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Jüdische Rundschau · 1914-07-03 · Heft 27 (3.7.1914) · page 11

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XIX (1914)
Issue
Heft 27 (3.7.1914)
Date
1914-07-03
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Wir möchten die Gelegenheit benut/en, um denjenigen Herren unseren herzlichen Dank auszusprechen, die sieh nicht nur mit (׳ulen Ratschlägen begnügt, rändern ihre Liebe zum heiligen Lande durch die Tat bewiesen haben. Es waren dies die tierreu Gebrüder Weil, Mannheim, die uns 24 Kisten Kartoffeln verschiedener Sorten zu Versuchszwecken unentgeltlich nach Jaffa sandten, die Herren Gebrüder Levontin, kjasan, die uns landwirtschaftliche Maschinen Pflug, Planet, Kultivator, Kicesämaschine zur Verteilung unter den Kolonisten überlassen haben; ferner Herr Kolta- 11 o w i 17, Kalifornien, der uns eine Kiste Nüsse (Juglans Catifornica) zuschickte. Alle diese Herren verfolgten dabei keine geschäftlichen Zwecke, sondern wollten nur der Fürderuug der Landwirtschaft dienen. Unsere Abteilung ist vorläufig noch nicht imstande, den Landwirten auf Grund der angestellten Versuche Ratschläge in bezug auf den Anbau von Sorten und Rassen aller Kultiirgcwächsc zu geben; dies wäre ein Gebiet, das unsere Kräfte übersteigen würde. Im allgemeinen gibt es fast keine Kulturpflanze in den Nachbarländern, die in Palästina nicht entweder im Sommer oder im Winter augebaut werden könnte. Um aber Hentabilitätsversuche anzustcllcn, müßten wir sehr grobe Versuchsfelder anlegcn; und dies wäre mit so hohen Kosten verknüpft, daß weder der Nationaltonds noch die Palcstine Land Development Company dieselben zu tragen imstande wären. Was die türkische Regierung milangt, so hat sic in diesem Jahre bereits zirka 3000 Frcs. für die Antage einer Baumschule von Eucalyptcn in Bccr-Schcba bcwilligt, deren Leiter von uns die nötigen Anleitungen dazu erhalten hat. Auch hat die Regierung sieben Säcke Baumwoll- Saatgut unter die Bauern verteilen lassen, ohne hier aber Entgegenkommen zu finden, da zurzeit für den Anbau von Baumwolle keine allzu günstigen Aussichten im Lande vor■ banden sind, Von einer weiteren Unterstützung seitens der türkischen Regierung kann unseres Erachtens jetzt wohl kaum die Rede sein. Wir haben mithin keine nennenswerten Anbauversuche gemacht, haben uns vielmehr mit den Erfahrungen der nachbarlichen semiariden Länder begnügt und von dort her das Saatgut für unsere Farmen und Kolonisten bezogen. Im folgenden geben wir eine Ucbcrsicht unserer Tätigkeit im vergangenen Jahre, nach den verschiedenen Zweigen der Landwirtschaft geordnet: Bodenkunde: Wir untersuchten im Laufe des Jahres mit Hilfe der im Lande liitigen (bezahlten) Chemiker versehiedene Böden (in Hulda, Kafr-Urie usvv). Getreidebau: Wir importierten Weizen als Saatgut (für unsere Farmen) aus Medea (Tunis), bestellten ägvptisehen Weizen (mehlig und großkörnig) für Artuf, Kafr-Urie, Ben-Sclicnien, Chederah u, a. I u tt er b a u: Wir bestellten große Quantitäten von Wieke als Saatgut für eine Reibe von Kolonien (ikn-Seliemen, Kastime, Katra, Artuf, Ekron, Pcthach-Tikwah, Eiu-Gaiiim usw.); (einer Saatgut für viele Kolonisten in Futterrüben, Mais, Luzerne usw. G e m ü s e bau: Wir verteilten Samen in kleineren Mengen und Zwiebeln von fast allen in Palästina wachsenden Winter- und Sommcrgemüscu, sowie Kürbisse, Melonen, Bamja (Gombo), Eierfrüchte, Tomaten, Pfeffer, verschiedene Sorten Kohl, Riiben usw. an 30 Lehrer und verschickten außerdem davon an viele Kolonisten. 11a 11 dclsfrücltte: Wir haben unter die Kolonisten in allen Teilen Palästinas Samen von Zuckerrüben verteilt, nachdem schon im vorigen Jahre ein Versuch «auf die Mögiichkeit und Rentabilität des Anbaues von Zuckerrüben zur Zuekergewiiniung in großem Maßstabe glänzend durchgefülirt worden ist; aus der Mandschurei erhielten wir große Quantitäten Sojabohnen und haben Anbauversuche in größerem Maßstabe in Farmen und Kolonien eingeleitet: in Artuf (40 Dunam), Beii-Sdiemeu, Kastinie, Kafr-Urie, Mikwch-Isracl (je fünf Dunam) und an verschiedenen anderen Stellen; ferner stellten wir in Merchawja, Pcthach-Tikwah, Bcn-Schemcn, * Ruchama, Artuf Versuche an mit uns zur Verfügung gestellten Kartotfein (24 Kisten von Weil, Mannheim), desgleichen ein paar Versuche mit Hopfen aus Stecklingen, die aus Rußland bezogen waren. Ferner bestellten wir Gaoljan, eine chinesische Futter* und Harulelspflanze, die wir den Kolonisten zur Verfügung stellten, Die schon im vorigen Jahre angestellten Versuche mit Rauhkarden (für Weberzwecke) wurden weitergeführt und neue Versuche angcstellt; wir stellten auch vereinzelt Versuche mit künstlicher Züchtung von Champignons, von Broom- Com, Lavendel, Myrthen und verschiedenen anderen Oelpflanzen in den Kolonien Artuf, Ein-Oartiin, Beer Jakob usw. an; zu Versuchszwecken haben wir auch die aus A in a n i stammende Erderbse verteilt. Obstbau: Die schwarzen, gegen Nässe und Wurzelfaule widerstandsfähigen Nüsse Juglans Californica haben wir aus Kalifornien erhalten und an Kolonisten und Farmen aller Teile Palästinas zur Züchtung abgegeben; ebenso verteilten wir Samen verschiedener Sorten von Aaona, Persimon (Kaki). 1

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