Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVIII (1913)
- Issue
- Heft 34 (22.8.1913)
- Date
- 1913-08-22
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 34 JUEDISCH E RUNDSCHAU Seite 357 datier Einspruch unbeachtet geblieben ist. Das Tertain gehört der Neuen Hoden-Aktiengesellschaft. Mit Spandau haben übrigens Verhandlungen über die Fortlührung der Straßenbahn nach dem Geliinde stattgefunden. Man wollte 200t)00 M. dafür zahlen. Der Magistrat wollte auch einwilligen. Es erhoben sich aber dann die Proteste der Wilhelmstadt und der Stadtverordneten. Frankfurt a. M. Der alte jüdische Friedhof, der seit dem Jahre 1250 als Begräbnisstätte diente und tmunterbrochen bis 1825 in Benutzung. war, ist eines 11 er ältesten Frankfurter Kultur- und Kunstdenkmäler. Achttausend Grabsteine aus sechs Jahrhunderten liegen zutage. Tausende sind iin Erdreich begraben. Sie zeigen in fortlaufender Reihe alle Sibirien von der ältesten romanischen bis zur Biedermeierz.eit. Diese Grabsteine haben eine große Bedeutung für die Geschichte des Judentums in Frankfurt und haben deshalb bereits durch Rabbiner Dr. Horowitz eine Beschreibung gefunden, doch sind hier die Inschriften nur in hebräischer Sprache wiedergehen. Nun wird!1 her, wie Prof, Hülsen bei einer Führung des Kunstgewerbevereins ״Schnörkel״ durch den alten jüdischen Friedhof mitteiltc, in einigen Monaten der erste Band einer neuen Publikation über den Friedhof erscheinen, die auch die deutsche Uebersetzung der Grabinschriften enthalten wird. Die I irrausgahe erfolgt durch ein Komitee, das sich vor vierzehn Jahren unter dem Vorsitz, von Rafael Kirchheim zur Erhaltung des jüdischen Friedhofes am Börnenlatz gebildet und bereits viel für die Wieder- Herstellung beschädigter Steine getan mul midi die Registrierung der sämtlichen Denkmäler durchgeführt hat. Es wird das Memorbuch bearbeitet, in dem die Daten über die Grabsteine enthalten sind und auch sonstige Aufzeichnungen von allgemeinem liis orisehen Interesse. Da auch meist die Todesarten der Verstorbenen angegeben sind, wird das Werk auch für die medizinische Wissenschaft von Interesse sein. Kassel. Die israelitische Schule zu Zimmersrade, eine der ältesten in Kurhessen, ist durch den Minister wegen Schülcrmangels aufgehoben werden. Nordstetten bei Horb. Unsere Gemeinde geht immer mehr zurück, Nachdem schon auf 1. April IW die Schulstellc wegen mangelnder Schülerzahl aufgehoben wurde, hat nun auch der israelitische Lehrer, der seitdem noch die Gottesdienste abhielt und die wenigen Kinder in Religion und Hebräisch unterrichtete, jüngst wohl dauernd Abschied genommen. Durch Tod verlor die israelitische Ciemcindc in den letzten Jahren 5 erwachsene mäiinliehe Mitglieder. Zurzeit befinden sich hier nur noch 34 ortsanwesende Israeliten, 14 männliche und 2,') weibliche; darunter sind 4 Kinder unter 14 Jahren. Die Gottesdienste leitet jetzt ein Laie. UeReiNS-RUNDSCHAU Berlin. Die Zionistischen Organisationen O r 0 B - B c r 1 i 11 s veranstalten zum Beschlull der Schckelsaininlnng am Montag, den *25, August, abends 9 Uhr, im grollen Saale der Prachtsäle des Westens (Spiclu rns.ile), Spicliernstralle 3 (zwischen Nürnberger Platz und , Kaiser-Allee), einen Schekcltag, verbunden mit einer Begrüßung ries XI. Zionisten-Kungresses in Wien, Die Kongreß-Delegierten Groß •Berlins sowie die in Berlin anwesenden Mitglieder des A c t i o 11 s ־ C o in i t (• s werden über: ״Die Fortschritte der zionistischen Weltorganis a t i o n" Ansprachen halten. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird gebeten, Gäste, Herren und Damen, willkommen. Zur' Deckung der Unkosten werden 2t) Pf, Eintrittsgeld erhoben, München. Am Samstag, den 30, August, abends ß!/i Uhr, veranstaltet die Zionistische Ortsgruppe München einen Kongrcßtag im Hotel ״Roter llafm״, Karlsplatz. Alle z.um Kongreß reisenden Gesirmutigs* genossen, die über München fahren, werden gebeten, sich hierzu cinz.ufinden. Die Zionisten Münchens fahren am Sonntag, den 31. August, mit dem um 0 Uhr 40 Min. vormittags München llauptbalmhof abgehenden Schnellzug nach Wien. Alle Ciesinmmgsgenossen, welche über München nach Wien reisen, werden gebeten, sich mit Rechtsanwalt 1). A m - brunn, München, Rosental 3, in Verbindung zu setzen, damit bei genügender Beteiligung Wagen reserviert werden können. Gesinnungsgenossen treffen sich allwöchentlich Donnerstag abend im ״Cafd Luitpold“. Charlottenburg. Infolge der ungünstigen Witterung hat der Jüdische Jugendverein Charlottenburg seine Dampferpartie nach Rauchfangswerder auf Sonntag, den 7. September, verlegt. Wir bitten daher unsere Freunde, sich diesen Tag für uns zu reservieren. Abfahrt von Schillingshrückc (Scliles. Bahnhof) prfiz, 1 Uhr. Billetts sind zum Vorverkaufspreise von 1,50 M.. (für Hin- und Rückfahrt inkl. Kaffee) gegen Voreinsendung des Betrages (auch in Briefmarken) bei Herrn Georg Hoch, Charlottenbürg, Schülerstr. St, zu haben. Halberstadt. In einer Versammlung der Sehekclzahlcr sprach am Donnerstag, den 7. August, Herr Isaak Feuerring über ״l J n s e r e S t c 11 u n g z u m XI. Kongreß“. Der Redner gab in großen׳ Zügen eine Schilderung der Arbeit des Aetions-Comites vvährernl der letzten zwei Jahre, behandelte eingehend die Fragen, die den Kongrell beschäftigen werden und schloß mit der Beantragung folgender Resolution: ״Die zur Kongrcßsvahl versammelten Halber- Städter Schekelzahlcr drücken dem E. A. C, ihr vollstes Vertrauen aus und fortlern ihre Delegierten auf, für die Beibehaltung der Richtlinien einzutreten, die in den letzten beiden Jahren für die Arbeit des E. A. C. maßgebend waren,“ Die Resolution wurde von der Versammlung einstimmig angenommen. Myslowitz (O.-S,). Am 13. d. M. fand im ״Zlonistisclicn Ju׳tcndbund“ eine ״Hcrzlfeier" statt. Herr st ml.!ur, Lothar M&rkicwitz (V. J.St.) sprach über ״T hcodorlicrzlundscinWcr k". In klarer, feinsinniger Art führte er Herzl als Menschen, Dichter und Politiker vor. Besonders betonte er seine zionistische Arbeit, und den Zionismus vom Entstehen an bis z.um heutigen Tage. Alsdann folgten jung - jüdische Rezitationen und Gesä״ge. Eine Sammlung für eilten Hcrzl-Baunt war das Ergebnis des Abends. Wiesbaden. Die von der Zionistischen Ortsgruppe veranstaltete Herz.I-Feicr war überaus stark besucht und nahm einen durchaus würdigen Verlauf. Nachdem Frl. Hanny Weil (Mainz.) das Gedicht ״Theodor Herzl zum Gedächtnis“ von Adolf Friedcinann, Herzls Selbstbiographie vorgelesen hatte, ergriff Gg. Dr. Adolf Fricücmann das Wort zu der Gedenkrede, in gewohnt meisterhafter Form gab er dem gespannt lauschenden Publikum ein Bild von dem Leben und Wirken unseres grollen Führers. Er legte dar, daß schon lange vor dem Erscheinen des ,Judenstaates“ die Idee der Arbeit für das jüdische Volk in Herzl schlummerte. Die Drevfus- Affäre gab nun den letzten Anlaß hierzu. Dann schildern• der Redner die ungeheure Liebe, die Herz.I bei den Massen, denen er doch bis vor kurzem ganz fremd war, fand, obwohl er doch so wenig vom Judentum wußte. Woran lag das, das Volk merkte die Liebe, die Herzl für cs empfand, cs sah. daß Herzl ihm alles opferte, cs fühlte daß Herzl ihm endlich das wieder gab, was ihm bisher fehlte, ein Ideal, das jüdische Ideal. ,,Mit dem Tode kam die Unsterblichkeit zu Herzl, mögen wir demselben stets nnchstreben“, so schloß Dr. Friedemann unter gro- Ilern Beifall. Alsdann sang Herr Kantor J. Bluhm in ergreifender Weise El male rochamim, Frl. Lea L i e b r c c 111 aus Pcthach Tikwah trug einige hebräisclie Gedichte vor und Frl. Hanny Weil rezitiertc zum Schluß Gedichte, von R o t b 1 u m und Z a n g w i II. Wiesbaden. Zionisten treffen sich jeden Mittwoch abend um *) Uhr im Cafü Berliner Hof. Straßburg. Am 13. d. M, fand hier die Wahl der e I s a 11 -1 o t h r i n g i s c 11 e n Delegierten zum Kongreß statt. Gewählt wurden zunächst als Delegierter Herr Dr. Simon Weil, als Ersatzdelegierter Herr Oberlehrer Bloch. Da die beiden Gewählten jedoch sofort erklärten, aus in der letzten Stunde eingetretenen Gründen eine Wahl nicht aunehmen zu können, mußte eine nochmalige Wahl stattfnulen, hei der Herr Bert hold Felvvel als Dclegierter, Herr Dr. S. Weil als Ersatz.delegiertcr gewählt wurden. Duisburg. Am .18. August fand die Kongreßwahl der Zionistischen Vereinigung statt. Zum Delegierten wurde gewählt Dr. Harry Epstein, hier, z.um Lrsat/delegierteii Samuel Gold re ich, Essen, Der Wahl voraus ging ein Vortrag über ״D i e Aufgaben des XI. Kongresses“. Herr R. Adler sprach in hebräischer Rede über Palästina. Köln, ln der Wahlversammlung der Kölner Selukel/.ahler vom 13. Anglist hielt Herr Max Gold reich das einleitende Referat. Der Redner erörterte in kurzen Zügen das Programm und die Aufgabe des XL Kongresses und unterzog dann die Tätigkeit des E, A. C, in den letzten zwei Iuhren einer eingehenden Würdigung, ohne sich jedoch in sämtlichen Punkten mit der Politik der Leitung einverstanden zu erklären. An das Referat schloß sich eine längere I)kkussion .an, in der insbesondere die Herren Dr. Platz, Dr, Kramer und Dr. Klatzkin sprachen. Als Delegierter wurde 1 lerr O 01 d r c i c h , als Ersntzdeleglcrter Herr D ü 1 k e!1 gewählt. Vor und nach der Wald wurde von der Versammlung einstimmig zum Ausdruck gebracht, daß von der Wahl des Herrn W o 1 f f soh n, der bisher das Mandat innegehabt hatte, nur deshalb Abstand genommen wurde, weil Herr Wolffsohn auf Grund des neuen Organisationsstatuts schon ohnehin als Mitglied des A. C. Sitz und Stimme auf dem Kongreß hat. Hamm. Am 14. August er. sprach hier Herr Simon E i c h e n g r ü n aus Dortmund in einer ziemlieh zahlreich besuchten Versammlung über die gegenwärtige Lage des jüdischen Volkes und den Zionismus, München• Die Mitglieder der Zionistischen Ortsgruppe haben seit geraumer Zeit ihren Stammtisch im Cafe* Luitpold, Briciincrstraßc, wo sie sich jeden Donnerstag, um y.fi Uhr «abend«, treffen. Auswärtige Gesinnungsgenossen und Freunde sind als Gäste stets willkommen. SehiuS de* redaktionellen Teils. Jüdische Gemeinde, Berlin Gottesdienst 1 Freitag, 22. August, abends in allen Synagogen 7«/, Uhr. Sonnabend, 23. August, vorm.: in der Alten Synagoge 8(4 Uhr, in der Kaiserstr.* und Rvkestr.-Sviiagagc 9 Uhr, in der Neuen, Lin• denstr.-, Lüt/ovstr.- und Fasancnstr.-Synagoge: Frühgottesdienst 7(4 Uhr, Haupt gatte•־ dienst: 10 Uhr. Predigten: Synagoge Kaisers tr.: Rabb. Dr. Lewkovvilz. Synagoge Lindenstr.: Rabb. Dr. Blumen• thal. Synagoge Lützows tr.: Rabb. Dr. Weiße. Synagoge F&ganenstr.: Rabb. Dr. Hoch• feld. Jugend-Gottesdienst: Alte Synagoge, nachm. 5 Uhr: Rabbiner Dr. Eschelbacher. Sabbatausgang: 8 Uhr 2 Min. (Mincha in der Alten Synagoge 5 Uhr, in den anderen Synagogen 1,4 Stunde vor Sabbatsausgang), Gottesdienst an den Wochentagen: morgens: in der Alten-, Kaiserstr.- und Rykestraßen-Synagogc 6*/* Unr, in den anderen Syn* agogen 7 Uhr. Abends: in allen Synagogen 7 Uhr. Zentrale für Deutschland Gtldatoduoftn •ltd aotfchUet.llch tu richten ■n Herrn Mas VolliUlnif Cbarlollaabarg, RMcW-dmS« S. Dienstag, den 2. September, nachmittags 5 Uhr, findet im kleinen Beethovensaal, Wien, eine Ver- Sammlung der deutschen Vertrauens• 1 eutc des Jüdischen Nationalfonds statt. Alle zum Kongreß anwesenden Vertrauensleute sowie Freunde der Nationalfondsarbcit sind um ihr Erscheinen gebeten. Jüdischer Nationalfonds, Zentrale für Deutschland. * Wir haben kürzlich mitgcteilt, daß der erste Band des Goldenen Buches bald abgeschlossen sein würde, und wir sind heute in der angenehmen Lage, bekanntzugehen, daß der Abschluß durch die besonders zahlreichen Eintragungen der jüngsten Zeit nunmehr bereits erfolgt ist. Wir machen deshalb unsere Gesinnungsgenossen darauf aufmerksam, daß die nun folgenden Eintragungen in den II. Band infolge unseres ausgeschriebenen Sijum-Wettbewcrbs erst nach der Auslosung, d. h. nach dem Kongreß, wird erfolgen können. Für die Eintragungen in dem II. Band wird an Stelle der bisherigen Diplome : Vor dem Kongreß j ■ ist cs die wichtigste Aufgabe jedes Zionisten, J * ■ich die Propaganda für die J ■ ן ■ Tlt gliche Kongreß-Ausgabe der ״Welt“ ■ * » "■ ' 1 1 fl J angelegen sein zu lassen. Von ihrer weltweiten J 2 Verbreitung hängt nicht zum Wenigsten die J 2 Wirkung des Kongresse« ab. Je großer der * 2 Leserkreis ist, der durch die Kongreßausgabe J 2 der ״Welt“ über den Kongreß informiert wird, J 2 desto erfolgversprechender ist die zionistische 2 2 Propagandaarbeit * : nach dem Kongreß : s Die Kongreßausgabe der ,Welt ״ erscheint wahrend des Kongfresse• sechsmal und kostet bei freier taglieber Zustellung für Deutschland M. 2,40 — Oesterreleh-Ungarn Kr. 2,80 * Rußland Rbl. | J0 - Eng- Imd sh. 2/10 — Holland Hfl. 1,70 - Vereinigte Staaten Doll. 0,70, für alle Übrigen Linder Fr». 3,60, Bestellungen gegen Voreinsendung de■ Betrages ^ftuch in Briefmarken) richte man an den Verlag 41© ״Welt«, Berlin W15, Sächsische Strafle I a e ■ ׳ » e’ fl *••■•■••■efl*flflflfleeaflfl«flfl«Be■■■■•