Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIX (1914)
- Issue
- Heft 25 (19.6.1914)
- Date
- 1914-06-19
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2651273-2651869-2651895--09700-2667046- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 206 JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 25 Wir sind überzeugt uml wir haben Beweise tlafur, dal) wir bei den in Betracht kommenden Machtfaktoicn immer mehr Verständnis für unsere Arbeit finden. Die Abschaffung der Schwierigkeiten bei der Einwanderung nacli Palästina, die Erleichterung der Naturalisation haben klar das Entgegenkommen der türkischen Regierung bewiesen. Wenn noch bei weitem nicht alle Schwierigkeiten aus dem Woge geriimnt sirni, so hängt dies mit der allgemeinen Gesetzgelnmu zusammen. Wir siml überzeugt davon, ilalldas Parlament gewiß auch in dieser Richtung unseren Wünschen eiitgegenkommeu wird, denn u n s e re Be d ii r f 11 i s s e g e h e n m i t de 11 e 11 des I. a n d e s parallel. Wir können also mit den Ergebnissen unserer politischen Arbeit zufrieden sein, und wenn auch gerade auf diesem Gebiete die Mitarbeit der verschiedenen Famlesorganisatioiicn' nicht von solcher Bedeutung ist, da ja diese Arbeit nur von Berufenen geleitet werden kann, so ist es für uns doch von größter Bedeutung, dal) wir eine starke Stütze in einer starken Organisation haben. Was unsere kolonisatorische Tätigkeit anlangt, so vollzieht sie sieh vor den Augen der ganzen Welt und jeder kann verfolgen, wie sie sich immer mehr und mehr ausdehnt, Der Achusagedankc hat Anhänger in allen Ländern gefunden, und ich freue mich, dal) sich auch die deutsche i.amlcsorganisation auf diesem wichtigen Gebiete energischer beteiligen wird. Ihn die Acliusabcwcguug besser verwirklichen zu können, müssen wir eine kräftige P a r z e 11 i e - r u n g s g c s e 11 s c It a f t haben, und es wird Ihnen begreiflich sein, warum das Actions-Comite beschlossen hat, jetzt an die Ergänzung des Kapitals der P. I . I). ('.. heranzutreten. Wir brauchen hierfür eine Million Francs. Wir fordern von Ihnen, dal) Sie sich an der Werbung für die P, L. I). ('.. mit derselben Energie beteiligen, die die deutsche Landesorganisation bei allen ihren Arbeitsleistungen auszeieluiet. Wir werden hierbei auch keine grollen Schwierigkeiten haben, denn Sie brauchen nicht an die Opfern illigkeit zu appellieren. Die P. L. D. C. wird bald in der Lage sein, Dividenden zu zahlen. Das Interesse für unsere Palästinaarbeit wächst mehr und mehr. Wie sehr es bereits gewachsen ist, hat erst vor einigen Tagen wieder die Rede eines bekannten jüdischen Schriftstellers in London bewiesen, der sein Talent durch neun Jahre benützt hatte, um gegen unsere Palästinaarbeit Stimmung zu machen. Er, der zuerst gar nicht anerkennen wollte, dal) auch Palästina ein Land, ein Territorium sei, schlägt mm jetzt vor, einen Verein von Aulizionisten für Palästinaarbeit zu gründen. Wir haben das aber gar nicht nötig, da sie sieh von selbst immer mehr an Palästina klammern. Und diese Stimmung in der Judenheit müssen wir ausnützeu. Wenn wir uns fragen, woher der Umschwung gekommen ist, so müssen wir sagen, dal) es eine Folge des Auflebens des Landes und die Folge unserer Arbeit ist. Die Kraft des neuen jüdischen Lebens wird uns weiter zum Siege führen. Wir können den Angriffen unserer Gegner ruhig ciitgcgcnseheii. Sie werden uns bei jedem Angriff bereit finden und unsere Ruhe nicht stören. Wer die Kraft des Lebens hat, dem gehört auch die Zukunft. Was wir brauchen, ist, dal) wir selbst fest an unserem Ideal halten, und daß wir uns die nächste Generation sichern, die mit derselben Treue und Hingabe unserer Arbeit fort führen soll. Diese Fragen bilden auch den Hauptinhalt Ihrer Tagung. Ich wünsche Ihnen ersprießliche Arbeit und daß Sie diese Tagung einen Schritt weiter in Ihrer Arbeit für Zion und auf dem Wege nach Zion führen soll. (Lebhafter Beifall.) Rudolf Schick, Leipzig: Namens des Vorstandes der Zionistischen Vereinigung Leipzigs habe ich die Ehre, Sie herzlichst willkommen zu heißen. Wir wünschen, daß die Beratungen, die werden sollen, und Ihne Beschlüsse segensreich beeinflussen mögen. Max Wolisteiner, Berlin, schlägt ins Präsidium folgende Herren vor: Arthur II a n t k e, Berlin; Vizepräsidenten: Bodenheimer, Köln, Arnold Wiener hier geführt unsere Arbeit für die Wahl Präsident l)r. ustizrat Kattowitz, Rudolf Schick, Leipzig; Beisitzer: Dr. Ascher, Dessau, Dr. Sichel, Chemnitz, Dr. Kollen sch er, Posen, Leopold Landau, Hamburg, Gustav S c 11 w a b e, Varel. Die Wahl erfolgt durch Akklamation. Dr. II a ntke übernimmt das Präsidium mul dankt allen Delegierten und Gästen für ihr Erscheinen, sowie all denjenigen, die die Tagung begrüßt haben, insbesondere dein Rat der Stadt Leipzig, der jedem Delegierten als Ehrengabe das von der Stadt herausgegebene Festbuch überreicht hat, dem Kreishauptmann und dem Amtshauptmann. Herr Dr. Hanlke begrüßt Herrn Dr. Tschlcnow als Vertreter des Actions-Gomites und die Herren Rabbiner Profcssor Dr. Porges, Rabbiner Dr. Carle hach von der Talnmcl-Thoraschule, den Vertreter der Alliance Israelite Universelle, Herrn Jakob I) I u m e 11 fehl, und die Vertreter des Misrachi und des Hechawer, Hierauf wird die G e 11 c r a I d e b a 11 e eröffnet, Dr. Klee, Berlin: Unser Delcgierteulag soll sich nicht nur mit den Angelegenheiten der deutschen Organisation, sondern mit den allgemeinen Fragen des Gesamtziouismus beschäftigen. Der Zionismus ist keine Partei innerhalb des Judentums, sondern das lebendige Judentum selbst. Zu meiner Freude kann ich konstatieren, daß es heule im Zionismus keine I arteien, die sich bekämpfen, mehr gibt, sondem daß wir eine geschlossene Phalanx darstellen. Das, wag wir jahrelang leidenschaftlich diskutieren mußten, sind heute historische Dinge. Nuturpcmiill muß es und wird es stets Differenzierungen im Z10uisiitiis geben, Differenzen und Fragen zweiten Ranges, grundlegende Differenzen gibt es zurzeit erfreulicherweise nicht. Wir sind geschlossen, ich betone diese erfreuliche Erscheinung um so lieber, weil ich <lic habe, daß eine RückcutwickHmtf zu I terzl stattgefuiideu hat. Unsere Leitung wahrt deutlich den politischen Charakter der Bewegung. Nach meiner Auffassung gehörte auch der Sprachen- Kampf zu den politisch notwendigen Aktionen, Lin einheitliches Palästina ist ein politisches Ziel. Wirt* sehn Bliche Geschlossenheit ist ohne kulturelle Einbeit etwas Halbes. Deshalb beglückwünsche ich das Aclioiis-Comile zu dem Erfolg, den es im Sprachenkämpf erzielt hat. Wer uns Vorwürfe wegen der scharfen Form, in der wir diesen Kampf geführt, macht, hat unrecht, ich kann dem Herrn Vorsitzenden in dem, was er gesagt hat, mir beistimineii, dal), wenn von unserer Seite gesündigt worden ist, dies tausendmal wettgeniacht wurde durch das, was sieh die Gegner geleistet haben. Die Annonce war der Versuch einer Denunziation, freilich mit untauglichen Mitteln. Für Denunziationen gibt es keine Entscliuldigting, Selbstverständlich ist es aber unsere Pflicht, trotz der Provokation durch die Annonce ruhig uml sachlich zu kämpfen, Der Starke kann sieh das leisten. Was übrigens zu den Gegensätzlichkeiten geführt hat, sind nicht äußerlich schroffe Formen. Die Entwickhing, das Wachstum unserer Bewegung muß zu diesen Gegensätzlichkeiten naturgemäß führen. Wir sind stärker geworden, haben Einfluß bekommen, greifen in die Gemeindekämpfe ein, kommen an die Leitung. Das ruft die Gegner auf den Plan, mul dal) sie in der Wald der Mittel nicht wählerisch sind, weiß man. Diesem Kampf können wir gar nicht entgehen, wenn wir uns nicht aufgeben wollen. Ucbrigens, was kann man nach der Annonce noch gegen uns tun? Mit einer Stellungnahme gegen den Zionismus im Parlament hat man gedroht. Ein Versuch hat schon stattgefuiideu, wie Sie wisse״. Wir fürchten auch eine ausgiebige Debatte nicht. Im Gegenteil, sie wäre uns sehr erwünscht. Es gibt auch narlamcntarische Parteien, die den Zionismus, die Größe mul Schönheit unserer Idee zu werten wissen. Wir sind auch für diesen Kampf gerüstet. Wir haben überhaupt nichts zu fürchten. Als es uns aus Gründen der l'lire nicht länger möglich war — ich habe das wie Sie wissen, lebhaft bedauert dem Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens an- /»gehören, mußten wir eine eigene neutrale Organisatiou schaffen, die für unsere staatsbürgerlichen Rechte eintrat. Ich kann Ihnen heute int Namen des Reichsvereins deutscher Juden nur ein Geschenk mitbringen, aber dieses Geschenk lohnte schon die Gründüng dieser neuen Organisation. Wir haben — wie ich hier zu meiner Freude festslclien möchte -— mit warmherziger Unterstützung der deutschen Orthodoxie das Attentat auf Duisburg^zurückgeschlagen, ihre Zustimmung zeigt mir, daß Sie die Auffassung von der Wichtigkeit unserer Aktion teilen, Es bestand die große Gefahr, daß-die Duisburger Herren unter den Radikalen in anderen Gemeinden Nachahmung fanden. In Flamm hat man es schon versucht. Für die unzweideutige und klare Entscheidung möchte ich liier der leitenden staatlichen Stelle herzlich danken. Diese Entscheidung hat ein Attentat auf die religiöse Einheit des Judentums vereitelt, Wo waren da die anderen jüdischen Organisationen? Sic haben glatt versagt. Alle! Außer der ״Freien Vereinigung“, der wir danken. In dem Duisburger Fall hat der Kcichsvcrein seine Feuerprobe bestanden. Es ist mir eine Ehrenpflicht, unseren Freunden, den Herren Rechtsanwälten Dr. E p s t e i 11־ Duisburg mul Dr, A sc 11 c r- Dessau, für ihre treue Arbeit herzlich zu danken. Wir haben von Anfang an cingcsehen, dal) der Reichsvereiii nicht für kleine Dclailarbeiten benutzt werden darf. Er ist nicht für Quisquiiien da, sondern für große politische Aktionen. Er ist tmparteiisch, nur soll er im' Gegensatz zum Zentralverein, in dem unsere Freunde keinen Platz mehr Imbcn, ein Organ sein, unparteiisch Arbeit für alle deutschen Juden zu leisten. Er hat Raum für alle. Unsere positive Arbeit, das ist die Hauptsache! Sie macht uns stark und einflußreich, um! das kränkt häufig die anderen, Daun ergeben sieli eben Konflikte, das läßt sieli nicht vermeiden. Je geschlossener wir dasteiieu, desto größer werden unsere Erfolge sei». Hätten wir bei der wundervollen Kundgebung des deutschen Zionismus anläßlich des Sprachen- Kampfes nicht so einheitlich und geschlossen dagestanden, so hätten wir uns niemals die Achtung erzwangen, die wir brauchen, lind auch nicht den schönen Erfolg errungen, Zum Schluß hätte ich noch zwei Wünsche. Erstens die Arbeit für eine »cugcgründctc Organisatiou, nämlich den ״Keilern". Der ״Kodein“ ist unser jüdischer Kulturfonds. Ich hoffe, daß er int deutschen Zionismus die gleichen Sympathien finden ivird wie der Nation;ilfomls, teil hoffe uml erwarte, daß jeder deutscher Zionist Mitglied des ״Kedein" werden wird. Und mm noch eine Bitte an die Leitung des N a t i 011 a I f o 11 d s. ich möchte da auf die 1 )chatte hiaweisen, die auf der letzten Tilgung des Actions• Comites stattgefuiideu hat. Es handelt sich tun die Bodenpolitik des Nationiilfoiids, Diese Bodenpolitik muß sieb nacli den Grundsätze« richten, die bei der Gründung des Nationalfoiids ausschlaggebend waren, Oer Nationalfoiids kauft Land, das ewiger Besitz, des jüdischen Volkes verbleiben soll, Es Ist dies ein uißcs Prinzip, und wenn es vielleicht gelegentlich der jüdischen Individualität nicht ganz entsprechen sollte — ich hin nicht dieser Ansicht —, so müssen wir doch daran fcsthalten. Es Ist ein Stück jüdlscher Kultur! Vergessen wir das nicht, Mit Moses, mit unseres Volkes Gedankciigängcn, hat Henri George seinen Sicgesztig aiigetrclen. Bleiben wir bei dem Erbpnehtprinzip! Ich rechne es mir als eine Art Verdienst an, auf der letzten Sitzung des Nationalfoiids wenigstens das Prinzip der Wertzuwachssteuer für ein städtisches Terrain, das in einem Ausnalimefall, der hoffentlich Ausnahmefall bleibt, vielleicht nicht Erbpaclitlatid wird, eingetührt zu haben. Ich konstatierte eingangs mit Befriedigung, dal) die gegenwärtige Politik unserer Leitung ein Zurückgehcii auf llcrzl erkennen läßt. Letzten Endes ist die Gegenwartsarbeit des Actions-Comitcs iin Hcrzlsclicn Sinne ein Schaffen nicht von Dingen, sondem von Bedingungen in Palästina. Audi imsere Kulturarbeit schafft solche Bedingungen. Wir haben eine ungeheure Arbeit auf uns genominell, dessen siml wir uns voll bewußt! Wir waren uns dessen auch bewußt, als wir in Basel unser Programm formulierten. Unterlage aller unserer Arbeit ist der jüdische Volksgedanke. Mit ihm stellt und fällt der Zionismus. Für mich ist diese Frage ״national oder nicht national“ gar nicht diskutabel. Wer aber fest mit beiden Füllen auf dem Boden des jüdischen Nationalismus stellt, braucht auch nicht die Arbeit in anderen jüdischen Organisatioiien zu scheuem Selbstverständlich verstehe ich nicht darunter uns feindliche Organisationen. Freilieh: zunächst kommt das eigene! Wer aber über die Arbeit bei uns hinaus Zeit tnui Kraft hat, soll sie der allgemeinen jüdischen Arbeit widmen. Wir wollen nicht vergessen, dal) nicht alle Juden, die mich nicht im Zionismus stehen, eine reaktionäre Masse sind. Wir müssen so oft als möglich weiten Kreisen des niclit/ionistisclien Judentums die Möglichkeit geben, unsere Arbeit kennen zu lernen. Zum Schluß noch eine herzliche Bitte: In unseren eigenen Reihen soll die Liehe und [)rüderliclikeit herrschen, von der die Bewegung in den ersten Jahren ihrer Arbeit beseelt war. Wir wollen 1ms durch unser Temperament nicht liinreißen lassen, Differenzen im einzelnen scharf zu vertreten. Was uns trennt, sind Kleinigkeiten, Ucber allem, was uns trennen mag, stellt das Hochziel unserer Bewegnng, und das heißt: Zion! (Langanlialtender Beifall!) Arnold Wicner-Katknvitz: Herr Dr. Tschlcnow hat hier den Zusammenhang der zionistischen Welt- Organisation mit der deutschen Laudesorganisatioii betont. In bezug auf die Frage der allgemeinen zionistisdien Politik ist niemals eine so grolle Eiuij׳• keit vorhanden gewesen wie jetzt. Diejenigen Mitglieder der deutschen Lamlesorgaiiisation, •die sieli in wichtigen Fragen mit dem Actioiis-Coniite nicht eins wissen, könnten bequem in einer Droschke Platz finden. Nun zu dem Berichte des Herrn Vorsitzenden, der viele Lichtpunkte enthält. Wir freuen uns der rüstigen und erfolgreichen Arbeit, die der Gescliiiftsführciule Ausschuß geleistet hat. Ich bedauere aber, daß ich die uneingeschränkte Billigung, die ich dem Actious-Comite ausgesprochen habe, nicht in allen Punkten auch der deutschen Parteileitung ausdriieken kann. Ich und meine engeren Gcsiunungsgenossen finden, daß die deutsche Parteileitung nicht immer auf der Höhe ihrer Aufgabe gestanden hat, und zwar w׳ar dies der Fall bei der Frage unseres Verhältnisses zu den anderen jüdischen Organisntionen in Deutschland. Wir kommen hier zusammen nach zwei Jahren harten Kampfes und müssen hier die Richtlinien für unser künftiges Verhalten zu allen jüdischen Organisationen fcstlcgen. Die deutschen Zionisten haben ihr Votum in dem Sinne abgegeben, daß kein Mitglied unserer Organisation mehr im Z e n t ra 1 v e r e i n sein kann. Es 11ml) in dieser Stunde nochmals festgelegt werden, daß der Zcntralvcrein durch seine Resolution die Zionisten ausgeschlossen hat, da er das Baseler Programm ausdrücklich verworfen hat. Ich richte die Anfrage au den Ocschäftsfiilmmdcn Ausschuß, warum trotzdem einige Zionisten nicht ausgeschieden sind? Dadurch werden unseren Ortsgruppen Schwierigkeiten gemacht. In Kattowitz sollte kürzlich im Zentralverein ein Zionist dieser Kategorie sprechen. In den entscheidenden Versammlungen der anderen jtidisclien Organisationen wurde« wir leider schlecht ver* treten. I )er Verl) a 11 d d e r j » d i s c 11 e 11 j 11 g c 11 dvereine steht in geistigem Zusammenhänge mit dem Zcntralvcrein, für den er die Jungmannschaft Iteranziibildeu hat. Fs stellt dies zwar nicht in seinem Programm, aber es geht aus Dutzenden von Kundgebungen hervor. Wenn wir noch gegen andere jüdische Verbände Toleranz gelten lassen könnten, so ist dies doeli da, wo es sich um die Jugenderzieliung handelt, nicht möglich. Hier müssen wir ganz besonders scharf und klar scirz. Ich empfehle den Antrag der Ortsgruppe Kattowitz zu diesem Punkte anzuneliinen. — Der Vorsitzende hat in seiner Eröffnungsrede erklärt, dal) die großen jüdischen Verbände gegen die anti/ionistischc Erklärung auf- (׳etreten sind. Ich bestreite dies, und möchte hier Tatsachcu-Material hören. Um mit dem Verband d e r d e 111 s c 11 e 11 J 11 d c 11 zu beginnen, so hat der Präsident des Judenlages, Herr Jusfizrat Hörwitz, die nntizionistischc Erklärung unterschrieben. Man wird hier einwenden, daß Herr Justi/rat llorivitz das als Privatperson getan hat. Diesen Einwand lasse ich nicht gellen, und ich verlange, daß, wenn wir weiter mit dem Verbände gehen sollen, wir Genugtuung haben müssen, sonst müßten wir iitisere Gesandtschaft ziiriickbertifeti. Schon heute hat sich eine grolle Reihe von orthodoxen Gemeinden vom Verbände losgelöst, wenn mich unsere 10 000 deutschen .Zionisten sielt losreinen, so wird der Verband zu einem Rumpfparinment, 1