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Jüdische Rundschau · 1914-07-03 · Heft 27 (3.7.1914) · page 14

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIX (1914)
Issue
Heft 27 (3.7.1914)
Date
1914-07-03
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 60 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 88/i' Es sei zu erwarten, daß alle, Freunde des National• Sunds dazu beitragen werden, den 21). Turnus zu einem würdigen Gedenktage für Theodor Hcrzl zu gestallen und für!die ,Bepflanzung und Aufforstung Palästinas mehr Mittel als bis nun zur Verfügung zu stellen. Bezüglich der A r b ei t er hei m st ii 11 e n beliebtete der Vorsitzende, daß in den letzten Wochen wieder eine starke Einwanderung jemenitischer Juden eingesetzt habe. Es spreche eine große Wahrscheinlichkeit dafür, daß diese Einwanderung den ganzen Sommer hindurch anhalten werde. Alle Warnungen vor einer überstürzten Einwanderung bleiben angesichts der trostlosen Lage der Juden in Jemen wirkungslos. Für die erste Unter• bringimg der neuen Ankömmlinge, den Transport zu den Arbeitsstätten, für Anschaffung von Zelten und andere Fürsorgezwecke bittet das Palästinaamt um Bewilligung eines Betrages von 3000 Frcs. Diese fortdauernde Einwanderung zwinge den Nationalfonds zu einer Vermehrung der Arbeiterhäuser, deren Errichtung in diesem Jahre in Aussicht genommen wurde. Der Vorsitzende berichtet 'über die Maßnahmen der Nütionalfonds-Vervvaltung auf diesem Gebiete. Die seit Einführung der Arbeiterhausspende für diesen Zweck eingegangene Summe beträgt insgesamt ca. 304 000 Francs. Davon sind aber voll ungezählte Häuserspenden nur im Betrage von 219 ÜÜÜ Frcs, cingeiaufcn. Der Restbetrag von 144 000 Frcs. setzt sich aus Teilzalihingen zusammen, deren rasche Komplettierung sehr wünschenswert wäre. Ans den Mitteln des Arbeiter• hcimstütten-Fonds wurden im Jahre 1913 ca, 105 000 Francs verausgabt. Für das laufende Jahr sind bereits 100 Arbeiterfamilicuhiiuser bewilligt worden. Wenn es möglich ist, einen einheitlichen billigen Hausbau-Typ einzuführen, der es ermöglicht, um den Betrag von 1000 Frcs. ein wohnliches Fauiilicnhaus sowohl für jemenitische als für aschkenasisclie Arbeiter zu crricliteil, so werden wir an diesem Typus als Norm festhalten. Da bis jetzt die Kosten regelmäßig etwas höher waren, schlägt das Direktorium der Gencralvcrsammhing vor, neben der bestellenden Hausspende von 1000 Francs auch eine solche von 2000 Frcs. zu schaffen, die es ermöglicht, Arbeiterhüuscr auch für größere Familien und an wichtigen Orten zu errichten, wo die Beschaffung des Materials und die Transportverhältnissc eine Verteuerung des Baues herbeiführen. Die Generalversammlung beschließt hierauf auf Antrag des Herrn Prof. Warburg, zur provisorischen Unterbringung, Anschaffung von Zelten und Erbauung von Baracken für die jetzt eingewanderten jemenitischen Flüchtlinge 3000 Frcs. zu bewilligen. Ferner wurde beschlossen, eine Arbeitcrhaus-Spende in Hohe von 2000 Francs zur Errichtung von Arbeiterhäusern für größere Familien einzuführen, Es sollen propagandistische Maßnahmen getroffen werden, um die Eingänge für den Arbeiterheimstätten-Fonds neuerdings wesentlich zu stärken. Land kauf. Die Generalversammlung beschließt, den Ankauf eines größeren Areals an einem wich* tigen Punkte Palästinas vorzunehmen. Das Sy 11• agogen-Couiite in Fel-Awiw hat um die Uchc.iassmig eines Bauplatzes im Werte von etwa jUUdd l ies, hh die Synagoge der jüdischen Gemeinde Jallas gebeten. t Herr Dr, Tsehleuow ist der Ansicht, die Nationalfonds-Verwaltung solle ihren Standpunkt revidieren, daß der Natioiiallomls grundsätzlich den Baugrund lur alle öffentlichen Gebäude stellt. Das würde unsere Mittel mit der wachsenden Zahl der Schulen, Krankenhäuser, Synagogen allzu stark in Anspruch nehmen und eine entsprechende Betätigung des Nationalfonds auf landwirtschaftlichem Gebiete Behindern. Er beantragt, dem Synagogen-Gomite unter Garantie des Waad von lei• Awiw zwecks Erwerbung des Bauplatzes ein in zehn Jahren rückzahlbares Darlehen zu gewähren. Der Antrag wurde angenommen. Häuscrbau-Krcdit in Haifa. Der Vor• sitzende beneidet, daß eine Gruppe von 30 Parzellen• besitzern in Haifa an den Nationalfonds mit dem Au* suchen herangetreten ist, ihr einen Baukredit von ins• gesamt 15U0ÜO Frcs. zu gewähren. Das Direktorium habe den Parzcllcncigcntümcrn vorgesehlagen, die Bau* plätze dem Nationalfonds zum Schätzungswerte abzutreten, der sie ihnen dann in Erbpacht geben und den noch erforderlichen Rest des Baukredites bewilligen würde. Die Kreditwerber haben jedoch darauf bestau* den, Eigentümer der Plätze zu bleiben, und die Ge- Währung des Darleluis unter denselben Bedingungen wie bei Tel-Awiw verlangt. Aus diesem Grunde habe das Hauptbureau die Verhandlungen mit den Krnlitsuchern nicht weiter fortgesetzt. Die Generalversammlung hat nach eingehender De* batte; an der sieb die Herren Justizrat Dr. Bodenheimer, Dr, Oppenheimer, Dr. Hainkc, Dr. Jacobson, Dr. Lcvin, Ing. Kaplansky, Dr. Tsehleuow, Motzkin, Dr. Klee und 1. L. Goldberg beteiligten, beschlossen, den Kreditwerbern in Haifa folgenden Vorschlag zu machen: Der Nationalfonds gewährt den Baukredit unter der Bedingung, daß die. Bauplätze zum gegenwärtigen Schätzungswerte in das Eigentum des Nationalfonds übergclien. Die Grundstücke werden den Kreditwerbern in Erbpacht gegeben, die Eigentümer der von ihnen erbauten Häuser auf Grundlage des Erbbaurechtes bleiben. Der den Bodenwert übersteigende Baukredit ist in achtzehn Jahren z.urückzuzahlen und nur mit 3 Prozent zu verzinsen. Der jährliche Pachtzins für den Baugrund soll bis zur Vollendung der Pachtdauer der ersten 49 Jahre gleichfalls 3 Prozent des Bodenwertes betragen. Für die ersten fünf Jahre werden die Erbpächter bezw. Kreditnehmer von der Zahlung des Pachtzinses und der Darlehnszinscn befreit. Die weilerc Verhandlung über diesen Gegenstand nach den von der General Versammlung vorgesehenen Richtlinien soll dem Direktorium überlassen werden. VcrcntwortL Hodckt.1 Hu«״ Hirratnu. WUmcrtdoti. YerUg! J&dlMbt Sw»d1»11»o O.ni.bU, Berlin W. 16. Druck 1 Siegfried fichol#m,B»rita8־eh5*״H»r*.

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