Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVIII (1913)
- Issue
- Heft 39 (26.9.1913)
- Date
- 1913-09-26
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 30 Seite 417 JUEDISCH2 RUNDSCHAU Verbrecher zu bestrafen, sondern darum das Vor. ließt״־ eines nicht erwiesenen Verbreche ns z u beweisen. Diese Bestreliuiwen sind ebenso von politischen Absichten und ״,n1׳Yj. liehen Rücksichten diktiert, wie mich von der kategorisehen Notwendigkeit, das Ansehen jener Urheber tk*r Affäre, wcfii^Mtcus _ /.citweili^, wenigstens anHcr- In 11, ‘Tn retten, die ehe t)nvorsichtigkeit begannen hatten, un zwanzigsten Jahrhundert,' aus; ,1״/ 'ln•- sonderen Oriindeii, die Märchen, Fabeln und Lenenden längst vergangener alter Zeiten wieder auf leben zu lassen. Das ist für jeden einigermaßen uiiIk•• fallt!eil denkende״ Menschen der einzig mögliche Sinn der Worte des Senators Mcillncr. Vom Jüdischen Verlag Wir bitten, das Inserat des Jüdischen ,Verlags im Anzeigenteil zu beachten, Hcbrücchcr Kindergarten Berlin Es soll versucht werden, den wiederholt ventiliertcn Plan zur Errichtung eines I Icbraischcn Kindergarten* in Berlin nunmehr zu verwirklichen. Eltern, die dem I*|,nie Interesse eiitgcgeiibrlngeu, werden gebeten, ihre Adressen der Redaktion bekannt zu geben. Der Minister des Aeulicrn gibt bekannt, daß im Monat November in Barcelona der Kongreß für handelsgeographisciie Wisscnscliaft abgchalteu werden wird, Eine» der wichtigsten Beratungsgegenstände des Kongresses wird die Frage bilden, auf welche Weise der *panische Handel im Orient verbreitet werden mul durch welche Mittel die Juden spanischcr Abkunft hierbei tür eine tatkräftige Mitarbeit gewonnen werden könnten. Die Kongreß- Icitinig sowohl wie die spanische Regierung würden es sehr begrüßen, wenn die spanischen Juden an diesem Kongresse persönlich tci'.iiclinien oder ztunirtdest durch ihre schriftliche Zustimmung ihre Bereit- Willigkeit zur Mitarbeit k mul gehen würden. AUS HAMBURG-ALTONA In der M i s r a e h i Ci r u p p e dcrZionistisehen Ortsgruppe H amburg-AItona referierten am Sonnabend, den 21). September, die Kongrelidclegierten Dr, S, M oller und Hermann W a r i s c h über den XI. Kongreß sowie filier den Misrachi- Ik-Iegiertentng in Wien. Herr Dr. Möller verbreitete sieh eingehend über die Verhandlungen und Resultate des Delegierleittages, während Herr Wariseh in bcredten Watten seine Eindrücke vom Kongreß schilderte. Die Ausführungen der Referenten ernteten den vollen Beifall der Versammlung. In der sich anschließenden Diskussion sprachen u. a. Herr Ref. Möller vom Misrachistischen Zentralbureau über die Aufgaben des Misrachi in den nächsten zwei Jahren, ferner die Herren Emil Lipstndt, Moritz Goldschmidt,, R. Roscnbauin, Loewy und Michaelis, Vor einem großen Auditorium fand am 23. d. M. die Berichterstattung der beiden I I a in I b u r g e r K 11 ״ g r e li d c I e g i e r t c n , Notar Dr. Victor und Leopold Lands u , statt. Nachdem der Vorsitzende dein zufällig anwesenden Herrn Rabbineil Dr. Da ich es einige warme liegrülUingsworte ge״ widmet, erstattete zuerst Dr. Victor sein Referat. Er würdigte die imposante Leistung, die die Wiener (icsinnungsgcnossen mit der im ganzen zufriedenstellenden Organisation dieses gewaltigen Kongresse« zuwege gebracht hatten, schilderte die feierliche Er- Öffnungs-Sitzung mit ihren eindrucksvollen Momenten und ihren Mängeln und kritisierte sodann das Verhatten der Leitung in der Angelegenheit der Präsi» denten-Wahl und des Nordau-Tclcgramms. Zur Schiltlerung der sachlichen Debatten übergehend, betonte Redner, daß man die alte Differenzierung in poli* tische und p r a k t i s c 11 e Zionisten als nicht mehr bestehend arischen könne; in den grundlegenden Anschaumigen sei die Synthese vollzogen; und was jetzt noch an Differenzen zutage getreten sei, dürfe man wohl als die letzten Auskl.mge des erledigten Prinzipienkampfes betrachten. Aus den Debatten über den Zustand und die Geschäftsführung unserer Finanz- Institute (eigene Redner vor allem die Notwendigkeit, in weitesten jüdischen Kreisen für Absatz unserer Kolonialbaiik-Aktien Sorge zu tragen. Mit einer bcgeisterten Schilderung des Turnfestes auf der Hohen Warle schloß Herr Dr. Victor seine Ausführungen. Jüdischer Handlungsgehilfentag Uns wird geschrieben; Anläßlich des XI. Zionistenkongresses hat in Wien eine Tagung der jüdischen I iamletsangestellten statt׳ gefunden, deren Ziel die Gründung von jüdischen Gewerkschaften für die Angehörigen unserer Klasse auf der ganzen Welt war. Die darauf iibzielendeu Bestrebungen sollen ihren Schlußstein in der Schaffung einer Weltorgauis a t i o n d c r j ü d i s c h e n Angestellten linden. Das Referat auf dieser Tagung, welches von dem Mitgliede der Verhamlsleitung des Jüdischen IJaiidliingsgeliilfcnverbandos für Oesterreich Kollegen Samuel Strauß erstattet wurde, wollen wir nachstellend in Kurze wiedergeben. ״Die soziale Struktur des jüdischen Volkes hat unter dein Entwicklungsgänge des Wirtschaftslebens seiner Wirtsvölker eine völlige Umgestaltung, erfahren. ׳ Früher ein Volk, das fast ausschließlich ans selbständig Erwerbenden bestand, sei es nun in freien Berufen, sei es als Kaiifkute im Hände•, setzt sich das Judentum heute, speziell in den Ländern des Westens hauptsächlich aus unselbständig E r w e r b c n d c n zusammen. Diese großen Schichten des Judentums leiden mm unter einer doppelten Not, der als Juden und der als Angehörige einer ausgebeuteten Klasse. Alle Formen der Judennot spüren diese an ihrem Körper verschärft durch einen schweren Boykott, der ihnen von Christen und leider auch von Juden praktiziert, das Leben zur Hölle macht. Die jüdischen Angestellten stellen daher einen ungeheuren Prozentsatz unserer Wandernden dar. Hier soll die jüdische Gewerkschaft umgreifen,!Le in allen Ländern einmal fest begründet, ein milchtiger Faktor zur Bekämpfung des Boykotts und zur Regelung der Emigration zu werden berufen ist. Die jüdische Gewerkschaft ist aber auch das einzige Kampfmittel das wir haben, um die Augehörigen gerade unseres Standes dem nationalen Judenturne zu gewinnen und zu erhalten. Sie wird bei richtiger Leitung für uns zum Instrumente der jiidiselten Erziehung! der Massen unserer Stamlesgenosseii, zu unserem ersten und wichtigsten Kulturfakfor werden. Dem jüdischen Volke in seiner Gesamtheit erwächst durch unsere Arbeit der ungeheure .Vorteil, daß ihm aus einer bis nun verlorenen Klasse gesuude, wirtschaftlich und körperlich gesunde Mit- Streiter erwachsen. Den vorerwähnten Zielen dient die jüdische Ciewcrkschaft, der heiziTtreten wir euch aufforderii. Die Versammlung beschloß: 1. Zum Zwecke der Propaganda ein Sekretariat, bestellend aus den Kollegen Benno Deutsch und Samuel Straull in Wien einzusetzeu. 2. Alle Interessenten aufzufordern, sich dem Jüdischen Il;n1dl111tgsgchilfcnvcrband bis zur Gründüng neuer Organisationen in ihren Wohnorten anzuschlielien, 3. Die gewonnenen Mitarbeiter zu verhalten, neue Vertrauensleute zu gewinnen und in ihren Wohnorten auf die Errichtung von lokalen Vereinen, die alle nach eine in e i ti 11 e i 11 i c h e n Statut zu gründen sind, hinzuarbeiten. 4. Die int Auslände gewonnenen neuen Mitglieder haben schon heute als vollwertige Mit- Nieder des J. H. V. das Recht auf Stellenlosen- Unterstützung, die Zusendung des Vcrbamlsorganes, Rechtsschutz sowie aller anderen Begünstigungen. 5. Die Statuten für die Weltorganisation sind auszuarbeiten und einer Konferenz, die anläßlich des XII. Zionistenkongresses stattzufinden hat, vorzulegcn. Nach einer kurzen Debatte wurden diese Vorschlage angenommen und mit einem Appell an die Anwesenden, sofort und ernst an die Arbeit zu gehen, schloß der Vorsitzende die Tagung. Sämtliche Zuschriften sind zu richten an Samuel Strauß, Wien XVII, Palffygasse 18. fsm J Jüdischer Tur11verci|1'״Bar Kocliba“ Unsere Sportnbteiiung hatte am Sonntag einen weiteren Erfolg zu verzeichnen. Auf einem Juniorennicctiug des Vereins für Körperkultur gelang cs unserer Mannschaft in der Schwedenstafette den 3. Platz und jn der Olympischen den 2.. Platz zu belegen. Fenier wurde Egcr Dritter im Weitsprurig aus dem Stand. Die Fachpresse nahm davon anerkennend Notiz. Am Sonnabend, den 27, September, findet die Rekrutenabschiedskncipc in Fürstenbergs l'estsälen statt. Wir stellen diesmal 15 Rekruten! Unsere Generalversammlung findet Sonntag, den 28; September, nachmittags 4 Uiir, im Infnntericsaal der Marinchausfestslilc statt. (Garderobe 25 Pfg.) * D. F, C. Prag gegen Hakoah-Wicn 6:2 (I: I). Das mit außerordentlicher Spannung begleitete Wettspiel der beiden Mannschaften fand Sonntag, den 14. September, vor einem sehr zahlreichen Publiktini auf dem Platze des I), f. C. statt. Der Sieg der Prager erstklassigen Mannschaft über Hakoah, den Meister der Wiener II, B-Klasse, war vorauszuschcn, um so mehr überraschte das Resultat bis zur Pause 1:1. In der ersten Halbzeit zeigten sich die beiden Mannschaften durchaus ebenbürtig, bisweilen sogar Hakoah überlegen. Finnland Der bekannte Pastor l’ilira hat dem ״Wiipuri“ zufolge bereits aber 1000 Juden getauft. Trotz, der gegen ihn cingeleiteteii Untersuchung setzt er seine. Tätigkeit Ent, In diesem Jahre hat er bereits '239 Judentaufen vollzogen. Amerika Dieser Tage erschien der Bericht über die Gefängnissc des Staates New York für das Jahr 1912. Aus den statistischen Daten geht hervor, was der Verfasser des Berichtes auch besonders hervorhebt, daß die Juden, welche einerseits ein Verhältnismäßig sehr großes Kontingent von Einwanderern stellen, in bezug auf die Kriminalität weit unter dem Prozentsätze Zurückbleiben, der dem Verhältnisse entsprechen würde, in welchem sie zur Ocsamtbcvölkcrung in New York stehen. Diese Konstatierung wird gerade bei der bevorsteheiiden Debatte über die verschiedenen Anträge betrcifeiid eine neue Einvvanderungsbill von großer Bedeutung sein. >• n y n tuwi 1 gg w u > * Türkei Der wichtigste Vertrauensmann des bulgarischen Delegierten Natchovits und zugleich der Pforte war ein bisher ganz unbekannter jüdischer Rechts- Student und Journalist, Ascher Saphir aus Jerusalem; dieser kaum zwanzig Jahre alte improvisierte Diplomat hat, wie dem ״üerl. Tagcbl,“ aus Konstantinopel gemeldet wird, bei Erfüllung der Missionen, mit denen Natchovits ihn, zuerst probeweise, betraute, ein Geschick bewiesen, um das mancher Bertifscliplomu; ihn beneiden kann. Beide Teile, die Pforte und der bulgarische Delegierte, haben ihm ein I laiiptverdicnst an dem erzielten Erfolg zu gesprachen. Saphir, dessen Vater, ein geachteter Kaufmann, zu den Notabein von Jerusalem gehört, ist ein Enkel des lick,■Hinten Forschers Jakob Saphir, dessen Arbeiten über die Juden des Yciiicn geschätzt sind. Frankreich Der Minister des Innern Klotz und 00111:1111111 gaben zu Ehren des in Paris weilenden rumänischen Ministers des Innern Take Jonescu ein Dejeuner, Nach Aut/ihlung der Persönlichkeiten, welche zu diesem Dejeuner, das der Minister Klotz, der bekanntlieh Jude ist, in seiner Landvilla in Evien gegeben hatte, erschienen waren, schreibt ״Le lemps" weiter; Take Jonescu wurde von den Gästen des Herrn Klotz außerordentlich gefeiert und für die großen Dienste, welche die rumänische Regierung, der Klugheit des Königs Carol folgend, dem Frieden geleistet hat, heglückwüiischt, An diese Notiz knüpft ״Univcrs Israelite“ die zutreffende Bemerkung, die nicht ohne Ironie ist: ״Wir sind überzeugt, daß der ehrenwerte Minister des Innern der Regierung der Republik diesmal die Gelegenheit nicht hat vorübergehen lassen, sich mit seinem Kollegen über die sinngemäße An- Wendung des Artikels 44 des Berliner Vertrages zugunsten der rumänischen Juden zu unterhalten.“ ן»*7יון i׳l Share-Club für Deutschland. Die Adresse des Share - Clubs lautet nunmehr Hamburg, Große Bleichen 671. Bureau der Zionistischen Ortsgruppe Hamburg• Altona; Burcaustundcn von 9 -3 und 5 bis 8 Uhr. Telefon: Gruppe 4. 8326. Gesellschaft zur Verbreitung jüdischer Literatur E. V. Die Adresse der Gesellschaft zur Verbreitung jüdischer Literatur E, V. lautet nunmehr: Hamburg, Gr. Bleichen 07 I. Bureau der Zionistischen Ortsgruppe Hamburg - Altona; Burcaustundcn von 9—3 und 5 8 Uhr. Telefon: Gruppe 4, 8326. Gedenket der Ablösung (T■ ‘ ,5"״׳. i/t CiO’l |י׳| 5 ■J« ü׳׳2l'U haschsnahglückwünsche!