Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XX (1915)
- Issue
- Heft 13 (26.3.1915)
- Date
- 1915-03-26
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 108 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr 13 Liste von Verschollenen Gesucht durch: Klara Le ich er geh. Emst recte Katz aus Wolanka Borylavv; Frau Sara Ludmer, Frl. Klara Ludmer und Herr Israel und Frau Taube Ludmer, die im August 1914 in Solotvvine bei Stanislau, üalizien, waren; Kelman Eisig und Frau Ester Eisig nebst 2 Kindern, zuletzt als Flüchtlinge aus Radomysl vvielki, Galizien, verrnutlich in Berlin bei einer Familie Eisig; Aron Pariser und Frau aus Sgerz, Russ.-Polen; Frau Chaja Rivvka Potaschewitsch, Johannisburg (O.-Pr.; Abraham Leicher. Auskunft erteilt Erwin Fuchs, Eperjes, Ungarn. Markus Ludmer, Krop. beim 3. A. E. K. bei Herrn Leutnant Delles, Feldpost 99. ihrem Vater und Schwiegervater Moses Mühlstein, Flüchtling in Gablonz a. N., Böhmen, Reinowitzer Str. 52. S. Feuerstein, Halberstadt, Hartleberstr. 13. ihre Tochter Etka Burst ein, Kolno, Gouv. Lomscha. Fr. Mery L a p u k, Königsberg, Viktoriastr. 8; Aron Karpo witsch (16 Jahre alt!, wegen seines kranken Fußes in der Privatklinik, Königsberg, Steindarnm 149; N. B. Lew und seine Frau Dora aus Bjalystok, Bad Nauheim, Villa ״Helene“, Luchvigstr. 31; Frau Taube Winner (zur Kur in Klinik von Prof. Bumm׳, Berlin, Hotel ״Libanon“, Auguststr. 92; Beinus Lew־ in (33 Jahre alt!, zurückgehalten als;Kriegsgefangener in Bad Nauheim, Villa ״Jontana“; A. Seiden stadt, Verwalter bei einer Fischerei in Sojonn (?) bei Truttinen, Kreis Sensburg; Lew, bei B. A. Mischkowski, Königsberg, Knochenstr. 16; 1. I. Reichert, stud. phil״ Charlottenburg, Pestalozzi- Straße 11; Gerschon Heymann, Ende Juli in Eydtkuhnen; Jusef Ture witsch, Danzig, Bronek Kapisz; Rabbiner G. D. Ooldschlak und Frau, aus Przdetscha, Gouv. Warschau, zur Kur in Kissingen und von dort sollten sie nach Berlin reisen; Hilel Germ a n n und Froim Liebermann aus Bjela; Chone P r a w i f 1 e aus Kaluschin; Familie I. Goldberg, Möbeltischlerei, aus Arys, und Frl. R. Goldberg aus Kolno; Adolf W e 11 n e r mit Frau und Kindern und seine Schwester _Pepi Wellner, geflüchtet aus Krakau; Abram K a r t s c h i n s k i, bei einer Fischerei in Passenheim (Ostpr.);; Chazkel Stern aus Stschutschin (26 Jahre alt'; Jankel Matkowski, Gnezen; Leib Kornetzki; L. Davidsohn und W a 1 i s o w i s k i, Antwerpen, Leinwerk (?; Str. 8; Abraham Rosenberg, Stud. des Institu Industriel du Nord de France in Lille, Brüle-Maison 112; 1 Ische (Isaak1 Baranowitz, am 28. Juli in Dlottowen bei Johannisburg (Ostpr. 1, soll später interniert und mit anderen russischen Lhitertaiien nach Magdeburg überführt worden sein; D. B. S y g r e i c h, Dombrow־a Gora, Gouv. Petrikau, Israel Plozki in Tscestochovv, Ul. Warschawska 22, undiRabb. M. D. Plozki, Warta, Gouv. Kalisch; Nachmann Weichsel bäum aus Sohaczow (Galizien׳; Moritz Fromer aus Opotschno Gouv. Radom; Hirsch Janowski aus Lunna, Gouv. Grodno 35—38 J. alt; Jakob Katz, früher Student des Warschauer Konservatoriiuns, ca. 26—23 Jahre alt verheiratet, geb. in Kowno, zuletzt Direktor eines Synagogenchors in Berlin; Luzcr Braunsohn, 24 Jahre alt Reservist aus Racionz, Gouv. Plotzka, Russ.-Polen; Hermann Kahn in Chicago, III Eigentümer eines Bulding Theatre, Sohn von Moses Kahn aus Lodz und Harry Rosenthal, Chicago III aus Suwalki: Jchel Schwarzburd, nach Kriegsausbruch von Wiesbaden nach Baden-Baden ausgewiesen; 1. K a 1 i n o w s k i, bei Beginn des Krieges in Königsberg; Mordechai G o 11 f r i c tl, zuletzt bei Rabb. Schmclkcs Przemvsl; Frau Beile Nadler aus Rozdol, Bez. Zydaczow (Gal.); Frau Freide Stark aus Grodek Jagiellonski (Gal.; ihren Bruder Abram Gurwitsch, Butrimanzy, Gouv. Wilna. seinen Vater I). Karpowitsch, Oikeniki, Gouv. Wilna, Ujesd Troki. Frau C. Eisenberg aus Antwerpen, z. Z. in London, 27, Wilies Str. Spitalfiels E. M. I. Pistermann, Warschau, Nowolipje 49a. seine Frau Zahnärztin Levvin, Baku, Olginskaja 5. Fr. H. G. Seidenstadt, Kolno, Gouv. Lomscha. . seinen Vater A. Lew, Kolno, Gouv. Lomscha. W. F. Reichert, p. Adr. H. Tenenbaum, Lodz, Petrikauer Str. 38. seinen Bruder A. Hevmann, 8 44 W. III Str. New York, City, co Mrs. Yentelson. seine Frau Marjana Turewitsch, Dupjenka, Gouv. Cholm. seinen Vater Ja. S. Goldschlak, Rabbiner in Warschau, Nalewki 15, Wohn. 148. Frau Reisla Germann, Bela, Gouv. Cholm, p. Adr. Reisla Kupperinann, Fr. Mascha Prawifle, p. Adr. M. Ja. Sadowski, Kaluschin, Gouv. Warschau. ßoruch Jankel Goldberg, Kolno. P. Wellner aus Antwerpen, z. Z. Groningen, Schuitendiep 29. seine Frau Reisla KartsehinsKy, Kolno, Gouv, Lomscha. seine Frau Dwojra Stern, Stschii (Gouv. Lomscha. י י; seine Frau Feiga Matkowskaja, Kolno, Gouv. Lomscha. seine Frau Chana Kornetzki, Kolno, Gouv. Lomscha. L. L. üolubow, Potschep, Gouv. Tschernigow. seinen Vater I. M. Roisenberg, Bendry, Ul. Charusina. seine Frau Seide Baranöwitz, Kolno, Gouv. Lomscha. M. Miller, Nowo-Minsk, Gouv. Warschau (Podrjdtschiki. seine Frau bei Rosa Nathans, Assen (Holl.׳, Javastr. 2. seinen Schwager S. Poznanski, Bremen, Bornstr. 3 4. Senker H. Sorin, Lissabon, Prac de Camoes 16. M. Brissmann, Halle a. S., Parkstr. 23, lli. seinen Vater J. Braunsohn, Ciollub. Jakob Kahn aus Lodz, jetzt Freiberg, Sa., ßahnhofstr. 16, bei Reinhold. seinen Vater Mejer Schwarzburd, Satanow, Gouv. Podolien. seine Frau M. Kalinowski, Lomscha, P. A. A, Leschcsyn. Eugen Mittwoch, Charlottenburg. Kuno- Fischerstr. 14. Isak Starker, k. k. Landsturm - Bataillon Nr. 232, k. u. k. Feldpost Nr. 41. Chaim Stark, k. k. Landsturm-Bataillon Nr. 232, k. u. k. Feldpost Nr. 41. Mitteilungen nimmt entgegen: Das Hilfskomitee der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Berlin W. 15. poration ״I b r i a“ vom Präsidium aufs herzlichste begrüßt. Infolge Demission des bisherigen Präsidenten Herrn Sadinsky aus Gesundheitsrücksichten mußte das Präsidium neu besetzt werden. Eine sehr lebhafte und lehrreiche Debatte entstand beim Traktandum: Organisation der Heranwachsenden jüdischen Jugend. Während die eine Ansicht dahin ging, man müsse die Jugend schon im frühen Alter zu tüchtigen Juden und überzeugten Zionisten durch besondere dem betreffenden Alter angepaßten Methoden (hebräische Sprachkurse, systematische Vorträge über jüdische Geschichte und Literatur, Zionismus usvv.> heranziehen, wurde anderseits mit Recht betont, daß die landesübliche Vereinsform am wenigsten sich für das schulentlassene Alter eignet. Die passende Organisationsform den jungen, werdenden Juden und Zionisten zu geben, wind Aufgabe der nächsten Vertrauensmänner- Versammlung, welche noch im Laufe dieses Monats stattfindet, sein. Hierauf wurde die Beratung der ״H i 1 f s a k t i o n für Palästina“ begonnen. Die Not der jüdischen Ansiediung ist groß,' rasche ,und kräftige Hilfe ist zionistische Pflicht, ist jüdische Pflicht. Karlin-Pinsk. Die ״Hazefirah“ bringt die Trauerkunde, daß Rabbi David Friedma n!1 , der Nestor der rabbinischen Welt, am 4. Adar in Pinsk gestorben ist. Das Thora-Judentum der gesamten Diaspora verliert in ihm einen seiner hervorragendsten geistigen Führer. Hamburg. Die Zionistische Ortsgruppe veranstaltete am 7. März einen Bibelabend zugunsten des Roten Halbmondes und der Hamburgischen Kriegshüte, der einen außerordentlichen Eindruck hinterließ. Da Professor Emil Milan, der das Programm des Abends bestritt, demnächst auch in Berlin einen Bibelabend veranstaltet, soll erwähnt werden, daß Oswald Sander in der ״Neuen Ha tri - bürg er Zeitung“ über A4 i 1 a n schrieb; ״Wem diese Sprache quillt, weil er an jenen Kräften teil hat, der vermag das Wort Gottes zu verkünden, der kann die Worte der Heiligen Schrift so sprechen, daß sie nicht bloß Worte, ehrwürdige und geheimnisvolle zwar, bleiben, sondern mit der Kraft an unser innerstes Leben rühren, die in den Philosophen, Künstlern und Heiligen des Alten Testaments wirkte. Der Eindruck war so stark wie nur immer die Stimme der einzelnen bei der Menge.“ Berlin. Der Jüdisch-Nationale Gesangchor ,,H a - sami r“, der vor einigen Wochen zur Pflege hebräischer und klassischer Musik unter Leitung eines bewährten Dirigenten gegründet wurde, fordert stimm begabte Damen und Herren zum Beitritt auf. Meldungen nehmen die Expedition der ״Jüdischen Rundschau“, Sächsische Str. 8, und Frau Dt. E. Goldberg, Darmstädter Str. 4, entgegen. Berlin. Das Kuratorium ■der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums teilt mit, daß \ h, , r an der Anstalt durch Herrn Moritz Manheimet>1\'. gründeten Moses Mendelssohn-Toleranz-Stiftung alle zwei Jahre zwei Preise von 2000 M. bzw. 1000 M. für Schriften über ein Thema ausgesetzt werden, dessen Bearbeitung Menschenliebe, Gerechtigkeit und Duldsamkeit zu fördern geeignet ist. Der Wettbewerb steht Angehörigen aller Bekenntnisse offen. Für 1915 wird folgende Preisaufgabe gestellt: ״Der Einfluß des Toleranzgedankens auf die Stein-Hardenbergsche Judengesetzgebung unter Berücksichtigung ihrer deutschen Vorläufer. Insbesondere soll sie aus der durch Wilhelm von Humboldt vertretenen Idee des deutschen Humanismus erörtert und beleuchtet werden.“ Die Einlieferung hat bis zum 30. Oktober 1915 bei dem Sekretariat, Berlin, Artilleriestr. 14, zu erfolgen. Die Arbeiten sollen den Umfang von 3 Druckbogen tunlichst nicht überschreiten; sie sind mit einem Kennwort zu versehen, das auch auf einem den Namen des Verfassers enthaltenden geschlossenen Briefumschläge stehen muß. Das Urheberrecht an den preisgekrönten Arbeiten steht der Lehranstalt zu. Schluß des redaktionellen Teils. Büchsenstatistik 1914 Nachstehend veröffentlichen wir eine Statistik der verteilten und geleerten Büchsen im Jahre 1914. Es ist selbstverständlich, daß diese Statistik nicht für Vergleichszwccke herangezogen werden kann, war doch das z.weite Halbjahr 1914 ein nach jeder Richtung hin eexeptioneiies. Wir veröffentlichen die Statistik, um vor allem eine Uebersicht über die insgesamt verteilten Büchsen in den einzelnen Städten zu geben, und hoffen, daß so mancher unserer Freunde an Hand der Aufstellung uns auf diesen oder jenen Platz, aufmerksam machen wird, an welchem noch keine Büchsen vorhanden sind und wo sich doch eine Aufstellung derselben lohnen würde. Im Anschluß hieran fordern wir unsere Vertrauensmänner auf, die erste diesjährige Leerung wie gewöhnlich in den Peßach- Halbfeiertagen vorzunehmen. Wenn wir auch noch mitten im Kriege sind, so ist doch die allgemeine wirtschaftliche Lage in Deutschland seit einiger Zeit eine entschieden bessere geworden, und so hoffen wir, daß die Büchsenleerung zu Peßach ein einigermaßen zufriedenstellendes Ergebnis haben wird.