Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XX (1915)
- Issue
- Heft 13 (26.3.1915)
- Date
- 1915-03-26
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 13 JUED1SCHE RUNDSCHAU Seite 107 Rönige harnen, kämpften, Ranaans Rönige kämpften beiThaanach und an den Wassern fDegiddos, Beute von Silber erbeuteten sie nicht. Vom Himmel her kämpften die Sterne, Von ihren Bahnen gegen Sisera, Der fließende Rison riß sie hinweg — Tritt nun auf, meine Seele, mit (Dacht! — Da trabten die Hufe der Rosse, Im Trab, im Trab, ihre Recken. Fluch über (Tleros! — Das ist das Wort des Herrn — Fluch über seine Bewohner, Daß sie nicht kamen zu Hilfe dem Herrn, Zu Rilfe seinen Helden, Gepriesen sei öael vor allen Weibern, Die Reniterin, Hebers Weib, 6epriesen in den Zelten vor allen Weibern. Wasser heischt er, milch giebt sie, In kostbarer Schale reicht sie ihm milch — Ihre Cinke greift den Pflock, ihre Rechte den Hammer, Sie hämmertaufSisera, durchbohrt, zerschlägt, zerschmettert seine Schläfen, Er bricht zusammen, stürzt nieder, Bricht zusammen, stürzt nieder, Wo er fiel, bleibt er liegen. Durch das Fenster späht seine mutter, Angstvoll lugt sie durch das Sitter: Warum zögert sein Wagen, dass er nicht kommt. Warum zögern die Hufe seiner Rosse? Die Frauen sagen: Sie teilen den Fang, die gewonnene Beute, Ein, zwei mädel für jeden mann, ppiife von bunten, farbigen Stoffen, '!:1i'n, zwei Purpur für Siseras Hals- Herr, so mögen deine Feinde schwinden! Die aber dich lieben, wie die Sonne, die aufgeht in ihrer Pracht. Alexander der Große und der Hohepriester Onias (Ein Abschnitt aus dein Buche Josippon.) Wir bringen dieses hochinteressante Kapitel aus dem bekannten jüdischen Volksbuch in möglichst getreuer Umschritt des jüdisch-deutschen Originals (18. Jahrhundert). Un es war, da der Darius König war, da reizte er einen großen Streit mit dem Volke von Mokedon (Mazedonien) und er schlagt’ unter sie ein’ großen Schlag und er gewältigt mit dem Volk Mokedon hartiglich. Un er macht sie untertänig, bis daß er König ward, Alexandros von Makedonia, der Sohn von Philippus, der da hat groß gemacht das Volk von Mokedon und hat geschlagen all die Völker, die da wohnen auf der Misrachseit’ (Ostseite) bis das Ende, wo die Welt besetzt ist. Und es war, da es sich derweckt’ das Volk von Mokedon über das Königreich von Persien, da ging aus Alexander von Makedonia mit ein sehr schwere Schar un er kam über Darius Milchome (Krieg) halten. Und er schlagt’ alle Völker, die in Verbund sein gewesen mit Darius. Und er schlagt’ das Land von Mizraim und das Land Edom und er kam an die Borten vun Jam. Un er schlagt’ die Stadt Akko, Askalon und Gaza. Un tat sein Gesicht um, zu gehen nach Jeruscholajim, um sie zu schlagen, derweil sie auch im Verbund sein gewesen mit Darius. Und er zieht von Gaza mit sein ganze Schar, bis er kam auf den Weg in ein Nachtherberg. Und er ruht’ dorten mit sein ganze Schar und es war die dösige Nacht, da er war liegen in sein Bett, in sein Gezelt. Da sach er, daß ein Mann stund ihm zu Kopfens, angeklcidet mit Leinkleider und ein blos Schwert in sein Hand und das war funklen gleich als der Blitz wenn es ein Regentag ist. Und dieser Mann hebt sein Schwert auf über den Kopf vun den König, da forcht s'ich der König sehr und sprach zu ihm: Warum will der Herr schlagen an sein Knecht:■' Da entfert' (antwortete) der Mann und sprach: Ich bin der Malach, den Gott geschickt hat, um zu bezwingen vor Dir viel große un starke Völker und sie zu machen untertänig vor Dir. Und ich bin der Malach, der vor Dir geht, um Dir zu helfen. Und itzund sei wissen, daß Du sterben mußt, um das 1X1 Dich host vorgenommen zu gehen nach Jeruscholajini, um tiös zu tun an die Kohanim (Priester) vun Gott und sein Volk. Da sprach der König zu ihm: Ich bet’ Dich, verzeihe doch die Missetat vun Dein Knecht und wenn es Dir nit wohlgefällt, will ich zurückgehen.' Da sprach der Malach zu ihm: Fercht Dich nicht, denn ich tu Dir entsehen, geh Dein’ Weg nach Jeruscholajim und wenn Du wirst kommen nahent an Jeruscholajim, dann wirst Du sehen einen Manu angekleidet mit Leinenkleider, gleich ich gekleidet bin, in mein Gestalt und in mein Gleichnis, und als Du ihm werst sehen, denn eil und fall auf Dein Gesicht zu der Erd' un bück Dich zu ihm und alles was er Dir weit! sagen, «sollst 1X1 tun lind Dü sollst nit übertreten seine Red', denn wenn Du werst übertreten seine Red’, dann mußt Du sterben an demsclbigen Tag. Un der König stund auf und ging aus die Nachtherberg und ging sein Wegs mit grollen Zorn. Un da er kam nahent zu Jeruscholajim zwei Bogenschuß, da lorcht sich Chananja der Kohen öodaul (Hohepriester) un all das Volk sehr un sie schrien zu Gott und haben ein’ Fasttag gemacht. U11 da sie nun gefast' haben, da gingen die Jehudim araus ihm entgegen, um ihn zu beten, daß er die Stadt nit soll vorderben, un Chanania der Kode» Godatil war mit sie. Der ging voraus, augekleidet mit Leinenkleider, un die andere Kohanim mit ihm. Da nun der König sacli den Chanania Kohen Ciodaul, da eilt’ er und ging arab vun sein Reitvvagen und fallt auf sein Gesicht un bückt’ sich zu ihm. Da waren die Königen, die bei ihm waren, sehr zörnen und sprechen zu ihm: Warum hast Du Dich gebückt vor dem Mann, der doch kein’ Kraft in sich hat zu streiten? Da sprach er zu sie: Zörnt darüber nit, denn der Malach, der vor mir geht, um mir zu helfen alle Völker zu überwinden, is in dem Gestalt und Gleichnis vun dem Mann, da ich mich gebückt hab’. So gingen sie dernach, der Kohen und Alexandros der König, nach Jeruscholajim. ־' Un der Kohen hat ihn gebracht in das Bes-Hamikdosch vun unser Gott. Un er hat ihm gewiesen den Tempel vun unser Gott un sein Vorhof un all sein' Behältnis’ un Kammern. U11 er weist’ ihm das Ort vun das Kodschc Kodoschim (Allerheiligste) un das Ort vun das Misbeach (Altar) un das Ort vun die Brandopfer. Da sprach der König: Gelobt sei Gott, der Gott vun Israel, der Gott vun das Haus un glücklich seid ihr, seine Knechten, die vor ihm dienen auf das Ort. U11 itzund will ich mir hier ein Gedächtnis machen un will geben viel Gold zu die Mei(n)sters, daß sie sollen mein Bildenüs machen un sollen es aufstellen zwischen das Haus un zwischen das Kodsche Kodoschim zu ein Gedächetnüs zu mir in das Haus vun dem großen Gott. Da entfert’ der Kohen: Das Gold, das Du beliebt hast zu geben, gib das Heberst zu Unterhalt ran die Kohanim vun Gott un zu Unterhalt vun sein Volk, die da klimmen, um sich zu bücken in das Haus, un ich will Dir hier ein’ bessere Gedächetnüs machen als du gelodert hast. Da sprach der König: W'as soll das Gedächtnis sein? Da sprach der Kohen: Daß alle Kinder, die geboren weren das Jahr vun die Kohanim in ganz Land Jehuda un Jeruscholajim, die sollen heißen nach Dein Namen Alexandros. Das wird sein zu Dir zu ein Gedächtnis, wenn sie wern klimmen um zu dienen die Dienst vun Gott in das Haus. Denn es is uns verboten vun unser Gott, daß mir (wir) nit dürfen machen kein Bild un kein Vergleichnis. Da verwundert’ sich der König über die Red vun dem Kohen un sie gefällten ihm wohl un er tat aso. U11 der König gab viel Gold zu Unterhalt vun das Bes- Hamikdosch und er bückt sich un ging araus. Da versucht’ der König vun dem Kohen, daß er vun seinetwegen soll an Gott fragen durch 11 r i in W e t u m i m, ob er soll gehen streiten mit Darius oder ob er es soll bleiben lassen. So entfert’ ihm der Kohen un sprach: Vun dem Tag an, daß das Haus verwüst’ geworen is, durch die Vertriebnüs vun Bowel (Babel), seinen verloren geworen vun uns die Urin! Wetumint. Aber vorwahr, ich will Gott beten, daß er soll schicken sein’ Engel durch sein’ heiligen Willen, daß er mich soll losen (lassen) wissen, um Dir zu weisen, was Du tun sollst. Un der Kohen Godaul betet’ zu Gott vor den König und sprach zu dern König durch Gottes Wort: Gell ahin, streit’, und Du werst beglücken (es wird Dir glücken), denn er wird iiberentfert (überantwortet) weren in Dein Macht. Un der Kohen bringt vor ihm das Sefer vun Daniel un er leient darin das Geschrift das darinnen war geschrieben über den Widder mit große Hörner, der da war stoßen auf alle Seiten, un vun wegen (las (jaißeboeklein (Ziegenböcklein), das geloffen is über den Widder und hat ihn getreten zu der Erd’. Un er sprach, der Kohen zu dem König: Du bist das Gaißeböcklein, un Darius der ist der Widder, den Du zertreten werst zu der Erden und Du werst sein Königreich ihm;«wegnehmen. Da stärkt’ der Kohen das Herz vun dem König. Da ging Alexandros vun Jeruscholajim frohlieh und wohlgemut im er ging, um mit Darius zu streiten. Nachrichten Berlin. Unser Gesinnungsgenosse Referendar Josef Hirsch b erg - Breslau (K. J. V.) wurde leicht verwundet. Unser Gesinnungsgenosse der Kriegsfreiwillige Rudolf I) a n/. i g e r - Breslau (Her/l-Klub) ist gefallen. Unser Gesinnungsgenosse Herr Rechtsanwalt Dr. Fritz 8 i ח ס ודו - Berlin hat das Eiserne K r e u z erhalten. Ferner hat das Eiserne Kreuz unser Gesinnungsgenosse Herr Feldrabbiner Dr. Arthur Lev v, z. Zt. beim Armeekommando in Lodz, erhalten. «I Wie wir erfahren, ist Leon F i g 11 e r, geboren in Scliostek in Galizien, als österreichischer Kriegsgefangener am 8. Januar alten Stils in Woronesch (Rußland; an einer Lungeukrankheit gestorben. Mitteilung dieser Nachricht an Angehörige des Verstorbenen wird erbeten. Agram. Stets neue Opfer bringen unsere Heilten dem Erfolge der vereinten Waffen und voller Zuversieht sind wir auf den Sieg über den Zarismus. Gesinnungsgenosse Leer B ii c h 1 e r, Leutnant in der Reserve, wurde mit dem Verdienst kreuz dekoriert. Er ist leider verwundet. Professor I)r. Otto Franjo Golds fein, vom ßanjalukacr Gymnasium, einer unserer eifrigsten Arheiter, ist leider den furchtbaren Schrapnelwunden, die er bei Stanislau bekommen hat. erlegen und wurde in Marinaroß/tget begraben, Professor Goldstein war einer unserer glühendsten Anhänger. Er mit seinem Freunde Johann Fliau haben uns m ihrem Kreise Unvergängliches geleistet. Unermüdlich war er auch in seiner wissenschaftlichen Arbeit; kaum hatte er den Doktor der Philosophie erreicht, ging er zum juridischen Studium über und stand vor den End- Prüfungen. Seine Eltern und seine Braut betrauern mit uns in dem Verblichenen ihren und Zions treuen Sohn, einen Mann im vollen Sinne des Wortes. Immer mehr sind unsere Reihen gelichtet. Die Juden leisten ihren Tribut an Blut und Gut ehrlich und mit Hingebung. Bei uns in Agram ist die Zahl der Zionisten jetzt fast auf fünf Sechstel gesunken und alle Arbeit stockt. Dr. M. Margel aus l’ozega, ein Zionist, ist zum Feldrabbiner des 13. Korpsbereiches mit dein Sitze in Agram bestellt. Sonst ist dem letzten Berichte nichts liinzuzut'ügen. Hcrman Licht. Breslau. Abermals hat die Breslauer Ortsgruppe einen überaus schmerzlichen Verlust zu beklagen. Einer der Besten aus ihrer jüngeren Generation hat auf russischem Boden sein blühendes Leben lassen müssen : Rudolf I) a!1 z i g e r. Ein begeisterter Zionist, ein arbeitsfreudiger H.C.er, ein eifriger Turner und Blau-Weißer, vor allem aber ein lieber und prächtiger Mensch. Keiner, der ihn gekannt, wird ihn je vergessen. Frankfurt a. O. E ine Auszeichnung in Form des eisernen Kreuzes mit eingravierter Widmung: ״Dank des Magistrats Frankfurt a. O. für treue Hilfe in eiserner Zeit 1Q14 11.“ wurde im Aufträge des Magistrates durch den Oberbürgermeister der Frau Else N a t h a n u. Frl. Frieda B ro 11 übergeben. Die beiden Damen, welche seit Kriegsbeginn bei der hiesigen Abteilung für Mannschafts-Unterstützung ehrenamtlich arbeiten, sind bisher die einzigen Inhaber der Aus- Zeichnung. Berlin. Der heutigen Nummer der ,,Jüdischen Rundschau" liegt ein Prospekt der Vorbereitung«- schule und des jüdischen Erziehungsheims bei, das Dr. Jonas Simon in Heidelberg führt. 1 las Erziciumgshcim Dr. Jonas Simons ist nach dem Urteil sachkundiger Erzieher Eltern sehr zu empfehlen, die ihre Kinder in guter Obhut, nach guten Lehrmethoden erziehen lassen wollen und auf eine positiv jüdische Erziehung Wert legen. Zürich. Die Zionistische V e r t r a u c 11 s - m ä n!1 e r v e r s a 111 in 1 u n g des Bezirkes Z ü - rieh, aus den Vorständen sämtlicher zionistischer Organisationen in Zürich gebildet und gemeinsame Aktion in wichtigen zionistischen Fragen bezweckend, konnte letzte Woche nach längerer Unterbrechung eine Plenarsitzung abhalte״. Als neues Mitglied wurde die Delegation der Akademischen Zionistischen Kor- Gedenket der Notlage in Palästina