Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVIII (1913)
- Issue
- Heft 33 (15.8.1913)
- Date
- 1913-08-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 33 J U EDI SC H E RUNDSCHAU Seite 34! Kosten des Internationalen Oestmdlicitsamts werden auf die drei Gesellschaften verteilt. Vom Dezember 1013 ab sollen alle Abteilungen in einem gemeinsamen Hause uutergebracht werden, Lieber die Aufnahme neuer Gesellschaften oder Organisationen entscheidet das Kuratorium. Beiträge, die dem Internationalen Gesundheitsamt gewährt werden, werden zu gleichen Teilen den bestehenden Abteilungen ziigcvvandt. Es sei hier noch beigefiigt, daß cs alljährlich in Palästina ziemlich viel Tollwuterkrankungen gibt. Die Gebissenen waren bisher angewiesen, entweder nach Kairo oder nach Kotistantinopel ztir Ikhandlung zu reisen. Seit die Tollwutstation in Jerusalem besteht, hat die französische St, Joseph-Universität auch in Beirut eine solche errichtet. : H6BRA6ISCH Sonnabend, den 16. August, 9 Uhr abends präzis, findet im Hotel Ruhland, Mittclstr. 60, eine Verr, a m in 1 u n g der Mitglieder «1 e r H i s t a druth statt, zur Wahl von Delegierten zu der hebräischcn Konferenz in Wien. Hebräische Sprachkurse in Palästina Wir wenden uns nochmals an die jüdische Studentcnschaft mit der Aufforderung, sich zur Teilnahme für die im kommenden Wintersemester in Jaffa geplanten Kurse zur Erlernung der hebräischcn Sprache anzumelden. Es ist'zwar eine Reihe von Anmeldungen eingelaufen, die Minimalzahl der 20 Teilnehmer, die notwendig ist, um das Projekt zu realisieren, ist noch immer nicht erreicht. — Die Kurse sollen in dreistündigem täglichen Unterr ieht bestehen, den bewährte pädagogische Kräfte erteilen werden. Gegenstände des Unterrichts sind: 1. hebräische Grammatik; 2. hebräische Konversation und 3. hebräische Literatur. Der Kursus soll sich auf die Zeit von Ende September bis Mitte April erstrecken; dieser Zeitraum reicht nach dem Urteil sachkundiger Personen dazu aus, den Teilnehmern die Grundlagen der Sprache in leichtfaßlicher Weise beizubringen. Es wird dafür gesorgt werden, daß die Teilnehmer sich die ganze Zeit hindurch in einer hebräisch sprechenden Umgebung befinden und somit das Hebräische als lebende Sprache auch praktisch üben. Falls' diese Kurse zustände kommen, wird die H i s t a d r u t h die allgemeinen Kosten decken. Für jeden Teilnehmer entstehen nur die Ausgaben für die Reise und den verhältnismäßig billigen Aufenthalt in Jaffa. Wir bitten diejenigen, die an den Kursen teilzunchmen wünschen, um sofortige Anmeldung, da wir noch im Laufe der nächsten zwei Wodien feststellen müssen, ob eine zur Realisierung des Projektes genügende Teilnehmerzahl vorhanden ist. Das Zentralkomitee der ״Organisation für hebr. Sprache und Kultur*‘, Bcrlin-Cliarlottenburg, Kantstr. 03 TURnen s-Sport Zum Herbstsportfest des Bar Kochba Zum erstenmal seit Bestehen der Sport-Abteilung veranstaltet der Bar Kochba ein Sportfest, das der größeren jüdischen Oeffcntlichkcit Berlins zugiinglieh ist. Wenn auch die Veranstaltungen in Schulzendorf sich stets eines zahlreichen Zuspruches erfreuten und auch den Beifall des Publikums fanden, so litt doch die ganze Abwicklung an der sportlichen und örtlichen Unvollkommenheit des Platzes. Der Bar Kochba hat daher beschlossen, einen der besten Sportplatze Berlins, den des S. C, Cliarlottcnburg, zu mieten. Der Verein hat damit, ein gewisses Risiko auf sich genommen; er muß damit rechnen, daß nicht nur die natiomiljüdischen und zionistischen Kreise dorthin kommen, sondern daß sie in den weitesten jüdisehen Kreisen zum Besuche des Sportfestes Propaganda machen. Unser Bestreben, die Gleichaclitung auf körperlichem Gebiete durch gute sportliche Leistungen zu erzwingen, findet in jedem Juden gewisse Sympathien, und ist geeignet, für unsere weiteren Ziele moralische Eroberungen zu machen. Das Fest selbst verspricht recht vielseitig und interessant zu werden, im Kampf um die Meisterschäften werden sich unsere Besten begegnen, Die akademischen Konkuricnzcn, die von der jungen akadänischen Abteilung veranstaltet werden, haben in den Kreisen der jüdischen Korporationen rege Beachtung gefunden. Sportlich zufriedenstellend werden auch unsere Jugendkonkurrenzen besetzt sein. Den Höhepunkt aber werden die Vereinsstafetten bilden. Um den Wanderpreis der Zionistischen Vereinigung für Deutschland und den des Herrn Gehemmt Landau werden außer den Sport- und Turnabteihingen des Bar Kochba die Verbindung im K. Z. V. Hasmouaca, der Verein jüdischer Studeuten, der Ruderclub Ivria und der Herzl-Club starten, im ganzen etwa 15 Stafetten, Schließlich wird unsere erste Hockeymannschaft ein Wettspiel gegen einen der besseren sportlicheil Vereine Berlins austragen und so dein Ganzen einen interessanten Ab- Schluß geben. Beifolgend geben wir nochmals unsere , Ausschreibung bekannt: A, V e r e i 11 s m e i s t c r s c h a f t: 1, 100-m-Mallaufen, 2. S<K)-1n-MalI;u1ten, 3. Kugelstoßen, 4. Weitsprtmg, 5. Speerwerfen, 0, Fünfkampf (aus 1—5). B, Für Akademiker: 7, 100-m-Mallaufen, 8, 400-m-Mallatifen, V I loehsprimg, 10. Kugelstoßen, 11, Dreikampf (aus 7, 9 ttnu 10). C, Für J 11 g c n 11 m i t g 11 cd e r unter achtzehn Jahren: 12. bO-m-Mallniten n) 12—14 Jahren, b) 14- 16 Jahren, 13. 500-m-Malluufen, 14. Hochspringen, 15. Kugelstoßen (3 kg), 16. 100 nt für Lrstlingc. 1). Für Anfänger (für solche, die noch keinen [,reis errungen haben): 17, 100-m-Mallaufen, 18. 800-m-M.aHaufen, 10. Speerwerfen. E. Offene Konkurrenzen: 20. 110-m- Hürden, 21. Diskus, 22, Stabhochspringern, 23. 3000• Mctcr-Mallnufcn. F, Stafetten: 24, 4X100-m-Vcrcinsstafctte, 25. 1000-in- (400 j 300-j-20D-j-100) Vcrcinsstafette. . Meldungen sind mit Meldegebühr an Herrn B. Kutzinski, Charlottenburg, Herbartstraße 15. bis Sonntag, den 17. August, 4 Uhr nachm., zu richten. Die Mcldcgebühr beträgt für Vollmitglieder die erste Konkurrenz 50 Pf jede weitere 20 Pf. Für Jugcndmitglieder 25 Pf,, jede weitere 10 Pf. Für die Stafettenleute sind Startkarten zu lösen. Preise der Plätze: Sitzplatz: ,׳orverkauf 1,50 M. (Kasse 1,75 M.), 1. Platz: 0,75 M. (1,- M.), II. Platz: 0,40 M. (0,60 M,), Schülerkarten: 0,25 M. (0,25 M.). Vorverkauf auf den Turnböden, im Bureau Bleibtreustr. 25 und be' Josef Lewin, Gertraudtenstr. 20/21, Der Sportplatz des S.-C, Charlottcnburg ist zu erreichen mit den Straßenbahnen 33 und 03, der Untergrundbahn Kaiserdamm und der Stadtbahn Bhf. Eichkamp oder Charlottcnburg. Der Platz liegt am verlängerten Königsweg. Der ״Deutsche Kreis der Jüdischen T u r n e r sc h a f t“ wird sich an dem Jubiläums- Schauturnen gelegentlich des XL Zionistenkongresses in Wien mit einer Mannschaft von 120 Mitgliedern beteiligen. Die verhältnismäßig starke Beteiligung der Turnerinnen ist ein erfreuliches Zeichen dafür, mit welchem Eifer in den jüdischen Turnvereinen aucli an der körperlichen Hebung des weiblichen Geschlechtes gearbeitet wird. So entsendet unter anderem der ״Jüdische Frauenbund für Turnen und Sport“ eine aus 12 Damen bestehende Fechtriege und 8 weitere Turnerinnen, weite« Damenriegen entsenden der Berliner und Hamburger ״Bar Kochba“ sowie Breslau und München, die natürlich auch mit zahlreichen männlichen Mit* gliedern vertreten sind. Posen schickt eine Riege, welche die ebenso neuartige wie wirkungsvolle Uebitng des ״Gewehrsprunges“ vorführen wird. Weitere Anmeldungen liegen bisher aus folgenden deutschen Städten vor: Halberstadt, Heid c 1 b c r g und Stettin. Bei dem Turnfest des ersten Tages wird der Deutsche Kreis durch eine Reihe von Musterriegen vertreten sein. Der zweite Tag, der einem sportlichen Meeting Vorbehalten ist, bringt als Hauptpunkt des Programms eine Kreis- Stafette, bei der auch Deutschland mit einer tüchtigen Mannschaft starten wird, Die Ruderver* eine werden voraussichtlich einen großen Teil des Weges, der sic zum Turnfest führt, In ihren Booten zurücklegen, ln allen Vereinen wird rege für das bevorstehende Ereignis geübt, 80 daß nnzunchmen ist, daß die jüdischen Turnvereine Deutschlands neben ihren Turnbrüdern aus den anderen Ländern erfolgreich bestehen werden. AUS .־׳;LLci:; ׳■:IT « Dcutstfilattd Wer etwa noch im Zweifel darüber kt, ob der Kampf, den die Deutsche Turnerschatt jetzt gegen das Berliner Tageblatt führt, letzten Endes antisemitischen Charakter trägt, dem sei der neueste ״R a u b und S t r c i f z u g“ zur Lektüre empfohlen, den der Vorsitzende Geheimrat Dr. Gaetz in der letzten Nummer der ״Deutschen Turnzeitung“ veröffentlicht. Dort wird ganz im Genre unserer antisemitischen Presse von einer ״Leipziger Jüdin“ mit gehr ״zärtliche!» Manieren“ gegprochcn, die bei Herrn Ochcimrat G o c t z für ihren Freund!,int h u s intervenieren wollte. Es wird dann ironisch erzähl(, wie die beiden das geistige Leben Leipzigs zu heben bemüht seien, und mit echt dcut• scher Ritterlichkeit gibt Dr. Goctz dann weiter bekannt, wie er diese Leipziger Jüdin ln Gegenwart eines seiner Freunde habe ״abfallen“ lassen und wie er ihr zudem noch einige taktlose Bemerkungen über einige ihrer ״undeutschen" Gedichte gemacht habe, — Man darf wohl sagen, daß sich im Laufe der letzten zehn Jahre den Antisemiten aller Scliattieriingen kaum solch ein fetter Bissen geboten hat, wie diese Angelegenheit, die sie durch planmäßige Ent- Stellung und dreiste Lügen zu einer großen Affäre aiifgebauseht liahcti. So hat *ieli auch der bekannte Antisemit P 11 d 0 r der Sache angenommen und sie zu einer auf Massenverbreitung berechneten Broschüre verarbeitet, die den giftgeschwolleiien Titel führt ״W i 6 k t i e g e n wir s i c hinaus?“ Die antisemitisehen I Ictzer, — die in diesem!•'all mit besonderem Ge*׳chick Vorgehen — werden dafür sorgen, daß die Sache nicht so bald zur Ruhe kommt, und unsere Assimilantcn werden Zeit haben, über einige Fragen nacli/udcnkcn, die in diesem Zusammenhänge auftauchen. Zunächst einmal die: Ist Herr Pinthui eine Einzelerscheinung, von der man mir mit einem hörbaren Ruck abzurücken braucht, um so zu tun, nls ob einen die Sache nichts angelte, oder steht hier nicht vielleicht eine (iedankcnriclitung und ein Erziehungssystem am Pranger, das für den traditionslosen großstädtischen Juden kennzeichnend ist? Dann: Ist cs ehrlich, gegen den Zionismus immer wieder mit dem Vorwurf zu operieren, er biete den Antisemiten Waffen für ihren Kampf, wenn einer aus den eigenen Reihen der Assimilantcn durch einige an sich harmlose Bemerkungen so etwas anzurichten vermag? Und schließlich: Wäre eine nationale Jugender/iehung, wie wir sie fordern und nach Maßgabe unserer Kräfte schon heute durchführen, ein Mittel, solche Ausschreitungen hintanzuhaltcn? Wir haben nur geringe Hoffnung, daß die Herren Zeit finden werden zu־ solcher Einkehr. Herr Pinthus wird von seinen Gesinnungsgenossen dreimal verleugnet werden und dann wird man sich wieder zusammenfinden, um gegen den Zionismus und für die deutschnationalen Kulturgüter der Juden zu streiten. Nach einem — auf Antrag des Zentralvereins — ergangenen Ministerialcrlaß (14. 11. 1902 und 26. 11. 1903) sollten die jüdischen Fortbildungsschüler an den Festtagen während der Zeit vom 15. September bis 14. März nur für den Vorabend dispensiert werden. Da der Vorabend des Neujabrfcstes häufig vor dem 15. September liegt (von 1901 bis 1930 zehnmal) hat Herr Rabbiner Dr. Bambcrger in Scltönlanke sich an den I lerrn Minister für Handel und Gewerbe um anderweitige Regelung gewendet. Kürzlich hat nun der Herr Minister eine Verfügung erlassen, welche in anerkennenswerter Weise auf die religiöser) Vorschriften für Sabbat und Festtage weitgehendste Rücksichtnahme anordnet. Frankreicfi Vor kurzem hat in der Hauptstadt Frankreichs eine Delegiertenkonferenz der Araber aus Syrien und Palästina stattgefunden. Der Hauptzweck dieses Kongresses war, vor ganz Europa die Forderungen der Araber an die türkische Regierung wegen Einführung von Verwaltungsrcformen in Syrien und Palästina auseinanderzusetzen. Der Korrespondent eines russisehen Blattes teilt nun ein Gespräch mit dem Präsidenten des Kongresses, Zuhra wi, mit, in welchem dieser auf die Frage, weshalb während der ganzen Kongreßdebatte immer bloß vom friedlichen Einvernehmen zwischen Arabern und Christen und nicht auch von den Juden die Rede war, die folgende Erklärung abgab: ״Wenn die Juden hieraus irgendwelche Schlüsse in der Richtung ziehen wollten, daß die Araber den Juden keine Sympathien entgegenbringen, so “wären sie ungerecht. Wenn wir in unseren Resolutionen von den Rechten und Pflichten der Syrier sprechen, so sind die Juden schon inbegriffen, denn sie sind unsere Rassenbrüder. Ja, wir betrachten sogar alle Juden als Syrier, die einst das Land verlassen mußten, aber ihr Herz schlägt noch zusammen mit dem unseligen. Wir sind sogar sicher, daß unsere jüdischen Brüder in der ganzen Welt ■tet• bereit •ein werden, uns darin zu helfen, daß unsere gemeinsame Sache gelinge und unser gemeinsame■ Land materiell und wirtschaftlich In die Höhe gebracht werde, Und ich kann Sie versichern, daß der größte Teil der aufgeklärten Araber genau ■0 denkt wie ich.“ Bukowina Die Vertretung der Stadtgemeinde S u c z w a hat in der Sitzung vom 4. August d. Js. auf Antrag der jüdischnatlonakn akademischen Verbindung ״Tlkwah“ einstimmig beschlossen, die bisherige Kreuzgasse, eine der verkehrsreichsten Straßen der Stadt, in Theodor Herzlstraße umzubenennen. Gleichzeitig