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Jüdische Rundschau · 1913-08-22 · Heft 34 (22.8.1913) · page 8

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 34 (22.8.1913)
Date
1913-08-22
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 356 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 34 Diese Behauptung ist unrichtig. Ein Bcschlul! dieses oder ähnlichen Inhalts ist weder in der Fe• bruar-Sitzung 1911 noch sonst jemals von iinserm Verein gefaßt worden." Nun wird cs mindestens drei Wochen dauern, bis das Blatt diese Ente ihren Lesern von neuem auftischt. Ungarn Dr. Franz Flcitai, der Oberbürgermeister der ungarischen Hauptstadt, starb Sonntag abend im Badeort Ischl, wo er während seiner Sonimcrkur plötzlich erkrankte. In Arad lebte eine alte jüdische Frau, die stets in einer kleinen engen Wohnung ihr Dasein verbrachte. Als sie krank wurde und ihr Tod bevorstand, ließ sie den Vorstand der Gemeinde rufen und teilte ihm mit, daß sie zugunsten der Gemeinde ihr Vermögen von 12 Millionen Kronen bestimme. Rumänien Ein Mitarbeiter des ״Berliner Tageblatts“ hatte dieser Tage eine Unterredung mit Herrn Emil Costinescu, dem Wortführer der Liberalen Rumäniens, einem der bedeutendsten Politiker des Landes und gewesener Minister in allen liberalen Regierungen der letzten zehn Jahre. Er befragte den rumänischen Staatsmann im Laufe des Gesprächs auch über einen Gegenstand, über den die rumänischen Politiker gewöhnlich nicht sehr gern sprechen, über die Lage der jüdischen Bevölkerung Rumäniens, und Herr Costinescu antwertete darauf: ״Ich bin überzeugt, daß sich auch die Lage der Juden ändern wird. Man kann es nicht geschehen lassen, daß alle Juden, die im Heere dienen oder dienten, nicht rumänische Bürger werden. Sie gaben dem Lande den höchsten Tribut, den das Vaterland von seinen Söhnen verlangen kann, sie müssen also auch alle Rechte genießen.“ ״Und wie soll dieser Akt der Gerechtigkeit verwirklicht werden?“ ״Ich denke, in einer Kammer- Sitzung zur Revision der Verfassung könnte ein aus einem einzigen Paragraphen hestehendes Gesetz votiert werden, in dem alle Juden zusammengefaßt sind, die Soldaten waren. Dadurch verleihen wir beinahe alle jungen Juden das Bürgerrecht, und in der Zukunft könnten alle rumänischen Juden nach und nach das Bürgerrecht erlangen.“ England Die vereinigten Sektionen der gerichtlichen Medizin und der Psychiatric am Londoner internationalen medizinischen Kongreß haben eine scharfe Resolution gegen den Kiewcr Ritualmordwahn gefaßt. Beim Thema über die Psychologie des Verbrechens sprach der Königsberger Professor der gerichtlichcn Medizin Puppe über den Fall Justschinsky. Ihm sekundierte der Vorsitzende der Sektion für gerichtliche Medizin Harvey Littlc* john und der Vorsitzende der vereinigten Sektionen Christon Browne. Die Protestresolution wurde einstimmig angenommen. Im Namen der russischen Gelehrten verurteilte der Moskauer Professor B a - s c 11 c n o f f das berüchtigte Gutachten des Kicwer Professors Sikorski und sagte sich in ihrem Namen von ihm los. Erankreiclt Nach einer Mitteilung der ״Revue pratique des abatoirs" plant man in Frankreich ein Gesetz, durch das das Schächten nach dem Vorbild der Schweiz verboten werden soll. Russland Die Gerichtsverhandlung im Kiewer ״Beilisprozeß“ ist endgültig auf den 8. Oktober festgesetzt. •* 14 <־־־־־״/. pS W3 W»ä Wrf ,*mud tli Unser Gesinnungsgenosse Herr Dr, M. B t! e s k i, der als Leiter des Kongrellburcaus seit längerer Zelt für uns tätig ist, ist von einem schweren Schicksalsschlag betroffen worden. Am Freitag voriger Woche verschied plötzlich seine Mutter, Frau Valcskn Bileski. Wir sprechen dem geschätzten Gesinnungsgenossen unser herzlichstes Beileid aus! Um nach Schluß der Ferienzeit in Bayern eine regere Propaganda im ,Interesse des Zionismus betätigen zu können, bitten wir unsere Gcsinnungsgenossen Adressen ihnen bekannter Zionisten (außerhalb des Sitzes von Ortsgruppen) in Bayern an den Vorsitzenden des bayerischen Gruppenverbandes: J a c. Frankel in München, Tattcnbachstr. 8, gelangen zu lassen. lin Inseratenteil der letzten Nummer erschienen die gesetzlich vorgcscliriebcnen Bekanntmachungen über die Auflösung der ״Verlag Jüdische Rundschau E. G. m. b. H.“ Wir machen wiederholt daraut autmerksam, daß cs sich dabei um eine Transaktion lediglich formaler Natur handelt, da der Auflösung der Genossenschaft unmittelbar die Begründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftpflicht gefolgt ist, die dem gleichen Gcschäftsz.wcck dient. Gemeldete Wahlresultate III. Liste. Strnßburß i. Eis■ Delegierter: Berthold Feiwel, Straßnurg. — Ersatz delegierter; Dr. Simon Weil, Straßburg. Köln. Delegierte r: Max Goldreich, Köln. — Ersatzdclcgiertcr: Heinrich Dülken, Köln. Königsberg. 1) elegierte: Dr. Walter Stein, Königsberg; Dr. W int ritz, Dt.-Eylau. — Ers a t z d e 1 e g i e r t e: Dr. Selimar Bcrlowitz, Königsborg; Dr. Arthur Nissel, Königsberg. Mannheim. Delegierter: Rechtsanwalt Goitein, Mannheim. — Ersatzdclcgiertcr: Willy David, Mannheim, Frankfurt a. ,VI, Delegierte: S. H. Goldmann; J. L. Goitein Frankfurt a. M. — Ersatzdelegierte: Fräulein Elly Birnbaum, Fulda; Kurt Rosenbaum, Berlin; David Hamburger, Frankfurt a. M. Lübeck. Delegierter; R.-A. Dr. Meyer, Lübeck. — Ersatzdclcgiertcr: Gustav Schwabe, Varel. Halberstadt - Halle - Dessau. Delegierter: Isaac I cucrriiig, Halberstadt. — E r s a t z d e 1 e g i c rter: Reinhold Warburg, Nordbausen. Duisburg. Delegierter: Dr. Epstein, Duisbrug. — Ersatzdelegicrter: Samuel Goldreich, Essen. München. Delegierter: Dr, Elias Straus, München. — Ersatzdelegicrter: Alois Natzler, Regensburg. Freiburg I. Br. Delegierter: Dr. Isac Straus. — Ersatzdelegicrter: Dr. Gustav Meinrath, Konstanz. Stettin. Delegierter: Dr. Albert Bacr, Stettin. -- Ersatzdelegierter: Dr, Hermann Zade, Stettin. Gruppen verband Posen. Delegierte: Georg Karcski, Posen, und Dr, Leo Cohn, Posen, — Ersatzdelegierte: R.-A, Nothmann, Krotoschin, und Tobias Schönlanke. AUS HARBURG-ALTOnft Die Frauengruppe der zionistischen Ortsgruppe Hamburg-Altona hat auch in diesem Jahr 80 Kindern, denen frische Luft und pute Verpflegung nötig «tat, Aufenthalt in ihrer Taßesfericnkolonie gewährt. Leider konnten nicht alle Anmeldungen von schwachen und in ärmlichen Verhältnissen lebenden Kindern berücksichtigt werden. Das gesunde und gestärkte Aussehen am Schluß der Ferien war der beste Beweis, wie gut allen Kindern JüdiHclier Turnverein 13״ar־ Kochbn“ Sonntag, den 24 Auguat 1913, nachm. 3 Uhr, auf dem Sportplatz dcs'S. C. Charlottenburg (Klinigsweg). ׳ i'rtoGitAMM 1 Wettkämpfe ln Lauf, Wurf und Sprungkonkurrenzen für Jugendmitglieder, Anfänger und Akademiker. VEREINSMEISTERSCHAFTEN: Fünfkampfmeisterecbaft um den Wanderpreis der Broisloje für Deutschland U O B.B. — 1000 m Verein *Stafette um den Wanderpreis der Zionieten-Veremigung für OtuUshland — 400 m Verelnsetafetta :: :: um den Wanderpreis des Herrn 6eh«lmrat Landau. — Huckeywetteplel mit dem S. C. MarkomaMa I. :: :: ..EINTRITTSKARTEN sind zu haben bei Josef Lewin, Gertranüten-Stranse 20/21. ~״ ׳־ I'ItKlSK I)15R PLÄTZE : Im Vorverkauf: Sitzplatz 1,50 Mk., I, l'la!•/. 0,75 Mk., ti. Platz 0,50 Mir., SehtÜer - Karten 0,25 Mk. An der Kasse: 1 ״ .1 ״ 1.75 ״,- ,, II. ., O.tlü ,, ״ 0,25 ״ Verbind unKoni dtrMtenbthn Kr. 88, SW, T, Q, «Z, UW, UM» W, Bl, (N. rotargrund bfcho ו Bahnhof Kaiserdsmmtn ן ' Stadtbahn 1 Bahn Im t Klclikamp. der vierwöchige Aufenthalt in Groß-Borstet, das Spielen auf dem vom Bar Koch ha in liebenswürdigster Weise zur Verfügung gestellten Spielplatz, getan hat. — An dieser Stelle sei dankbar derer gedacht, die sich in freudiger Hilfsbereitschaft den Kindern wirfnieten oder durch Geldspenden dafür sorgten, daß ihnen dieser Ferienaufenthalt gewährt werden konnte. Mögen edle Menschenfreunde diese segensreiche Be- Strebung auch ferner beschützen und dadurch Sonnenschein in so manches sonst trübe Kinderlcben bringen. ״Diejenigen Gesinnungsgenossen, welche im Besitz von Schekelblocks sind, werden ersucht, diese umgehend an das Bureau der Zionistischen Ortsgruppe, Hamburg-Altona, Gr. Bleichen 67, einzusenden.“ Die Zionistische Ortsgruppe Hamburg-Altona unterhält während der Zeit des Kongresses einen dauernden Stammtisch i in Alsterpavillon. An einer besonderen Anschlagtafel werden zweimal täglich durch Telegramme die neuesten Nachrichten aus Wien bekannt gegeben werden. Die tägliche Kongreß-Ausgabe der , Welt״ liegt in drei Exemplaren zur allgemeinen Benutzung aus. Wir erwarten einen regen Besuch des Stammtisches; auch die Einführung von Oästen ist willkommen. AUS D£H 6£M£MD£ti Berlin. Unter Bezugnahme auf die in letzter Zeit mehrfach bekannt gewordene Genehmigung zur Führung deutscher Namen von gutem Klange an getaufte jüdische F a in i I i c n wurde in der Juli- Sitzung des Vereins ״Herold" darüber Klage geführt, daß derartige Genehmigungen auf Antrag ohne weiteres erteilt werden, ohne vorher den heutigen angestammten Trägern dieser Namen Gelegenheit zu geben, sich über dir Einverständnis zu äußern. Nachträgliche Beschwerden können in solchen Fällen erklärlicherweise schwer eine Berücksichtigung finden. Von sachkundiger Seite wurde empfohlen, dahin zu wirken, daß die Genehmigung zu Namensvcränderungen nicht mehr wie bisher dem Regierungspräsidenten überlassen eine Einrichtung, die veraltet sei, - sondern beim Ministerium des Innern zentralisiert werde, und von dieser Stelle vor der Erteilung der Genehmigung die Gesuche nicht nur im Reichs- und Staatsanzeiger, wo sie niemand liest, sondern in Tageszeitungen und geeigneten Fachzeitschriften bekannt gern acht werden, um den Trägern altercrbter Namen Gelegenheit zu gehen, ihre berechtigten Ein- Sprüche geltend zu machen. Dieses Verlangen muß auch jedem anständigen Juden durchaus berechtigt erscheinen. Denn wenn mit der bisherigen Praxis fortgefahren wird, so könnte es bald so weit kommen, daß jeder Träger eines alten deutschen Namens in den Verdacht gerät, als ehrloser Proselvt jüdischer Abkunft angesehen zu werden. Mit den Vornamen, die noch weniger Schutz genießen, verhält es sich ja bereits heute so. Der Fall, in dem aus dem Namen ״Siegfried“ auf die jüdische Stammes- Zugehörigkeit eines Arztes gcsohlosscn wurde, der sich um eine freigewordene Stelle in der Ostmark bewarb, ist ja noch in frischer Erinnerung. Berlin. Das soeben in XXi. Auflage erschienene ״Handbuch der jüdischen Gemeindeverwaltune und Wohlfahrtspflege" (Statistisches Jahrbuch) hat wiederum eine wesentliche Erweiterung gegenüber seinem letzten Vorgänger erfahren. Der Hauptlcxt ist von 204 auf 211 Seiten angewachsen, die Zusammenstellung der wichtigsten Vereine und Institute ist um die Hälfte der bisherigen Seitenzahl vermehrt. Eine erwünschte Neuerung dürfte die Angäbe des prozentualen Verhältnisses der jüdischen Bewohner zur Gesamtbevölkeruiig sein. Interessant ist die statistische Tabelle über die-Bewegung der jüdischen Bevölkerung seit dein Jahre 1871. Berlin. Austritte aus dem Judentum. Buch• halter Hermann Tanncnzapf, Mittenwalder Str. 4(1 a. ~ Kaufinannslehrling Werner Hahn, Charlottenburg, Kurfürstciidamm 212, — Frau Luise Kantorowitscn, geb. Wilhelm, Halensee, Joachim-Friedrichstr. 34. - Kaufmann Arnold Uhlmann, Koehstr, 38. — Frau San.-Rat Dr. Rauline Rose, geh. Lewin, Charlotten- ‘WR, Augsburger Str. 31. - Fräulein Käthe Bütow, Alt-Moabit 130. - Kaufmann Karl Bloch, Wilmcrsdorf, Kaiser-Allee 20. — Kaufinannslehrling Franz Nathusius, Prenzlauer Allee 45. - Schüler Alfred Nathusius, ebenda. — Frau Emilie Sachs, geb, Smeikal, Chnrlottcnburg Bismnrckstr. 01. — Kaufmann Oscar Schapira, Wilmersdorf Berliner Str. 31. — Neuerdings finden sich im Gemeindcblatt auch An• gaben über Aufnahmen ins Judentum. Von den Herren Gcineinderabbinern sind irn Monat Ja• nuar 1013: 3 Personen (1 Frauen), im Monat Fe• bruar: 5 Personen (2 Männer, 3 Frauen), im Monat Marz: 12 Personen (1 Mann, 11 Frauen), im Monat April: 6 Personen (6 Frauen), im Monat Mai: 5 Personen (5 Frauen), im Monat Juni: 5 Personen (5 Frauen), zusammen 36 Personen, ins Judentum aufgenommen worden. , .V “"V, ־"׳Kieiung gcnenmigr woi den. Das Gelände hegt südlich von Spandau Auße dieser Stadt hatte auch üit Gemeinde Sceburg pre testiert, Diese Gemeinde zog־ ihren Protest 1 eine gute Entschädigung zurück, während der

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