Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVIII (1913)
- Issue
- Heft 46 (14.11.1913)
- Date
- 1913-11-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite A'-i) j U E D I S CH E RUNDSCHAU. Nr •:6 Bilanz der zionistischen Vereinigung ״T i k w a t h Z i o n“ - H a I h e r s t a d t für das Jahr 5073 — 1012/13. E i 1111 a 11 m c n: 61,25 11,50 —,10־ 213,31 334 -.102■ 987,50 - .115 Bestand am 1. Oktober 1912 . . . . . JL 115,10 Vereinsbeiträge. 550,(15 Zeitungen und Broschüren. 140,60 Schekel von Niclvt-Ortsgruppemiiitgliedern 55,— Gewinn a. Büchern, |üd. Verl. (Kommiss.) 17,30 Ofgaiiisatioiisfimds der Z. V, f. D. . . 109,50 Zentralfonds . 91,— Shares-Club . 8 P. L. D. C.-Shares, 5 A. P. C.-Shares und t> 55,-- 1 J. C. T,-Share. Maß, Misrachi-Koloninlfonds, Misraehi-Ora 287,— ganisationsfoiuls, Tachkcnioni-Schule . Nationalfonds: »» 127,-- Allgemeine Spenden . . . ,U. «Goldenes Buch. Laiidspendc . Büchsen n. Saitunclbogeii Sclbstbcsteuerung . . . Oelbiiuinc ..... Tcmcnitcnliäuscr .... Marken und Telegramme 2220,50 ״ / Siunnia ■11. 3801,91 Ausgaben: Versammlungen. ... Jf, 195,10 Schekel .95 ״,-■ Landes- und Orgaitisafionsbeiträge . -. . 231,50 ״ Mitteldeutscher öriippenvcrband . . . . 13■ ״ — Zeitungen. . . . 210,00 ״ Ueherweisungeii;111 den Misrachl , . . ״ Mi,. Uelierweisuugen an P. L. I). C. u, Banken 312 ״,— Heller Weisungen an den Nntionajfonds , 2220,3 ״(» Zentralfonds.\ 91 ״,— Porti und Spesen.19,35 ״ Bestand . . .116.00 ״ Summa ■U. 3S01.91 N a cli s cli r i f t. Bereits im Vorjahre haben wir Gelegenheit genommen, die ausgezeichneten Erfolge der Ilalberstadter Ortsgruppe, die unter nicht überntiillig günstigen Verhältnissen so gut arbeitet, her* vorziihcbcn. Wir freuen uns, jet/t feststellen zu können, dal) diese erfolgreiche Arbeit kontinuierlich ist. An unseren 1 lalberstädter Freunden könnte sich manche in günstigeren äußeren Verhältnissen urbeiteiicle Ortsgruppe ein Beispiel nehmen. Breslau. Am 8. Oktober erstattete I lerr I )r. Stcinitz in einer giubesuchten Sehekelzahlervcrsaniitiluiig das Referat über den XI. Zionistenko n grc ß. Breslau. Am Sonnabend, dem I. November, hatten wir die Eine, Herrn Naliuut Sokolow das erstemal bei uns zu sehen. Da wir erst einige ,Tage vorher von dem Erscheinen des Herrn Sokolow in Kenntnis gesetzt wurden, konnten wir fitr den Vortrag des Herrn Sokolow mir den etwa 300 Personen fassenden Saal der Lcssiiiglogc nehmen. Bereits vor Beginn des Vortrages war der Saal überfüllt und viele konnten keinen Einlaß mehr finden. Herr Sokolow hatte als Thema ,,Die gegenw artigen A 11 f g a 11 c 11 des Z i o 11 i s in 11 s״ g cwählt. Er entrollte in großzügiger Weise einen Plan der landwirtschaftlichen Besiedelung Palästinas, an die die zionistische Organisation in den letzten Jahren in systematischer Weise lierangetrcten sei. Die Kolonisation, die zmn Teil nach neuen Methode» dnirligcfülirt werde, zeige vier Kategorien um Ast- Siedlern: den Arbeiter, Häusler, Kolonisten und Pflanzer. Her Redner beleuchtete dann im einzelnen, in welcher Weise die zionistische Orgauisatinn bei dieser Allsiedlung mitzuwirken habe. E'ur den Aiheiter, dessen Typus sie überhaupt erst geschaffen habe, sorge sie für gute Wohnungen (Arbeitcrheiimlätten), unterhalte Bibliotheken und sei durch Wanderredner für seine Forlbdduug bemüht. Die anderen Kategorien von Ansiedlern habe 11 ic Organisation durch Unterstützung beim Lniidknuf mul durch Schaffung eines Agrarkredits zu fördern. Bei der Besprechung der Pflanzer erörterte der Redner die Aclmsabewegtmg, die in Anu-iika und neuerdings auch in Rußland einen große 11 l hu fang annehme, und der die Leitung die größte Aufmeiksamkoit zuwendc. Die Versammlung folgte den interessanten Ausführungen des Redners mit" großer Aufmerksamkeit und zollte ihm lebhaften Beifall. Neue Mitglieder und Schekelzahler wurden gc- Wonnen, Am Sonntag nachmittag sprach Herr Sokolow in einem engeren Kreise über die gnmcllegenden Arbeiten in der Türkei und machte hierbei Mitteilungen, deren Erörterung in einer öffeiitliehen Versammlung untunlich ist. Bei dieser lk׳- sprcchung zeichneten eine Reihe von Zionisten mul NicUt/ionistcn für einige Jahre Beträge, die zur Fortführung der praktischen und politischen Pa• lästinaaibeit verwendet werden sollen. Posen. Am 2, November hielt unsere Ortsgruppe eine Versammlung ab, in der Herr Rechts- *n wall Dr Kol len sch er über ״Die Lage des Zionismus nach dem XI. Kongreß referierte. In etwa einst üiidigem fesselnden Vortrag zeichnete der Redner auf Grund der Verhandlungen des Kongresses die Jetzige Lage des Zionismus. An der lebhaften Diskussion, die gleichzeitig die Fortsetzung der De• oatte über die Berichte der beiden Delegierten Gustav Mamlok und Dr. Leo Cohn brachte, beteiligten sielt uußer den Delegierten noch mehrere Herren und Damen. Mit einem Schlußwort des Referenten endete der interessante Abend. Leipzig. Am 7. November veranstaltete der L c i p ziger Israelitische Wohltat i g - k e i t s v c r e i n sein traditionelles Wohllätigkeitskonzert,;111 dem vollouktc Leistungen erstklassiger Künstler dargeboten wurden. Dem Konzert folgte ein glänzender Ball, Leipzig. 13er hiesige Zionistische J 11• ge ml verein erfreut sieh unter der umsichtigen Leitung seines Vorsitzenden Herrn Simon Katz einer überaus günstigen Entwicklung. Fs ׳ ist liier zum ersten Mal mit Erfolg gelungen, eine umfassende Organisation der jüdischen erwerbstätigen Jugend Leipzigs zu begründen, die den jungen Leuten neben fröliliclier Geselligkeit gleichzeitig auch durch ernste Vorträge und Debatte Gelegenheit zur Selbsterziehung nn Sinne des jüdischen Volksideals gibt. Zusammenkiiufie finden jeden Sonntag Nachmittag statt, die Beteiligung war immer ausgezeichnet Im Sommer wurden auch weite Wanderungen unternommen. Die vom neutralen Jüdischen Jugendverein eingerichtete allgemeine Männerturnabteihing gewann unter umscrcn jungen Zionisten zahlreiche Mitglieder. Bezeichnend für die guten Beziehungen, die der Zionistische Jugemlveicin zu der verbündeten nationalen Jugend- Organisation, dem Verein Zionistischer Akademiker, uuierliält, war der prächtige Abscliieds.ibemi, der dem scheidenden Vorsitzenden des V. /. A , f Je. Selig Brodetsky, dem verdienten Gönner des Zionistischen Jugend Vereins, vor seiner Abreise narb London bereitet wurde. Auch im kommenden Wintersemester werden die Mitglieder des V. Z. A. dem Bruderverein mit Rat und Tat zur Seite stellen, Das gleiche gilt von der Ortsgruppe, die ebenfalls ihr I Jedes tun wird, um die Verbreitung z.iouistischcr Ideen bei der so empfänglichen Jugend zu fordern. Als ein bedeutsames Symptom dieses erwünschten Ziisaminenarbeitens wurde es begrüßt,daß am 15. Oktober 1913 Herr Rudolf Schick-Leipzig, der Leipzig-Dresdener KoügrclUlelegiertc, in einer vom /bnötisdieii Jugendverein veranstalteten imposnnten Versammlung über den Verlauf und die Ergebnisse des XI. Kongresses sprach. Der enthusiastische Beifall unserer begeisterungsfrohen Itigemi bewies Herrn Schick, daß seitiq Worte den 1I01T111 tief zu Herzen gegangen waren. Solch persönliclit* Piililiiiigiialnne, regelrtiiißlg wiederholt, wird für den Jugcmlvcrcin wie auch für die Ortsgruppe von gröl item Werte sein. Das schönste Ereignis in letzter Zeit war für den Zionistischen Jugendverein die S i m c h a 8 T h o r a f e i c r am 25. üktober. Bis in die frühen Morgenstunden blieben die Mitglieder und die zahlreich erschienenen Gäste m froher Fcstesstimmviug beisammen. Den Abend eröffnet»׳ eine glänzende Ansprache von Herrn I>r. Marcus Elias über die Bedeutung des Tages. Der Redner, der sieh durch seinen Vortragszyklus über ,,Probleme aus der Geschichte des jüdischen Volkes“ «len aufrichtigsten Dank des Vereins erworben hat, wurde mit reichem Beifall bedacht. Daun folgten heitere Vorträge und gemeinsame Gesänge. In der dritten Morgenstunde mich sprach der Vorsitzende Katz. über ״Zionismus und die Wichtigkeit der Zugchürigkeit zur zionistischen Bewegun״.*' Wahrend der Feier wurden neun Mitglieder net« gewonnen. Den •SclilnII bildete nach altem Brauch die ״I latikw.di." Für die Winteitätigkeit des Leipziger Ziouistischcn Jugend Vereins ist also nach dein Bisherigen nur das (iiinstigste zu erwarten. Saarburg. I )ic S t r a ß b u r g e r 2 i o n i s t i - sehe Ortsgruppe hielt am 9. November im Oratoire der hiesigen Synagoge ihren ersten z i o n i s t i - s c 11 e 11 Agit a t i o 11 s a b e 11 d in S a a r h 11 r g ab. Die Versammlung war gut vorbereitet und deshalb zahlreich besticht. Das erste Referat hielt Herr Professor Dr. Dreyt ns aus Straliburg, welcher das zionistische Programm theoretisch erläuterte; nach ihm sprach Herr Edgar Weill aus Molsheim, welcher das jüdische Leben in Palästina schildertc. Heide Referenten ernteten vielen Beifall, In der Diskussion, die äußerst angeregt verlief und sich iiber zwei Stunden hinzog, sprachen u, a. Herr Rabbiner Levv ans Saarburg, welcher unserer Bewegung ״svinjtatliisdi gejjenüberstclH“ ferner Kreisarzt Dr. Meyer, ׳welcher sich gegen die natiou.ile Grundlage des Zionismus wandte und der orthodoxe Rabbiner Dr. Ochse aus Saarburg, weleher uns heftig angrifi, weil nach seiner Information unsere F!ihrer die •Mischehe huldigen und das Christentum als einen Fortschritt gcgcfiübci dem Judentum preisen sollen. Der zionistische Standpunki wurde aus der Mitte der Versammlung von den j Herren Bankier Frankel und Kaufmann Wo- : I a ro tvski würdig und mit Geschick vertreten. Prof.! Dreyfus griff des öfteren erfolgreich in die De-! batten ein und mit einem Schlußwort des Rufe- ' rendars Vcill fand die Versammlung ein Ende. Es ■ wurden viele Schekelzahler gewonnen, N.-F.-Bftch- | seit nbgesetzt und ein Ortskoinitee zur weiteren Prop.igauda konstituiert. Der Verlauf des Abends ist für uns ein voller Erfolg. Straßburg. Am 4. d. M. hielt unser Kongrelldelcgiertcr Bert hold Fei wel einen öffentlichen Vortrag nher den 11. Kongreß, zu dem sich ein zahlreiches Publikum eiiigefuiulen hatte. Nach einer eingehenden Würdigung des Werdeganges der zionist!selten Bewegung glaubte der Redner den II. Kongreß als ScUlußmmfct , der bisherigen Entwiek- 'ungshölte und dejt Beginn einer neuen Periode bezeichnen zu können. Den Abschluß erblickte er in der Durchsetzung des r c a 1 p o 1 i t i » c h c n Pa- I « s t i n a p r o g r a m in s , während der Beginn eines neuen Abschnittes durch den H e b r a i 8 in u s cltaraktcrisicrt ist, der bei diesem Kongreß in markanter Weise• in Erscheinung trat* und der in der Annahme des Planes einer hebräischen Universität einen kraftvollen Beweis seines Eindringens in die zionistische Bewegung erbrachte. Konstanz. Am 8. November referierte Frau Sophie Stern in der Ortsgruppe über das Thema: ״U n s c r e j ü d i s c 11 e J u g e n d". In ihreiiklaren und wohldurchdnehten Ausführungen kam sie m dem Schluß, dal! eine neue Erziehung auf nationalem Boden unsere Jugend vor dein Abfall schlitzen und ihr die Harmonie ihres Seelenlebens erhalten könne. —- Als zweiter Redner des Abends referierte Herr Dr. M e i n r a 111 über ״Antisemitische Strömungen im Wandervogel“. Fr stellte die Forderung auf, die Eltern der jüdischen Wandervögel müßten auf eine unzweideutige Stellungnahme der Leitung dringen und aus dem Ausfall der Antwort die nötigen Konsequenzen ziehen. Die Worte fanden in den Zuhörern tiefen Widerhall, Schluß de• redaktionellen Teilt. Jüdische Gemeinde, Berlin Gottesdienst! Freitag, 14. N o v e m be r, abends, in allen Synagogen 41,5 Uhr. Sonnabend, 15. November, vormittags: in der Alten• und Kykcstr.-Svnagoge 9 Uhr, in den anderen Synagogen : Fnihgottesdienst 7'.. Uhr. H a ti p t go 11 e s d i e 11 s t: 10 Uhr. Predigt: Alte Syna g o g e: Rabbiner I >r. Stier. Neue S y u a g o g e: Rahhiuer (!ans Synagoge Lindenstr.: Rabb. Dr. Rosenzweig. Synagoge F a sauen st r.: Rabb. Dr. Baeck. J ugendgottesdienst : Neue Synagoge, nachm. 4 Uhr: Rabbiner Dr. Lewkowitz. A b c n d g o 111 s d i e 11 s t (Sahbatausgang): I Uhr 59 Mm. (Mincha: in allen Synagogen eine halbe Stunde vor Sabbatausgang). Gottesdienst an den Wochentagen: morgens: in der Alten• und Rykestr.-Ssnagoge 7 Uhr, in den amk-ren Synagoge« 7!■• l’lir. Abends: in allen Synagogen 4(,. Uhr. Die Synagoge K a i s c r s t r a tl c ist wegen haulieber Reparaturen bis auf weiteres geschlossen. Sitzung der Repräsentant c 11 - Ver- Sammlung: Sonntag, 16. November, vormittags 11 Uhr im Sit/ungssaale Oranienburger- Straße 30,11. Zentrale für Deutschland \T3 Jüdischer Nationalfonds fJtldiendtiijgm »ind >11stch!ic»tlich zu richien an Herr■ Mas Wolle lelmer Charlalltabatf, Roecfcer-Stss•« S. Das Bureau der Z. O. (i. Hamburg.Altona, Gr. Bleichen 67, erklärt sich bereit, Spenden aus Hamburg für den j N. F. etitgegenztinehmen. Wir bitten unsere dortigen Gesinnungsgenossen, von dieser Einrieht urig möglichst eitrigen Gebrauch zu machen; cs ist Vorsorge getroffen, daß der Ausweis der Spenden keine Verzögerung erleidet. Ucberdies erfolgt die Quittung iiber die Spenden, die auf diesem Wege euiglmilen, auch in den ,,Hamburger Jüdischen Nachrichten". Bis Ende Oktober liahcn die Eingänge des J. N.-F. im Jahre 1913 eine Hohe von Mk\: 598933,28 erreicht, an dem erwarteten Jahresergcbnis von Mk. 800 000 oder Frcs. I 000 0(10 fehlen also noch mehr als Mk, 200000. •Nur bei allergrößter Anstrengung aller beteiligten Instanzen kann es gelingcn, diesen Betrag in der Kurze der uns zur Verfügungen sichenden Zeit niit'/iihringcn. Vieles kann schon dadurch erreicht werden, daß die Spcnden, insbesondere* die jetzt überall eifrig zu betreibenden Blich sensu m in hingen unverzüglich weitergeleitet werden. Wir erinnern unsere Vertrauens- Icute bei dieser Gelegenheit daran, daß die Spenden höchstens eine Woche im Gewahrsam gehalten wer* den sollen, um Verzögerung im Ausweis zu ver-!neiden. Jfldischer Natlonalfonds, Zentrale für Deutschland. Dr, A. Kutzinski u. Frau, Berlin, kond. Herrn u. Frau R.-A, Dr. Holz and. d. schmerz!. Ereignisses . t-, l .. Petnch Tikwah, beglückwünscht Julius R o s e n f e i d . Refr. L e w k 0 w i t z, Breslau,' f. eine Ge- Fälligkeit v. Herrn Singer. N. N., Breslau, b. d. Sokolow-Versammlung . Ignatz Fucrst u. Frau, Breslau, danken f. d, Glückwünsche z. Geburt ihrer Tochter Susi K.-A. Sigbert Kober u. Apotheker Julius M. 1- 1- I,— 1,— 8,-