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Jüdische Rundschau · 1913-08-22 · Heft 34 (22.8.1913) · page 3

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 34 (22.8.1913)
Date
1913-08-22
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 4י JÜEDISCHE RUNDSCHAU Seile 351 Zur Beachtung Wir machen wiederholt darauf aufmerksam, daß an Ersatzdelcglerter nach § 1 der Ocscliii(tsordnun^ nur dann an die Stelle des Delegierten tritt, wenn dieser an den Verhandlungen des Kongresses über■ 1 ■ ,ווipt noch nicht teiljjenomineu hat. Nach Beginn der Eröffnungssitzung des Kongrosses kann also kein Ersat/dclcgicrtcr mehr das Mandat eines Delegierten iihernehmen, wenn dieser seihst bereits seine Delegiertenkarte erhalten und den Kongreßsaal betreten batte. Uebertragungen von Mandaten an Ersatzdclc- <■iertc sollen also bis spätestens Dienstag, den 2. Scptbr., nachmittags 6 Uhr, dem Zionistisehen Zentralbureau, Wien 1, Giselastr. 12, von der Walt!gruppe oder von dem Dclegierte n (nicht vom Ersatzdelegicrten selbst!) angemeldet werden, um Verzögerungen in der Ausfertigütig der Delegiertenkarten zu vermeiden. Irgendwelche Berechtigung zu m Eintritt in den Kongreßsaal haben die Ersatz delegiert cn als solche nicht. Zu den Veranstaltungen außerhalb des Kongresses ist der Zutritt ausschließlich gegen Vor- Weisung der für jede Veranstaltung besonders ausgegebenen Eintrittskarten gestattet. Auch die I )elegierten müssen zum Besuch der Veranstaltungen diese besonderen Eintrittskarten losen. Nach Schluß der Kartenausgabe, d, h. im Falle des Verkaufs sinntlieber Eintrittskarten, ist cs selbstverständlich auch nicht mehr möglich, den Delegierten noch Zutritt zu einer Veranstaltung zu verschaffen, wenn sie nicht Bereits im Besitz einer Eintrittskarte sind. Wir bitten deshalb alle Delegierten und Gäste des Kongresses nochmals dringend, sich die von ihnen benötigte Zahl von Karten für die Vcraustaltungcn umgehend beim Kongreßbureau, Wien I, (iiselastr. 12, zu besorgen. Zionistisches Zentralbureau. Mitteilungen Im Musikvcrcinsgcbäudc wird ein rituelles Restaurant uu.f Buffet von dem Restaurateur Binkas (Große Sperlgasse) eingerichtet. IJm den Teilnehmern des XI. Zionisten-Konresscs die Möglichkeit zu geben, gegen geringes ntgelt Mahlzeiten zu bekommen, hat das Kongreß- Bureau mit zwei Speiseaustaltcn folgende Vereinbarung getroffen: 1. Speiseanstalt ״Einheit“, streng rituell, II., Malz* gasse 12, Tel. 22 930, täglich für 500 Personen. M i 11 a g s m a h 1, bestehend aus Suppe, Fleisch, Gemüse, Mehlspeise, Brot,;1 6-1 Heller. Nachtm a h I e s s c n, bestehend aus Suppe, Fleisch, Gemüsc, Brot, ä 44 Heller. 2. Mensa Academica Judaica, IX., Prcmergassc 31, Tel. 23 4SS. M i 11 a g s m a h I, bestellend aus Suppe, Fleisch, 2 Gemüse, oder Kompott, Brot, ä <X) Heller. N a c 111 m a 111 c s s e n, Suppe, Fleisch, Gemüse, Brot, ä 65 Heller. Die Mahlzeiten finden in besonderen für Kongreßteiliulimer reservierten Räumen statt. Die Auto-Taxameter Unternehmung ״Z. I. G.“ stellt den Kongrelibesuchern fünfsit/.ige Automobile für Rundfahrten durch die Stadt zum Preise von 25 Kr. bei einer Benützungsdauer von find Stunden erst ihre Kinder sollen das gelobte Land betreten. Bis endlich Moses seinen Glauben verliert und dem Volke nun seinen Beistand versagt, auch als cs in äußerster Zerknirschung sfciuen Mut /uritekgefinulen hat. Das gebrochene Vertrauen des Führers zu sich, zu seinem Werk kommt darin zum Ausdruck, daß er statt zum Felsen zu sprechen auf den Felsen schlägt. So muß er sterben, ehe er das Land betritt. So endet sein Leben mit einer scheinbaren Niederläge, in Wahrheit jedoch mit einem unendlichen Siege, dem Sieg seines Geistes. Ein spätes Buch, die Apokalypse von der ״Himmelfahrt Mosis“, läßt Josua zu ihm sprechen: ״Welcher Ort wird dich aufnehmen, welches Denkmal wird dein Grab bczeichnen? Alle Sterblichen erhalten je nach ihrer Größe Gräber auf Erden, aber dein Grab reicht vom Sonnenaufgang bis zum Untergang und von Süden bis zur Grenze im Norden. Die ganze Welt ist dein Grab.“ Nach einer kurzen Charakteristik der fünf Bücher Moses folgen nun die Worte Moses, die in mehrere Abteilungen gegliedert sind: Gott — Gott und Mensch, Gott und sein Volk — Von Mensch zu Mensch — Mensch und Tier; daun ״Aus den Dichtungen des Fünfbuches“ und ״Aus den Erzählungen des Fünfbuches“. Die Stellen sind in neuer, dein Wortsinn und dem Geiste getreu werdender, dabei vorzüglich deutscher Uebertragung wiedergegeben. Dieses Buch gehört zu dem Schönste 11, was uns an jüdischen Büchern in letzter Zeit beschert wurde; cs soll nicht etwa die Lektüre der Bibel ersetzen, aber es soll und kann dem heutigen Juden eine vorzügliche Anleitung sein, das Werk seiner großen Vergangenheit, das jetzt überstäubte Heiligtum seiner zur Verfügung. Bestellungen können bis zwei Tage vor der beahsiclitipfei! Fahrt an das Koitgrcö- Bureau gerichtet werden, , Die Erscl1elnu1i|;״Lcr;״*»i»0 . der Kongreß-Ausgabe Nr. 1 Mittwoch, 3, September 2 ״ Donnerstag, 4. ״ 3 ״ Freitag, 5, ״ 4 ״ Sonntag, ״ ,׳ 5 ״ Dienstag, ־ ״ .<׳ 6 ״ Mittwoch, 10. ״ Den Beziehern in Deutschland geht di« Kortgreßausgahe durch Postüberweisung, d. h. in der üblichen Form zu. Reklamationen über verspätetes oder gar nicht erfolgtes Eintreffen sind daher an die Postbestellanstait des fraglichen Beziehers oder an den Briefträger, keinesfalls aber an den Verlag zu richten. Alle Bestellungen und Sendungen für die ״Welt“ sind vom 28. August bis 9, September nach Wien, Giselastr. 12, zu adressieren. Preisverzeichnis der Kongressvcranstaltüngen Konzert Im Musikvcrclnsgebüude , Abendkasse Vorverkauf Logensitz K. 5.— K. 6.- Ccrclesitz -.4 ״ 4.50 ״ Podiumsitz. -,3 ״ 3.50 ״ Parkett -.3 ״ 3.50 ״ 1. Galerie -.2 ״ 2.50 ״ 2. Galerie 1.50 ״ . —2 ״ Orgelsitz ־•1 ״ 1-20 ״ Stehplatz 60.-״ 80.- ״ Matinee im Beethovensaal Abendkasse Vorverkauf Ccrclesitz K. 2.- K. 2.50 Parkett -.1 ״ 1.50 ״ Stellplatz 50.-״ צל•"־ " Turnfest auf der Hohen Warte Logenplatz K. 6.— Balkonplatz 1. 11. 2. Reihe —צ " Balkonplatz 3. u. 4. Reihe -י׳ " T ribüneuplatz " 3— Barricrcplatz " 4— Reservierter Raum " 2— Entröc " 1.- Inuenraum ״.4 " Sportfest auf der Hohen Warte Logenplatz K. 4.- Balkonplatz " 3- Tribünenplatz " 2.- Barricrcplatz " 3.- Reservierter Raum " 1 — Entree " —.60 Meetings Für sämtliche Meetings (außer dem Me.et i 11 g vom 7. S e p t e ni b er im S 0 f c n s a a 2 f zu dem der Eintritt unentgeltlich gestattet ist 1) je 50 Heller, im Vorverkauf 1 Gone, Viiter, in reinem, unverfälschten Geiste zu erfassen und zu seine nt Heiligtum zu machen. Prag, Robert Wc It י ch, Auf dem Weg zum ־ neuen jüdischen Leben Kürzlich erschien dasSammclbuch ״Vom Judentum“, das der Verein jüdischer Hachschülcr Bar K 0 c 11 b a in Prag im Verlag Kurt Wolff in Leipzig herausgibt und das mit eines der schönsten Geschenke ist, 'die unsere jüdische Jugend dem Zionistenkongreß darbringt. Das Buch ist׳ ja nun wohl kein van parteidogmatischcm Geiste erfülltes Propagandawerk; cs läßt nebeneinander Männer zu Wort kommen, die sieh sonst gar oft mit scharfer Fehde bekämpfen. Aber andererseits ist das Sarnmelbuch durchaus keine Enquete, in der Meinungen zusammengetragen werden. ״Dieses Buch ist“, so sagt das Geleitwort, ״heraiisgcgcbcn von Zionisten; dies sei, uin jede Falschmeldung zu vermeiden, von vornherein gesagt. Nichts sei uns fremder als der verlogene oder spielerische Mantel kühler Objektivität, Wir wollten nicht kluge und kühne und kühle Ausspiüclic, Erwägungen, Beobachtungen sammeln, uns intcressiert es nicht zu hören, was der oder jener in dem Lehen der Welt noch so geltende Mann über die Jtidenfrage denkt; wir wollten Menschen hören, die aus Not und verzweifelter Empörung einen Weg suchen, einen Weg zu den Wirklichkeiten neuen jüdischen Lebens. Einen Weg, der das Heute verneint, weil c* kucchtireh und unerträglich ist, und der in Gemeinschaft das Morgen schaffen wäll.“ Llchtbllder-Vorträge Abendkasse Vorverkauf Lichtbildcrvortrag am 3. Scptauber im Beethovensaal K. -.80 K. 1.25 Lichtbildervortrag am 4. Scptauber 1111 Beethovensaal 80.- ״ 1.25 ״ Lichtbildcrvortrag des Herrn Pilichowsky über jüdische Kunst am 7. September im Becthovensaai 80.- ״ 25•« ״ Akademischer Festakt Abendkasse Vorverkauf Am 6. September in der Katharinenhalle K. 1.— K. 1.50 Zum akademischen Festakt erhalten Akademiker unentgeltlich Karten durch Vermittlung ihrer Korporationen. Zum Lichtbildcrvortrag für Vertrauensleute werden die Karten vom Jüdischen Nationalfonds verteilt. Der Kommers wird von der Jüdischen Turnerscliaft veranstaltet. Bestellungen auf Karten für sämtliche Veranstatt ungen, für die ein Eintrittsgeld zu entrichten ist, können bereits jetzt an das Bureau des XI. Zionisten-Kongresses, Wien II, Karmclitcrplatz 1, gerichtet werden. Die Rcservierung der Plätze erfolgt sofort nach Eintreffen de* entsprechenden Geldbetrages, die Ausgabe der Karten nach Fertigstellung. Für die Meetings werden nur unnumerierte Karten ausgegeben. Bei Bebels Tode Von Dr. Ernst Hamburger. Der Tod des Letzten aus der Heroenzeit der deutschen Sozialdemokratie hat überall Veranlassung zu Betrachtungen über Wesen und Wirken des bedeutenden Mannes gegfcbcn, der jahrzehntelang die Seele seiner Partei war. Audi wir deutschen Juden stehen ehrfurchtsvoll an der Bahre dessen, unter dessen Führung die sozialdemokratische Partei konsequentcr als jede andere für die völlige Gleich.- Berechtigung der Juden eingetreten ist. Zwar kann sic sich vermutlich in der Zahl der Reden, die über dieses Thema gehalten worden sind, mit den Freisinnigen nicht messen; aber der Lihe» ralisnms, auch der sogenannte entschiedene, hat sich stets mit Reden begnügt, hat dagegen da, wo er Herr im Hause war, völlig versagt: er hat es für notig befunden, der ״antisemitischen Bewegung Rechnung zu tragen“ und demgemäß auf die Auf- Stellung von jüdischen Kandidaten bei den Rcichstagswahlcn itn letzten Jahrzehnt des vergangenen und ersten dieses Jahrhunderts in irgendwie aussichtsreichen Kreisen zu verzichten. Das nur als eines von den vielen Beispielen, die aus der liberalen Reichs-, Staats- und Kommunalpolitik mühelos beigebracht werden könnten. Die SozHdcmokratic jedoch hat den Juden in ihrer Partei die ünemgesdiräiiktc Gleichberechtigung eingeräunit, bis in die höchsten Fülirerstellcn hin- Und auf diesen Weg geistiger Aussprache, die der blassen Theorie innerlich so fern und fremd gegenüberstellt wie nur je der Geist einer tatbereiten Zeit, auf diesen Weg sind den Prager zionistischen Studenten Männer gefolgt, die wir zum Teil zum ersten Male in bewußtjiklisclicr Richtung sich wenden sehen: Jakob Wassermann, der hier zusammenfaßt, was frühere Werke nur itn schöpferischen Untergrund getragen haben; Karl Wolfskehl, den Münchener Dichter, der allerdings seit langem Zionist ist; Moritz Hcimann, den Max Reinhardts Publikum als Autor des ״Joachim Brandt“ und des ״Der Feind und die Brüder“, die Leser der Neuen Rundschau als Kritiker und Novellisten kennen und der als der literarische Leiter von S. Fischers Verlag so großen Einfluß auf die Entwicklung der modernen deutschen Literatur genommen hat; neben ihm Max Brod, Moritz Goldstein, dessen Kunstwartaufsätze noch unvergessen sind, Arnold Zweig und der Verfasser der Sagen der Juden. Es ist eine schöne Reihe von Namen und die den Wert eines Buches schon an den Namen der Mitarbeiter erkennen wollen, werden sich freuen, unter ihnen Martin Bub er, Gustav La n* d a 11 e r, Nathan Birnbaum, Adolf Böhm, Moses Calvary, Hugo Bergmann zu finden. Vor zehn Jahren erschien der erste jüdische Almansch, und in Bcrthold F e i we 11 Geleitwort hieß cs: ״Ein Ausblick soll sich eröffnen in die neue jüdische Welt, und von dem brausenden Akkord des Vorfrühlings soll man einen tönenden Widerhall her• Busliören,“ Aus dem Sarnmelbuch ״Vom Judentum11 spricht eine neue Oeneration. Ob sie weitergekommen ist: das wird ntui beurteilt werden können.

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