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Jüdische Rundschau · 1914-07-03 · Heft 27 (3.7.1914) · page 13

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIX (1914)
Issue
Heft 27 (3.7.1914)
Date
1914-07-03
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 28/27 Sftits 59 88/27 I eu IV ן *'post, i ' Icrncr ׳ Kolo-! in An. j "ift in dii-iert / ia> ton-! Wir 1 viele } dieser f׳ ‘ k H j;*ins I *criier | heken f. C Ab- X geiings- «ecke Bunde Spiele ];iikI- , von 1- und 'esse: )• ,׳ 1 :1» rtnde Jan.’• : v\: r iChvn du:ts jestr ers“, hat.) Mhek , die Wir Ütcn *ml• iKul• I tinas iurch utide viel u 11nte.'i jgen Jige- Oeim- :erer icht. gen- Vorj>aar I' ebst nun lgie uns }oft 1 1 i \i $ JUEDISCHE RUNDSCHAU mehr Rege» als in Berlin!) Ein anderer schickte uns eine Notiz aus einer Zeitung über Halfa-(Sparta-)gras in Tripolitanien (zu Zwecken der Papierfabrikation wird dieses Gras dort versuchsweise gesammelt) und machte dabei unseren Doktoren usw. heftige Vorwürfe, dalf sie nicht praktisch genug wären. (Auf dem teueren Boden, den wir hier besitzen;, kämpfen wir mit der Haifa, ebenso wie mit dem Injil, als lästigem Unkraut in den Bojaren.) Ein Dritter machte uns einen Vorwurf daraus, dalf wir auf unseren Farmen noch keine Brotbäume gepflanzt hätten; daran schloß sich eine genaue Berechnung, wieviel Familien wir dann auf unserem Boden ansiedcln könnten (dies war ein armer Kerl aus einem kleinen russischen Städtchen; er verlangte nur acht Bäume für seine Familie), Wir ,könnten noch sehr viele Beispiele dieser und ahnlieber Art euführen, wollen aber unsere Leser durch zu grolle Ausführlichkeit nicht ermüden. Wir wiederholen: Vorschläge sind sehr leicht zu machen, man bedenke aber, daß deren Durchführung energische und opferwillige Leute und große Mittel erfordert. Und wo sind die opferwilligen Leute? Schon seit zwei Jahren unterhandeln wir mit verschiedenen Tierärzlen mul haben bis jetzt in ganz Palästina keinen einzigen europäisch gebildeten Veterinär. Jeder Tierarzt aus Europa fordert (von wem?) Garantien und im voraus Vergütmig der Spesen für die Hin- und Rückreise. Unter diesen Verhältnissen organisiere inan Ticrzuchtstationcii mit Böcken, Bullen und Hengsten und dazu noch eine tierbakteriologische Station mit Abgabe von Serum! Generalversammlung des Jtklieeken Naiüe::׳; .Svene3 ׳ Ain 9. Juni d. Js. fand in den Räumen des Zionistischeu Zentralbureaus in Berlin die diesjährige ordentliche Generalversammlung des Jüdischen Nationalfonds statt. Es waren folgende Herren anwesend: Vorsitzender Justizrat Dr. Bodenheimcr, Dr. A. F 1׳ i e d e in ann, Dr, A, H a!11 k e , I )r. Victor Jacobson, Dr. Alfred Klee, Leo Motzkin, 1. Naiditsch, Dr. E, W. Tschlenow, Prof. Dr. O. Warburg, ferner die Sekretäre Herren N, Gross und 111g. Kaplansky, Eine Anzahl von Mitgliedern waren an der Teilnähme verhindert und bevollmächtigten anwesende Mitglieder des Nationalfonds mit ihrer Vertretung. Als Gäste waren ferner anwesend die Herren Dr. Schmarja L e w i n und Dr. Franz Oppenheimer. Der Generalversammlung wurde ein schriftlicher Berieht des Hauptbureaus unterbreitet, sowie die Bilanz des Jüdischen Nationalfonds und der Rechnungsabschluß für das Jahr 1913. Die Bilanz wurde von der Generalversammlung nach eingehender Aussprache genehmigt. Genossenschaftsfonds. Im Anschluß an den Bericht des Hauptbureaus verweist der Vorsitzende auf den Beschluß der letzten Generalversammlung, eine besondere Aktion für den Geiiossenschaftsfouds einzuleiten. Diese Aktion sei zunächst aus dem Grunde notwendig geworden, um der Siedlungsgescllschaft Erez-Israel die Ausgestaltung des genossenschaftlichen Betriebes in Merchawjah zu ermöglichen. Außerdem solle die Arbeiter- Genossenschaft Dagania, die der Nationalfonds von der P. L.D.C. zurücknehmen und provisorisch verwalten mußte, von der Siedlungsgescllschaft übernommen werden. Schließlich habe der letzte Kongreß in Wien dem Actions- Comite einen Beschluß seiner Palästina-Kommission zur Durchführung überwiesen, wonach der Genossenschafts• fonds derartig erweitert werden soll, daß er außer den Siedlungsgenossenschaften auch die Förderung andere! ^^'y'rtschaftlicher ׳ Arbeitergenossenschaften in sein Arbeitsprogramm auf nehmen könne. Es entspricht auch dem Interesse des J. N. F., auf die Heranbildung eines geeigneten Pächterelements hinzuarbeiten, wozu die Arbeitergenossenschaften eine Möglichkeit bieten. Im , ne dieser Beschlüsse wurde im Frühjahr dieses Jahres die Propaganda für den Genossenschaftsfonds wieder aufgenommen und zunächst in Amerika durch eine Reisetouriiec des Herrn Dr. Oppenheimer eingeleitet. Herr Dr. Oppenheimer erstattete hierauf zunächst einen kurzen Bericht über den Stand der Genossen- Schaft in Merchawjah. Er verweist auf den schriftlich vorliegenden Bericht des Aufsiditsrates an die Gesellschaitcrversammlung und auf seine in englischer und jiddischer Sprache entschiedene Schrift ״Merchawjn“, in der er die Eindrücke seiner letzten Reise nach Palästina im Jahre 1913 eingehend geschildert hat, Er müsse mit allem Nachdruck betonen, daß die bisherige in Merchawjah geleistete Arbeit nichts anderes als Pionierarbeit gewesen sei. Erst jetzt wurden die Bauten und die Wasserleitung vollendet und damit die Vorbcdingungen für einen normalen Gesundheitszustand von Menschen und Tieren geschaffen. Es müsse überhaupt beachtet werden, daß zumindest die ersten drei Jahre jeder Ackerbauwirtschaft in Palästina eine Vorbereitungszeit darstcllen, da der Boden durch Dung und Frucht- Wechsel erst in anbaufähigen Zustand gebracht werden müsse. Diese Tatsache haben die palästinensischen Fachleutc, die er im Jahre 191Ü bei der Aufstellung seiner Rentabilitätsberechnung und den erforderlichen lnvestihonen zu Rate gezogen hatte, vollständig übersehen. Herr Dr. Oppenheimer berichtete weiter über den Verlauf seiner Propagandareisc in Amerika, die ihn zu angesehenen einflußreichen Persönlichkeiten in wertvolle Beziehungen gebracht hat. Nunmehr können das Hauptbureau des Nationalfonds und alle Freunde der genossenschaftlichen Sache die Aktion in Amerika mit guten Aussichten auf Erfolg fortsetzen. Baum spende. Der Vorsitzende verweist auf den erfreulichen Fortschritt der Baumspende, die nun bereits mehr als 90 000 Bäume aufgebracht habe. Die Wichtigkeit dieser Institution für die Landeskultur Palästiuas und für die Heranziehung eines Standes von geübten jüdischen Landarbeitern, sowie die Ausgestaltung der Betriebe der Baumspende verlangen aber eine verstärkte Propaganda für diesen Zweig des Jüdischen Nationalfonds. Das Hauptbureau habe anläßlich der bevorstehenden zehnten Wiederkehr des Todestages von Theodor Herzl die Parole ausgegeben: Zum 10. Todestage Herzls spende jeder Jude und Zionist mindestens einen Baum für den Herzl-Wald.

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