Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIX (1914)
- Issue
- Heft 7 (13.2.1914)
- Date
- 1914-02-13
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 7 l JU EDI SC HE RUNDSCHAU Nr. 7 Jüdische Kosaken Die ״/cmstselünn", das celitrussische Organ, 1י1יit.iiiert, daß dii׳ Zahl der kiiiikasisclu'ii Kosaken, die wim judeutum übertreten, so «mit «cwordcn ist, dalt sie stell bereits eine Synagoge erbauen. Die Ofti/iere ermöglichen angeblich den Nciijiiden die Erfüllung ihrer religiösen Pflichten. Ffn jüdischer Senator In der Türkei Die türkische Regierung hat Emmanuel tiffeudi Ca ras so, den I:\dep11tierten von Saloniki, /um Senator ernannt. Bisher gab es nur einen türkischen Senator jüdischer Nationalität, Beltor I:'ffeudi Lsk e 11 a s y. Die Juden in der künftigen türkischen Kammer Das iinigtürkisehe Komitee ist /11r/eit eitrig mit der Wahlkampagne für die neue Kammer beschäftigt, die binnen kur/cm /usammentreteii soll. Die jiidische Bevölkerung hofft, wiederum vier Abgcordnete /n erhalten, obwohl die Zahl der jüdischen Wälder durch den Fortfall der mazedonischen Proviii/cn, insbesondere durch den Port fall Salonikis, erheblich vermindert worden ist. Die Regierung tinii das Komitee sind geneigt, den Juden entgegen/.u• kommen, die sich in den schweren /eiten des Krieges und der permanenten Krise des Reiches als treue Freunde der Türkei bewährt haben. Man ist also gewillt, den luden wiederum vier Abgeordnete /ii/iibilligen, doch lallt sieh über die Personen noch nichts bestimmtes sagen. Ursprünglich wünschte das Komitee die Wiederwahl der vier früheren Abgeordneten — Faraggi, Ma/Iiach, Carassa und Sa sso 11 —, doch neuerdings hat sieli eine Acndcrung der Kandidatenliste als notwendig erwiesen. Ts ist ziemlich sicher, dalt Faraggi nicht wieder kandidieren wird, obwohl gerade er als eine der besten Arbeitskräfte der Kammer galt, der die tönenden Reden' verschmähte, dafür aber in den Kommissionen mit Ernst und liifer tätig war. Audi Sassoii dürfte nicht wieder kandidieren, da er vor einiger Zeit Unterstaatssekretär im Landwirt- Schaftsministerium geworden ist mul als solcher nicht der Kammer allgehören kann. Ma/Iiaeh und Cnrasso dagegen werden mit größter Wahrscheinlichkeit ausersehen sein, wiederum die türkischen Juden im Pariament zu repräsentieren. Uarasso hat ausdrücklicli erklärt, er wünsche diesmal nicht nur als .Anbänger der Partei Union et Progres, sondern auch als offizieller Vertreter der Judeuheit gewählt zu werden. Die beiden anderen jüdischen Kandidaten sind noch unbekannt. Es bestellt die Möglichkeit, dal). Jerusalem zum erstenmal einen jüdischen Abgcordneten erhält. Die Regierung sympathisiert mit diesem Plan, dessen Verwirklichung von der gesamten jiidischcn Bevölkerung des Reiches mit Genugtuung begrüßt würde. Das neue Einwanderungsgesetz ln Amerika Nach fünftägiger Debatte wurde am 5. Februar itn Repräsentantenhaus die Burnettschc Eiinvanderungs- Vorlage mit 2XI gegen 125 Stimmen a n g e 11 o m m e n. Den von jüdischer Seite geäußerten Wünschen wurde insofern Rechnung getragen, als der Bildtiiigs■ nach weis, den die Vorlage für die Einwanderer vorsieht, auf die Fähigkeit, irgcndcincSpr a c It e einschließlich Hebräisch und Jiddisch lesen (nicht schreiben) zu können, beschränkt wird. Ein Zionist — Aldennan ln Toronto Ein junger Jurist in Toronto (Oanada), Herr I.. M. Singer, wurde zum Aldermaii (Stadtrat) gewählt. Er ist nicht nur in seinem Berufe sehr angesehen, sondern auch an jüdischen Dingen lebhalt'interessiert. Er ist Mitglied einer der eifrigsten zionistischen Organisationen in Canada, AUS DEN GEMEINDEN Berlin. Im l aufe des Monats lantiar fand in den Beziiksgriippen des Neuen Jüdischen Oein e i 11 d e v e r e i n s eine Reihe von Veranstaltungen statt, die sieh eines regen Besuches zu erfreuen halfen. Den Februar eröffnete die Gruppe ״Schönhauser Vorstadt“ mit einem Vortragsabend, au dem Herr Rah- Inner Dr. Ludwig A. Rosen tlial über ״Eine jiidische Gemeinde vor 21)00 Jahren" sprach. Wie be* reits angekündigt, beruft der N. J.G.V, zu Mittwoch, dem 25. d. M., eine große öffentliche Versammlung in den Sophiensälen, Sophienstr., ein. Thema: Zur Ausl ii 111( e r f r a g e i 11 d c n jüdischen O c - m ei 11 de n. In der Orunpe ״Nordost“ findet am 17. d. M. ein Vortragsabend statt, an dem Herr I laiiptkantoi Magnus Davidsohn über Melodien des jüdischen Gottesdienstes mit gesanglichen Erläutcrtmgen referieren wird. Ferner sind von der Gruppe ״Rnseiitlialer Vorstadt" am 1b. und von .,Süden" am 20. d, M. Veranstaltungen geplant. Ein Purim- Kinderfest findet am 15. März in den Sophiensfilcn statt. In dem Vortragszyklus ״Jüdisches Gemcimlclchcn in alter und neuer Zeit" werden folgende Themata behandelt werden: Jüdische Gemeinde itn Mittelalter, Juden und Judentum zu Beginn der Neuzeit (Zeitalter der Aufklärung), Itulische Gemeinden im 19. Jahrhundert. Nähere Auskunft über sämtliche Veranstaltungen erteilt der Ilauntseliriftlührer Herr Adolf Graupe, Allcnsteincr Sir. 7. Berlin. I >as I) u r e a 11 für Statistik d e r luden in Berlin, welches von l)r. Arthur Ruppin begründet worden ist und jetzt seit sechs Jahren von Dr. Bruno Blau geleitet wird, kann am '1. Oktober dieses Jahres auf die ersten zehn Jahre einer erfolgreichen Tätigkeit ziirüekbliekcn. Aus Anlaß dieses Jubiläums wird das Bureau eine Sammelsehrift herausgehen, welche die Bedeutung der Statistik der Juden sowohl für die allgemeine Wissenschaft, als auch für die besonderen Zwecke der Juden (Gemeinde- Verwaltung, Wohlfahrtspflege usiv.) darstellt tmd über die bisherigen Leistungen des Bureaus und seine zukünftigen Aufgaben unterrichten wird. Oldenburg. Am Pf. April findet hier anläßlich der Sitzung des ״Jüdischen L.iiidesgeineiiiderats" eine öffentliche Ecstversamuilimg statt; Herr Rechtsanwalt Dr. Klee (Berlin) hat auf die Bitte des (iroßher/ogliehen Laiidrahbinates den Fcstvortrag übernommen. Wiesbaden. Unsere hiesige Alt - Israelitische Kultusgemeiiuie hat einen schweren Verlust erlitten. Das langjährige Vorstandsmitglied derselben, Herr Meyer Sulzberger, ist am Sonntag morgen nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben, Einer alten Wiesbadener Familie entstammend, hat der leider zu früh Verblichene von früher Jugend an ein außerordentliches Interesse für unsere Alt-Israelitische Kulttisgemciiide bewiesen und bis an sein Lebensende bewahrt. Während einer langen Reihe von Jahren versah er das schwere und verantwortungsvolle Amt des Kassierers und schuf eine ganze Reihe von Neueinrichtungen in der Gemeinde, vor allem die Errichtung der Leichenhalle haben wir seiner Initiative zu verdanken. Auch in den jüdischen Vereinen, vor allem in der Chewra Kadischa und dem Israelitischen Unterstützungs-Verein war der Entschlafene ein her* vorragend tätiges Vorstandsmitglied. Jcschurun. Unter dem Titel ״J e s c )1 u r u n , Monatsschrift für Lehre und Leben im ■!identum" erscheint, herausgegeben von Dr. J. V a h I g c 111111 h , in Berlin eine neue Zeitschrift, deren erstes (Januar■)! left folgende Beiträge enthält: A, Berliner, Geschichtliche Wanderungen; J, Unna, Acsthetische Gesichtspunkte im Religion*- gesetz; J. Scgall, Bevölkerungs- und Wirtschaftsfragen; S. Kaatz, Von jüdischer Theologie. Der ״Vcr• lag des Jeschurun“ befindet sich in Berlin N. 24 das Abonnement beträgt 6,— M. jährlich. TURNEN und SPORT Berlin. Mit einem groß angelegten Jugendturntest trat der Jüdische Turnverein Bar Kochba ain letzten Sonntag vor die Berliner Ocffeutlichkeit. Die fünf Abteilungen für Lehrlinge, Schüler und Mädchen waren mit. 140 Zöglingen vertreten, deren vorzüglictie Leistungen der turnerischen Jugendcn.ichung itn Bar Kochba das beste Zeugnis ausstellten. Die zahlreich erschienenen Gäste kargten dann auch nicht mit ihrem Beifall, der vor allem auch der gewissenhaften Arbeit der Jugendturnwarte und yorturncr galt. Die Leitung des Festes lag in den Händen des Herrn Leo K a min s k y , des Hauptturnwartes für das Jugendturnen. — Wer dem Schauturnen beigewohnt hat, wird die Ueberzeugung mit nach Hause genommen haben, daß der Bar Kochba ein Recht hat, die jüdische Oeffentlichkcit tun Hilfe bet einer ausgedehnten Jugendpflege anzugehen. Zu solch einer finanziellen Unterstützung bietet sich jetzt allen Freunden einer gesunden körperlichen Erziehung eine Gelegenheit, da der Bar Kochba daran geht durch Einrichtung eines Sportplatzes der gcsamten jüdischen lugend Berlins die 80 notwendige jP'e ~ ״ Sportgelcgenheit zu schaffen. Beitrage lur *8 8«».°5״*ם'ntl zu r*L'hten an Herrn Carl Sobersky, Berlin SW., Hollmannstr. 18. VEREINS-RUNDSCHAU Berlin. Anläßlich des dreißigjährigen Schrift stellerjubiläums des bekannten hebräischen Schrift stellers David Frisch mann veranstaltet der Vct ein ״I bria“ im Hotel Frühling, Münzstr. 8, am Sonn abend, dem 14. Februar, um 9 Uhr abends, eine: Frischmann-Abend. Herr Josef Lin wir! über die schriftstellerische Bedeutung Frischmann referieren. Nach dem Vortrage finden Vorlcsunge und Deklamationen aus den Werken des Jubilars stat! Berlin. Die Verbindung im K. Z. V. H a s monaca hat den Ocsaintreincrtrag ihres dies jährigen Balles dem hebräischen Schulwcrk ii Palästina zugesichert. Der Ball findet am 21. Fcbrua in den Gesamtruuincn des Brüdcrvcrcins statt. Kartei nur auf vorherige Einladung. Berlin. Der Verein zur Pflege he brüischcr Musik (Dirigent Kapellmeister A Kcllcrinann) veranstaltet anläßlich seines lOjuhrigci Bestehens am 23. Februar er., abends 8 Uhr, Ir Blüthncrsaal unter Mitwirkung namhafter Solisten'ci Festkonzert. (Karten ä 3, 2 und 1 M. bei Bot & Bock und A. Wertheim.) Berlin. Jüdischer Frauenbund fü Turnen und Sport: Der Hftus-Masken ball findet am 28. Februar in den Gesamt-Festräumen des Hrüdcr-Vercins statt. Die befreundeten Organisationen werden gebeten, über diesen Tag nicht anderweitig zu disponieren. Berlin. Der Jüdische Turnverein Bar Kochba veranstaltet seinen P u r 1 m b a 11 am 7. März, in den Räumen det ״Ressource zur Unterhaltung", Oranienburger Straße 18. Der Reinertrag des Festes fließt dein Fonds unseres Sportplatzes zu. Berlin. Der K i 11 d e r -1> u r i 111 ha 11 der Jüd j s e 11 -11 a t i o 11 a len F r .111 c n v e r c i n i g u 11 g findet am Sonntag, dem 8. März, itn großen Saal des Tiergartenhofes statt. Beginn 1yl Uhr. .,t Chemnitz. Ain Sonnabend, dein 11. Februar, spricht in der hiesigen Zionistischen Ortsgruppe Herr Rechtsanwalt Dr. Klee (Berlin) über ״Die neuesten Angriffe der A n t i / i o 11 i s t e n“. Wir bitten unsere Freunde auch aus anderen sächsiselten Städten um ihren Besuch. Breslau. Am Mittwoch, dem 18. Februar, spricht Herr l)r. Martin Bult er (Berlin) in einer vom ״Verein der Zionistischen Jugend" einberulenen Ver- Sammlung über ״Jüdische R e I i g i o s i t ä t". Ort: Großer Saal der Hcrinannlogc. Karten zu 1,50 und 1, M. in der Buchhandlung von Hainauer, Schweidnitzer Straße. Magdeburg. Zionisten verkehren täglich im Restaurant Katz, Viktoriastraßc; ab Januar: Breiter Weg. München. Die Mitglieder der Zionistischen Ortsgruppe haben seit geraumer Zeit ihren Stammtisch im Caf15 Luitpold, Bricnnerstraße, wo sie sich jeden Donnerstag, um i/jO Uhr abends, treffen. Auswärtige Gesinnungsgenossen und Freunde sind als Qäste stets willkommen. Nürnberg-Fürth. Jeden Donnerstag Abend 9 Uhr Stammtisch im Cafe Central in Nürnberg. Mannheim. Die Zionisten treffen sich jeden Dienstag, abends 9 Uhr. im Restaurant der August- Lamey-Loge, C. 1. 12. Stettin. Regelmäßige Zusammenkünfte der Zionisten beim Vorsitzenden der Ortsgruppe, Herrn Hermann Jacob, Turncrstr. 10, Eingang Arndtstraße, an jedem Freitag 9 Uhr. Fremde Zionisten stets willkommen. Straßburg (Eis.). Zionisten treffen sich jeden Mittwochabend im Cafe Piecadilly (Kleberplatz). Wiesbaden. Zionisten treffen sich jeden Mittwoch abend um 9 Uhr im Cafe Berliner Hof. Plauen. Die Plaucncr Gesinnungsgenossen treffen sich zwanglos jeden Donnerstag Abend von 9 Uhr ab Im Cafe Central, Plauen, Neundorfer Str. Ratibor. Zionistischer Stammtisch mit Damen alle 14 Tage Sonnabends abends 9 Uhr in Brucks Hotel. Cöthcn (Anh.). Zionisten treffen sich jeden Mittwoch. abends 8'/* Uhr, in Heidenreichs Restaurant, Magdeburger Straße 4. Rybmk (Ob.-Schl.). Zionisten treffen sich jede■ Donnerstag, abends 9 Uhr, in Bertholds Cafi. Berlin. Die Berliner zionistische Verc i 11 i g u n g hatte auf Dienstag, den 3. Februar, eine außerordentliche General vers a 1t! nt I u n g in I laberlands Festsäle einherufen. Vor einem gut besuchten Saale referierte Herr Dr. 14 n 111 k e über den S p r a c h c n s t r c i t in P a ■ I ä s t i n a , indem er das stark interessierte Publikum über die tatsächlichen Vorgänge in objektiver Weise unterrichtete. Sodann dankte Herr l)r. Egon Rosenherg mit warmen Worten dem nbtrctcmlcn I. Vorsitzenden, Herrn l)r. Moses, der leider seinen Wohnsitz von Berlin fort verlegt, nachdem er lange Jahre seine Tätigkeit der B. Z. V. gewidmet hatte. Hierauf empfahl Herr Direktor Loewenthal in einem längeren Referat die Annahme neuer Statuten, die vorher in einer Vorstandssit/ung beraten worden waren. Die Versammlung nahm das neue Statut mit geringfügigen Acndcrungcn an. Für Herrn Dr. Moses wurde i)r. Egon Rosenberg zum ersten Vorsitzenden gewählt; an zweite Stelle tritt Herr Direktor Loewenthal. In einer vorangehenden Vorstandssitzung war Herr Referendar J. Rosenzweig für den erkrankten Herrn Erich Cohn zum Schriftführer ernannt worden. Thorn. Am 2. Februar fand nach langer Zeit wieder ein zionistischer Vortrag in Thom statt. Hcit Parteisekretär Rosenbaum sprach im neuen Saale des Viktoria-Parkes über ״Der Zionismus und seine Arbeit in Palästina“, indem er folgendes ausführtc: Will man die Lage der Juden bessern, so muß man an einem Platze der Welt eine jüdische Mehrheit bilden. Der geeignete Platz für diesen Zweck ist Palästina, das einen aufnahmefähigen Boden bildet. Danti{ ist das Ziel des Zionismus gezeigt. Um seine Aufgaben zu erfüllen, gründet die zionistische Organisation unter Benutzung der modernsten Wirtschaftsformen lind Einrichtungen in Palästina Kolonien, indem sic׳ PrivalkapitaT zu diesem Zwecke heranzieht. Daß eine Konzentration in Palästina auch den schöpferischen Geist des jüdischen Altertums wieder beleben wird, dafür zeigen sich schon deutliche Anzeichen. Die hebräische Sprache, jahrhundertelang nur Litcratursnrachc, bildet heute die Umgangs- und Verkehrssprache der jüdischen Kolonien. Der Boden, auf dem die glorreiche Ocschlchte unserer Vorfahren spielt, ist berufen, auch dem neuen Ocschlccht der Boden zu werden, auf dem ein freies, seiner Vorfahren \