Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIX (1914)
- Issue
- Heft 28 (10.7.1914)
- Date
- 1914-07-10
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 2$ JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 303 Stück dieses Bodens erscheinen. Erstaunlich ist es aber, wie viele, die vielleicht nur wenige Jahre im Lande sind, mit einer Art Inbrunst au der Erde hangen. Da muß wohl in diesen Leuten viel Liehe und viel Wandlungsfähigkeit vorhanden sein, die auf die Um• gebung und vor allein auf die aufnahmefähigen neuen Ankömmlinge ansteckend wirkt. Schließlich ist es nicht nur oberflächliche Nachäffung, sondern eine eigenartige Suggestion, wenn auch unter denen, die soeben aus Europa gekommen sind, solche Fein• schmecker des Bodens uns eutgegeiureteii. In den regenerierten Juden Palästinas ist jeden■ falls ein neuer Sinn erwacht, Sie liehen nicht nur das gesamte Land, das doch die Verkörperung einer Idee darslellt, sie liehen in noch weit höherem Malle den bestimmten Boden, an den sic selbst Jahre gefesselt sind. Der Lokalpatriotismus der in Palästina verstreut wohnenden Judengruppen ist von überquellen• der Kraft, ist wie eine Eleinentarkraft. Wer eine Zeit• lang den Palästinensern wahrend ihrer privaten Unterlialuingcii aufmerksam zuhört, der kann den Gesamt• cimlruck also kurz zusammenfassen: Pur den Rischoner gibt es nur ein Risclion, voll idyllischer Stimmung und vielfacher Legenden, ein Risclion, das seine aristokratischen Allüren eifersüchtig bewahrt. Der Pcthach-Tikwaher braucht in seinem Sclbsibevvußtscin mit der Entwicklung seiner Kolonie gar nicht erst zu prunken (er zeigt sie einem jeden). Rcclioboth ist von jeher ein' Mittelpunkt öffentlichen Lehens und lockt ja bekanntlich in den ()Stellagen iäuseiule zu seinen Festspielen. Katra ist zwar klein, es hat ja aber die Geschichte und jetzt auch eine in die Augen fallende Wirtschaft für sich. Glieder« — mm, wer weiß es nicht, unter welchen Mühsaleu Leiden und Opfern die Kolonisten daselbst geblieben seien? Wie sie ausgeharrt hätten, obwohl seinerzeit der Tod die besten Jünglinge dahinräffte, obwohl alle damals schrien, daß die Insassen von Glieder« wegen des verhängnisvollen Klimas ihren furchtbaren Boden verlassen sollten? Ist nun nicht aus jeder todbdngen• den Siedlung ein wundersames Dorf mit entzückenden Alleen «nd herrlichen Hainanlagen geworden, in denen Hunderltausende von hochragenden Eukalyptus• bäumen Schatten und Gesundheit spenden? Der Sichron Jakober hat wiederum ganz andere Vorzüge, Er liebt seine Aussichten auf das Meer, er rühmt die Lage seiner Siedclung auf hohen Gipfeln und seine zentrale Position, in Samaria, deren Bedeutung erst in der Entwicklung der Kolonisation an den Tag kom• men werde. Der Sichren Jakober verweist mit Stolz darauf, wie seine Kinder, obwohl sie ehemals durch den Goldregen aus Paris so sehr verwöhnt waren, jetzt in der einfachen landwirtschaftlichen Arbeit auf. gehen. Und so gellt es in ähnlichen Tonarten immer weiter. Nicht!mehr die Schönheit der Natur ist es in erster Reihe, worauf die Insassen von Galiläa hinweisen, obwohl sie sich dessen bewußt sind, dal! Galiläa es 1nit jedem Orte der Welt aufnehmen könne, Was die Einwohner von Mcrchawja, Kinereth, Sed• scher«, Jcnnna, Dagania, Milhamijeh und anderen bieten können, sei mehr als Schönheit der Natur. Hier fände man die Ideale des Volkstums, der Arbeit, der Gleichheit oder zumindest des gegenseitigen sozialen Verständnisses. Hier sei der ausgesprochenste Zio• nismus, verbunden mit den größten anderen Idealen, im kleinen verwirklicht. Hier kenne die Opferfreudig• keit keine Grenze und scheue nicht davor zurück, die ganze persönliche Kraft und auch das Leben hinzugeben, wofür es bereits ja zahlreiche hinge• metzelte Zeugen auf den galiläischen Feldern gebe, Wer wisse nicht von dem Heroismus derer, die den neuen jüdischen Besitz zu bewachen und zu beschützen beauftragt seien, wer kenne nicht ihre Bereitwilligkeit, jeden Augenblick für die Ehre ihrer Siedclung es mit noch so vielen fanatischen! Arabern aufzuuehmen und in den Tod zu gehen? Und wenn man dann nach Nordgaliläa weiterkommt, da gibt es wieder an• dere Lieder. Rösch - Pinah und Metulla können auf die angeführten Vorzüge nicht mehr hiinvcisen" und wollen von der Ideologie der nach Palästina komnienden opferbereiten jüdischen Arbeiter nichts wissen, sie können aber mit irdischeren und für die meisten vielleicht verlockenderen Dingen aufwarten. Hoch in den Bergen gelegen (erreicht doch Metulla eine Höhe von 1200 Metern) können die genannten Siede• Imigen bald ihrer schönen Lage, bald sowohl ihrer schönen Lage als ihrer herrlichen Luft sich rühmen. Und derselbe Geist, der die Dörfer beseelt, tritt in anderer Form auch in den Städten hervor. Jerusalem braucht ja seine Bedeutung nicht hervorzuheben. Jaffa k nn mit Leichtigkeit au? seine Verdienste um die Wiedergeburt des Landes, des Volkstums und der Sprache hinweisen. Haifa — nun das weiß ja jedes Kind in Palästina, daß Haifa die schönste Stadt im Lande sei und einer außergewöhnlichen Zukunft entgcgenselie. Ich könnte alle diese Beispiele durch zahllose ähnliche ergänzen, aber ich glaube, daß schon das Gesagte genügt, um zu zeigen, mit welcher Innerlichkcit die verhältnismäßig noch kleinen Judengruppen in Palästina den Regenerationsprozeß erleben. Namentlich ist die Liebe zum konkreten Boden von ווווgeheurer Bedeutung für die Gesundung der jüdischen Volksseele. Ein Volk von 12*/a Millionen, das nicht an den Boden gefesselt ist und den Erdgeruch nicht kennt, ist von vornherein eines der Elemente beraubt, die dem Volke seinen tiefsten Naturinhalt geben. Diese Stimmungen sind es im Verein mit der lieber- Zeugung, daß jeder Tag, an dem wir keinen neuen Boden hinzukaufen, für unsere Sache in Palästina ein verlorener ist, die dazu beitragen, die fieberhafte Bodenkauftendenz zu nähren, sic bewirken cs, daß jeder, der von Palästina ohne Landerwerb zurückkommt, sich zionistisch gleichsam gelähmt fühlt, sich in einem gewissen Sinne nicht als Vollzionistcn mehr betrachtet. Infolge aller dieser Momente ist es kein Wunder, daß die Aehusabewegung solchen Anklang findet. Im verflossenen Frühling war Palästina von Ankömmlingen völlig überschwemmt, und ein großer Teil dieser Ankömmlinge kann seiner Begeisterung für das Land mir in der Form der Acliusa (iem'igc leisten. Die Einriclitung, wonach jemand jahrelang eine gewisse Sumini־ einzahlt und vorläufig in dem Lande, in dem er lebt, nach wie vor seinem Berufe nachgehen kann, wiihrend drüben sein Landstück bearbeitet und für ihn vorbereitet wird, diese Einrichtung ist die natürliche Antwort auf ein Bedürfnis, das in den letzten Jahren mit .solcher Wucht zur Tat drängt. Neu ist diese Form der Kolonisation zwar nicht. Was war schließlich die Gründung von Rcchoboth anderes? Auch hier war cs eine Zusammenfassung einer größeren Anzahl von Leuten mit kleinerem oder größerem Kapital, die zum allergrößten Teil in Rußland zurückblicnen, zunächst ihre Felder bearbeiten ließen und dann erst nach und nach in das Land übersiedelteii, als ihnen die Gewöhnung an die neuen Verhältnisse und an die neue Arbeit nicht mehr solche Schwierigkeiten bieten konnte. Daß die Aehusabewegung gerade in Amerika besonders stark geworden ist, erklärt sicli vielleicht durch den unternehmenden Sinn der Amerikaner, und erleichtert wird die Verwirklichung dadurch, daß der Dollar in Palästina, dem Lande der Franken, einen solch hohen Wert hat. Indes Amerika ist ja durchaus nicht das einzige Land, in dem die Aehusoth überhaiidiiehincn, neuerdings kommt wiederum auch Rußland immer mehr in Betracht, w0׳ gerade die mittleren Kreise zur Gründung von solchen Gesellschaften eine Neigung spüren. In einer Reihe von Städten haben sich für diese Ncugründungen neben Zionisten auch ganz indifferente und politisch sogar gegnerische Elcmente gemeldet, So gibt es laut den Angaben des Palästinaamies bis heute in Rußland, Amerika, England etw׳a dreißig solcher Landkaufsgesellschaften, Wenn man bedenkt, daß einzelne Aehusoth Hunderttausende repräsentieren, so bedeutet es, daß man bei starker Anstrengung und konsequenter Ausnützung der Kräfte im Laufe der nächsten Jahre, sagen wir des nächsten Jahrzehnts, Dutzende von Millionen nach Palästina hinüberwerfen kann, Es liegt mir fern, das Kapitel der Aehusoth, über das der Dclcgiertcntag ein spezielles Referat hat, ausführlich zu behandeln. Nur die Achusa Wilna, deren Gründung ich in Palästina mithcobachtct habe, will ich mit einigen Worten hervorhehen. Diese eine Achusa repräsentiert eilte Million Francs, und diese Million wirkt mehr als eine Million, Da die Wilnaer Achusa die Tendenz verfolgt, möglichst vielen jüdisehen Arbeitern Beschäftigung zu gewähren, so wird sie auch andere Kreise, uic aus eigener finanzieller Kraft sich nicht emporzuheben vermögen, in das Land hinüberziehen, Sic ist auch deshalb interessant, weil sie hauptsächlich durch die Arbeit und den Eifer eines Mannes im Laufe von wenigen Monaten zustande gekommen ist und weil die letzten Anteiliuhaber um die Aufnahme in die Gesellschaft direkt gefleht haben. Die anfänglich mit einer Höchstzahl von fünfzig Teilnehmern festgesetzte Grenze mußte mit Rücksicht auf das dringende Verlangen besonders temperamentvoller Anteilanwärter noch in Palästina selbst, wo der Schöpfer der Achusa (Boris Goldberg) als Mitglied der Zweckrevision mehrere Wodien sich aufhielt, auf sechzig erhöht werden. Dabei ist es von vornherein ausgemacht, daß jeder Teilnehmer der Achusa im Laufe der Jahre sechzehn- bis siebzehntausend Francs an Beiträgen zu zahlen haben wird. Nicht nur die geschulten Zionisten wissen cs ja aber aus Erfahrung, daß solche Voranschläge nachträg* lieh bedeutenden Korrekturen unterliegen, auch die Teilnehmer einer solchen Achusa dürften sich wohl sagen, daß alle diese Dinge auf Heller und Pfennig nicht zu berechnen seien, daß manche Vorfälle dazwischen kommen können, welche die wirtschaftlichen Vorbereitungen verteuern, daß vor allem durch die in allen Ländern steigende Lohntendenz alle solche Berechnungen schließlich über den Haufen geworfen werden, und die Mitglieder der Achusa werden sich schon bequemen müssen, wenn es sich als notwendig erweisen sollte, auch mehr als sechzehntausend Francs zu zahlen. Das ganze Kapitel der modernen Aehusoth, die allerdings auf größere Erfahrungen als ihre Vorgiingerinnen zurückblickcu können, ist indes durchaus nicht geklärt, und es läßt sich überhaupt noch gar nicht Voraussagen, welche Dimensionen und welchen Charakter die Aehusabewegung annchmen wird. Nur eines ist sicher klar, daß cs Tausende und Aberlausende von Juden gibt, die bereit sind, all das, was sic sich ersparen, in palästinensischen Boden hineinzustccken. um einstmals ihr Schicksal an das ersehnte Land zu knüpfen, und es ist ferner klar, daß die Zahl der palästinagierigen Anwärter auf Ächusaaqtcilc noch wesentlich vergrößert werden kann. Wenn sich schon in Amerika so viele Arbeiter bereit finden, Woche für Woche einen gewissen Teil ihres Einkommens an ihre Achusa zu zahlen, so läßt sich die Ausdehnung der Gruppen überhaupt nicht übersehen, Die schwierigere Aufgabe wird nicht darin bestehen, die Propaganda der Achusa auf ein Höchstmaß zu bringen, sondern die Frage zu lösen, wie in der Tat eine arbeitsame jüdische Familie mit einem kleineren Kapital in Palästina eine gesicherte Existenz sich gründen kann. Ich glaube, daß wir dieser Seite des Problems mehr als der Prage der Propaganda schon in der nächsten Zeit unsere Aufmerksamkeit werden zuwenden müssen. Dies wird aber im Zusammenhang mit den viel verschlungenen Problemen der neuartigen paläsüncusischeii Wirtschaft, der Regenerierung der Juden zur Arbeit, den Beziehungen zu unseren Nachbarn im Lande und vor allem der Festsetzung einer möglichst genauen Rentabilitätberechnung noch gründlieh durchgearbeitet werden müssen. Nicht weniger als alle bisher berührten Fragen hat mich, wie sicli leicht denken läßt, die Frage nach dem Stand der jüdischen Kulfurverhältnissc in Palästina, nach dem Stand unseres Schulwesens und der hebräischen Sprache interessiert. Reminiszenzen von meinem früheren Besuche her erinnerten mich daran, daß das jüdische Schulwesen in Palästina schon aucli damals ziemlich entwickelt war, und ich konnte schon 1SQ8 konkludieren: ״Also zu erwarten ist, daß die hebräische Sprache unter den Juden dort die gesprochene werden wird. Nur müssen wir von hier aus wirken, daß in allen Schulen in Palästina und in den Kolonien, wo ein Kampf um die Sprache geführt wird und ein Kampf ganz unerhörter Natur, der Kampf zugunsten der hebräischen Sprache ausgefochten werden soll.“ So zählten wir zu jener Zeit seehsundzwanzig organisierte Schulen, Welch ein Unterschied jedoch zwischen dem Geist der meisten jener Schulen und den jetzt im Lande vorherrschenden Scliultendenzen! Ucberhaupt war die Entwicklung des Hebräischen in Palästina für mich trotz allem, was icli davon gehört und gelesen habe, eine Ueberrascluing. Wenn ich in bezug auf andere LcbcnsüuBcrungcn und Ncuschöpfungcn nicht behaupten kann, daß das, was ich in Palästina gesehen habe, meine Erwartungen übertroffen hat, — es sind auch manche schwere Enttäuschungen vorgekommen —, so muß ich in bezug auf das Hebriiische sagen, daß seine Entwicklung meine Vor- Stellungen wirklich übertroffen hat. Ein jeder von uns ist ja schon bei seinem Kommen von vornherein über die jetzigen Verhältnisse in Palästina so unterrichtet, daß er nur noch in seelischen Erlebnissen, nicht in bestimmten Tatsachen, angenehmen oder unangenehmen Ueberraschungcn ausgesetzt ist. Im allgemeinen kann ich auch mein Urteil dahin fassen, daß mir Palästina auf allen Gebieten an realen Erschcinungcn nicht mehr gelroten hat, als was ich auf Grund bisheriger Informationen erwartet hatte. In der Entwicklung unserer nationalen Formen jedoch war zum erstenmal die erhebende Ucbcrraschung da. Ich hatte noch immer in dem Glauben gelebt, daß man drüben in großen Kreisen Hebräisch spricht, weil es aus prinzipiellen Gründen notwendig ist, und ich habe cs erlebt, daß das Hebräische wirklich eine Sprache ist, bei Tausenden bereits die Sprache nicht nur des Wortes, sondern des Gedankens ist, eine Sprache, die deswegen mit den anderen konkurrieren kann, weil jetzt von allen ebenso ihre Notwendigkeit erkannt wird, wie ihre Natürlichkeit immer beherrsehender wind. Mit besonderer Freude mußte ich konstatieren, welchen Anteil an der Ncubclcbung der Sprache gerade die arbeitenden Schichten in den jüdisehen Siedlungen genommen haben. Während der zahllosen Sitzungen, in denen wir mit den verschiedenen Männern konferierten, konnten wir das Wunder beobachten, wie der jüdische Arbeiter Palästinas mit der äußersten Konsequenz das Hebräische zu seiner Lebenssprache gemacht hat. Gar manchmal pflegten wir uns mit Rücksicht auf ein des Hebräischen nicht kundiges Mitglied unserer Arbeit anderer Sprachen zu bedienen, was jedesmal bei den Arbeitern eine sichtbare Mißstimmung liervorrief. Ein Teil der Arbeiter war auch zu dieser ausnahmsweisen und im Interesse der Untersuchung gebotenen Vcrlassung des Hebräischen überhaupt nicht zu bewegen. Jedenfalls war es recht kennzeichnend, daß just die Arbeiter- Vertreter, wenn es sich um einen wichtigen Gegenstand entscheidender Natur handelte, sofort vom Jüdisehen zum Hebräischen übergingen. So oft sie ihre Gedanken genau formulieren wollten und nicht irgendwelche Zweifel in dem Sinn ihrer Worte aufkommen lassen wollten, gingen sie zur modernisierten Sprache der Propheten über, was doch sicherlich nicht aus prinzipiellen Gründen, sondern einfach aus der Notweudtgkeit heraus geschah. Das Hebräische ist nicht nur zur Kulturspraclie, sondern auch zur Straßenspräche in Palästina geworden. Diese Tatsache ist unzweifelhaft der größte Fortschritt, den ich in Palästina gefunden habe. Man kann in Palästina Hebräiseti wie andere lebende Sprachen sozusagen aus der Luft lernen und ein Analphabet bleiben und doch Hebräisch sprechen, eine Erscheinung, die vereinzeit bereits zu verzeichnen ist. Aeußcrlich dokurneiiticrt sich die Metamorphose in folgender Parallele: Von den sechsundzwanzig Schulen, die ich bei meiner ersten Inspektion Palästinas als organisierte antraf, waren!nur sechs hebräische, und zwanzig nicht- Lebniischc Untcrrichtsanstaltcn. Die jüdischen Kinder Palästinas mußten dort auf Grund einer ganz eigenartigen Züchtung Französisch, Deutsch oder gar Englisch zu ihrer Lebenssprache machen, und es gab damals schlichte und arme Familien in Jerusalem, in denen man infolge der Verteilung der Kinder in die verschiedenen Schulen die Brocken vou drei europäischcn Konversationssprachen hören konnte. Also wollten es die sogenannten Kulturträger. Richtige und uneingeschränkte hebräische Schulen gab es damals nur wenige, und zwar nur in einigen Kolonien, in denen besonders geschulte Lehrer — manchmal viel- 1eicht gegen den Willen der Eltern — wirkten Glaubten doch noch vor nicht allzu langer Zeit nicht wenige Juilen in Palästina daran, daß man vollhebräische Schulen überhaupt nicht errichten kann, ״!m um. "?1“״ c?'n 1 Pädagogischen, wirtschaftlichen und Kulturellen Standpunkt auch nicht berechtigt sei, das Hebräische zur Unterrichtssprache zu erheben! Jetzt sind von den fünfundsechzig regelrechten Volks•