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Jüdische Rundschau · 1914-07-03 · Heft 27 (3.7.1914) · page 12

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIX (1914)
Issue
Heft 27 (3.7.1914)
Date
1914-07-03
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seit» 58 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr, 83/27 Wir stellten auch Versuche mit Anbau und Pfropfen von Mandeln aus Sauerkirschen an, haben außerdem einen Ver• such zur Züchtung• von Oelbaumcn aus Samen eingeleitet, ln Artuf haben wir eine Parzelle von stachdlosen Kakteen für Futterzwecke angelegt. Dünge vc rsuch c: Wir erhielten 110 Doppelzentner Handelsdünger von der Deutscheil Palästina-Bank und haben an verschiedenen Steilen Versuchsfelder angelegt, und zwar in Beii-Sehemen, Artuf und Kastinie; ferner erhielten wir durch die Bank 30 Sacke Ammonsulfat, 40 Sticke Doppel• superphosphat und •10 Sacke verschiedener Kalisalze, Kalidünger• salz, Kalisulfat und Kainit, Die Versuche wurden mit Weizen, Gerste, Hafer und Wieke in großem Maßstabe angcstellt. Kleinere Versuche machten wir mit Gemüse, Die Deman• strationsfclder haben auch eine große Wirkung auf die Kolo• nisten ausgeübt. Das Getreide der Dcmonstratiousfclder wurde auf die landwirtschaftliche Ausstellung in Rcchoboth ge• schickt und hat (insbesondere der Weizen von Ben-Scheinen) das Entzücken der Besucher hervorgerufen, lin Laufe des Jaltrcs haben wir auch viele Proben von arabischem und chemischem Dünger auf ihre Zusammensetzung untersucht. Pflanzenschutz; An verschiedenen Stellen haben wir mit Floria Tue-Cochyl und anderen Insectiäden Versuche an• gestellt. Viehzucht, Molkerei; Es wurde eine Molkerei in Ei11־ü.111im gegründet, die Molkerei in Ekron vergrößert; eine Privatinolkerei in Moza (in der Nähe von Jerusalem) mit fünf Kühen angcfangcii. Wir leiteten Verhandlungen über die Gründung von neuen kooperativen Molkereien in Moza, Kafr• Saba, Beer-Jacob usw. ein; wir haben ferner Labpulver (.011 Wittc-Rostock bezogen), an Kolonisten verteilt und diese in der Käsebcrcituiig unterwiesen; wir untersuchten Milch• proben auf Fettgehalt und Verfälschungen; außerdem wurden Füiteruiigsvcrsuchc mit Oclkuchen und Trgckcnsctmitzel angestellt (die Ware wurde durch Kommissionäre aus Rußland bezogen, daher natürlich nur in kleinen Qantitäten). Wir bereiteten Konscrvenmiidi und gaben einigen Kolonisten An• Weisung, wie diese in kleinbäuerlichen Betrieben hergestcllt werden kann, Schädlinge, Seuchen usw. Wir haben an die Farmen und Kolonien Löfflers Mäusethyphus und andere Mitte! zur Ausrottung der Feldmäuse verteilt. Mit Hilfe des Gesundheitsamtes in Jerusalem haben wir alles mögliche ge• tan, um die Zahl der Mäuse in Judäa und Galiläa zu vermindern. Des öfteren haben wir den türkischen Behörden schriftliche und mündliche Anregungen gegeben, um gemein• sam mit uns für die Ausrottung der Schädlinge zu sorgen. Die türkische Regierung hat daraufhin Arsen unter die Bauern verteilen lassen. Maschinen und Geräte: Wir haben Pflüge, einen Planeten, einen Kultivator, eine Klcesämaschinc (diese von den Herren Gebrüder Levontin gratis erhalten) zu Versuchszwecken an verschiedene Stellen abgegeben, ferner Milchkannen, Kühler, Separatoren, Butterfäßchcn usw. für Molke-, reien bestellt; ebenso bestellten wir Häcksel- und Rüben- Schneidemaschinen für einige Kolonien. Im nachstehenden teilen wir mit, was wir im vergangenen Jahre zur Förderung der Landwirtschaftskundc unternommen haben: . ' Unterricht, Vorträge: Wir haben Sotnmerkursc im Garten- und Gemüsebau für die Lehrer der jüdischen Kolonien eingerichtet; diese Kurse waren mit praktischer Gartenarbeit (im Gemüsegarten des Gymnasiums) verbunden; ebenso hat unser Vertreter Vorträge über Milch und deren sanitäre Auf• sicht in der Aerzteversaramlung Jaffas gehalten. Zirkulare, Briefe: Wir haben an alle Kolonien p״. lästinas Zirkulare, betreffend die Seuchen, wie Rinderpoi, Schlafkrankheiten, sowie die Mäuseplage usw. versandt; ferner wurden einige Hundert Anwortbriefe auf Anfragen der Kolonisten und Arbeiter in verschiedenen landwirtschaftlichen Angclegenhcitcn versdiiekt. Drucksachen: Die landwirtschaftliche Zeitschrift •n hebräischer Sprache ״Hachaklai“ wurde regelmäßig redigiert und herausgegeben; ferner wurde ein Lehrbuch für Garten- und Gemüsebau in hebräischer Sprache herausgegeben. Wir haben landwirtschaftliche Zeitschriften, Bücher usw. an viele Kolonisten verliehen und verteilt (wir sprechen auch an dieser Stelle dem United States Department of Agriculturc, das uns regelmäßig alle Farmers Bulletins und anderen Drucksachen zusendet, unseren Dank aus). Ferner wurden allgemeine Zeitschriften an verschiedene Bibliotheken abgegeben.! Was wir geleistet haben, ist nicht allzuviel. Unsere Abteilung ist zwar sehr wichtig und notwendig, aber unsere geringen Geldmittel gestatten uns keine größere Bewegungsfreiheil. Von dem N'ationalfonds können wir für unsere Zwecke auch kein Geld fordern, dagegen könnten uns unsere Freunde sehr leicht unterstützen, indem sie uns nach dem Beispiele der obengenannten Herren zu Versuchszwecken allerlei landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, Saatgut (Samen von Getreide, Futter, Gräsern, Gemüsen, Obstbäumen, Handels- und Mcdizinalpflanzen) zur Verfügung stellten (unter der Adresse: Palästinaamt, Landwirtschaftliche Abteilung, Jaffa). Dank der Liebenswürdigkeit eines unserer Freunde, der uns Klischees (Xylographien) unentgeltlich einsandte, wurde uns die Möglichkeit gegeben, ein größeres Werk über landwirtschaftliche Maschinen und Geräte zu veröffentlichen; wir bitten unsere Freunde, diesem Beispiel zu folgen; w־ir brauchen für hebräische Werke über die Landwirtschaft allerlei Klischees von Maschinen, Geräte«, Tieren, Pflanzen usw. (An dieser Stelle danken wir auch der Redaktion des ״Tropenpflanzers“, die uns Klischees über leevra purcltasi Masc. geborgt hat.) Wir möchten gern eine landwirtschaftliche Wanderbibliothek für unsere Kolonien einrichten, sind aber nicht imstande, die dazu nötigen Zeitschriften und Pochwerke anzuschaffen. Wir bitten daher um die Zusendung von Büchern und Zeitschriften in den verschiedensten Sprachen über alle Zweige der Land- Wirtschaft, möglichst über tropische und subtropische Kulturen, Tierheilkunde, Obstbau, Nebenbetriebe usw. usw׳. Wir haben eine Kollektion von Bodenproben Palästinas gesammelt, haben jedoch keine Mittel, diese Proben durch bezahlte Chemiker untersuchen zu lassen. Unsere Freunde aus den Chemikerkreisen (Agrikulturchemikef) könnten viel für die Forderung unserer Bestrebungen tun, indem sie unentgeltlich einige Pauschanalyscn machten. Ebenso könnten unsere Freunde unter den Geologen, Botanikern, Zoologen (Entomologen) usw׳. uns helfen, indem sie die von uns eingc• schickten Pflanzen, Insekten, Schädlinge bestimmen, sowie Oe• steine und Versteinerungen ermitteln. Wir wären dann imstände, ein kleines Museum einzurichten, zum Nutzen unserer Landwirtschaft in praktischer und wissenschaftlicher Hinsicht. Sonst müssen w׳ir eia Museum aus ganz anderen Gegen• ständen zusammenstcllen: aus Wünschen, Ratschlägen, Vor* würfen, Kritiken usw׳. Zur Illustration bringen wir ein paar Kuriositäten aus unserer Sammlung: Eines Tages erhielten wir einen ausführlichen Brief nebst einem Zeitungsausschnitt, in welchem über den ״Regenbaum in Chile" etwas mitgeteilt wurde. Der Absender verlangte sofortige Anpflanzung solcher Bäume in Palästina, um uns von dem Klima unabhängig zu machen. (Wir haben hier oft

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