Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIX (1914)
- Issue
- Heft 28 (10.7.1914)
- Date
- 1914-07-10
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 304 JU EDI SC HE RUNDSCHAU Nr. 28 und Stadtschulen, Gymnasien, Lehrerseminaren, Musikschulen usw. vicruiidvier/ig rein hebräisch. Und die übrigen einundzwanzig? Nun, nicht lange wird cs dauern und — sie werden hebräisch sein oder nicht sein. Linen geistigen Kampf unter den Intellektuellen Palästinas kann es aut diesem Gebiet nicht mehr geben. Das Leben selbst macht Schule und gibt die Parolen, da sieh jedes Jahr die Zahl derer, die vollständig hebraisiert werden, auffällig mehrt. Berücksichtigen wir doch folgenden Umstand: In den rein hebräischen Schulen und Kindergärten der Städte und Kolonien gibt es etwa fünf- bis sechstausend jüdische Kinder, d. h., dali jedes Jahr allein aus diesen Kreisen etwa sieben- bis achthundert Jugendliche, die im hebräischen Sprechen glänzend geschult sind, zu den bereits hebräischen Elementen hin/ukommen, diese stärken und die noch nicht hebräische Umgebung aufs äußerste beeinflussen. Jemand hat vor ein paar Jahren ausgerechnet, daß etwa die Hälfte der jüdischen Bevölkerung Palästinas das Hebräische zu• mindest verstelle. Auf Grund meiner Eindrücke glaube ich jedoch versichern zu können, daß diese Tat- Sache bereits überholt ist. Denn von zwei Seiten zugleich wird die Lamilie und das Leben in Palästina beeinflußt: Einerseits durch das Kind, andererseits durch die Arbeiterschaft, die in bezug auf die Be• lehmig der Sprache von einem rücksichtslosen L'anatis• 11111s erfaßt ist. Während sie sonst bestrebt ist, der höchsten Freiheit zu dienen, kennt sie hier keine Freiheit, keine Toleranz. Indes, wo ist Großes ohne eine Portion Fanatismus zustande gekommen? Das Hebräische hat also in Palästina für sich die beiden bestechendsten Faktoren, die Jugend und die Arbeit, Falls also nicht durch künstliche Mittel durch Machtfaktoren von außen — ein Zuriickschrauheii dieser Eidwicklung erfolgen sollte, dann wird voraussichtlieh im Laufe von zehn, zwanzig Jahren die gesamte Judenschaft Palästinas so hebraisiert werden, daß sie teilweise es vergessen iiaben wird, daß sie ehemals hat hebraisiert werden müssen. Da aber beginnt die gewaltige Bedeutung Palästinas für das gesamte Judentum, ich meine nicht etwa im Sinne des sogenannten geistigen Zentrums. Habe ich doch niemals dem Gedanken gehuldigt, daß ein Häuflein von in Palästina ansässigen Juden in der Lage und berufen sein wird, das geistige Leben des gesamten Judentums zu gestalten, die jüdische Individualität zu prägen und der jüdischen Nation die geistige Marschroute vorzuschreibeii. Dazu, habe ich immer wiederholt und wiederhole es auch jetzt, ist eine konzentrierte jüdische Masse, die eine Majorität in Palästina bilden müßte, notwendig. Dazu ist also die Voraussetzung des politischen Zionismus eine grundlegende Notwendigkeit, Was aber Palästina schon auf dem Wege zu diesem Ziele nach einer ge• wissen Erstarkung der dortigen jüdischen Bevölkerung dem Judentum geben kann, das sind die nationalen Formen, und von diesen nationalen Formen ist zweifellos das Hebräische die mächtigste, diejenige, die das Leben am meisten beeinflussen und sogar tunwälzen kann. Ist nur Palästina selbst erst ganz hebraisiert, sprechen die dort wohnhaften über I11111derttausend Juden ausschließlich Hebräisch, dann greift der Entwicklungsprozeß weit hinüber und schafft unabsehbare Möglichkeiten. Zunächst wird dieser Prozell die in der Nähe Palästinas seihst gelegenen jüdischen Gemeinden erfassen. Da ist z, B. einige Stunden von Tiberias entfernt - nicht gar so weit von den herrlichen trausjordanischen Territorien, die noch zu Palästina gehörten - in der Stadt Damaskus eine jüdische Bevölkerung von fünfzehn- bis zwanzigtausend Seelen wohnhaft, die, wenn nicht assimilatorisehe Gegenkräfte ausgcspielt werden sollten, mit Leichtigkeit zu hebraisiereu ist, da sind weitere jiidisclte Gemeinden in Aleppo, Beirut usw., die sich aus verschiedenen Motiven leicht in diesen Enlwirkltmgsprozeß hineinziehen lassen. Und dann wird sich die lebendige hebräische Sprache von einer orientalisehen Stadt nach der anderen, nach Kairo mul Alex,111׳• clrien ebensogut wie nach Smyrna und Kcmstantinopel, fortpflau/.cn und alle anderen Konkurreutiimcii aus dem Felde schlagen. Sprechen aher erst einmal Fluiulcrttausende von Juden in ihrem Lehen, in ihren: Heim wie iu ihrem Geschäfte, in ihren Versäum!, lungen wie auf der Straße, ohne jeden Zwang da• Hebräische als ihre Muttersprache, dann ist die ganz! Sprachen frage, welche mm bald ein Jahrzehnt hin. durch auch das nationale Judentum in zwei sieh s! sehr befehdende Lager gespalten hat, ein für allem,־! erledigt, dann werden die Massen nicht mehr <lis kuticrcn, sondern handeln. Mehr als jede noch si fein durchdachte׳ Ideologie wird hier der Will! schaffen. Die reale Wirklichkeit, welche uns zeiget wird, daß wir ein einheitliches Volk sein können wird 1111s der Notwendigkeit üherhelien, durch ethno graphische und soziologische tiefgründige Ausein aiidersctzungcn allen Juden beweisen zu müssen, wa! sie sind. Das seelisch zerrissene Ich des moilernci Juden wird dann ebenso ein Ende nehmen, wie sciui scheinbare Kompliziertheit. Jeder Jude, der die hislori sehen und kulturellen Komponeuleii seines cipeiiei Wesens erkennt, wird daun nicht nur iu der Theorie somlem auch in der Praxis die Entscheidung «larübe treuen müssen, welcher Liehe seine künftigen Geile rationell zu gehören haben. Wo cs aber geschlossene des Judentums noch voll bewußte Massen gibt, d wird das Hebräische mit immer größerer Progressio siegen. ״ Indes all dies mag Zukunftsmusik sein, di nianclicm vielleicht auch sehr fremdartig und utc pistisch vorkommt, wie ja alles Zukünftige utopistisc ״t״״ic*!־!!n»n qT abcr selbst von den sclieiiiba utopistischen Betraditungen und schauen wir nur di greifbare Gegenwart oder in die Zukunft, die fast greifbare Gegenwart ist, hinein, so sehen wir, wie Hebräisch für die Juden in Palästina nicht mir ein Streben nach geistiger Ganzheit, sondern zugleich ein Streben nach Daseinsmöglidikeit ist Ohne «fas Hehräische sind die gegenwärtigen Juden Palästinas Staub, kulturell und wirtschattlieh Atome, die vor jedem Lufthauch in alle Richtungen verwehen. Ohne dieses Einhejlsmuiiicnt sind sic weder ein poiitisclicr Faktor im Lande, noch können sic trotz ihrer großen Anhänglichkeit an das Land diesem die Treue hewahre״. Was bedeuten liiiigcgcn auch die bloßen Iiuiiilcrtfausend Juden, wenn sie eine einheitliche Kultur repräsentieren, was bedeuten sie für sich, für ihr sozial wirtschaftliches Zusammenleben und für unser Ziel? Ja, was kann diese Kerntruppe für die Lösung der Fragen bedeuten, die sich um den Zioiiismus, um das Jtidenproblcm und um Palästina gruppieren?! Allein, wird mancher eitnveiulcn, übersieht man denn ganz und gar den Zwang, dem damit der jüdische Volksgeist ausgesetzt wird? Ist es denn nicht ein geisttötender Prozeß, wenn Massen, die sich bereits lebender Sprachen, und seien diese seihst noch so wenig entwickelt, frei und uneingeschränkt bedienen, mit aller Gewalt dazu gezwungen werden, ihrer Psyche Ketten an/ulegeu, die für die freie E״tfaltung «les Gedankens, des Wortes, des Geistes ein Hemmschuh sein müssen? Ist nicht zumimlest der Uebergaug (wenn schon das Hebräische wirklich eine Vollsprache ist), ist nicht der Ucbergang an sieh ein ungeheuerlicher Akt? Trägt er nicht zur Ein- Schränkung, zur Verdummung bei, bringt er nicht mit sieh ein neuartiges Martyrium für diejenigen, die durch Schule und Ocffcntl'ichkeit in das Exneriment liiueingez.wängt werde״? Demgegenüber nabe ich die wohltuende Bemerkung gemacht, daß gerade einer der schönsten Momente in diesem Prozeß der Uebergaug ist, das Schaffen der Sprache, das Miterleben des Schöpfungsnktcs lind das Bewußtsein, daß jeder einzelne liier an einem welthistorischen Sehöpfungsaklc tcilnimmt. Wer in Palästina die Details dieses Aktes mitbcobaclitet hat, wer mit angesellen hat, wie der einzelne die kleinen und großen Schwierigkeiten dabei zu Überwinden sucht, der spürt die wunderbare Schönheit des grandiosen Ucbcrgangs, der versteht es auch, warum ein solcher Kampf in Palästina ausbrach, als die hebräischen Positionen gefährdet waren, Denn in Palästina seihst gibt es unter den irgendeinem Ideal hiiincigcmlen Elementen in bezug auf das Hebräische keinen Kampf mehr. Nicht nur die nach Palästina kommenden Zionisten, sondern auch alle Juden, «lic in Palästina eine rcgelrechte hebräische Schulbildung genossen haben, betrachten diese Frage als gelöst, und für sic gibt es ebensowenig eine Sprachenfrage, wie es für die anderen Völker eine solche gibt. Das Hebräische ist ihre Sprache, die mail ihnen entreißen will, wenn man das Prinzip aufstellt, daß irgendwelche dieser Lehranstalten einer anderen Unterrichtssprache sieh bedienen soll, Wie es für die Tschechen, für die Bulgaren, für die Serben, wie es also nicht nur für die großen Kullurnationen, sondern auch für alle die Völker, die erst vor wenigen Jahrzehnten ihre Sprache auszubildcn begonnen hohen, keine Frage mehr gibt, ob iu ihren Schulen die von iluien gesprochene Sprache 'die herrschende sein soll, so ist für die aktiven palästinensischen Juden die Antwort auf dieses angebliche Problem mit eben solcher Entscliiedeuhcit gegeben, Sollte es sieh heraiisstclle», also «lenken sie, daß irgendwelche technischen Ausdrücke oder Begriffe in «ler hebräischen Sprai-he fehlen, so .werden wir sie ebenso wie «lic midcrcn schaffen oder aher in der ungeheuren Fundgrube 1111sercr alten und mittelalterlichen Literatur finden. Man müsse doch bedenken, welche Summe von Geist und Gedankenarbeit, von Reproduktionen anderer Ideen und Begriffswelten und von Durcharbeitungen eigener Systeme in jenem über Jahrtausende sieh erstreckenden Schrifttum enthalten ist, um zu begreifen, welchen Wortreichtum wir daraus noch schöpfen können, wenn cs inis gelungen ist, für alle täglichen Bedürfnisse die nötigen Ausdrücke aus der alten Literatur herbeizuseli;iffen; so werde es uns für die Wissenschaft nicht minder gelingen, entweder Vorhandenes zu erneuern oder neue Worte im Sinne der hebräischen Sprache zu erzeugen. Wegen des Fehlens zweckmäßiger Ausdrücke habe noch kein Volk einer Zuriieksetzung seiner Sprache zugunsten einer anderen zugesiimml. Wollte man dieses Prinzip konsequent durchführen, so müßten nur ganz wenige Kultursprachen zum Unterricht in den I lorhschulcn ilicnen, so hätten die meisten jetzt bestehenden Universitäten und Hochschulen überhaupt nicht gegründet werden dürfen, und gar viele von ihneh noch lieutzufage geschlossen werden müssen. Befanden sich etwa «lie Magyaren, die Tschechen, die Rumänen, die »ulgaren in einer besseren Situation, als sie ihre Universilük'11 gründeten? Sic haben jedenfalls in weit höherem Maße zu künstlichen Miltein greifen müssen, um ihre Terminologie zu schaffen, Daß eine nach Wiedergeburt «ler eigenen Sprache so stürmisch sielt selinemle Bevölkerung um der fehlenden Terminologie willen mitten auf dem Wege stehen und nicht einfach nach Abschaffung der Mängel trachten sollte, wäre ein kultureller Rückfall und eine Verleugnung des eigenen Iclts, Seihst wenn man nicht auf natioiialem Boden steht, muß man sich darüber klar werden, clnli die!)nlüHtincnsisclic jüdische Bevölkerung nur dann in ihrem Dasein einen Zweck scheu kann, nur dann in der Lage ist, sich überhaupt emporzu- 'eben, wenn sie einen Lebensinhalt bekommt. Welcher andere, allen Klassen gemeinsame Lebens- Inhalt konnte aber außer der Zusammcnschlicßung zu einer einheitlichen nationalen Masse noch genannt werden? Kein Volk der Welt begnügt sich während seiner nationalen Knechtschaft einzig und allein mit wirtschaftlicher Emporhebtmg seiner Eiiizclsehichteit, und am wenigsten könnten es die Juden in Palästina tun. die ihre ganze Zerrissenheit auf der einen Seile und die Möglichkeiten auf der anderen Seite so deutlich sehen. Eiir sie ist die Problemstellung am radikalsten: ■Entweder Nationalisierung mit einem nationalen Zweck und klaren nationalen Formen oder Untergang mit allen seinen ästhetischen Defekten und ethischen Sclbstvcrniclitungsprozcsscn! Zwar gibt cs auch noch einen dritten Ausweg, die Konservierung des immer zuriicktretcuden Ghettos, aber dieser K011-. servierung widerspricht jede Beimischung irgendwelcher Kultur, so daß alle, die sich mit Palästina befassen, nur den einen der erstgenannten Wege haben und, je später, desto bestimmter sich selber vor «ler gekennzeichneten Alternative sehen werden. Die Frage nach der Entwicklung der Juden in Paliistina ist, selbst abgesehen von dem gesamten anderen Judentum, von solch bitterem Ernst, daß man hier die Gedanken zu Ende denken muß; es ist aber auch klar, daß jede Handlung, jedes Schaffen schließlich doch nur positiver Natur sein kann, weshalb auch unsere Gegner am letzten Ende selbe! gezwungen sein werden, in bezug auf die Sprache dem Hebraismus voll und ganz das Feld zu räumen, weil sonst ihr Ttm und Treiben widersinnig wird. Wenn in irgendeiner Lehranstalt, sei es in eine! Mittelschule, einem Technikum oder Hochschule nicht hebräisch unterrichtet werden sollte, so wird dieses Institut denen, die es erbeben soll, ein Fremdkörper sein, dein sie sieh vielleicht mit Rücksicht auf die harten Notwendigkeiten zeitweilig anpassen werden der aber die Konflikte in ihrem eigenen Ich sowie die durch historische Entwicklungen und durch unheil. volle Unterdrückungen hervorgerufene Zerrissciiltei; nur noch verschärfen wird. Hingegen wird jedes Kulturiustitut, das auf der Basis des Hebräischen auf. gebaut ist, einen Teil ihres eigenen Ichs bilden. Und sollte cs selbst infolgedessen zeitweilig pädagogische Minussc geben, so werden sic durch die positiven Stimmungen, die in einem solchen Institut herrschen, reichlich ausgeglichen werden. Mehr als alle unsere Worte, überraschender als alle abstrakten Auseinandersetzungen spricht das Leben in Palästina selbst. Wer dort nur wochenlang «las Gewordene und das Werdende mitcrlcht, wer iu das Innere ditscs sprachlichen Betriebes hiueindritigt, wer das Hebräische in dem Munde des Landwirts wie des Landarbeiters, des Kutschers wie des Friseurs, des Kaufmanns wie des Handwerkslchrlings vornimmt, der versteht cs, weshalb von jedem beim Eingriff in diese Dinge ein Heiligkeitsgefühl verlangt wird. Es ist ein historischer Prozeß von ühcrwältigernder Größe, wenn man sieh seine Emlkonse- ([Uenzen durchdenkt. Leider ist dieses Erichen noch nicht jedem klar, leider ist noch nicht die Erkenntnis allgemein «lurchgedrungen, daß jenes Erichen kein Parteiprogramm mehr ist, Dann aher noch eins: Wer auf halbem Wege stellen bleibt, vergißt, daß jeder Schritt bis zu diesem Punkt zugleich ein Schritt zum Ganzen ist. Nichts hat bekanntlich so sehr zur Hebraisierung tles Landes beigetragen, als das Netz der hebräischen Kindergärten, und das war doch gewiß ein unschuldiger Schritt, ein Schritt, der sieh ohne weiteres aufdrängte, wenn man nach Palästina Kultur bringen wollte. Dieser Schritt hat allerdings von vornherein gezeigt, daß es für «lic jüdische Bevölkerung Balästinas eine andere Sprache nicht gibt. Gedanklich und real haben sieh diese Kinder* gärten als die Zerstörer jeder halben Politik erwiesen. Nur ein Weg hätte noch vielleicht die Entwicklung in Palästina für längere Zeit zuriickhalten können, nämlich der Weg, der von den Alliancesehulcn Jahrzehnte hindurch befolgt wurde, obschon schließlich sich dies Hemmnis als nutzlos erwiesen hätte; sicher aber ist es, daß jedes Zugeständnis an das Hebräische bereits sämtliche Zugeständnisse in sich involviert. Triumphierend über den Fortschritt im Ikbräiselten, werden wir aber unseren eigenen Pflichten erst dann genügen, wenn wir alle Lücken tu diesem Prozeß ausfüllen, wenn wir durch Tat und Idee jede Einschränkung dieser Kulturcntwicklung verhindern werden. Uns wird es obliegen, unsere Stimmungen in Realitäten um/iisct/cn, die notwendigen hebräischen Geisteswerke zu schaffen und alle Lehrmittel -• nicht nur für die Gymnasien, sondern auch für das Technikum und für die Universität ins Leben zu rufen. Da gibt es in Palästina einen sogenannten Wand Hainschon, ein Institut, das dazu dienen soll, die hebräische Sprache zu vervollkommnen, die fehlenden Ausdrücke zu finden oder zu schaffen, die attftauehenden neuen Wörter nach ihrem hebräischen Geist zu prüfet! und alles das, was bereits vorhanden ist, zu systematisicren und sowohl der Schule als der Ocffcntlichkeit zugänglich zu machen. Dieser Wand Hainschon ist aber bislang nur erst der Schatten, die Idee des erforderlichen Insliltils, Da gilt es, «Irr Idee Fleisch und Blut zu verleihen, den wand I Inlasehon zu einer Art Sprarlmkatlfinic zu machen und dieser Akademie solche Kräfte zu/uftihrett, die durch ihre sprachliche Schulung bereits dazu geeignet sind, sich ganz dieser Aufgabe zu widmen und «lie Ausbildung der Sprache von historischen, wissenschaftlichen und ästhetischen Gesichtspunkten * durchzuführen. Vielleicht wird cs eine der Aufgaben sein, mit der die zu gründende Universität sich zu befassen haben wird; denn sic wird ja am ehesten empfinden, was und wo cs noch fehlt, und sie wird ja am ehesten in der Lage sein, das Fehlende zu ersetzen. Indes die ״hebräische" Universität? Ist es doch nidit schon wieder ein Ziel, das, wenn alle anderen Schwierigkeiten behoben sein