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Jüdische Rundschau · 1913-08-15 · Heft 33 (15.8.1913) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 33 (15.8.1913)
Date
1913-08-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 340 J U EDI SCH E RUNDSCHAU Nr. 33 ״Die Behauptungen der beiden angesehenen Pariser Zionisten Marmorek und Nord au können niemanden überzeugen, ja, sic können nicht einmal erklären, aus welchem (!runde die Opposition einen 80 scharfen Ton angeschlagen hat , . ln Nr, 165 der ״Matt cp Iura" schreibt S. T 8 c h e r n 0 w i t z u. a.: ״. . . Wäre die Pariser Opposition zun! Kongreß gekommen und hätte sie dort im Rahmen einer gesunden und kühlen Kritik nachgewiesen, daß die gegenwärtige Leitung über ihren kleinen Unter* nehinungen das große Ideal vergessen habe, so würde sic möglicherweise unter den Kongreßteilnehmern viele Anhänger gefunden haben. Diesen Weg hat sie aber nicht gewählt. Statt einer vernünftigen und redlichen Kritik, statt eines Hinweises, wie die pulitische und praktische Arbeit zu organisieren wäre, damit keine Zersplitterung und Verzettelung der Kräfte cintritl, haben die Herren es vorgezogen, aus den Schlachtreihen zu fliehen, ihre üeschossc aus der Ferne atmifeuern und öffentlich mit Beliauptungen hervorzutrelen, die weder ihnen noch amle• reu zur Ehre gereichen, die in den Augen der Außenstehenden einen Schatten auf die gesamte Bewegung werfen und den Gedanken aufkommen lassen, daß es sich wirklich nicht mehr um ein Ideal und einen Prinzipienkampf, sondern um persönliche Eifersüchteleien, um bloß Erfolghascherei und einen Wettstreit um die Herrschaft handelt.‘‘ Unter der Stiehmarke ״W a s hat dies zu bTtlcutcn?“ führt der ״Fraind“ zu der Rede Nordaus u. a. folgendes aus: ״Wenn ein Parteimann solche Beschuldigungen gegen seine Partei in die üeifentlichkeit schleudert, so heißt das, die Brücken, die zur Partei führen, in Brand setzen. Und wenn er nicht bioO Feuerwerk abbrennt, sondern eine richtige Brandfackel benutzt, so kann cs gelingen, daß die ganze i'artei in Flammen aufgeht ... So lauge mau einen Kampf innerhalb der Partei führen will — wie dies bisher in der zionistischen Organisation geschah und wie dies auch in anderen Parteien vorkoinmt — bedient man sich nicht einer derart scharfen, vergib teten Waffe. Eine solche Waffe verwendet nicht einmal ein Mann, der seine Partei verläßt, aber ihrer Hauptidee treu bleibt. Und wenn ein Nord au dies tut, dann nimmt er gewiß die Verantwortung für alle Folgen, die sieh aus seinen Worten ergeben mögen, auf sich. Bleibt Nordau in der Partei . . . was hat dann dieses scharfe öffentliche Auftreten zu bedeuten? Dies zu erfahren, haben auch Nicht- Zionisten ein Recht.“ Der XI. Kongress Die erste Sitzung der Deutschen Landsmannschaft findet am Montag, den 1. September, nachmittags 4 Uhr, im Beethovensaal statt. Die Dclcgierten erhalten noch besondere Einladungen. Tribünenkarten Der Vorverkauf für sämtliche Sitzungen ist geschlossen. Weitere Vorbestellungen sind zwecklos. Die noch vorhandenen Karten (in! Musikvereins-Gebäude nur Stehplätze) gelangen erst am 2. September, vormittags 1Ü Uiir, an den Schaltern im Musik verein s-Gcbäude zur Ausgabe. Die Karten zu den Veranstaltungen werden nicht versandt, sondern an den Schaltern im Musik verein s-üebäude ausgegeben. Die Reservienmg der Plätz.e erfolgt gleich nach der Be- Stellung. Bestellungen auf Karten für sämtliche Veranstaltungcn, für die ein Eintrittsgeld zu entrichten ist, sollen umgehend an das Bureau des XL Zionistcn-Kongresscs, Wien II., Karmcliterplatz 1, gerichtet werden. Die Reservierung der Plätze erfolgt sofort nach Eintreffen des entsprechenden Geldbetrages, die Ausgabe der Karten nach Fertigstellung. Zum akademischen Festakt erhalten A kadcm i ke r unentgeltlich Karten durch Vermittlung ihrer Korporationen. Für die Meetings werden nur unnumerierte Karten' ausgegeben. Logis Für die Unterkunft der Kongreßbcsudicr werden Privat-Zimmer und Ffotcl-Zimmer zur Verfügung gestellt. Die Preise für Privat-Zimmer betragen (ohne Frühstück) Kr. 3,- bis Kr. 5,—, für einzelne Schlafsteilen Kr. 2,— täglich. In Privat-Pensionen sind Zimmer mit voller Verpflegung von Kr. 6,50 an zu haben. Die Hotelpreise schwanken zwischen Kr, 7,— und Kr. 2,60 tür Zimmer mit einem Bett, Kr. 12,— und Kr. 4.60 für Zimmer mit zwei Betten, In Gasthöfen sind Zimmer mit einem Bett für Kr. 1,60 mit zwei Betten für Kr. 3,50 zu haben. Es wird wiederholt darauf!״!!gewiesen, daß der auch aus anderen Ursachen zu erwartende starke Fremdenverkehr zur Zeit des Kongresses rechtzeitige Logisbcstcllung dringend erforderlich macht, da nur bei frühzeitigen Bestellungen für Logisbescliaffung garantiert werden kann. Wenn die Bestellungen nicht ausdrücklich eine andere Anweisung enthalten, wird angenommen werden, daß es den Bestellern gleichgültig ist, ob sie in Hotel- oder Privatzimmern untergebracht werden. Es ist in Wien ortsüblicher Brauch, daß bei Bestellungen auf Privatzimmer ein Angeld von 3 Kr. miteingesaiiilt wird, da nur 80 bindende Verträge gcschlossen werden können. Das Angeld, das bei der Bestellung initeinzusemlcn ist, wird auf den Mielspreis verrechnet. Die Adresse des Zionistischen Zentralereaus lautet vom Dienstag, den 19. August ab bis zum 10. September: Zionistisches Zentralbureau, Wien I, Giseiastraße 12. Die Adresse des Kongreß-Bureaus lautet vom 18. August ab! Wien I, Giseiastraße 12 (Musikvcrcinsgcbaudc). Sondertagungen Die Jüdische Turnerschaft wird, wie bereits mit geteilt, eine Besprechung der an der Jugendpflege — insbesondere durch Turnen und Sport — interessierten Kongreßbesucher veranstalten. — Näheres über diese Versammlung wird demnächst bekamitgcgeben. Der Verband Jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina wird eine große Frauen- Versammlung veranstalten, die am Donnerstag den 4. September, nachmittags 3 Uhr im Beethovensaale stattfinden wird. Als erste Referentin spricht Frau Johanna Simon-Friedberg über ״die speziellen Aufgaben der jüdischen Frau“, als zweite Rcfercntin Fraulein Helene Hanna Cohn über das Thema: ״Wie gewinnen wir die weibliche jüdische Jugend zur Mitarbeit für Palästina?" Frau Justizrat Boden hei in er wird die Versammlung leiten. Die Organisation für hebräische Sprache und Kultur veranstaltet vor dem Kongresse, in der Zeit vom 25. bis 28. August, eine Konferenz welche im Beethovensaal tagen wird. Der JüdischcHandltingsgchilfenverb a!1 d veranstaltet eine Besprechung über die Lage der jüdischen Ha 11 d e 1 s - und Privatan gestellten, sowie über die Schaffung einer Weltorganisation. Ort und Zeit der Versammlung werden noch bekannt gegeben. Anfragen sind zu richten an den Jüdischen Handlungsgehilfen verband, Wien 11., Taborstraße 11b. Reise-Ermäßigungen Fiir die Fahrtermäßigung werden Lcgitimations karten ausgegeben. Die Karten Lauten auf den N a in e 11 und sind mit österreichischen St e in p el 111 a r k c!1 im Betrage von 25 Heller für die Ermäßigung 3. Klasse, 50 Heller für die Erinäßigung 2. Klasse, Kr. 1,— für die Ermäßigung 1. Klasse, zu versehen. Die Lcgitimatioiiskartcn werden vom Kongreß- Bureau zusammen mit dem Kongreß-Abzeichen, für welches 60 Heller im voraus zu entrichten sind, versandt. Stempelmarken können vom Kongreß-Bureau gegen Voreinsendung des entsprechenden Betrages bezogen werden. Die Versendung der Legitimationskarten und Kongreß- Abzeichen erfolgt vom 8. August ab. Die Kongreß *Ausgabe der Welt E r 8 c 11 c i 11 u n g s t c r m i 11 e Die Erschcinungstcrmine der sechs Nummern der Kongreßausgabc sind folgendermaßen festgesetzt: Die erste Nummer erscheint Mittwoch, den 3. September, mittags. Sie bringt den Bericht über die Vorverhandlungen der Landsmannschaften und des Actions-Comites, den ganzen Bericht über die Eröffnungssitzung usw. Die zweite Nummer mit dem Bericht über die Verhandlungen des ersten Tages und der Präsenzliste erscheint am Donnerstag, den 4. September morgens. ’ Die dritte Nummer, die den Bericht über die Sitzungen vorn Donnerstag enthält, kommt am Freitag, den 5. September, vormittags, heraus, ' Die vierte Nummer, die den Frcitagsverliandhingen gewidmet sein wird, erscheint Sonntag, den 7. September, morgens. Die fünfte Nummer mit dem Bericht über die Sitzungen vom Montag, erscheint Dienstag, den 9. September, und die sechste mit dem Schlußbcriclit Mittwoch, den 10. September. Expedition Sämtliche Nummern mit Ausnahme der ersten, die gegen Mittag hcraiiskommcn wird, werden vormittags zu Beginn der Sitzungen im Kongreßgebäude und in den meisten Wiener Trafiken zu haben sein. An die auswärtigen Bezieher gelangen die Nummern gleichfalls noch in den Vormittagsstunden zur Ver- Sendung und werden daher in den Wien benachbvrt m Städten noch am selben Tage zum Austrag gelangen. Die große Mehrzahl der Bezieher in Oesterrcich-Ungarii, Deutschland, der Schweiz, Italien und den westlichen und südwestlichen Gouvernement* Rußlands wird die fällige Nummer der Kongrcßaus• gäbe noch im Laufe des auf das Erscheinungsdatum folgenden Tages erhalten. Den Beziehern in Deutschland geht die Kongreßausgabe durch Postüberweisung, «1. h. in der üblichen Form zu, Reklamationen über verspätetes oder gar nicht erfolgtes Eintreffen sind daher an die Postbestellanstalt des fraglichen Beziehers oder an den Briefträger, keinesfalls aber an den Verlag zu richten. Alle Bestellungen und Sendungen für die ״Welt“ sind vom 28. August bis 9. September nach Wien, Giselastr. 12, zu adressieren. Jüdisches Gemeindejahrbuch Das Jüdische Gemeiiulcjalirhuch, das in weiten Kreisen mit Berechtigter Spannung erwartet wurde, hegt jetzt vor und zählt damit zu den Jahrbüchern, die noch rechtzeitig vor Rosclt liaschannh erscheinen. Das übersichtliche Kalendarium, das der bewährten Redaktion unseres J. H. Wagner unterstand, wird dem Besitzer des Buches die Anschaffung eines weiteren Luacli überflüssig machen. Rein äußerlich, vom Standpunkt des Büeherkäufcrs betrachtet, erscheint das fest gebundene Buch mit dem schmucken blauen Deckel bei dem Preise von 1,— M. äußerst wohlfeil. Wir behalten uns natürlich eine eingehende Würdigung vor und lassen hier nur das Vorwort folgen, das der Herausgeber Dr.MaxKollenscher dem Werke mit auf den Weg gegeben hat und in dem Zweck und Absicht des Unternehmens kurz niedergelegt ist: ״Das neu erwachte jüdische Leben hat vor den Gcmcindestubeu nicht Halt gemacht. Wo einst im tiefsten Frieden nur die Technik der Verwaltung geübt wurde, da ringen jetzt im lebhaften Kampfe der Geister gegensätzliche Prinzipien mit idealem Wetteifer zum Besten des Judentums um die Herrschaft. Die Verwaltung der jüdischen Gemeinden ist eine Kunst, ihre Lehre eine besondere Wissenschaft geworden. In dieser Erkenntnis haben wir das ״Jüdische Gemeinde-Jahrbuch“ geschaffen. Es soll den Praktikeru der Oemcindcarbcit ein Führer und Wegweiser werden — in allen Juden aber soll es die Liebe zur jüdischen Gemeinschaft und die Lust zur Mitarbeit erwecken. Wird dieser Erfolg auch nur in bescheidenem Maße erreicht, so wird der erste Versuch, den wir hiermit der Oeffentlichkeit übergeben, verbesserte Fortsetzungen finden.“ f? Ein internationales Gesundheitsamt in Jerusalem Ende Mai d. J. wurde in Berlin unter dem Schutze der deutschen Kaiserin die Deutsche Gesell- Schaft zur Bekämpfung der Malaria in Jerusalem errichtet. Dem Zentralvorstand der Gesellschaft gehören u. a. folgende Herren an: Dr. James Simon, Generaldirektor 11 a 11 i 11, Exzellenz Ehrlich, Frankfurt a. M,, Geheimrat Landau, Berlin, Geheinirat v. Wassermann, Berlin, Prof. War• bürg, Berlin, Justizrat I >r, B 0 d c nlieimcr, Köln. Vor kurzem wurde eine Vereinbarung getreuen zwischen der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Malaria in Jerusalem, dem Jewisli Heaifh Office (Stiftung des amerikanisch-jüdischen Phi• lanthropen Nathan Straus) und der Gesellschaft jüdischer A c r 7. t c und N a t u r w i s s e n - schaftler für sanitäre Interessen יn Palästina, Die genannten Gesellschaften begründen unter den! Namen ״Internationales Gcsumlheä amt in Jerusalem“ ein gemeinsames Institut. Dieses wird durch ein Kuratorium, das aus je einem Dcicgierten (bzw. dessen Stellvertreter) der beteiligten Gesellschaften besteht, verwaltet. Das Internationale Gesundheitsamt arbeitet in der Weise, daß fiir besondere Zwecke einzelne Abteilungen eingerichtet werden, und zwar zunächst: 1. Abteilung für Malaria. Leiter: Prof. I>r, M ü h - lens. Unterhalten von der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Malaria in Jerusalem; 2. Hygicnischc Abteilung, Leiter: Dr. Brünn. Unterhalten vom Jewish Health Office; 3. Serologische und Wutschutzabteilung. Leiter: Dr. B eh a m. Unterhalten von der Gesellschaft jüdischer Aerzte usw.; 4. Bakteriologische Abteilung. Leiter: Dr. Goldberg. Unterhalten vom Jewish Health Office. Fenier werden Unterabteilungen für eine arabische Fürsorgestelle in der inneren Stadt und eine Station zur Bekämpfung der Augenkrankheiten eingerichtet. Die Oberleitung sämtlicher Abteilungen liegt In den Händen eines Direktors, der auf die Dauer von zwei Jahren vom Kuratorium aus der Mitte der Abteilungsleiter gewählt wird. Die Wiederwahl ist zulässig. Zum ersten Direktor wird Prof. Dr. Mühlen» gewählt. Die Honorierung des Direktors geschieht lediglich durch die Abteilung, der er zugehört. Die allgemeinen

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