Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVIII (1913)
- Issue
- Heft 39 (26.9.1913)
- Date
- 1913-09-26
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 418 Nr. 39 Her *weite Referent, Herr Landau, befaßte sich mit dein Für und Wider des Universitäts-Projektes, charakterisierte .sodann die hervorragendsten Kongreß- Typen sowie die einzelnen Landsmannschaften und schilderte den neliin^eiien Verlauf der den Kongreß umrahmenden Verammltungen. Mit einem eindring* liehen Appell an die Versammelten, daß jeder einzclne als das Ergebnis des Kongresses die intensivste persönliche Anteilnahme an dem weiteren Ausbau unserer Organisation sielt zur Pflicht zu machen habe, schloß dieses Referat, ln der anschließenden Diskussion sprachen die Herren M a g 1111 s (hebräisch), I ieinr. Ma y e r, Rabb, Dr. I) a i c 11 e s , Halle, Mor. 0 0 1 d s ch rn i d t. U, a. wurde in dieser Debatte mit großer Scharfe betont, daß die zionistischen Kreise mit allen zur Verfügung stellenden Mitteln gegen die Absicht opponieren müßten, im Jüdischen Technikum zu Haifa, das auf dem Hoden des Nationalfonds und vornehmlich mit zionistischen Geldern errichtet worden sei, an Stelle der hebräischen die deutsche Sprache vorherrschen zu lassen. JUEDISCH E RUNDSCHAU AUS DEN GEMEINDEN Berlin. Ans Anlaß einer Eingabe, die der ,,Ji'tdische (kiueindeverciu'׳ und der ״Verein zur Er- Iialtung des überlieferten Judeiitumes“ an eleu Po* lizeiprüsidenten gerichtet iiat, ist von letzterem die Vornahme einer Gcneralrevision des Gemeinde- Statutes neuerdings in Erinnerung gebracht. Es soll zunächst in einer gemischten Deputation von 3 Mitgliedern des Vorstandes und 6 Repräsentanten eine Beschlußfassung über die folgenden 5 prinzipiellen Fragen herbeigeführt werden. 1. lieber die Frage des Wahlrechtes und eventuell einer Karrenzzcit. 2, Die Frage der Besteuerung, 3. die Frage der Einführung einjähriger Etatsperioden statt der bisherigcn dreijährigen, -t, die Frage der Einrichtung einer Ritualkominission und einer Kommission für orthodoxe Religioiissclmlcn. 5. die Frage, ob und eventuell welche Bestimmungen über die Versorgung! der einzelnen Bezirke (Parocnialsystem) in das Statut aufzunehmen sind. Berlin. Herr Kommerzienrat Heiar. E i s n e r hat das Amt als Mitglied des Gemeindevorstandes nie* dergelcgt. Berlin. Der Verband der Deutschen Juden wird seine 5. Hauptversammlung am 9. November d. J. in Hamburg halten. •Abgesehen von dem üblichen Geschäftsbericht des Vorsitzenden werden yortrüge gehalten werden von Rabbiner Dr. Goldschmidt- Kütiigs'iüitte über ״Die soziale Fürsorge in der jüdisehen' Religion“ und von dem Reichstags,׳ibgcordlitten Dr. Haas-Karlsrtilic über ״Die Juden im ftffcntiiclien Lehen Deutschlands“. Die Deutsch-Israelitische Gemeinde in 1 iamburg trifft besondere Vorbereitungen zu einem festlichen Empfang der vier* bis fünfhundert I launtversammlungstcilncher. Berlin. Zuhörerkarten zur Hauptvcrsammhmg des Verbandes der Deutschen Jude« am 9. November d. J. werden int Bureau des Verbandes in Berlin, Potsdamer Str. 45, vom 15. Oktober bis zum 1, November in der Zeit von 11—1 Uhr vormittags verausgabt. — Schriftliche Vormerkungen unter genauer Angabe der Namen und Adressen werden notiert. Oi'fenbach a. M. Unter den hiesigen russlselten Juden herrscht starke Erregung, da seit kurzem die Aufeiithaltshedingungen für aus Rußland gebärtig e Ausländer erschwert worden sind. Die Erseliwenmgcii sollen eine Revanche für die Behändhing deutscher Staatsbürger in Rußland sein. Unser Rabbiner und der Vorstand unserer Ocmcindc sind bemüht, von Fall zu Fall zu intervenieren. VEREINS-RUNDSCHAU Berlin. Der Jüdische Frauenbund für Turnen und Sport teilt mit, daß sein Winterfest am 23. November stattfindet, und bittet, die befreundeten Vereine auf die Festsetzung dieses Tcrniiues Rücksicht zu nehmen, Berlin. Am Sonnabend, den 1. November, veranstaltet der Jüdische Turnverein Bar Koctiba an* läßlich seines 15. Stiftungsfestes einen Ball im Kaisersaal des Zoologischen Gartens. Wir bitten die befreundeten Vereine, diesen Abend nicht anderweitig zu besetzen. * ״ ßerlin-Charlottenburg. Im Zionistischen Verein West-Berlin wurde schon am Montag, den 15. dieses Monats, über den Kongreß referiert. Es sprachen die Herren J. Berger und Davis 1 riet sch. Beide äußerten sich zustimmend zu den Ergebnissen des Kongresses. Plauen. Die Plauener Oesinnungsgenossen treffen sich zwanglos jeden Donnerstag Abend von 9 Uhr ab im Cafe Central, Plauen, Neundorfcr Str. Haiberstadt. In einer gut besuchten Vcrsnmmhing der Schekelzahler erstattete unser KongrelMele, gierte, Herr Isaak Feuerring, am Dienstag, den 10. September, Bericht über die Verhau d I u n g c n des XL Kongresses. Die ausführlichen Darlegungcii des Referenten, die zu jedem Punkt der Be. rahm gen eingehend Stellung nahmen und speziell die von den Kuiigreßbesclilüssen abweichende Ansicht des Referenten in der Bankfrage begründeten fanden bei der Versammlung Billigung und lebhaften Be,fall, Stettin. Am Donnerstag, den 18. September, erstattete unser Delegierter, Herr Dr. Albert Baer, seinen Bericht über den XL Zionistenk on g re ß. Der Redner verstand es, den mit großem Interesse seinen Ausführungen folgenden Zuhörern in großen Zügen die Verhandlungen des Kongresses zu schildern, ihnen die Stellungnahme der vcrschiedenen Gruppen zu den wichtigsten zur Debatte stehenden Fragen klarzufegen und sie über die Bedeutung der gefaßten Beschlüsse aufzuklären. An den Vortrag knüpfte sich eine kurze Debatte über die zu gründende Universität, in der Herr Zahnarzt Nathan seine besondere Stellungnahme zit dieser Angelegenheit begründete. Nach Schluß der Ver- Sammlung vereinigten sich die Mitglieder zu einem zwanglosen Beisammensein, das die Teilnehmer in anregender Unterhaltung zusainmenliielt. Stettin. Am 14. September er. wurde in Stettin eine Zionistische Jußeudgruppe gegründet, die sich die Förderung und Pflege des zionistischen Gedankens zum Programm gestellt hat. Zur Lösung dieser Aufgabe finden zunächst allwöchentlich Vorträge statt, deren Leitung Herr cand. jur. Leie wer übernommen hat. Der Vorstand der Jugendgruppe setzt sich bisher aus den Herren cand. jur. Hermann Leiewer, Walter Rosenberg und Caspari zusammen. Im Interesse unserer Arbeit bitten wir Adressen etwaiger, nach Stettin verziehender Zionisten an Herrn W. Rosenberg, Beringer Str. 11, gelangen zu lassen. Elberfeld. Eine ungewöhnlich große Zahl von Mitgliedern und Freunden unserer Zionistischen Ortsgruppe war dem Ruf unserer bewährten Mitarbeite rin Fräulein Mirjam Epstein am I I. Scptember gefolgt, so daß der Saal im Haus Coritzius die Teilnehmer am Ausflüge kaum zu fassen vermochte. Ansprachen, Klavier-, Mandolinen* und Gesangsvor* träge sowie Verlosung und Spiele im Freien wechselten miteinander ab. Wenn bei uns das erste jiddische Lied verklungen ist, dann ist auch die Brücke zwischen Ost und West, wenn wir einer solchen überhaupt bedürfen, geschlagen und eine einheitliche Stimmung Demnächst erscheint (im Orient-Verlag, Berlin) ein umfassendes Werk ca. 12 Bogen Quartformat, doppelspaltiger Satz, mit zahlreichen Tabellen und Jllustrationen Von Davis Trietsch, Verfasser der Handbücher über Levante, Palästina, Cypcrn, Marokko und Persien, Das russische Reich etc. etc. INHALT: 1.Toll: Allgemeines. 2. Teil: Der Laiulbei'cieh. 3, Teil: Die Methoden: a. Allgemeines; b. Die Landwirtschaft; c. Die städtische mul industrielle Kolonisation; d. Kombinationen; *. Sonstige koRmlsatnrisehe rntnmebiuungcn. 4. Teil: Die Kosten frag« der neuen Kolonisation, ft. Teil: Die Organisation, ti. Teil: Ausblicke. 7, Teil: Anhang: Materialien, - 'Verwldedenc*. ־־־ Zur Geschichte der jüdischen Orientkohiniaatiou. — Bibliographie. l.Tcil: Allgemeine* über jüdisch« Emigration und Kolonisation Frühere Wanderungen. — Pie neue Emigrations-Epoche, — Umfang der Wanderungsbc wogung. — Die ]•:inwnndrrungsgcliiete. — Die Linder des Westerts. — Seitherige Verschiebungen.; — Die neue Landtage. — Der Orient als jütisches Kiflwaudi'rungsgt'hiet. — , Die. l.'mwii Izungcn im Orient. — 1 Jüdische Möglichkeiten, 2. Teil: Das Landgebiet.! Der neue Orient. — Beschränkung des Uesanitbereiches. — Die Einzclgebiete. — Palüiitiua — Das Äegyptisehe Grenzgebiet. — Cypern. — Syrien. — Die Libanotiprovinz. — Die Provinzen Aleppo und Mm. — Die Westküste Kleinaalen». — IJaterngypten. — Italienisch* Nordafrika, — Sonstige jüdische Mittel* meerpositionen. — Di* Beispiele von Malta, Rhodos und Samoa. — Amerikanischc Entwickelungen im Orient. 3. Teil: Die Mettliodun. a. Allgemeine», Di« Hcsultute der bisherigen jüdischen Kolonisation im Orient. — Ahm» der Entwickelung. — Erfolge der Landwirtschaft in l'alUatina. Gegmiwitrtiger Statu». — Einseitigkeit de» blakertgen Vorgehen■. — Die Kr-; fordernis«« des Landes und die Eignung i der ■hulen. — Die Idt'ulisienmg des iand* wirtschaftlichen Berufe». — Primitive \ und ״neue“ Bodenkultur. Die In-1 : dustrinlisierung der!״imhvlrtschuft, — I I Vorurteile gegen »tiullische Berufe. — j :! Di«' Mängel der Industrie tl'nsiclierlioit, i; Ausbeutung. Wohimngselend) utid Me* J ־ tlioden der Abhilfe.! II |; I). Di•• Laiidwimeliaft. Die Vorteile: Ii de« Trockcnklimas der Örientliimler. —!!j Das bisherige Vorgehen. — Die Kosten-• ף frage. — Extensive oder intensive Wirt- I schuft. — Der Vorzug der Spozialkulturen. j — Intensive Kulturen etc. (Oelbaumu.; Mnndelliiiltur, Orangen und Zitronen, Ilolzbiiunic, Johannisbrot, Mimlbocrktiliur. lUzinn», Aguvon. ׳l'iilutk- und Futterlmu, Schaf- und Ziegenzucht, Geflügelzucht, Hieiieir/.uc.ht, Straussenzucht, Seiden* niupenssuckt, Fischzucht, Gemüsebau). e. Die städtische und industriell« Kolonisation. Der Handel (Gross- und Kleinhandel). -׳- Da» Handwerk, — Der steigende Industriebedarf de» Orient*, — Industrien für den Export. — Bisherige Anfänge. — Die grossen Industrien, — Der Mangel an Kohl« und Eisen und «eine Abhilfe. — Die Kchweizcr Induntrkn, — Die Zement,Industrie. — II Möglichkeiten dir TcxtllindUKtria. — Die Gerberei. — Die Oelgewinming. — Die Weinindustrie. — Die Konserven- Fabrikation. — Die Zuekerimlustrie — Die Ttihttkbenrbeitung und die Zigaretten- Industrie, — I’iufutnhoreitung. — Dim Kunstgcworbc und dio Spitzeuinditstrie. — Die FViniuoclmiiik. — Da» Technikum in ifnifa. d. Komhinntione n. Landwirtschaftliche IinliiHtrien. — Das System der Garten- »tadt und des Industricdurfca. — Brfuhningon mit Arbcitergiirtcu. — Die Stärkung der Kolonien. — Die Lösung der Arbeiterfrage, — Bisherige Beispiele. — Gartenstadt und Volksgeiundheit, — Schutz gegen Ausbeutung. — Genossensclmftswosnn. e. Sonstige kolonisatorische IIn - ternobmu ngen. Landerwerb. — VerkehrBunternehnmngcn. — Öffentliche Arbeiten. — IlMisb&ugesellschafteu. 4.Teil: Die Kostenfrugn. Die Kosten dor landwirtschaftlichen Kelonisatlna (ln der früheren Periode, Ucbmi-angszilTofu). — Die Kosteutage bei der ״neuen“ Landwirtschaft. — Paliistinensische und *onstige Erfahrungen, — Die Hilfsaktion für Saida. — Di« Methode Kalvaryskl'* - Die Ansiodlung von Landarbeitern. - Dl# Beziehung *wischen landwirttchaftlicher Beatabilitnt und Kostciifrn׳:«. Die Kosteutage iu Handwerk, Industrie und Kunstgewerbe. — Di!* Kostenfrage bei kombiliierten Formen der Kolonisation. — Di« Frage der Lebeii-dmltung. — DerHatisbau, ft. Teil: IX« Organisation. Die Zwecke der Organisation. — Ktnigration und K01111״M1tioa auf Grund ent* sprechender Kenntnis. Infurmntionsdienst. - Die Frage der Begullenmg (Einwftmleruiigs-IU'sflinüikttngen etc.) — DieOrganisntimi des 111 formalionsdienBte». — Die Organisation der Emigration. — Die Organisation der Kolonisation.. — Faktoren und Gesellschaften. — Unter- Stützung des KulotustUionswcrkcs durch soziale, kulturelle, sanitäre und choritative Einrichtungen. — l,nndfrage und Hoden reform. «.Teil: Ausblick«. Die Stellung der Juden in der Welt und ihre Veränderung durch Konzentration der jüdischen Auswanderermassen im türkischen Hc.ichc, — Kulturvcnnittlung zwischen Europa tind der Islamischen Welt. — Die Juden im Verkehr der Mittolineerllinder, 7. Toll: Anhang. Materialien. — Verschiedene». — Zur Geschieht.« der jüdischen Orient-Kolonl- *ation. — Bibliographie. )«•־ Pre« pro gebundenes Exemplar Mark 8,*— Subskriptionspreis Mark 6,— Schluß der Subskription 15. Oktober 1913