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Jüdische Rundschau · 1914-07-10 · Heft 28 (10.7.1914) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIX (1914)
Issue
Heft 28 (10.7.1914)
Date
1914-07-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 302 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 28 salz der Gleichheit alle Verschiedenheiten besiegeln wird oder ob nur Korrekturen hinzukomtnen werden, welche die Siedlung von ihren ursprünglichen Grundsätzen nicht all/u sehr entfernen und doch als lebensfähigen Organismus erhalten werden. Jedenfalls kann es niemand leugnen, daß cs sich um ein wichtiges Problem handelt, welches ein besonderes Interesse gewinnt ob der Vereinigung zweier Ideale, wobei cs fraglich ist, ob ein Ideal das andere stört oder stützt.. Das Streben, das in EXigania seinen prägnanten Ausdruck gefunden hat, kann für unsere weiteren Bestrebungen so folgenreich werden, daß ich jedem, der nach Palästina geht, ans Herz legen möchte, nicht vorüberzuwandern, ohne daselbst ein paar Tage zu weilen. Da wird er nicht nur zu Gedanken über dies kommunistische Zusammenwirken verschieden gearteter Menschen und damit also and) zu allgemeinen Gedanken über das allgemeine Problem angeregt werden, sondern auch zugleich beobachten können, wie die Verquickung van Streben nach möglichst guter Wirtschaft, von idealem und freundschaftlichem Seelenleben hier eine eigenartige Harmonie erzeugt hat. Es ist außerordentlich anziehend, zu beobachten, was diese teilweise mit einer guten Bildung ausgestatteten Jünglinge und Mädchen, die, äußerlich genommen, von einer Kulturwelt in eine Wildnis gegangen sind, erleben, wie sic, getragen vom Enthusiasmus der Arbeit, in dem Bewußtsein leben, daß sie für die Erringung Palästinas den wichtigsten Dienst leisten, daß sie, weil sie schöpferisch wirken, die wahrste Kultur vertreten. Selbst wenn daher das Experiment mißlingen sollte, so ist cs doch als hohes soziales Erlebnis von größtem moralischem Wert. Ich hoffe allerdings, daß diese kollektivistischen Versuche in irgendeiner Form sich halten werden, daß nicht mit ihrem Zusammenstürzen die schwerwiegenden Tragödien kommen werden. 111 allen Genossenschaften Ist ja der Ansporn besonders groß und belebend durch die Kombination; läßt so der eine Stimulus nach, so kann noch der andere ermunternd wirken. Die Verzweiflung dürfte demnach nicht mit solcher Schnelligkeit überhandnehmen; sobald die Wirtschaft auf Konflikte stoßen und ein Ideal gefährden wird, wird die Gruppe, vom anderen Ideal getrieben, nach Acnderungen streben. Zweifellos aber ist cs in solchem Falle, daß die Genossenschaft, der bestimmte Traditionen wieder teuer geworden sind, den Kern der Idee auch in späteren Zeiten zu erhalten streben wird. Welche Synthese dabei herauskommen wird will ich nicht prophezeien. Ich habe nur die IJcber/cugimg und den Eindruck, daß in diesen Genossenschaften eine große Ihisis schönen Menschentums verkörpert ist, und daß dieses Menschentum die durch und durch jüdisch empfindenden Pioniere zu im|K>״icre11dcn Kraflanstreiigungen antreibt. tJnd wenn der Kern des zwiefachen Ideals, welches übrigens für seine Anhänger ein einheitliches ist, bleibt, wenn eine gewissenschaftliche Form sich ausbildet, die den Genossen Kraft, Energie und wirtschaftliche Sicherheit gewährt, dann ist eine Grundlage für das Zusammenleben in Palästina geschaffen, das auch für andere Länder vorbildlich sein kann und das auch die unzähligcn Idealisten der Diaspora zu kühnem weiteren Pionicrtum veranlassen wird. Als wir von Genossenschaft zu Genossenschaft, von Arbeitergnippe zu Arbeitergruppe wanderten, verhehlten wir uns durchaus nicht, daß diese mehr auf Seelenleben aufgebauten Siedlungen leicht einstürzen können. Wir verstanden aller auch, warum aus rein zionistischen Motiven heraus diese Wirtschaften gegründet werden mußten. Indes bei einer anderen Gelegenheit werde ich diesen Standpunkt näher begründen, wäll* rend ich mich hier mit Andeutungen begnügen will. Der genossenschaftliche Geist lebt nicht nur in den beiden direkt genannten Genossenschaften, die dein Nationalfonds unterstellen, in Mcrchnwjn lind Dagauia, sondern auch in einer Reihe anderer Siedhingen. Arbeitsgenossenschaftcu gibt es noch in mehreren anderen Orten, so in Kiuereth, Gau- Scbemiiel, Tel Adas, Kastinieh usw. Ja auch dort, wo Arbeitersiedlungen auf dem Grundsatz der l'rivatWirtschaft errichtet sind, wie in E11-(ia11im u. dg!., wo die individuelle Wirtschaft des Bodens herrschend ist und an s'ich zwischen den Ansiedlern nur eine Jose Verbindung besteht, macht sich ein Echo des genossenschaftlichen Geistes bemerkbar. IX'1111 gar manche gemeinschaftliche Grundsätze, die durchaus nicht aus purem Klasscnbewulitsein resultieren, sondern ein weitgehendes nationales Programm eilthalten, verbinden in erster Reihe die Genossenschäften, die tonangebend sind, und dann überhaupt die Arbeitergruppcii in Palästina, ob sic 111m privatwirtschaftliche oder kollektivistische Grundsätze im Leben durchführen. Naturgemäß herrscht der genossenschaftliche Deist überhaupt in allen Siedlungen, welche der Nationalfonds geschaffen hat. Ein Fonds, der den Zweck hat, dem gesamten Volkstum zu dienen, dessen Boden unveräußerlich ist, muß von vornherein mir solche Elemente kolonisieren, die bestimmte soziale Gesinnungen liegen und nicht ihre Individualität zur Grundlage der Wirtschaft machen wollen. Es braucht daher nicht mehr gesagt zu werden, daß auch in den Siedlungen des sogenannten Hcrzl-Waldcs nur ein solcher Geist herrschen kann, daß hier in der Verwalturig wie in der Arbeiterschaft in gleicher Weise dieselben Stimmungen zum Ausdruck kommen. Nun ״?»M1|?.v0,n bestimmter Seite gehört, daß der ncrzl-Wald überhaupt ein Mythus sei, cs sei gar kein Wald vorhanden Nicht wenig beeinflußt durch diese eindringliche und herbe Kritik, habe ich mit einer besonderen Spannung den Boden von Ben Schemen und Hulda betreten. Dort habe ich konstatiert, daß es in Wirklichkeit keinen Hcrzl-Wald gib», und auch den Grund dafür eruiert. Ich habe mich nämlich überzeugen müssen, daß ein Wald wachsen muß, und solange er nicht reichlich gewachsen ist, darf man unwidcrlcgt die Behauptung aufstclkn, daß der riehtige Wald noch nicht da sei. Da nun Oelbaume eine ziemlich stattliche Anzahl von Jahren für ihr Wachstum brauchen, so haben diejenigen recht, welche sagen, daß sie den Wald noch nicht sehen. Es ist nämlich das Glück sämtlicher anderen gepflanzten Wälder der Welt, daß sie nicht die große Ocffentlichkcit und so viele Kongresse zu ihrer Kritik gehabt haben; so sind sie wirklich zustandegekommen, Ich möchte mich aber der Hoffnung bingeben, daß auch der Herzl-Wald trotz aller Kritik erwachsen wird; denn man darf wohl nach menschlicher Voraussicht sagen, daß die zahlreichen kleinen Bäumdien, die wir jetzt in den beiden genannten Kolomen sehen mul die noch so wenig imponieren, schon nach einigen Jahren einen recht stattlichen Wald von Oel- und Eukalyptusbäumen bilden wird. Dann aber wird man in zehn Jahren darüber staunen, daß man zu unserer Zeit nicht hat verstehen können, daß ein Wald im Anfangsstadium nur aus kleinen Bäumchen sich zusammensetz.». Nach den pessimistischen Warinnigen, die wir nunmehr seit Jahren zu hören bckommen, war ich daher in Ben Schemen und Hulda einigermaßen überrascht. Ich hatte doch erwartet, nur die berüchtigten ״Löcher“ zu sehen, die allein den Hcrzl-Wald repräsentieren sollen, und ieli fand doch Bäume, in Hulda allein deren vierzelintausend, wobei sich sogar die merkwürdige Tatsache herausstellte, daß die vier Jahre alten wesentlich größer als die dreijährigen waren. So sicht man also, daß eine heftige Kritik gerade die gegenteiligen Stinimungen, die Genügsamkeit, erzeugt. IV. Selbstverständlich dürfen wir uns in einer Kausch- Stimmung dem manchmal grassierenden Glauben nicht hingeben, daß wir bereits ungeheure Erfolge nufzuwciscu hätten, und es ist ferner selbstverständlich, daß unsere Hauptarbeiten in Palästina noch bevorstehen, daß wir vor allem auch noch nicht den Schlüssel zu den wichtigsten Arbeiten gefunden haben. Was ich ganz allgemein behaupte, ist nur, daß wir in Palästina ein Stück Weges weiter gekommen sind, daß es, kurz gesagt, dort etwas gibt. Ich will nur noch auf einen Vorgang hinweisen, der seinerseits ein Beweis dafür ist, daß wir im Laufe der Jahre in Erez-Israel stärker geworden sind, — das ist der Besuch Kotschilds in Palästina. Seit etwa anderthalb Jahrzehnten war dieser Palästinafreund nicht mehr in dem Lande, dem er fast seit seiner lugend/eit einen so großen Teil seiner Aufmerksamkeit 11ml seiner materiellen Kraft zugewendet hatte, Warum fühlte er sich mm neuerdings wieder innerlich gedrängt, dieses Land zu hesuchen? Waren es nicht verschiedene positive Erscheimmgeii in den jüdischen Kolonien, positive Erscheinungen, die er schon in der Ferne zu merken begann? Wichtiger ist es aber, daß er, der auf dem Gebiet der Palüstiiiakolonisation in bezug auf fittanziehe Ergebnisse jedenfalls eine reichhaltige und sogar schmerzliche Erfahrung erworben hat, von den hrfolgen, die er mit eigenen Augen sah und die er mit der früheren Situation vergleichen konnte, außerordentlieh überrascht war und dies in verschiedenen seiner Acullcrungcn deutlich betonte. Gewiß, seine Psvchc mag vielleicht durch den ungewöhnlich warmen Empfang, die ihm die jüdische und nichtjüdische Be. völkerung bereitet hat, bestochen worden sein; indes jede seiner Aciißerimgen bewies, daß nicht die Empfänge seine Beurteilung der Sachlage beeinflußten; er hat sogar durch Ablehnung mancher Empfänge gezeigt, daß er weit davon entfernt ist, sich mit der äußeren Schale zu begnügen, sondern in den Kern der Dinge ein/iidringen suchte, mul daß er für die grundlegenden Fragen der palästinensischen Kegcnerationsarbeit ein nationales Verständnis besitzt. Zudem waren weder seine Administratoren noch die anderen imstande, ihm in roher Weise Potcmkinschc Dörfer vorzuführen, da er selbst gegenüber den palästinensischen Verhältnissen auf Grund vielfacher Materialien und eigenartiger Dossiers eine starke Dosis von Kritik in sieh aufgciiominen hatte. Weder ein Kranz von Kolonien um Tiherias herum, noch ein Tcl-Awiw ließen sieh ja für diesen Zweck aus der Erde stampfen, und sie konnten nicht durch Aufputzung, sondern mir durch ihr Dasein wirken. Und daß er am meisten den Sieg der hebräischen Sprache in den Schulen wie im Leben bewunderte, beweist, daß er die Dinge in Palästina mit klaren Augen anschaute. Sehr bemerkenswert ist dabei das Verhalten der jüdischen Bevölkerung gegenüber dem Baron Kotlischild. Vor sechzehn Jahren sah ich itn Lande nur faiiz. vereinzelte Freunde des Barons, trotzdem er doch >is dahin Dutzende von Millionen mit einer einzigartigen Selbstlosigkeit in die jüdischen Siedlungen hiiieingcsteekt hatte. Man betrachtete ihn damals als den Geldgeber, als den Helfer, aber eine seelische Beziehung zu ihm war kaum vorzufinden. Manche glaubten, daß Palästina für Rothschild ein Sport sei, und reagierten demgemäß darauf. Erst allmählich hat sich die Situation soweit geklärt, daß die Kolonisten die innerlichen Beziehungen Rothschilds zur Paliistinaidcc zu erkennen anfingen. Andererseits hat sich der lebenskräftigste und tätigste Teil der jüdischen Bevölkerung Palästinas während der Jahre voll und ganz dem Zionismus angcschlosscn, so daß sich innerhalb dieser Judenhaß eine eigenartige Konibmation herausgebildct hat, die Kombination Rothschild-Herz). Es ist dabei merkwürdig, mit welcher Liebe auch die von ausgesprochenem Klassenbcwulltsein erfüllten jüdischen Arbeiter diese beiden Palästina- Politiker in einem Atem zusaiiimcnticnncn. In Paiästina ist überhaupt eine Klärung darüber cingetreten, was das Land einem jeden der Genannten zu verdanken hat. Im jetzigen Stadium wissen die jüdischen Ansiedler sehr genau, welche Bedeutung die Millionen Rothschilds für die Fundamentierung ihrer Wirtschaft seinerzeit gehabt haben, sie erinnern sich aber auch dessen genau, daß der frische Lebenshaucl! erst durch den Zionismus ins Land gekommen ist. Die Millionen Rothschilds allein hätten nicht genügt, um den Kolonisten oder wenigstens den wichtigeren Teilen der Kolonisten den Sinn für das Ideal, dem sie dienen sollen, beizubringen. Andererseits waren die jüdischen Kolonien ohne diese Millionen schon im Anfangs- Stadium zugrunde gegangen und hätten sich nicht über die mannigfaltigen Mißgeschicke hinweghelfen können. Die jüdischen Ansiedler wissen sich ferner des großen Unterschiedes zu erinnern zwischen den palästinensisehen Kolonisationsversucheil der Zionisten aus der Vorkongreßzeit und der Zionisten der jüngsten Epoche. Was Rothschild bei seinen früheren Besuchen den leisetrcterischen und philanthropischen Chowcwc- Zion niemals gesagt hat, formulierte er jetzt über die Zionisten in dem klaren Satz: ״Die Zionisten werden meine Nachfolger sein,“ Sicherlich ist auch Rothschild durch die allgcmeine Stimmung, die er vorfand, mitgerissen worden. Wenn er auch weniger den ihm fremdartigen starken genossenschaftlichen Geist spürte, so trat ihm doch jedenfalls das überall pulsierende öffentliche Leben mit großer Vehemenz entgegen. Rekapitulieren wir einmal, welche Institutionen wir im Laufe der Jahre offizielt und inoffiziell ins Lehen gerufen haben, dann werden wir auch einsehen, wie sehr unsere Macht im öffentlichen Leben Palästinas eine andere geworden ist. Noch am Ende des vorigen Jahrhunderts gab es, ausgenommen die Vertretung des Komitees der Chowewc-Zion, nicht ein einziges allgemein jüdisches Institut im Lande. Im Jahre BjOI taten wir den ersten Schritt dazu, indem wir das Tochteriiistitii» des Jewisli Colonial Trust, die A. P. C\, in Jaffa gründeten, und seitdem fügen wir eine allgemeine Gründung an die andere heran. Heutzutage haben wir bereits sieben Filialen dieser Bank mit einer Gesamtsumme der I>cpositen in Ftöhc von etwa zehn Millionen Mark, haben wir unser den Landkaufzwecken und. den verschicdensten kolonisatorischen Aufgaben dienendes Palästinaamt, ferner die z. T. auch aus zionistischem Geist entstandenen Organisationen der judaischcn und galiläischen Kolonien, die so einflußreiche allgemeine Organisation der Arbeiter (von den parteipolitischen sehe ich schon ab), den l.chrerverband, dessen Merkas im vergangenen Winter eine solch entscheidende Rolle gespielt hat, den Hasehomer, der der Bewachung und Beschüt/mig der Kolonien dienen soll, die Organisationen, die für den Absatz, der Weine und der Orangen zu sorgen haben usw. Und jedes dieser Institute repräsentiert nicht nur eine gewisse positive Macht, sondern auch eine Summe vielfacher seelischer Erlebnisse. Jede dieser Gründungen hat Hoffnungen geweckt und zu größerer Energie aiigesiachelt. Wenn dann im Laufe der Zeit über die Tätigkeit des einen oder des anderen Instituts in der jüdischen Oeflcntlichkeit Palästinas eine gewisse Erbitterung hervortrat, so war auch dies fortzcugciid. Im Vergleich mit der Verzweiflung oder, richtiger gesagt, mit der Apathie, welche im Jahre 18*18 gegenüber den aktuellen allgemeinen Arbeiten Palästinas herrschte, ist die Stirnniiing, welche infolge der geschaffenen öffentlichen Institute bei den palästinensischen Juden vorherrschend wurde, der bedeutsame Anfang zu einem politischen Maclitfaktor. Selbst die Bewegung um die Bodenkaufe, die doch schon soviel Unhe'l angestiftet hat, ist nicht nur Spekulation, /licht mir Sucht zur lkreicherung. Sicher ist ein beträchtlicher Teil dieser Bewegung verderbliche und auch demoralisierende Spekulation, aber nicht sie allein und vielleicht nicht sie in erster Reihe ist der Stimulus, der die Leute bewegt und oft zu fieberhaften Aktionen treibt. Man muß die alten und neuen Palästinenser beim Bodenkaut jetzt beobachten, mail muß, wenn man so sagen darf, die Seele des Bodenkaufs ein wenig studieren und wird dann über die Wendung im Charakter des Juden staunen, darüber staunen, welch feste und konkrete Liehe sieh hei ihnen in so kurzer Zeit an den Boden herausgebildct hat. Eine förmliche Epidemie! Wohin man auch kommen mag, wird man mit den Worten apostrophiert: ״Wo haben Sie Boden gekauft? Welchen Boden besitzen Sie? Boden für Pflanzungen oder für Ackerbau? Keimen Sie guten Boden, der zu bekommen wäre?“ Ein Mensch, der keinen Boden in Palästina kauft, ist in den Augen der aktiven Elemente des Landes eine miantitö negligeable. Außer der Frage nach der Schaffung jüdischer Arbeit ist dies das Thema, das von einem Ende Palästinas bis zum anderen das dominierende ist und jeden jüdische Reisenden wie sein Schatten verfolgt. Von Metullah bis Ruchomo im Süden hallt es von Gesprächen über Bodenknufc wieder, die Projekte schieben wie Pilze aus dem Boden, die i’liaiitasic geilt oft mit rein praktischen Naturen durch und der Glaube an die Macht des Bodens tut Wunder. Daß diese seelischen Metamorphosen nicht immer glatt vor sich gehen und häufig Reaktionen hervorrufen, will ich nur denen wiederholen, die sich jede Entwicklung schematisch und mechanisch vorsteilen. Wenn wir nicht ■übemtenschliclie Forderungen stellen, dann werden wir uns mit der Feststellung der Tatsache begnügen, daß bereits sehr viele, wenn nicht die Mehrzahl der alteingesessenen Koloniebewohncr mit dem Boden verwachsen sind, Und cs gibt schon überall Typen, die selber wie ein

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