr. reduziert. Im Jahre 5675 erreichte der Jahresetat 150000 Fr. — An der ,Hebräischen Mädchen* schule waren am Beginn des verflossenen Schuljahres 551 Schülerinnen angemeldet, von denen am Jahresende 362 an der Schule geblieben sind. 160 Schülerinnen haben das Land zusammen mit ihren Eltern verlassen. Die allgemeine Lage im Lande und die in vielen Elternhäusern herrschende Armut haben zwar die Schultätigkeit ungünstig beeinflußt, allein man darf feststellen, daß der allgemeine Stand des Unterrichts ein durchaus befriedigender ist. Im Laufe dieses Schuljahres wurde der türkische Sprachunterricht als obligatorisches Lehrfach für drei Wochenstunden in der Mädchenschule eingeführt. Vorläufig wird der türkische Unterricht nur in den zwei oberen Klassen erteilt, im nächsten Jahre wird dieser Unterrieht auch auf alle arideren Klassen ausgedehnt werden. Der Mal- und Turnunterricht wird in diesem Jahre infolge Lehrermangels ausfallen müssen, ln gleicher Weise wird die Stundenzahl für den Handarbeitsunterricht aus ökonomischen und technischen Gründen reduziert werden müssen. Der Gesundheitszustand der Schülerinnen war, nach den Fällen vorübergehenden Ausbleibens beurteilt, in diesem Schuljahre nicht schlechter als in anderen Jahren. Leider aber war bei vielen Schiilern allgemeine Körperschwäche infolge mangelhafter Ernährung zu konstatieren. Ebenso wurden durch ärztliehe Untersuchungen zahlreiche Herzerkrankungen festgestellt. In .,den höheren Klassen der Mädchenschule nahmen zu Beginn des Unterrichtsjahres 62 Schülerinnen an dem Unterricht teil; von diesen sind tim Jahresende nur 39 in der Schule geblieben. 12 Schülerinnen haben das Land verlassen. — In der hebräischen Knabenschule wurde das verflossene Schuljahr mit 240 Schülern eröffnet. Davon sind gegen Jahresende nur 140 geblieben. 100 haben das Land zusammen mit ihren Eltern verlassen. Prüfungen haben in diesem Jahre nicht stattgefunden. Die sechste Klasse ist in die infolge des Abganges der Absolventen zweier Klassen — der siebenten und der achten — leergewordene siebente Klasse übergegangen. — ln der T achkemoni-Schtile fehlten in diesem Jahre infolge des Abganges aus der Schule und dem Kindergarten 44 Schüler, so daß gegen Jahresende 150 Schüler an der Schule geblieben sind. Die Ferien begannen am 8. Elul. In den vier Klassen wird der Talmudunterricht auch in den Ferien fortgesetzt. Anfang des Sommers wurde ein neuer Lehrer für das Talmudfach angestellt. Für das kommende Schuljahr wird die Eröffnung einer fünften Klasse geplant. In pädagogischer Hinsicht hat sich die Lage in diesem Jahre sehr gebessert, besonders an den Präparanden- und den niederen Klassen. — ln Jerusalem begannen die diesjährigen Sommerferien am 15. Ab. L)er Unterricht am HebräischenGymnasium schloß schon früher. In der Ferienzeit wurden durch die Lehrer Wissenschaftliehe Sprachkurse unter der Leitung David J eil ins, 8 Vorträge über Physik und Gesang- und Malkurse veranstaltet. Ueberhaupt hat es sich der Jerusalemer Lehrerverband angelegen sein lassen, öffentliche wissenschaftliche Vortragsabende für das Jerusalemer Publikirni zu veranstalten. Im Laufe dieses Sommers haben folgende Vorträge stattgefunden: lieber hebritische Grammatik — David Je II in; über das Gefühlsleben — Salomon Schiller; Zur Sprachenfrage — 2 Vorträge von A. Lifschitz; über ״Hebräische Musik“ — Herr Idclsohn; ״Das Wesen der Wissenschaft“ — Dr. Hebroni; außerdem sprach noch Herr Schiller über T schernic h o w s k i. lieber das gesamte hebräische Schulwerk sei folgende Uebersicht gegeben: Das Zionistische Actions-Comite unterhält in Palästina folgende Schulen: Jerusalem: Lehrerseminar, Knabenschule, Mädchenschule, Kindergärtnerinnenkurse, Kindergarten. Jaffa: Knabenschule, Kindergarten. Haifa: Realschule, Kindergarten. Saffed: Mädchenschule, Kindergarten. Außer diesen Schulen, die ganz vom Actions- Comite unterhalten werden, mußten infolge der Krisis auch andere Anstalten, die in Friedenszeiten nur zum geringen Teile Subventionen erhalten, sehr hoch subventioniert werden. Es handelt sich um folgende Anstalten: Jerusalem: Hebräisches Gymnasium, Bezalel- Schule, Talmud Tora der Sefardim, Cheder Tora. Jaffa: Hebräisches Gymnasium, Tachkemoni- Mittelschule, Talmud Tora der Sefardim, Parallelklasse der Mädchenschule. Hebron: Mädchenschule, Talmud Tora. Tiberias: Kindergarten. Kolonien: Landwirtschaftliche Schule, Petach- Tikwah; Kolonieschulen Rechoboth, Ri.schon, Gedera. Diese sämtlichen Schulen umfassen ungefähr 3200 Schüler mit 190 Lehrern. * Vor einigen Wochen stattete der amerikanische Konsul in Jerusalem, Herr Dt. G 1 a z e - brook, unseren hebräischen Schulen in Jerusaleni einen Besuch ab. Sichtlich erfreut über die Organisation und den Unterricht in unseren Anstalten, richtete er hierauf einen Brief an Herrn David Jellin, der in Ueberselzung lautet: ״Es bereitet mir viel Vergnügen, den sehr günstigen Eindruck zu konstatieren, den ich heute von meinem Besuch in den verschiedenen Abteilungen der Hebräischen Schulen in Jerusalem empfangen habe, die unter Leitung des Herrn David Jellin und seiner Kollegen stehen. Alle Abteilungen werden offenbar von tüchtigen Beamten geleitet, und cs war deutlich zu ersehen, daß der Unterricht in allen Fächern, sowohl für männliche wie für weibliche Schüler, gediegen und die Disziplin vortrefflich ist. Eine solche erj zieherische Institution ist eine gute Vorbedeutung für die Entwicklung der kommenden Generation. Es ist mein aufrichtiger Wunsch, daß der Direktor, die Professoren, Lehrer und Schüler der hebräischen Schulen in Jerusalem stets nur Glück und Wohlergehen erleben mögen. Jerusalem, 13. Juli 1915. gez. Otis Glazebrook, amerikanischer Konsul.“ An die Leser der Jüdischen Rundschau in Wien. Wir haben dem Verlag R. Löwit, Wien, I. Rotenturmstr. 22, den Einzelverkauf der Jüdischen Rundschau für Wien übertragen. Der Preis der Nummer beträgt im Einzelverkauf 25 h. Verla? der Jüdischen Rundschau.