Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVIII (1913)
- Issue
- Heft 50 (12.12.1913)
- Date
- 1913-12-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 50 ju Ml!; (I M I) S C H Ä U Seite 537 20. Oktober stattgehahtcn Sitzung dlllI״ hat der *idi gegen da? 111־ b r ä! J c!! «* als liauptsachliche Unterrichtssprache im Institut ״ -לי «H da ferner Dr Schmarja Uv in seine rimer.ka- ״!sehe Propagandatour im Interesse des Instituis ״ater den Auspizien der Federation initeiiiomme1 ״nt ״,״ die amerikanischen /״misten behilflich gewesen R״״| Sympathien für das Institut ru gewinnen und Gckl- "1״‘fl ‘־',J'V m beschallen; da Dr. l.cvms AjMtnti״״ ausdrücklich und 411 u1uwe|1leuU!jer Weise der \V i 1• - de re r w e c k 11 n g dc r hc l> r a i s c h e n Sp r!1 c 11 e und der hebräischen Kultur 1111 Heiligen Lande da u eitcrhiii Dr, Paul N a t h a 11 wiederholt erklärt hat, dali in dem In stitut i I e l> r ii i s e 11 die 11 a u וו t - sachlichste Unterrichtssprache sein wurde*; und da es sclilielilich als Notwendigkeit :111gesellen wurde und wird, dali Hebräisch zur haimtsachlichsten Unterrichtssprache gemacht wird damit nlle Konflikte mit freiiideu M ii c 111 e 11 vennicdcii werden, wie solche durch die Bcvorzu״tuu׳ irgendeiner anderen Sprache leicht entstellen kuunten‘ und damit es nicht zu einem ernsthaften Konflila innerhall» der jüdischen Bevölkertm!׳ Palästinas kommt wurde der Beschluß gefallt, daß die l'cdcuiliou ״t American Zionists gegen das Vorgehen des Kuratiiriiiins protestieren und eine sofortige nochmalige Prüfung des Beschlusses verlangen soll. Aus Deutschland sinn bisher folgende Kunugeliiingcn der Sympathie für die paläst inen־ si'-dien Lehrer mul Schüler zu verzeichnen: Vom Präsidium des Blindes Jüdischer <: orpor a t i u 11 e 11 zu Berlin, vom Präsidium des Kartells 7.i״uistischer Verbindungen zu Berit 11, von einer nationaljüdisehen Akndcrnikervcrsnmmlmig in Leipzig und von der jüdischen , Hörerschaft am Tecliuikum M i 11 w c i d a. Ein Brief Ben Jelwdas Elicscr Ben Je hu da, der bekannte um die Wiederbelebung der hebräischen Sprache in Palästina hochverdiente Herausgeber des grollen hebräischen Wörterbuches, hat an Herrn Dr. Paul Nathan ein Schreiben gerichtet, dem wir folgende Stellen entnehmen: Nachdem nun zwei' Wochen verstrichen sind, nachdem ich Ihr offizielles Communique wieder und wieder gelesen habe, ״bin ich ein Tor, als wie zuvor“. Die Gründe, die Sic darin anführen, hätten ihre volle Ikrecht igung, wenn die Verkeilter des Hebräischen die Forderung gestellt hätten, dab der gesamte Unterricht augenblicklich in dieser Sprache erteilt werden solle. Aber bei dem mäliigen Charakter der ihnen unterbreiteten Forderungen sind diese Gründe nicht stichhaltig; es ntull demnach aridere und ernstere Gründe geben, weshalb Sie alle sich entschieden weigern, das Hebräische als I hiterrichtssprache in Ihren Fiaifaer Instituten einzufülircn, und dies ist die Ursache unserer allge* meinen Bestürzung, Sehr geehrter Herr Doktor, cs erscheint mir als eine Pflicht, Sic über diesen Punkt aufzuklären, über den Ihnen Andere vielleicht nicht die volle Wahrheit sagen werden. Die durch Ihren Beschluß hervorgerufene Verwirrung ist grob und tief; man fühlt sich hier verletzt und des einzigen Heiligtums beraubt, aut dessen baldigen Besitz man gehofft hatte, und im ganzen Lande herrscht eine gewaltige Aufregung, die zu beruhigen absolut unmöglich erscheint. Man ist zum Aeullcrstcn, zu allem und jedem entschlossen, und keine menschliche Kraft würde das verhindern können. Die Eröffnung des Technikums wird nicht ohne Vergießen jüdischen B I u 1 c s abgehen, nicht ohne daß Ditzende junger Leute ins üelängnis wan- «lern werden. Ich wiederhole es Ihnen, sehr geehrter Herr Doktor, ich halte es für meine Pflicht, Sie hierüber aufznklären. lkas Werk des Hillsvereins ist mir zu teuer, und ich bin Ihnen persönlich zu dankbar, als daß ich der Situation gleichgültig gegenüberstehen und Ihnen verschweigen dürfte, wie ernst sic ist. Ich schreibe Ihnen diese Zeilen unter Wütigen Tränen, Lassen Sie sich von niemandem einreden, daß die ganze Sache von einigen törichten jungen Leuten und einigen interessierten Persönlichkeiten ausgeht, und daß dieser Sturm_vorübergehcn_ wird. Es handelt “sich-hier um eine”sehr ernste, sehr tiefgehende Bewegung, die vor nichts, vor keiner einzige« Macht zurückweichen wird. Das ist es, was Ihnen, sehr geehrter Herr Doktor zu schreiben, idi für meine heilige P 11 i c h t hielt. Id» bin zu sehr von Ihrem jüdischen Gefüllt überzeugt, als dab ich einen Augenblick daran zweifeite, dab Sie das Gesagte in Erwägung ziehen una eine« Ausweg finden werden, wie Sie die berechtigten Forderungen derjenigen, die ihre ganze Hefiniuig aut die hebräische Sprache petzen, und den Rui-.n des Hilfsvereins, der bisher in Palästina allgemein so beliebt war, miteinander in Einklang bringen können. Genehmigen Sie, sehr geehrter Herr Doktor, den Ausdruck meiner besonderen Hochachtung. E11 e s c r Ben J e 1111 d a. »vtl /״i.iualVt ins sucht seinen trüstung, die die 1 Nr VorAanu d Vorsitzenden ,.,1 d_w Work׳ de.: ik'.a1«־ llorwilz in der Versa mm• iung;31 וווו. Gi.loßcr in wehen Kreisen hervorgerufen linbcn, ist ihm 1!;!,1־:]j:e!kl:!1>; er sucht, 80 gut er v« elirii I.;:1,11, .|:a <i.1־ m:Jj, vcttrvlciion Standpunkt zu verteidigen, I),»״, ist sein gutes Recht. Aber er geht weiter. Er spricht von den lebliafii׳:! Ai!״nf,c.: der zioni. '.i.idicii Presse und zitiert einige btsmis.Mri scharfe Stellen, darunter auch einen Satz aus mein•:1:1 Artikel in der Rundschau. Hei der Wiedergabe der Erklärungen des Herrn Justizrat i >z. I forwitz aber, die den Eingang der Kund!;finnig bilde:, läßt er gerade jenen f 111 m i n a 111 c 1t Satz aus, der die Entr ii s 1 u 11 g hervor g c r u f e n und die V c r a n - lassung zu jenen scharfen Angriffen g c g c b c 11 h;11. Herr J11sti.׳rai 1 lorwiiz lud In jener Rede gesagt, ,,es handle sieh hei dein BeilP,-Prozeß um das schwebende Verfahrt'» eines Kulturstaates, in das man nicht ein;׳rc״cn dürfe,“ י*" wird .׳!!so der Versuch gemacht, die Leser über die wahre Sachlage zu täuschen. Es wird der i imlriick hervorgerufen, als ob nidit Herr Justizrat Dr, 1 forwitz v11״ einem Prozeßverfahren und von einem Kiiltufstnat geredet!,litte, sundern daß erst die Kritiker in falscher Interpretation diesen Sinn seinen Worten unterschoben hattefi. -- Damit wird die Schärft: des Angriff* unverständlich und damit werden die bösen Zionisten wieder dumnf als diejenigen lungestellt, die die Darlegung eines abweichenden Standpunktes nicht mit Ruhe anliörcn können. hs muH dem Urteil Unbefangener überlassen bleiben, ob liier von dem Vorstand des Zcntralvcreins mit erlaubten Waffen gekämpft wird, Sammy Gronemann. , f*‘, r®9! ך:־־״*?«1־7 r Der XIV. Deutsclulsraeiitischc Gcmcinddag wurde am Sonntag, den 7, Dezember, vormittags 10 Uhr, im Saale des Logenhauses, Berlin, Kleist* sirafie• 10, vom Vorsitzenden, Herrn Prof. Kalisch er, eröffnet. Nach der erfolgten Konstituierung des Bureaus wurde zunächst der Bericht der Wanlprufungskommission erstattet. Rechtsanwalt Victor bemängelte, dab das Komitee der Freunde des Gemeirulcbundcs und sogar das Bureau des Gemeindebumlcs selbst den Vcrsuch gemacht haben, Blanlco-Mandatc zu erlangen. Fenier hat der Vorsitzende in einem gebei me 11 Rundschreiben die Gemeinden autgefordert, zur Stelle zu sein una einen bestimmten Antrag zu unterstützen. Es sollte daher der Beschluß gefaßt werden, für die Zukunlt die Einsendung von Blanko-Mandaten zu verbieten. Nach einer kurzen Erwiderung von Herrn Justizrat Salomon namens des Ausschusses beantragte Herr Rechtsanwalt Colin- Dessau sofort Schluß der Wahlprüfungsdcbatte. Moritz A, Loch- Berlin spricht dagegen; trotzdem wird der Schlußantrag mit überwältigender Majorität angenominen. Es wird hierauf eist Reglement lür die Mandats-Prüfung s-Kommissfon vergelegt. Assessor Jacobsohn - Lüneburg weist darauf hin, daß nach dem vorgelcgtcn Entwurf die Befugnisse der WahLprüf un gs-Kommission sehr weitgehend gefaßt sind. M. A. Loeb-Berlin hat ebenfalls Bedenken gegen das Reglement. Die Sitzungen würden so einbcruRy», daß nur die in Berlin wohnenden Herren an ihr teilnehmen könnten, uno er ׳ 71 גד/ •44 0 7; / ד־״• “ ' W I '׳״**41<' *0* 0 ךך•/ %יך7 - J ••*,1;׳ ^•י r- *y y* U* m 1 Dm ändert aber miekla daran, dam jeder Jjettr um mm neuen Jahrgang einem wum Äbonnmim xufiihren 1mfJ3• Die Position der tfJüditehen litmckchuu“ irt ein Qradtncmcr für die filitrke des iituttehm Zionismus, Es q:M vorwärts, aber es viel schneller vorniirta gehen. IITr schon jrUt sein Abonnement anmeldet, erh i!'t! die D.rtember-Hu mmem umsonst. f/' 1-^Ui trj' ff bcfcrriitet, dal׳■ man wieder, wie beim letzten Gemeindeta;׳׳, von der liberalen Seite Berliner Herren 1111«! von der orthodoxen und zion ist*- sehen Richtung auswärtige Mitglieder wälilcti würde. Er beantragt, die Kommission aus 15 Mitgliedern ziisammciumctzen und als bcschhtßfiiliig erst bei Teilnahme von acht Mitgliedern zu erklären. . iustizr.'il Sa Io 111 <> 11 erklärt, er inuswe das Mißtrauens- Votum vcin Herrn L <> c b /uruckwci»a1. Er kenne k e i n e u p p o 11 i e r 0 41 den Rieht u n g c 11. In die Kommission seien die betreilenden Herren nur nls Sachverständige hiirangvwälili worden. Justizrat Loewe bittet darum, das Reglement unverändert anztinelimen. Die Anträge J a e o U 6o h n und L oeb werden darauf abgelelint tmu das Reglement en bloc a 11 g e 11 o m c n. Eine dem Reglement angelmngtc Resolution: ״Es ist dein (iciiuiudetag zu empfehle־™, bei der Wahl der Mitglieder der Wahlprülungs-Komaiission tunliehst alle von ihm vertretenen Hiebt u n e 11 zu berücksichtige ri“, ruft dann eine zu:n 'l'eil stürmische De hatte hervor. Jiisti/rnt E ri cdus a n u -(ilugau wemkt sich schart dagegen, eiaß hier immer von Richtungen gesprochen wird. R.-A. Co h 11• Dessau betont in .sehr aut fallender Weise und unter demonstrativem Beifall der Versammlung, daß er es satt lialu:, daß der Gcmcinddag immer zu einem Tummelplatz einer kleinen Clique gemacht würde, die aut Verabredung die Verltandlungen mit Geheul und Geschrei störe. B111 ment h a I - Cassel bittet, die Resolution «11* ztutchincn. Man könne doch nicht verkennen, daß es tiilsiidilich verschiedene Richtungen, z. B. di« liberale und orthodoxe, gäbe. Pelz-Emden protestiert dagegen dab man liier IX*legierten vorwirft, sie seien hergekommen, um die Versammlung mit Geheul und Geschrei zu terrorisieren. Victor erklärt, daß die Resolution nur aus rein formalen Gründen an den Schluß gekommen ist und <laB er dem Reglement nur z.ugestinuut hat, ln der An* nnliinc, daß die Resolution mitangenommen würde. Aul dem vorigen Geaieimletagc sa sogar eine Re* solutiou angenommen worden, <laII in dem Am* schuß alle Richtungen vertreten sein sollten. Er protestiere mit aller Schärfe dagegen, daß D. Cohn letzt da» Versuch inadit, ihn als Eindringling zu behandeln. Justizrat Salomon halt die Resolution für überflüssig. Laiulgcrichtsrat Löwe bittet, sie nnziiiieliinen, und unterbreitet eine Liste der für die ■ Kommis!,ion vorgesclilagenen Herren. Loeb weist daraut hin, daß sei« Mißtrauens-Votum berechtigt war, da wiederum von der liberalen Seite nur Ecrliner Herren hineiiigcwühlt worden seien. — De Resolution wird angenommen. Der Vorsitzende beantragt, für die Wahl der Ausschuß-Mitglieder en bloc-Annahine, wogegen Moritz A. Loeb Widerspruch erhebt, so daß Listen• wählen vorgenommen werden müssen. Hierauf gibt Professor Kaliseher zu dem im Druck vorliegenden Gcschättsbericht seine Erliiutcrursgen. Es folgt dann eine kurze Debatte über den Geschäftsbericht. Moritz A Loeb weist aut die in dem Bericht enthaltene Enquete über die jüdischen Volksschulen hin. Diese Enquete sei aber nicht vollständig durchgeführt worden, R.-A. Victor beschäftigt sich ebenfalls mit der Enquete und weist daraut hin, daß man sich nur ut die Bumlesgemcindcn gewandt habe. Man möge be• schließen, die Enquete weiter fortzusetzen. Ferner regt R.-A. Victor ut, eine Auskunftsstelle für G emeinde recht einzurichtcn, da insbesondere große Unklarheit über das Austriftsgcsctz bestehe. Die Versuche des Redners, die Notwendigkeit einer solchen Auskunftsstellc sachlich zu begründen, mißlangen aber, da die Versammlung, die anscheinend an sachlichen Beratungen überhaupt kein Interesse hafte, ihn wiederholt mit Sclilullrufcn unterbrach. Landgerichtsrat Löwe schlägt sodann vor, nur 43 Ausschußmitgliedcr zu wählen und dem Ausschuß freie Hand zu lassen, 2 Mitglieder des Lehrer-Verbafides wieder zu kooptieren. Lehrer Steinhardt - Magdeburg bittet dringend darum, Direktor Ad ler- Frankfurt a. M. aut jeden Fall ru wählen, unabhängig davon, wie die Be- Schlüsse des Verbandstages der Lehrer austallen. Es wäre eine große Ungerechtigkeit, bei der Wahl von Vertretern der Lehrer Gegenbedingungen zu stellen, ,während man 7, ii. einen zionistischen Vertreter gewählt habe, ohne dab man verlangt habe, daß das Zionistische Actions-Comite auch ein Ausschuli-Mitglicd kooptiere. Er wolle den Weg zeigen, der zum Frieden führen kann. Es müßten aber die Herren, die ja draußen im politischen Leben der liberalen Richtung angeboren, auch hier Liberalität walten lassen. R.-A. Cohn- Dessau weist daraut hin, daß die Stellung des Gcmeindcbundes zu den Lehrcr-Vcrbändca nidit verwechselt werden darf mit der Stellung zu den Lehrern. Er hatte als Sprecher der Lthrer lieber einen anderen Herrn gesehen als Herrn Steinhardt. Es sei unumgänglich notwendig, daß der Geineindebtnid auf seiner Stellungnahme den Lehrer-Verbänden gegenüber bestehen bleibe, wenn er sich überhaupt Autorität verschat ten wolle. Sanitätsrat Apfel-Köln a, Rh. weist aut die grolle Bedeutung dieser Sache hin. Es würde ein Aufatmen durch das deutsche Judentum gehen, wenn ein wirklicher Frieden zwischen dem Gemcinaebuzid und den Lehrer-Verbänden geschaffen würde. Hierauf wurde die Tagung für eine Stunde (F1M1stückspause) unterbrochen. In der Nachmittagssitzung erstattet Lands«• richtsrat Löwe den Bericht der Gemischten Kommission für die Verhältniswahl zum Aussdtub des D. J. O. B Der gemischten Kommission lag eia