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Jüdische Rundschau · 1913-10-15 · Heft 42 (15.10.1913) · page 5

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 42 (15.10.1913)
Date
1913-10-15
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 42 JU EDI SC ME RUNDSCHAU Seite ,451 Zur Beachtunf// Die nächste Nummer der ,,düdiscften Rundscliau1 erscheint tn f/c/1 der /1'der• tage am Mittwoch, den 22. Oh!ober. AUS ALLER WELT Oesterreich Mit freudiger Genugtuung berichten wir, daß unser Gesinnungsgenosse, 1 Ir,'Harry Turcyitcr, Soini unseres altbewährten Oy, II. Torczyncr, וווווג Dozenten für »cmitische Spruelien an der Wiener Universität ernannt wurde. l)r. Turezyner ist als geistiger Pionier unserer Bewegung vor wenigen Julireu nach Jerusalem gegangen und hat dort am 11cbriiischcn Gymnasium als Lehrer für hebräische (iram• inatik und Bibelexcgcse gewirkt. Nunmehr ist dein jungen Gelehrten durch die Berufung an die Wiener thiiversität die verdiente Anerkennung zuteil;;!׳worden. iJozcnt 1)1. Torczyncr wird in den nächsten Wochen ein Kollegium für Hebräisch und Aiamüisdi und ein zweistündiges Kollegium über den Propheten Daniel eröffnen. Die Berufung Dr. Torczyncr» bc• deutet für die Wiener Universität einen grollen (Je• winn und auch wir können sie im Interesse der tut• wieklung unserer Nationulspraclie aui das freudigste begrüben. In Galizien ist eine ßoykottbewegung ge וסין die Juden im Entstehen, die ganz nach r11ss1sch-|101nischein Muster geführt wird. Infolge der Vereintgütig der unpolitischen und der eluistlaii-sozialeu Partei hat die antisemitische Agitation einen gef ähr• liehen Charakter angenommen. Das antisemitische Hauptblatt, der ״Glos narodu“, hat vor einiger Zeit zum Boykott gegen die Juden aufgefordert, die ,,Erbfeinde“ ׳ des Christentums, und sowie ihre Bruder- I blätter in Rußland, bedient sielt diese־ Zeitung der , Dienste getaufter Juden. Im ״( dos narodu" erschien unlängst ein Artikel von einem solchen Ueberl.'iuler, Julius Unscldiclit, unter dem Titel: ״Pogrom gegen das polnische Volk‘‘; er sucht den Polen einzureden daß die Juden einen Pogrom gegen sie planen, und er fordert sic auf, rechtzeitig Gegenmaßregcln zu treffen. Hoffentlich werden die Behörden bald rinschreiten, sonst sind die Folgen nicht ah/uselieii. Türkei Am 26. September veröffentlichte das türkische Gesetzblatt die Ernennung von Yecheskel Sassnon F.ffendi, dem früheren Abgeordneten von Bagriad in der türkischen Kammer, zum Untcrslaatssekretiir im Handels- und AckcrbaiuninisUrium. Er ist der erste Jude, der diesen holten Posten bekleidet. Der Ktntstantinopler Berichterstatter der ״Jewish Chronicle" hatte mit Sussoon Eifcmii eine Unterredung über verschiedene Angelegenheiten der türkischen Juden., Der Unterstaatssekretär erklärte, daß alle Minister den Juden wohlgesinnt seien; sie wünschten die Mitarbeit der Juden und seien bereit, sie als Beamte anzustellen. IJeberhaupt sei die Lage jetzt, nach Beendigung des Krieges und am Beginn einer netten Äera, für die Juden atißerordeitilieh günstig. * Der ״H a o la m“ meldet, dall I >r. Mossinsohn und Dr. Bogratsclunv die Anerkennung der Zeugnisse des Jatrfacr hebräischen Gymnasiums als;»nsreichenden Ausweis zum Besuche der Univeisitiitcii in Berlin, Wien, Paris und der Schweiz ohne weitere Ergänzungsprüflingen durcligcsoi/t haben. England Am IQ Oktober wird in London ein Blumentag zu Gunsten des jüdischen Naticnal-Fnnd» voran* staltet. Eine grolle Anzahl jung er Damen, die sielt freiwillig gemeldet haben, wird in den Straßen blauweiße Sträußchen verkaufen. Es wird nut Genugtuung bemerkt, daß steh die jungen Damen aus jüdischen Familien, die frühere Blumentage für alle möglichen Zwecke gefördert haben, aber üir jüdische Zwecke wenig leisteten, jetzt auch in «len Dienst einer jiidischen Sache stellen. ZIONISTISCHE BEWEGUNG Berliner Zionistische Veiemigung. fmle Ükl<>- ber findet im Bellevue• Viertel (Hansa Vieitel und M0.1- Bit) die I. Be z i r k s v c r s a m 111 1 u 1t g statt. Es ist von höchster Wichtigkeit, daß die Versammh ng gut besucht wird. Wir bitten daher n!!e (iesmiiiings• genossen dringend, uns Namen und Adressen von solchen Personen anzugeben, die in dieser Gegend wohnen und für• den Zionismus nt interessieren sind, Ebenso bitten wir alle Gesinnungsgenossen, ihre lic■ kannten auch noch persönlich zmn Besuch der Ver-!Sammlung zu bestimmen. — Wir bitten, Briefe bis auf weitere* zu senden an Frl, ■i );tvülsoim, Ch.irlot• tenburg, Roscherstr. 5. Mitteilung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland Die Wiener Zionistische Vereinigung hat die um serta alteren Gesinnungsgenossen gewiß noch bekaumc Bto-.ehüre ״Der Zionismus" von Dr. ,Max iNimla u neu aufgelegt. Die Broschüre ist vom Verfasser vollständig' tiingearbeitet und bis zur Gegenwart fort;;■(■führt worden. Wir haben eine größere Anzahl Exemplare dieser Schrift käuflich erworben, in der Annahme, dall unsere Ortsgruppen sich der bewahrten Agitatiousbroschürc sehr gern bedienen werden. Wir liefern die Broschüre zum Preise von 20 Pf. für das Einzelexemplar, 100 Exemplare werden für 15 M. abgegeben. BesieHungen sind ausschließlich an die Zionistischc Vereinigung für Deutschland, Berlin W 15, Sächsische Straße 8, zu richten. Tüi’^ER und SPORT jüdischer Rudork'ub Ivri.t-Oerliii. Nach erfolgreicher Rtidcrsaisou hat der Klub jetzt die Winterarlu-it aufgi'itomiiHit. 1 )er Turn* und Leichtathletikbetrieb bildet in der Turnhalle zu Clmrlottcnburg, l׳es|aiozzistr. 8Q-QÖ statt, Sitzungen mit Vorträgen jeden zweiten mul vierten Dienstag im Monat hn Cafe Steinplatz, am Stcinplatz in Charloltenlmrg. Das sonntägliche Rudern wird solange fortgesetzt, als die Spree eisfrei bleibt. Das Bassinrudern beginnt Anfang Januar. Zuschriften wolle man an den Schrift• fühl er Herrn Carl Ilenschcl, Charlottcnburg, Sy beistraße;0, richten. Jüdischer!;'rauenbnnd für Turne« und Sport. I >rr B11111I eröffnet Anfang November seine zweite Schülerinnen.ibtcilimg in der Turnhalle der Charlottenschule, Steglitzer Str. 2!). Die Leitung liegt in den I landen einer bewährten, staatlich geprüften Turntchrcrin. Geturnt wird Dienstags von 57 ~ו״י Uhr. Aimteidt iigeii nimmt die Geschäftsführer'!! der Mäd• fhen.'ihteiltmgeii Frl. stnd. arch. Lotte Colin, Kurs fürstenstr. 118, entgegen, Der Bund hat eine Palästina-Waiiderkasse gegründet,׳ — Zuwendungen, die in den ״Jüdischen Monatsheften für Turnen und Sport" ,•iiisgcwicsen werden, nimmt Frl. Rosa Lewin, Wtilletnvelierstr. 1-5, entgegen. AUS DEN GEMEINDEN ־ Berlin. Im Genesungsheim zu Lehnitz sind für den Monat November noch einige Plätze j frei. Für erholungsbedürftige Frauen und Mädchen ist es angebracht, sieh sofort schriftlich um Auf- 1 nähme in das Heim an das Bureau Berlin C 2, Rosenj straße 2 I, zu wenden, da im Sommer stets eine große Anzahl Vnjt Pfleglinge« wegen Ueberfüllung des Heims znrückgewieseti werden müssen. Leipzig. Schon unlängst wurde in diesen! Spalten von der kräftigen Bewegung für eine Ge- 1 incindewalifivform zugunsten der ausländischen Mit-! glieder berichtet, und wiederum gilt cs, ein neues 1 Faktum zur allgemeinen Kenutnis z.u bringen: Leipzig | besitzt seit dem (», Oktober lül'i seinen ״Jüdischen! GcmcimlcYcrcin", dem sielt von Anfang an zahlreiche ,Mitglieder der Gemeinde angesehlosseii haben, I)eiitschc wie Ausländer, Orthodoxe, Liberale und Zionisten, alle beseelt vom aufrichtigen Streben, die (icsamtinteressen der Gemeinde zu schützen und das! Interesse der üemeindemitglieder für das Gemeinde-! leben vaclizurtifen und «itrcchtz.uerhalten, ein festes j Bollwerk emporziitürmen gegen Indiffercntisimis und j (Jti(|Uenwi1׳lscl1att. Die Geschichte der bedeutungs* ן vollen (irütulimg reicht bis zum Mai dieses Jahres zurück. Damals konstituierte sich das Gründlingskomitee eines ״Vereins zur Wahrung und Förderung der .Interessen der Israelitischen Rcligiousgemcindc zu Leipzig" unter Führung des Repräsentanten der Israelitischen Rcligionsgcmcindc Hermann Wittner. Als Hauptaufgabe des Vereins wurde in einem an die (iciiK'iitdemitgiiedef gerichteten Aufruf bezeichnet: ,Die Gewinnung und Ausübung des Ein- Busses auf die Gemeiiideverordnetcnwablen, nicht aber ,tun den bisher allein herrschenden Liberalismus in ungerechter Weise mm zugunsten der Orthodoxie zu majori» icrcit, sondern um solche Männer, Liberale wie Ortltdoxc, ans Steuer zu bringen, di« in warmem Interesse für das Judentum sich in de« IMenst der j Gesamtheit stellen. Eine Neutralität also, wie sie | auch von zionistischer Seite stets betont wird; Neu.-; tralität nicht im Sinne tatenlosen Hmdainmcrns in-; differenter ,Sclilafmüt/.en, sondern Neutralität als | treues ZiKitmmenwirken. charaktervoller Männer, die j bereit »iticl, jedem das Seine zu gehen, nicht aber j alles za unterdrücken, was jenseits der vielgepriesenen '1 imaginären Mittellinie au eigenen kräftigen Ge- ■ danken .cuiporstcigen will. Ihr Prinzip, das sie zur; fruchtbringenden Synthese vereinigt hat, können wir j dahin verstehen: Die jüdische Üptneimle, «tue öftent- | liehe /waiigsgeniciitschaft, der jeder Jude der Lcip- 1 ziger JGeishaiiptmannsduift angehört, ist ein neutraler Veru.ilünigtikorpcT, der die religiösen Uedürf* 1 nisse der Mitglieder!morgen, das |-riedliofs- und i Armen wesen leiten und Hi klung»• uttd soziale Zwecke! überall, wo es not tut, erfüllen soll und datur das I Bestem• rungxrecht besitzt, Wie sic aber von jedem die Steuer mtisitit, so tuufJ sie auch jeden! Mitglied ein Mitbest immuugsrccht eiuräunten, darf nicht den Ausländer als räudiges Schaf in den Winkel treiben, darf mellt sagen: ״Die Gemeinde ist liberal, was kümmern uns die Orthodoxen!“, sondern ihre Pflicht ist es, dem Liberalen zu geben, was des Liberalen ist, dem Orthodoxen, was des Orthodoxen ist. Line Gemeinde, die einen starken Bruchteil ihrer Mitglieder, ,die Orthodoxen, zwingt, privatim ihre re- Itgiösen ,Bedürfnisse zu erfüllen, hat ihre Existenz.- bcrechtigung verloren. In diesen Dingen ist strikte Neutralität «ine dringende Forderung der Gerechtig* keit. Im Interesse der Gerechtigkeit liegt cs, daß die berechtigten Wünsche des Einzelnen, soweit es nur möglich ist, erfüllt werden. Iri Leipzig sind hierzu die Möglichkeiten vorhanden. Daß me benutzt werden, dahin geh. die Tendenz des neuen Vereins, lins Zionisten, auf deren Gemeindeprogramm das Wort ״Gerechtigkeit“ zu oberst stellt, soll er deshalb willkommen sein. Am 6. Oktober 19 KJ fand int Börsenkeller die erste, stark besuchte Hauptvcrsarnmlung statt, die von Herrn Wittner, dem Vorsitzenden des konstituierenden Komitees, geleitet wurde. Zun ä eit st wurde auf vielseitigen Wunsch der Name der Vereinigung kurz, präzis und treffend in der ‘ Bezeichnung ,Jüdischer ()cmcinilcvcrei 11" z.ttsiimmcngt'fallt, der die lilieressen aller Mitglieder der Israelitischen Religioiixgemciiule zu Leipzig wahren und fordern soll. I faiiu wurden die Statuten genehmigt und der Jahresbeitrag auf fünf Mark festgesetzt. Zum Schluß wurde ein siebengliedriger Vorstand gewählt. Hirn gehören an die Herren Wittner, Dr. Ttimpowsky, Felsetistein, Tcichtner, Kommissmnsrat Kolm, Nathansen und Strauß, Ls ist zu hoffeUj drill der junge Verein, ein Sammelpunkt jüdischer Tatkraft und Intelligenz, sich würdig »einen älteren Brüdern in Berlin, Frankfurt a. M., Chemnitz und anderen Gemeinden anreihen und der« jüdischen Leben in Leipzig neue starke Impulse geben wird als Faktor eines vernünftigen, zielbewultten Fort- Schritts. \?EREIN5־RÜNDSCHAU Berlin. Wie wir erfahren, findet der diesjähriße Ball des Bar Kochba am I, November statt. Laut ausdrücklicher Anweisung des für dieses Fest eigens errichteten Prcsscbureaus, darf über die be sonderen!Überraschungen und ausgewälrlten Zugnummern des Programms heute noch nichts Näheres berichtet werden. Neugierige Leser müssen wir daher auf spätere Nummern der ״Jüdischen Rundschau“ vertrösten, in denen in woh!berechneter Steigerung die Details bekannt gegeben werden. Immerhin verrät das Inserat an anderer Stelle dieser Nummer schon genug, um einen jeden, der Bar Kochba-Bäüe von früher 11er kennt, zu veranlassen, sich den Ter-, min frei zu halten. Berlin. Zu Ehren des bekannten hebräischen Schriftstellers R u b e 11 B r a i n i n , der zurzeit in Berlin weilt, veranstalten die hiesigen hebräischen Vereine sowie seine zahlreichen Verehrer am Sonnabend, den IS, Oktober, abends Q Uhr, im Hotel Ruhland, Mittelstr. 60, ein Bankett. Gäste, Damen und Herrin, sind herzlich willkommen. Berlin. Sonnabend, den 8. November 1Q13, wird in ihn Fcstsälcn des Briidcrvcrcins, Kurfürstenstralfc 115, der traditionelle Studentenabend des Verein» jüdischer Studierender au» Rußland stattfinden mit gütiger Anteilnahme des berühmten jüdischen Schriftstellers Herrn Se ha Io in Aleieitern. Karten sind rechtzeitig im Bureau des, Vereins jüdischer Studierender aus Rußland (Friedrichstraße 126, Tel. Amt Norden 8680) zu bestellen. Berlin. Der neugcgründetc ״Freie z i o n i s t i - sehe Kl ult*' eröffnet demnächst seine *Tätigkeit mit einem Vorträge .Martin Bubers, Wer zu den Veranstaltungen des Klubs eingcladcn zu werden wünscht, wendet sich an Herrn Leo Herrmann, W. 15, Fasancnstr. 42. Berlin. Die Jüdisch-nationale Frauenvereinigung errichtet Ende Oktober im Westen, zwischen Wil- Ittersdorf und Charlottcnburg einen hebräischen K i n d e r z i r k e I. Anmeldungen nimmt Frau Lina Wagner-Tauber, Uhlandstr, 116/U7, entgegen. Berlin. Der Jüdische Frauenbund für Turnen und Sport teilt mit, daß sein Winterfest am 23. November stattfindet, und bittet, die befreundeten Vereine auf die Festsetzung dieses Termine» Rücksicht zu nehmen, Charlottenburg. Der Jüdische Jugendverein Cuarlottenburg eröffnet am Dienstag, den 28, Oktober seine '3. Vortragssaison mit einem Vortrage des Herrn Rechtsanw. Dr, Bruno Apt über ״Die Wintcrnrbeit des J. J. V. C.“ Für die folgenden Abende ist bereits eine Reihe guter Redner gewonnen worden. Gesuche um Einladungen sind an Herrn Georg Hoch, Charlottcnburg, Schillerstr. 51, zu richten. Hamburg. Zur Hauptversammlung des Verbau d e s der Deutschen J u d c li in Harnbürg werden Zuhörerkarten im Bureau der Deutsch- Israelitischen Gemeinde in Hamburg, Kaiser- W i I h e I m s! r. 93, vom 26. Oktober an, vormittags 10- 1 Wir ausgegeben, Im Bureau de» Verhandes in Berlin, Potsdamer Str. 4| werden Kurten bereits vom 19. d. M. an (aber nur bis zum 1• November) zu haben seist.

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