Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVIII (1913)
- Issue
- Heft 46 (14.11.1913)
- Date
- 1913-11-14
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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״ -Nr. 46 Seite 495 an ein Referat von Dr, Hugo Berg m a n n .inschloß. Der Referent betonte, daß die wicht i|,rste und dringeiidste Aufgabe der Zionisten die Erziehungsarbeit sei. Er schlug 9 Thesen vor, die einstimmig äugenommen wurden, und deren erste lautet: ״Der Distriktstag spricht seine Ueberzengimg aus, dal! die durch das Basier Programm geforderte Stärkung und Förderung des jüdischen Selbstgefühls und Volksbewutitseins in dauernder und tiefer Weise nur möglieh ist, wenn das Leben der Juden auch im (•ialutls -- so weit dies hier möglich ist — mit jüdischer Kultur erfüllt wird.“ Die weiteren Thesen betonen vor allem, dal! *Iic hebräische Sprache das unentbehrliche Mittel zur Erreichung dieses Zieles i*t. — Zur Organisationsdehattc erstattete der Sc• kretär des Actions-Coniitfs, Herr Leo H e rrm ,1 n n , das Referat. Nach Annahme einer Resolution für den Zentralfonds zeichnete eine Delegierte einen Beitrag von 1000 Kronen. — Dem Distriktstag wohnten 63 Delegierte und viele Gäste bei. Am 9, d. M, wurde in Wien ein au Ilerordentlicher i n n e r ö s t e r r e i c 11 i s c 11 e r Distrikt stag abgchalten. Nach einem Kongrelireferate des Herrn Dr. Isidor Margulies wurde die Haltung der westöstcrreichisclicn Landsmannschaft auf dem Kongresse einstimmig gebilligt. Die Debatten behandelten vornehmlich Organisationsf ragen. Der Sekretär des Actions-Comites, Herr Kurt Bl u - men leid, nahm am Distriktstage teil und griff wiederholt in die Debatte ein. Am Schluß der Tagung wurde eine Protestkundgebung gegen den Beschluß des Kuratoriums des Haifaer Technikums einstimmig angenommen. TURNEN und SPORT Die Schriftführerin der III. Frauenabteihing des Jüdischen Frauenbundes für Turnen und Sport ist nicht, wie wir irrtümlich augabcit, Fräulein Alice Schragcnhcim, sondern Fräulein Erna Schragenhe im, Flensburger Str. 9. Am 4. d. M. hatte der Jüdische Ruderklub ״lvria“ die Freude, Herrn R.-A, I. Heilbrunii als Vortragenden zu begrüßen. Herr R.-A. Heilbrumi bot uns lebendige Bilder seiner Eindrücke und Erlebnisscvon der Palästinaturnfahrt. Auch über jüdischcs Turnen und jüdischen Sport in Palästina konnte er uns viel berichten. Die Bassinruderabende finden jeden Montag ab 9 h. abends im Realgymnasium zu Groß-Lichterfckle, Drakestraße, statt, die Turn- und Leichtathletikabende jeden Donnerstag ab 8'/a h. in der Turnhalle zu Charlottenburg, Pestalozzistr. 89/90 (Bhf. Savignyplatz). Zuschriften sind an Herrn Arthur Hirschfeld, Berlin NW., Wikinger Ufer 1, erbeten. m Der Turn- und Sport-Verein Königsberg 1. Pr. (im Verbände der Jüdischen Turnerschaft) veranstaltet am Sonntag, dem 16. d. M., ein in großem Rahmen gehaltenes Turnfest in samtliehen Raumen des Artus-Hofes, Wenn schon bisher sich die Feste des Jüdischen Turnvereins einer bcsonderen Beliebtheit erfreuten, so wird besondere dieses Mal auf einen zahlreichen Besuch zu reell nett sein. Dürften doch abgesehen von den auch bei dieser Veranstaltung gezeigten turnerischen Leistungen der Männer- und Damen-Abteilung die Lichtbilder von der Paiästina-Tumfahrt und ein unter bewährter Leitung stehendes Kabarett eines lebhaften Interesses sicher sein, Eintrittskarten zu 1,10 M. (inklusive Tee und Gebäck — an der Abendkasse 1,30 M.) sind bei den Mitgliedern des Vorstandes erhältlich. AUS DEN GEMEINDEN Berlin. Am Montag, den IT. November, abends 8*4 Uhr, findet in den Sophicn-Sälcn, Sophien str. 17/18, eine vom NeuenJüdischcnGemcindcverein cinberufene Wählerversaminlung statt, Referent Jterr Dr. Klee über :״UnscreStellung zu den Repräsentantenwahlen“. Um zahlreichen Besuch wird dringend gebeten. Berlin. Am Montag, den 17. d. M., abends 9 Uhr, veranstaltet die Bezirksgruppe Schönhauser , Vorstadt des Neuen Jüdischen Gemeinde- Vereins eine Versammlung, in der Herr Dr. Z loci st i über den ״Beilisprozeßundseine Lehren“ spricht. Ort: Kastanicn-Allec 23. ״Zum Brandenburger", großer Saal, Berlin. Der jüdische Verein Nordost (Bezirksgruppe des Neuen Jüdischen Gemeinde-Vereins) veranstaltet am Dienstag, dem 25. d. M., In den Unionfestsälen, Oreifswalder Str. 222, J U E Di SCH E RU NDSC HAU seine M u n a t s v e r r. a;11 m 1 u n g. Herr Fabrikdirekter Ed in. L i c 111 e >1 s t e j 11 wird einen Vortrag über ״Jtii'Ldie Erfinder und Entdecker“ halten. Gäste wilü.o.nmen. i» y יי ■״* ,■־־ fl <9 ו1ייון iW•׳ r- S I s"1 W V, der N 0 v c m b c r: Sonnalu::,(!, )׳>.: Vortr.ig Nathan f» i r <1 b a 11111 iibi-f ״(!I1:1s׳ iilislUi.," kesinnra 11t Kulm, Fricdricl1s.tr, 131 e, 9 Uhr, Sonntag, 16.; Vereinigte jüd.-nat. Korporationen Berlins, 1. Dichter.•in-ml, Kliiiclw-orth-Scliarwenka* . Saal. Montag, 17.: Vortragsmul Elternabend des jütli- selten Wanderbuudcs Blau-Weifl, Berlin, Logenhaus, Klciststr. 1t), 9 Uhr abends. Montag, 17.: Wiilikrvciiammlung: Dr, Klee: l!n• sc re Stellung zu den Ropfäscntantenwahlen,“ Sojdiicusalc, SopJüensir. 11; 18, 8;,1 Uhr. Montag, 17,: Versammlung; der Bczirksgr. Schöuli. Vorst, d. Neuen jfid, Gemeindevcrcins. Dr, Zlecisti: ״Der ßeilisprozeß, und seine Lehren,“ ״Zinn Brandenburger“ Kastanienallcc 23, 9 Uhr. Sonntag, 23.: ״jüd. Frauenbund für Turnen und Sport“, Winterfest. Dienstag, 23.: Vortrag Frau Simon Friedberg• Heidelberg. ״Die Gegenwartsaufgabc der jü• disdien Frau". Logenhaus, Klciststr. 1(1, 8>׳a Uhr. Zur Beachtung. Wir machen alle Vereine und Komitees darauf aufmerksam, daß infolge der erfreuliclien Steigerung; des jüdischen* Lebens in Deutschland, wogegen der Raum der ״Jüdischen Rundschau“ sich nicht erweitert, Voranzeigen und Berichte von nun an nur in ganz knapper Form gebracht werden können. Die Redaktion wird sich die Freiheit nehmen, zu lange Berichte zti kürzen. Gleichzeitig möchten wir alle Vereine und Komitees darauf aufmerksam machen, daß sie, wenn sie auf die Anwesenheit eines Mitgliedes der Redaktion bei ihren Veranstaltungen Wert legen, die Redaktion cinladcn müssen. Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“. Berlin. Der Jüdische Frauenbund für Turnen und Sport veranstaltet heuer 5 öffentliehe Vortragsabende, Der erste Vortrag findet am Sonnabend, den 15. November, um 8 Uhr, im Harmoniumsaal, Stcglitzcrstr. 34, statt. Herr Rabb, Dr. Warschauer spricht über das Thema. ״Ein Gang durch die jüdische Geschichte.“ Berlin. Zum erstenmal treten die vereinigten nationaljüdiselicn Organisationen Berlins mit einer Reihe großzügiger gemeinsamer Veranstaltungen vor die ()Öffentlichkeit, Sic beginnen mit einem Zyklus von Abenden, an denen einige der bedeutendsten jüdischen Dichter unserer Tage sprechen werden, Es sind bisher gewonnen worden: Max Brod, Moritz Heiniann, Gustav Landauer, Felix Salten, Hugo Salus und Jakob Wassermann. Die Stellungnahme unserer Schaffenden mm Judentum und zur neujüdischen Bewegung ward ihren Eindruck auf weiteste Kreise nicht verfehlen, in denen das Wort dies«! Männer gewichtig in die Wags'chalo füllt. Der erste Abend findet um Soimtng, den 16. November, abends 8 Uhr, int Kliiidworlh-Seltarwenka-Snal, Lützowstr. 76, statt, Herr Dr. Hugo llerruinun wird eine einleitende Conference halten. Max Brod-Prag wird aus eigenen 2. T. unveröffentlichten Werken, die jüdische Probleme berühren, lesen. Das Programm umfallt einige tingedruckte Gedichte, eine dramatische Szene und Kapitel aus einem un ged ruckten, im Prag des Hoher» Rabbi Löw spielenden historischen Roma«, Karten zu 1, 2, 3, 4 M, Vorverkauf in der Konzertdirektion ,Gutmann, in den Theaterkassen von A. Wertheim und Bote & Bock, Berlin. Die ״Kadi 111 ah“ (Gruppe der B. Z. V.) veranstaltet am Sonnabend, den 15. November, 9 Uhr abends, 1111 Restaurant Kolm, Friedrichstr. 131c, eine öffentliche Versammlung, in der Herr Dr. Nathan Birnbaum über den Chassidismus und seine Apotheose in der neuen jüdischen Literatur referiere« wird. Im Anschluß daran Diskussion, Gäste herzlich willkommen. — Bei dieser Gelegenheit sei darauf hingewiesen, daß der Verein ״Kadiinah“ im neuen Semester seine Tätigkeit mit verstärktem Eifer wieder aufnehmen will. Anntcidüngen und Anfrage:» sind an Herrn Josef Lin, Berlin-Hennsdorf, Williclmstr. 13, zu richten. Berlin. 'Au Sonntag, den 16. d, M,., § Uhr abends, findet iin Restaurant Seiden, Grcnadicrstr. 45, eine Versammlung zur Gründunst des Vereins ״Ibriah״ statt. Der Verein macht cs sich ,zur Aufgabe, die jüdische jugeud mit 4er hebräischen Sprache und Literat« t vertraut zu machen. E.’rili:, Der Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina veranstaltet an 25. November, abends i»/1 Uhr, im Logen!»«•, Kleiststraße 10, einen öffentlichen Vorirag. Frau Simon F r i e 111) e r g -I leidelbcrg wird über ״Dir Gegenwartsaufgabc der jüdischen Frau“ sprechen. Berlin. Am!8, November, abends 9 Uhr, feiert der israelitische Fortbildungsvcrein ״Monte• fiorc“ im Kaisersaal der Ausstellungshallen am Zoo• logischen Garten sein 28. Stiftungsfest, bei welchem bedeutende Künstler, wie Leo Oollanin und Joseph Plaut vom Deutschen Opernhaus u. a. mit wirken. Der Eintritt beträgt für Mitglieder Mk. 1.—, für Nicht• mitglicder Mk. 1.50. Berlin. Am 23. November finde t der Th( G y m n a 8 t i q u c mit anschließendem Ball des ״Ifftus“ stnlt. Karten (3,50, im Vorvcrkaul bw zum 19. November 3, - M.) bestelle man bei Frau Lach• mann, Cincixenaustr. 41. Breslau. Am 16. November, nachmittags 4 Uhr, ׳ findet in den Räumen des Herzlklubs in Breslau, Museumfdatz 15 pt., eine Zusammenkunft der Gesinnungsgenossen aus Mittel- und Nieder• Schlesien statt, in der die in der Provinz vor• zunehmende Wmterarbeit besprochen werden soll. Breslau. Am Dienstag, den 25. November, abend« 8',4 Uhr, findet in den Gesellschaftsräumen des Kammcrmiisiksanles eine außerordentliche Gener a I v c r s a m m 1 u n g der Breslauer Z i o nistisehen Vereinigung statt. Tagesordnung: 1, Referat des Herrn Rechtsanwalts Dr. Weiß über ״Zionistische Arbeit in Breslau“; 2. Neuwahl des Vorstandes; 3. Referat des Herrn Rcf. Hirsch* berg über ״Zionistische Agitation und Propaganda“; 4. Eventual». Berlin. Im Freien Zionistischen Klub sprach am 5. November Dr. Martin Buber über jüdische Religiosität. Er betonte den Un• terschieil zwischen׳ Religiosität und Religion. Religiosität sei das nie Ruhende, immer über sich selbst Hinauswollcndc; Religion die Erstarrung der Reli• giosität, die feste Form, das Beruhende, auf Dauer Anspruch Erhebende. Im Judentum müsse echte Religiosität wieder aufkben, wenn das Volk sich in Wahrheit erneuern solle. ־— In der anschließenden Debatte sprachen Herr Dr. Schtnarja Levin und Dr. Israel Auerbach aus Konstantinopel. Dr. Wil* heim Levy und Herr Israel Cohen stellten Anfragen, aut die Herr I)r. Buber antwortete. Halberstadt. In der Gencralversamm- 1 u!1 g der Zionistischen Vereinigung ״T i k w a t h Zion“ die am 28. Oktober stattfand, erstattete Herr David Freund im Aufträge des Vorstandes den Be* rieht über die Tätigkeit des Vereins im letzten Jahr. Das Geschäftsjahr wurde im Oktober 1912 mit der Generalversammlung eröffnet, in der nach dem gesclüiftlichen Teil Herr Dr. Fritz Baer über ״Die nationalen Ideen in Jehuda Halevis Kusari" sprach. , Der Ausbildung der Mitglieder dienten häufige Sclickelzahlervcrsammlungen, in denen folgende Vor* träge gehalten wurden: im Januar Frl. Helene Baer über ״Cliaim Nachmar» Bialik“, Redakteur M. Ber* lin-Berlin über ״Aufgabe und Tätigkeit des Mis* rachi“; im Februar Dr. Löwenhcrz-Berlin über ״den S" ־" ״ ' ' ‘ .. .. Thema ״Zur Psychologie des modernen Judentums“! im August Herr Isaak Feuerring über ״Unsere SteJ* hing ziuii XI. Kongreß“; im September Herr Feuer* ring ״Bericht über die Verhandlungen des XI. Kon* gresses". ln öffentlicher Versammlung־ sprach im November Herr Dr. Schmariah Lcvin vor über* füllten! Saal mit großem Erfolg ״Ueber die Tragödie des jüdischen Volkes“. Die Zahl der Schckelzahlcr stieg im nbgelaufcnen Jahr auf 95 (darunter 34 Mit* Tachisten) bei einer jüdischen Bevölkerung von ca. 850 Seelen, Die Arbeit für den Nationalfonds ver* sah eine besondere Kommission, die sehr gute Erfolge erzielte. Die Sammlung für Yemcnitenhäu&er ergab ein befriedigendes Resultat, die Einführung des Spendenbuches hat sich durchaus bewährt, der Ertrag der obligatorischen Selbstbcsteucrung konnte auch in diesem Jahre wieder gesteigert werden. Dem Absatz von Sliarcsmarken widmeten wir auch in diesem Jahre unsere Aufmerksamkeit, und auch eine Anzahl ganzer Shares unserer Institutionen konnten verkauft werden. Das obligatorische ״Rundscliau“- Abonnement hat uns für die dauernde Information unserer Mitglieder gute Dienste geleistet. Während des Winters unterhielt die Ortsgruppe einen hehri- Ischen Lehrer aus Palästina, der das Interesse für unsere Volkssprache wesentlich heben konnte. Im ganzen überstieg der Gesamteingang für rein zionistische Zwecke den Ertrag des Vorjahres um ca. 1400 M. Das zionistische Leben wurde durch die Verhandlungen des Kongresses, dem eine Anzahl unserer Mitglieder beiwohnten, günstig beeinflußt. Die im abgelaufenen Jahre erfolgte Gründung des Herzl-Clubs hat wesentlich dazu beigetragen, aie Intensitüt der nationalen Gesinnung zu stärken. So stellt sich das letzte Jahr als ein Rekordjahr in jeder Beziehung für uns dar, mit dessen Ergeh• nissen wir zufrieden sein können. — Die General- Versammlung beschloß, auch im kommenden Winter einen hebräischen Lehrer anzustellen und eventuell einen Ausbildungskursus zu veranstalten. Nach warmen Dankesworten für den demnächst aus Halberstadt scheidenden bisherigen Vorsitzenden, Herrn David Freund, wurden in den Vorstand elnstimmig Herr Isaak Feuerring als Vorsitzender, ferner Frauleip Helene Baer, Hermann Rosenthal, Adolf Heidcrnann und Victor Bach gewählt.