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Jüdische Rundschau · 1915-01-22 · Heft 4 (22.1.1915) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XX (1915)
Issue
Heft 4 (22.1.1915)
Date
1915-01-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 28 ist nahe verwandt mit der jüdischen. Wie wir, so seid auch ihr Juden ein Volk des Buches.“ Der Redner schloß seine Ausführungen, indem er wiederholte, daß in Palästina Platz für Moha in in e d a n er und J u d e n sei, ohne daß gegenseitige Schädigung notwendig und zu befürchten sei; daß sie vielmehr eine festgeschlossene Gruppe bilden könnten zur Erreichung gemeinsamer vatcrländischer Ziele. Im Namen der Familie E 1 - H u s s e i n i, einer der vornehmsten des Landes, hielt sodann M e 11 m e d S a 1 a h Abdul- L a t i f El- H u s s e i 11 i eine Anspräche mit hinreißender Beredsamkeit; er begrüßte in begeisterten Worten die Versammlung, in der man zum ersten Male Juden und Mohammedaner vereinigt sehe, um die Bande der Freundschaft wieder anzuknüpfen. Der Ort, an dem ein solches Ereignis sich vollzogen habe, meinte der Redner, sei dadurch geheiligt. Er fügte hinzu, daß er zu allen Zeiten von der Notwendigkeit einer jüdisch-mohammcdanisehen Union überzeugt gewesen sei und daß er glücklich sei, die nunmehrige Verwirklichung seines Ideals zu sehen. Er schloß mit dem Vorschläge, ein j ü d i s c h - a r a b i s c h e s Komitee zu gründen, in das er den Scheich Abdul-Kader-EI-Muzgar zu entsenden empfahl, da dieser einen großen Einfluß in arabischen Kreisen genieße. David J e 11 i n , der bekannte hebräische Schriftsteiler und Direktor des hebräischen Lehrerseminars, hielt eine von den Anwesenden mit großer Begeisterung aufgenomniene arabische Ansprache. Nach der Rede des Rabbiners Selig Lieder wurde die Versammlung mit einem Gebet für den Sultan und den Sieg der ottomanischcn Waffen geschlossen. Die Aktion für die Gründung eines jüdischmohammedanischen Komitees wird fortgesetzt. Der Zionismus als praktische Kolonisationspoütik in der Türkei Aus einem Vortrag Dr. Paul Rohrbachs. F>r. Paul Rohrbach der bekannte deutsche Kulturpolitiker, hielt am 17. Dezember 1914 auf Einladung der Zionistisehen Ortsgruppe in Münch e n über ״Die Zukunft des Orients“ einen sehr instruktiven Vortrag, dessen Gedankengang in der ersten Januar-Nummer unseres Münchener Bruderblattes, des ״J ü - dis eben Echo s“, wiedergegeben ist. Besonderes Interesse dürften Rohrbachs Ausführungen über die inneren Berülu rungspunkte der deutschen Orientpolitik und der zionistischen Bewegung finden. ״Wenn von qualifizierten, ackerbauenden Ein- Wanderern die Rede ist, so ist der Eintritt in den türkischen Staatsverband die einzige erfolgvcrsprechende Grundlage. Einwanderer, die nur Ackerbau treiben wollen, sind kein geeignetes Menschenmaterial. Daher kommt als einzige praktische Kolonisationspolitik die Idee des Zionismus in Betracht, der Plan derjenigen Richtung unter den Juden, die zum Teil, allerdings zum geringen Teil für deutsch-jüdische Elemente, ganz überwiegend aber für die großen, sich drängenden Massen im Osten ein sicheres Abflußventil im Orient schaffen will. Es ist nicht möglich, hier auf das große jüdischc Problem naher einzugehen. W i r h eg reifen und billigen es ohne weiteres, wenn wir Juden sehen, die den Versuch machen, dort in der alten H e i m a t, wo sich ein bodenbeständiges Volk bilden kann, ein neues Reis zu pflanzen. Ob es gelingt, steht dahin. Wer die j ii d i s c 11 e n Kolonien gesehen hat, 'der wird es nicht für unmöglich halten. Es kommt nur darauf an, daß' man in ein korrektes Verhältnis zur Türkei kommt. Die jüdischen Ackerhauer haben erst kürzlich beschlossen, die türkische Untertanenschaft anzunehnien in der Hoffnung, daß die Türkei erkennt, sie tue gut und praktisch daran, recht viele hereinzulassei! und ihnen den unbebauten Boden abzutreten. Ich will auf die weiteren Fragen nicht eingehen, sondern nur auf das eine nochmals hinweisen: wenn von Ackerbau kolonisation die Rede ist, m 11 ß in an Leute n e 11 men, die den Willen haben, aus bestimmten Gründen die Kolonisation durchzuführen und Kinder des Landes zu werden. Dazu halte ich die Juden imstand e. Man könnte als Gegenbeispiel die Templerkolonien anführen. Das ist aber kein Gegenbeweis. Hier waren religiöse Motive bestimmend. Und alles, was sich sonst noch von christlichen Elementen dort angesiedelt hat, hatte Templerkolonien zum Vorbild.“ _J U EDI SC H E RUNDSCHAU _ Oesterreich-Ungarns Zionisten im Felde Eine ganze Reihe österreichischer Zionisten, die im Felde stehen, wurden wegen beispielgebenden und tapferen Verhaltens aus gezeichnet. Leutnant Robert Zweig, der wie wir schon berichtet haben als Adjutant im Landsturm-Regirnent Nr. 13 (Olmütz.) gefallen ist, hat noch nach seinem Tode die Allerhöchste belobende Anerkennung erhalten. Er war Ausschußmitglied des Zionistischen Vereins ״Zion“ in P r o ß n i t z und war als dessen Vertrete!• im Kultusvorstand der Proßnitzer Kultusgemeinde. Einjahrig-Freiwilliger Ernst Pollak, im Feldjägerbataillon Nr. 25, Ex-Präses der Neure Jehuda in Wien, bekam die Silb e r n e Tapferkeitsmedaille und av aneierte zum Fähnrich. Er liegt gegenwärtig krank in Olmütz. Gesinnungsgenosse Leutnant Hans Mayer erhielt die Silberne Tapferkeitsmedaille 1. Klasse. Artillerie vormeister Adolf Rosenstreich aus Komanestie am Solones (Bukowina), Gründer der zionistischen Ortsgruppe in seiner Heimatsgemeinde und langjähriger Vertrauensmann daselbst, hat bei ntiseren Motorbatterien die Belagerung von Naitiur, Maubeuge und Antwerpen mitgemacht. Vor einiger Zeit erhielt er aus dem deutschen Hauptquartier das Eiserne Kreuz und ein amtliches Begleitschreiben. Er hatte mit seiner Abteilung die Aufgabe, das Fort St. Catherine in Trümmer zu schießen und sodann die schweren Schiffskanonen, die die Engländer zur Unterstützung der Belgier herangeschleppt hatten, zuin Schweigen zu bringen. Er löste seine Aufgabe ganz allein. Die Auszeichnung erreichte diesen tapferen Vormeister in einem Wiener Spital, wohin er zur Heilung seiner Verletzung gebracht vvorden war. Assistenzarzt Dr. Ladislaus Lichtenstein, A. H. der Kadimah im K. J. V. in Wien, sowie Assistenzarzt Dr. Isak Klopper, A. H. der jüd.-nat. akad. Landsmannschaft Jordania in Wien, erhielten wegen tapferen und aufopferungsvollen Verhaltens vor dem Feinde das Go IdeneVerdienstkreuzam Bande der Tapferkeitsmedaille. Fähnrich Hermann Klopper, A. H. der jüd. Lese- und Redehalle in Wien, wurde in Anerkennung tapferen Verhaltens vor dem Feinde mit der Goldenen Tapferkeits medaille ausgezeichnet und zum Leutnant befördert. Als solcher erhielt er jetzt das sign um lau dis. Leutnant Dr. Moses Hauer, A. H.der Hasmonäa in Czernowitz wurde mit dem s i g n u in 1 a u d i s und dem Militär ver dienstkreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Leutnant Eugen Eisler, Sektionsleiter des Sportklub Hakoah in Wien, rückte als Kadett ein und erhielt nach kurzer Zeit den Fähnrichsrang und die belobende Anerkennung vom Arrneekommando Auffenberg. Jetzt wurde er mit der Silbernen Tapferkeitsmedaille 1. Klasse ausgezeichnet und zum Leutnant befördert. Einj.-Freiw. Julius Gerstl, Führer im jüdischen Wanderbund ״Blau-Weiß“ in Wien, wurde auf eigenes Verlangen der Maisch körnpagnie zugeteilt und wurde bereits nach drei Wochen zum Korporal befördert und mit der Goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Er ist jetzt erkrankt. Leutnant Rudolf Pollak wurde, vor Lublin verwundet, mit der allerhöchsten belobenden Anerkenn u n g ausgezeichnet. Als er nach seiner Wiederhersteliung wieder zur Front abgegangen war, wurde er zum zweitenmal verwundet und befindet sich derzeit in Prag. Vor kurzem wurde ihm die neuerliche allerhöchste belobende Anerkennung bekanntgegeben. Herr Pollak war Vorstandsmitglied des Gablonzer zionistisehen Vereines ״Theodor Herzl“. Dr. Josef Rappaport, A. H. der Hasmonäa in Lenrberg, Feldwebel cand. jur. Karl Kugler, i. a. B. der Hebronia in Czernowitz, Ludwig Hirsch, Mitglied des Sportklub Hakoah in Wien, und Kadett d. R. Alexander K re m e 11 e zky , a. B. der Verbindung Makkabäa in Wien, Sohn des Mitgliedes des Großen Aktionskomitees Johann Kremen ezky, wurden mit der Silbern enTapferkeitsmedaillcl. Klasse ausgezeichnet. Nr Nr. 4 Alfred Pi ck aus Zebus bei Wegstädtl i. B., Falin rieh i. R. hat für Patrouillendienste am San flusse die Silberne Tapferkcitsme d a i 11 e erhalten und wurde zur Beförderung zum Leutnant vorgeschlagen. Fähnrich Kar Sprecher, Ferialleiter der Kadimah in Lern berg wurde außertourlich zum Leutnant beför dert. Assistenzarzt Dr. J. H. Körner, Pre rau, gevv. Obmann des innerösterr. zionist Distrikskomitees, wurde zum Oberarzt bc fördert. Aus der Reihe der jüdisch-nationalen Turner Oesterreich-Ungarns wurde Paul Wein stein, .Olmütz, zum Leutnant befördert um mit der öoldenenTapferkeitsmedaillc ausgezeichnet. Leutnant Ernst Munk aus Bos kovvitz erhielt das Goldene Verdienst kreuz. Hugo Spitzer und Günsberger. vom Ersten Wiener Jüdischen Turnverein um Alfred Popper vom Jüdischen Turnverein Fünf haus, wurden zum Oberleutnant ernannt Gesinnungsgenosse Zdenko Königstein. Leutnant des lnf.-Reg. Nr. 25, A. H. der Jüdisch- Akademischen Verbindung Ivria, erhielt wegen tapferen Verhaltens vordem Feind die Aller höchste Anerkennung. Aber auch die Verlustliste weist cim größere Zahl von Gesinnungsgenossen auf. Vermißt werden: Karl Goldberger, Leutnant der Res. im lnf.-Reg. Nr. 13, Schriftführer des Volksvereins ״Zion“ in Freuden thal und Hans Konstandt, Einj.-Freiw., Unterjäger im Feld-Jäger-Bataillon 5, Sohn des Obmannes des Volksvereins ״Zion“ in Freuden- 2 sehüi't und I sehen Gesin die h bischt Ernst in ru b reichi lückei daß nur s An \ ins F Zioni als ö dater sch! mit; Orga alle zelne gena nosst Uebe zur schal Red thal. Beide Gesinnungsgenossen aus Freudenthal wurden am 27. August verwundet und dürften in russische Kriegsgefangenschaft geraten sein. Ebenso gerieten verwundet in russisehe Kriegsgefangenschaft: Kadett d. Res., Eugen B 1 e i e r und Eugen Munk, beide im Budapester Jüdischnationalen Sportklub V. A. C. Der bisher vermißt gewesene Wiener Gesinnungsgenösse, Assistenzarzt Dr. Felix Ornstein, Wien, befindet sich ebenfalls in russischer Gefangenschaft. Einj.-Freiw., Mediziner Ottö Licht- Witz, Führer des Jüdischen Wanderbundes ״Blau-Weiß“ befindet sich in russischer Gefangenschaft in Taschkent. Unter den gefallenen Zionisten sind unsere Gesinnungsgenossen; Leutnant d. Res Ingenieur Moritz Deutsch, A. H. der Jüdjsehen Ferial-Verbindung ״Emunah“, Bielitz; Dr. Markus Schapira, A. H. der Zephira-Czernowitz (auf dem südlichen Kriegsschauplatz); Leutnant Ingenieur Jakob Rohriich, A. H. der Jordania in Wien und der Tikwah in Suczawah und Ernst Gabor, Mitglied des Herzl-Vereins in Budapest. Ferner fielen auf dem südlichen Kriegsschauplatz bei dem heldenmütigen Angriff an der Spitze seines Zuges unser Gesinnungsgenosse Otto Heller aus Kornotau, Res.-Kadett im K. K. lnf.-Reg. Nr. 11. Er und sein Bruder, Robert Heller, der auf dem nördlichen Kriegs- Schauplatz kämpft, haben sich viele Verdienste um die zionistische Arbeit unter den Akademikern Nordböhmens erworben. Prof. Armin Bokow׳ einer der bekanntesten ungarischen Gesinnungsgenossen, der sich um die ungarische Organisation große Verdienste erworben hat und u. a. in den Jahren 1906 und 1907 Redakteur des damaligen zionistischen Organs: ״Z s i d o N e p - 1 a p“ war, ist auf dem nördlichen Kriegsschauplatz gefallen. Viele gefallene Freunde beklagen die judisch-nationaien Turn- und Sportvereine Oesterreich-Ungarns. Otto Reiß, eines der tüchtigsten Mitglieder des jüdischen Sportklubs Hakoah in Wien und seine Klubgenossen Fritz Wagner und Otto M ü t z sind gefallen. Seinen Verwundungen ist in Budapest Jakob Bela Ro■ senfe Id erlegen, einer der tüchtigsten Fußballspieler des Budapester Sportklubs V. A. C. Er war als Infanterist eingerückt, im Felde zum Korporal avanciert und mit der Silbernen Tapferkeitsmedaille 1. Klasse ausgezeichnet worden. Die Mitglieder des Ersten Wiener Jüdischen Turnvereins, Ing. Philipp P o 11 a k, Leo Fried und Paul Schiller, ferner die Mitglieder des Döblinger Jüdisch-Nationalen Turnvereins, Dr, S i 1 b i g e r und Jurist Willy Lederer sind verwundet. a n c ln P Hins! 1 Alliai zzwii Oppi Nach f ü n AUia oft türki Dele den Herr sprai mus und stret cis! AU gen herv eine: satic der ausz des Judt Nac die hocl side ist 1 Leb Glü keh; sein Sch brei in c bei« her Jud

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