Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XIX (1914)
- Issue
- Heft 3 (16.1.1914)
- Date
- 1914-01-16
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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ßclto 6 JU2DI3CHZ RUNDSCHAU Nr. 2/a eurer, ׳und wenn ihr w.rr.tct ihr r.iiUcu in diesem . Getümmel eurem F ' 'm <"־• •״'־;'■; rt־1׳•־'־;־ de:! uirrrtt anUvoden!!־ . .. .י";׳;!'׳ . ■i ״ד u wir euch, wir wollen, c’> 1 :.״ ני• ־ , iem 11»!!ml wmir'.ral gesondert f, ä. 0.1;' ׳!;\'■׳ ׳ ' ■ ׳״, :::;am mit euch streiten und b,w,w,“ Dar, heißt mit der VenusiKlvnheit Ernst iiiaehen. lind der? Aller rcclilr.cliaffc <1e Kmtpf irt ein köstliches Ding und eine Erhebung der da Je; wie er,.t der dt״; Ganzen, der gegen die I!alben •drei׳,;:!! w!!d!׳;r Art ist der unsere. Es ist ein Kamp! nicht zwischen hsrteien und nicht zwischen Meinungen; cs ist der •uralte Kampf zwischen zweierlei Menschen. Die einen streben danach, sich zu erfüllen, die anderen danach, sich d1׳.rci1zu:’>ct:׳.cn. Die einen wollen aus ihrer Wahrheit eine Wirklichkeit schnffen, die anderen aus ihrer Wirklichkeit eine Wahrheit zurcchtmachen. Die einen sind eines Zieles gewiß, die anderen in viele Zwecke verstrickt. Wir — ich wage es, von den Jude», die r.t den ersten gehören, ״wir“ zu sagen — wir meinten den oder jenen tinscrm Lager oder ׳ doch dessen äußerem Ring •zu/.ilhkn zu sollen, der sich nun mit I laut und Haaren den andern verschrieben hat. Was ficht uns das an? Es ist nicht an uns, über die reine Scheidung zu trauern, die das Halbe und Brüchige aus unserer Nähe bannt. Mit dein in sich Unsicheren frommt kein Pakt; alles Bündnis mit Schwankenden schwächt. Und daß die Schar unserer Gegner gewachsen ist — nun denn, um so größere Kraft müssen wir aufbictcn, um so mehr ruhende Energie in wirkende umsetzen; unser tätiges Wesen wächst mit der gegnerischen Schar, und wir danken dem Augenblick, der uns also vollendet. Aber wahrhafte Größe gewinnt der Kampf erst, wenn er schöpferisch wird: wenn Werke und Werte seine Waffen sind. Das ist das Stadium, in das wir in diesem Augenblick treten. Lange genug konnten wir gegen die Rede der andern nur unsere Widerrede schleudern; frei- Hell war auch unsre Arbeit eine Antwort, aber die bnmcitic niemand zu hören, der sie nicht hören wollte, weil sie wohl Antwort, aber nicht Waffe war. Nun aber ist ־׳״; aii'leru geworden. Jene vermaßen sich, auf unser!!! Boden, in dem Bezirke unseres Werkes die schillernd׳ n f'nlmcn ihrer Anpassungen aufzupflanzen. Da genügt nicht Wort, nicht abseitige Weiterarbeit; cs gilt, «he Fäh neu auszureißen und unsre allcinherrschcnd zu e׳!t• falten. Das ist nicht mein־ Protest und (jegenprot! t, Proklamation und (icgcnproklaination, das sind ui;!( mehr 1 lerausfoidcrungen, die aus den f feeren himil r und herüber schallen: das ist Nahkampf, das ist Han lgeinenge, das ist der entscheidende Augenblick. Position gegen Position! Gegen falsche Werke und Werte eckte Werke und ׳Werte! Das heißt mit dem Kampf E!!st machen. Und denen von unseren Freunden, die uns inatmen, unserer programmatischen Hauptaufgabe, der Politik, ingedenk zu sein und unsere Kräfte nicht von ihr al zulenken, denen sei fürs erste gesagt, daß Erziehung her Anfang aller Volkspolitik ist. Und weiter, daß cs in aller Welt nur eine gute Politik gibt: die auf uns De׳• incntnr cindriugeiuie Frage des Augenblicks jeweilig alsogleich mit der ganzen, fertigen, geschlossenen Tat zu beantworten, ״wie der ßallspiclcr den Ball, sich mit gerafften Gliedern entgegenwerfend, auffängt“. Wie das, fragt ihr: ohne zu überlegen? Ja, ohne zu überlegen; aber nicht ohne überlegt zu haben. Das ist die rechte Besonnenheit, die sich nicht mehr zu besinnen br.uidit, weil Wissen, Erfahrung, Ucbung noch in ihrem Reflex lebendig sind. Das ist die rechte Politik, die kein Be• denken kennt, weil sie sich längst darauf bedacht hat, dem Augenblick gewachsen zu sein. Und das ist das rechte Judentum, in dem nicht, wenn es zu tun gilt, das Denken zu spielen beginnt, sondern in dem der Deist Wille und die Erkenntnis Instinkt geworden ist. 1 <ן DIS FRAU IM ZIONISMUS Von Robert Wcltsch, Prag Es ist schon oft und viel über die Stellung der Frau im Zionismus gesprochen worden, aber man bat meist das Hauptgewicht aut die Frage der Organisation verschiedener Frauenarbeiten gelegt. Daß aber die Frau auf den Geist des Zionismus einen entscheidenden Einfluß haben könnte, ist vielleicht noch nicht mit genügender Schärfe gesagt worden. Und doch glaube ich, daß sehr viel — wenn nicht alles — davon abhängt, ob uns ein Geschlecht von Frauen werden wird, das dieser von der Weltgeschichte ihm gestellten Aufgabe gewachsen sein wird, ob diese Frauen wirklich sdion ״unterwegs“ sind. Der Zionismus wird dann seiner Verwirklichung nahe sein, wenn ein Volk jüdischer Menschen da sein wird, von denen jeder einzelne bereit ist, die radikale Forderung des Zionismus in seinem Leben zu erfüllen, und mit der ganzen Sehnsucht und Spannung seiner Seele, voll Ucberdruß an dem Schlechten und Falschen des Alten, die Schönheit und Wahrheit des Neuen sucht.' Vor dem Feuer dieses Willens, der die Gewißheit der Erlösung schon in sich hat, werden alle Hindernisse zergehen. Nur eben muß da Zionismus für jeden Menschen mehr werden, als er bis jetzt — in der Regel - ist: er muß wirklich das Lebensprogramm werden, und er mul •— nicht in einem engen, sondern im weitesten Sinne wirklich das ganze Leben und Tun dieses Menschen durchziehen. Der Zionismus ist, jenseits alter politischen Aktion und organi• satorischcr Formalität, die persönliche Angelegenheit jede» einzelnen, und in jedes organisierten Zionisten Zionismus steckt etwas durchaus Unorganisierbares, das nur 111 seine; Brust wohnt und auf die Gestaltung seines Lebens wirkt. ln den kleinen Lebenskreisen aber, die von der ent• scheidcnüsten Wichtigkeit sind, hat die Macht die Frau. IE j Reich ist die Stille des Hauses und des Herdes; sie steht außerhalb der verwirrenden Netze äußerlich gesponnener, zwcckhaftcr Beziehungen, ihr ist das Leben vor allem ein I Komplex persönlicher, menschlicher Beziehungen. Welche1 Wirkungsmöglichkeit die Frau in der jüdischen Familie hat,, ist so oft gesagt worden, daß es hier nicht wiederholt werden | soll. Aber auch im geselligen Leben, das in unserer Zeit so entartet ist, ist der weibliche Ocist der befruchtende. Wern sich unsere jungen Leute heute in ernster Arbeit zusammerM