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Jüdische Rundschau · 1913-08-08 · Heft 32 (8.8.1913) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 32 (8.8.1913)
Date
1913-08-08
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 32 Seite 331 den 2 Stafetten der Jugendgegen die Hcrren-Abfeilung über je 400 in ausgetragen. Die Kranzverteilung und ein gemütliches Beisammensein mit Vortrügen und Tanz vereinten *abends einen grölten Teil der Turner und Turnerinnen im Colonial-Haus. * 4 i Die Sportabteilung des Jüdischen Turn-Vereins j Bar Kochba, Berlin, hat beschlossen das Meeting, das anläßlich der Eröffnung der akademischen Sport- Abteilung und der Jugcnd-Sportabtcilung am 24, August stattfindet, im großen Stile auf dem Platz des Sportclubs C h a rlot t cn.b urg zu veranstalten. Es werden auf dem Meeting gleichzeitig die Vcreinsmcistcrschaftcu dieses Jahres ausget ragen. Als Neuerung wird eine Meisterschaft im Fünfkampf ausgefochten werden. Die Konkurrenzen (außer der Vcreinsmcisterscliaft der Sportabteilung) sind offen für alle Mitglieder der Jüdischen Turnerschaft, ■״..- ( : H6BRA6ISCH ־: Hebräische Sprachkurse ln Palästina Wir wenden lins noch einmal an die jüdische Studentenschaft mit der Aufforderung, sich als Teilnchmer für die im kommenden Wintersemester geplanten Kurse zur Erlernung der hebräischen Sprache anzumeldcn. Es sind zwar einige Anmeldungen eingelaufen, das Projekt wird aber nur dann verwirklicht werden, wenn mindestens 20 Teilnehmer sich für die Kurse verpflichten. Die Kurse sollen in dreistemdigem täglichen Unterricht bestehen (den bewährte pädagogische Kräfte erteilen werden). Gegenstände des Unterrichts sind: 1. hebräische Grammatik; 2. hebräische Konversation und 3. hebräische Literatur. Der Kursus selbst soll sich auf die Zeit vom Ende September bis Mitte April erstrecken und nach dem Urteil kompetenter Personen dazu ausreichen, um den Teilnehmern die Grundlagen der Sprache in leichtfaßlicher Weise beizubringen. Es wird dafür gesorgt werden, daß die Teilnehmer die ganze Zeit hindurch in einer hebräischen Atmosphäre sich befinden und somit das lebende Hebräisch auch praktisch üben werden. Falls das Projekt zustande kommt, wird die Histadruth die allgemeinen Kosten decken. Für jeden Teilnehmer entstehen nur die Ausgaben für die Reise und den verhältnismäßig billigen Aufenthalt in Jaffa. Diejenigen, die darauf reflektieren, bitten wir um sofortige Anmeldung, da wir noch im Laufe der nächsten drei Wochen fcststcllen müssen, ob eine genügende Anzahl zur Realisierung des Projektes vorhanden ist. Das Zentralkomitee der ״Organisation für hebr. Sprache und Kultur“, Bcrlin-Charlottcnburg, Kantstr. 93 מ AUS ALLER W$LT ״ Deutschland Bei der lieblosen Haltung unseres offiziellen Judentums gegen die eiugcwanderten Juden ist ein Aufsatz mit Freuden zu begrüben, den Herr Rabbiner Dr. Han over-Köln unter der Uebcrschrift ״Das Problem der ausländischen Juden in Deutschland“ im ״Israelitischen Familienblatt1‘, Hamburg, veröffeutficht. Die ausländischen Juden stellen nach Ansicht des Verfassers äußerlich wie innerlich ein wertvolles Menschcnmatcrial dar. Rein äußerlieh betrachtet, dienen sie der Auffüllung unserer immer kleiner werdenden Reihen. Dr. Manöver schließt dann aus seinen Betrachtungen ohne weiteres eine obere intelligente Schicht dieser Einwanderer aus und macht eine Reihe sehr verständiger Vorschläge, in welcher Weise das deutsche Judentum sich um diese Massen zu kümmern habe. Diese Fürsorge hat fast immer gleichzeitig eine erzieherische Aufgabe mit dem Endziel, die ausländischen Juden den Einheimischen zu ״assimilieren“. Der weitere Inhalt des Aufsatzes zeigt, daß diese ״Assimilation“ nur im besten Sinn des Wortes verstanden sein will und nichts zu tun hat mit allen radikalen Reformstreben unserer maßgeblichen ״Liberalen". Im einzchien werden Fragen des Gdttcsdienstes berührt, der bei den kleinen Ausländergeincindcn unter verständiger Einwirkung gewisse Acußerlichkciten und organisatdrische Mängel abstreifen könnte, die sein Wesen nicht treffen. Die Frage der jüdischen Volksschule wurde natürlich auch in diesem Zusammenhange ventiliert. Die weiteren Vorschläge betreffen Kindergärten, Kinderhorte, Lese- und Toynbechallen. All diese Anstalten in der rechten Weise ausgebaut, sollen sich zu einem Kulturwerk vereinen, das reiche Früchte tragen wird. Von dieser Arbeit, die nur um der Sache willen, gemeinsam von allen Parteien in Angriff genommen werden soll, verspricht sich der Verfasser eine heilsame Wirkung im Sinne des Friedens im deutschen Judentum. Diesen schönen Optimismus vermögen wir nach den neuesten Leiitungen der, ״Liberalen“ allerdings nicht zu teilen. ■J UEDi SCH t 'RUNDSCHAU, RmKäiXcit :'־ ' י; ■־־ :! Als neulich das ruiniinlschc Parlament zu einer eiligen kurzen Tagung zusamuientrat, spielte sich ein bemerkenswerter Vorfall ab. Inmitten der Behandlung wichtiger Fragen, die mit der militärischen Operation Rumäniens im Zusammenhänge standen,*.nahm* der Senator Emil L a h 0 v a r y das Wort, ׳u!n für die ״Fremden“ in der rumänischen Armee einzutreten. Damit sind die eingeborenen Juden gemeint, von denen, wie cs heilst, augenblicklich etwa '10 (KSO Heeresdienst leisten. Lahovary sagte u, a., es wärt* nur recht und billig, wenn inan diesem Zeitpunkt allgemeiner Begeisterung allen Juden, die, sich ja beeilt haben, mit besonderer Liebe dem Rufe zu den Waffen zu folgen, die ihnen bisher vorcnthaltcnen Staatsbürgcrredite verleihen würde. Hierauf erwiderte der Finanzministcr Alexander Marghloinan ungefähr, es gebe in dieser für das Land so erhebenden Epoche keinen besseren Rcchtstitel für diese Verleihung der Staatsbürgerschaft, als den Dienst unter tler Königsfahne Rumäniens. Die verbreitete Bukarestcr Tageszeitung ״Univcrsul“ bespricht diese Aeußerungcn in wohlwollender Weise. Das sind günstige Vorzeichen dafür, daß sich in Rumänien die Beseitigung eines alten schweren Unrechts anbnhnt, eines Unrechts, von ,dem Bulgaricri, Griechenland und Serbien frei sind, da dort für alle Landeskinder Gleichberechtigung herrscht. Türkei ln den jüngsten Tagen sind in Jerusalem wieder aus dem Jemen traurige Nachrichten über die Drangsalierung der dortigen Juden eingetroffen. Da der an dem Schwager des' Chachambaschi (Oberrnbbiners) von Sanaa vor einigen Monaten verübte Mord ungesühnt blieb, wurde jetzt in der Gegend von Menaska ein Jude in noch grausamerer Weise umgebracht. Dem jungen S c h a 10 m 11 k a s a r wurde nämlich auf dem Wege aufgelauert, und er wurde, als er ahnungslos vorbeikam, ergriffen und lebendig begraben. Diese beiden Mordtaten, die an Angehörigen der angesehensten jüdischen Familien verübt wurden, haben alle Juden des Jemen in tiefste Trauer und Bestürzung versetzt. Die unerträglichen Bedrückungen, die die Juden seitens des Imam J a c h i a zu erleiden haben, halten an, ohne daß der türkische Wall es wagt, gegen den übermächtigen Imam einzuselirclten. Vor kurzem verklagte ein Jude einige Araber^ die ihn ohne Grund mißhandelt hatten, beim Gerichtshof in Sanaa. Aber weder die jüdischen noch die türkischen Zeugen, die er stellte, wurden zur Zeugcnschaft zugelassen und so blieben die Uebeltäter wieder unbestraft. Ein Brief aus dem Jemen, der alle diese Klagen vorbringt und in der Jerusalemer Zeitung ״Hacheruth“ veröffentlicht war, schließt mit der Bitte, die Juden in Jerusalem möchten den Chachambaschi in Konstantinopel auf fordern, encrgisch für den Schutz der Juden im Jemen einzutreten. Neu ist in dem Brief die Mitteilung, daß man im Jemen nunmehr anfängt, auch die jüdischcn Frauen zu mißhandeln. Aegypten Die zionistische Bewegung hat auch in Aegypten in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Dies zeigte sich jüngst wieder einmal anläßlich der Anwesenheit der Familie Bcn-Jchuda aus Jerusalem, der cs gelungen ist, für die Zwecke des großen hebräischen Wörterbuches (Thesaurus totius Hebraitaiis) von Elicser Ben-Jchudn (von dem bereits drei Bände im Langcnschcidtsehen Verlag erschienen sind) einen ansehnlichen Betrag in Aegypten aufzubringen. Eine großzügige zionistische Werbearbeit wird in Alexandrien und in Kairo entfaltet. Auf dem bevorstehenden Zionistenkongreß in Wien wird Aegypten durch drei Delegierte vertreten sein. In letzter Zeit kommen viele Juden aus Saloniki sowie aus anderen ehemals türkischen Städten nach Alexandrien. Die dortige jüdische Gemeinde sorgt nach Möglichkeit für die Unterbringung der meist mittellosen Einwanderer. Bei der augenblicklich recht gedrückten Wirtschaftliehen Lage ist jedoch nur geringe Aussicht vorhanden, daß alle diese Flüchtlinge hier eine neue Existenz, finden können. Mehrere von ihnen sind daher entschlossen, weiter nach Palästina oder nach Smyrna zu reisen. Kanada Welche große Summen der Mhslonsfondt in Kanada verschlingt, geht aus einem Berichte hervor, den englische Blätter über die Einweihung der ״Christian Synagoguc“ in Toronto veröffentlichen. Mit ganz besonderem Pomp wurde dort eine Institution geschaffen, in welcher sich alles befindet, was geeignet erscheinen könnte, arme Juden in die Versuchung zu führen. Die ״Christliche Synagoge“ hat nicht nur einen überaus großen ganz nach jüdischem Ritus eingerichteten Betraum, sondern auch einen Kranken-Pavillon, ein Gymnasium für arme jüdische Schüler, ein ־ Tagesheim für Arbeiterkinder, Turnsäle, Volksküchen, eine Bibliothek, Lesehalle u»w. Trotz . des ausführlichen Einwcihungsbcrichtc» wird auch nicht mit einer Zeile erwähnt, wieviele Juden der Zeremonie beigewohnt haben. Ls seneint coen, (faß hncli in Kanada die Juden solchen Mätzchen nidit aufsitzdn Wollen. r (ך:-:ך־ד ־׳ ־: ׳■י־ : Gemeldete Wahlresultote Berlin: Delegierte: Dr. Theodor Zlodstl, Dr. Heinrich Locwc, Rechtsanwalt Sammy Groncmant», Richard. Lichtheim, Kurl Blumenfcid, Dr. H. O. Heyman 11, sämtlich Berlin. -- Ersatzd elegierte: Rechtsanwalt Willy Grcifcnhagcn, Davis Tratsch, Df. Julius Becker, Dr.' Siegfried Moses, Dr. Er.ch Rosenkrauz, Dr. Felix Tluilhaher, sämtlich in Berlin. Breslau! Delegierte: Rechtsanwalt Dr. Kurt Weiss. Dr. Walter Stciuitz, Breslau. — Ersatz* delegierte: Referendar Joseph Marcus, Dr. Her* mann Badt, Breslau. Hamburg: Delegierte: Leopold Landau, R.-A. Dr. Victor. Er s a t zdc 1 c g i c ז t e: Joseph Gold* Schmidt, Dr, mcd. Zadik. In wenigen Tagen erscheint das von der ״Zionistischen Vereinigung für Deutschland“ heraus» gegebene ״Jüdische G e m e i 11 d e j a h r b u c h“. Damit ist zunächst einem ieden Juden, der sich in irgendeiner Weise mii den Fragen der Gemeinde be* faßt, ein zuverlässiges Vademecum in die Hand gegeben. Auch wo dieses Interesse noch nicht vorhanden ist, wird es durch die Lektüre der zahl* reichen informierenden Aufsätze geweckt werden. Noch wertvoller wird allerdings sein Wirken in den Fällen sein, wo sich einsichtige Gemeindeverwaltungen den einen oder anderen Hinweis zunutze machen und damit beweisen, daß sie gewillt sind, dem Geist der Zeit und der Entwicklung im deutschen Judentum Rechnung zu tragen. Die Mitglieder der Zionistischen Vereinigung für Deutschland aber sollten es sich zur Aufgabe machen, das billige Buch in allen Kreisen, die ihnen zugänglich sind, nach Möglichkeit zu ver* breiten. Das Inhaltsverzeichnis des Werkes ist im Inserat an anderer Stelle dieser Nummer auszugsweise wiedergcgcbcn. Dort ist auch ein Bestellzettel zu finden, den wir der Benutzung eines jeden unserer Leser empfehlen. AUS D£N (JCMeiMDCW Leipzig. Am 1. August vollendeten sich fünfundzwanzig Jahre seit dem Amtsantritt des derzeitigen ücmeinilerabbinen, und Rcligionsschuldircktors der Leipziger Israelitischen Religionsgcmcinde, Dr. Nathan Porges. Der Jubilar hat cs in den langen Jahren seiner segensreichen Tätigkeit aufs beste verstanden, in einer Zeit oft nahezu fieberhaften Entwick* lung der Gemeinde die Interessen der jüdischen Gesämtlich zu wahren und sich allgemeine Liebe und Anerkennung zu erwerben. Welch hohe Ansprüche art ihn dabei hcrantraten, geht daraus hervor, daß sich vom Beginne seiner Wirksamkeit bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Zahl der jüdischen Einwohner Leipzigs mehr als verdreifacht hat. Einem solch verdienten Manne, der gelegentlich eines im letzten Winter vom Jüdischen Jugcndvercin veranstalteten Vortrages bewies, daß er trotz seiner ablehnenden Haltung dem Nationaljudentum dennoch ohne Vor* urteil und Leidenschaft gegenübersteht, und der sich der Yenicnitcnaktiori aufs aufopferndste annahm, bringen auch die Leipziger Zionisten gern ihren Glückwunsch dar. Einer Bitte des Jubilars entsprechend hatte man von einer öffentlichen Feier ab* gesehen. In einer Adresse und einer Ehrengabe brachten Vorstand und üemcindeverordncte Ihren Dank und ihre Glückwünsche zum Ausdruck. USnSINS-RUMDSCHAU Berlin. Am Montag, den* 18. August, veranstaltet der Zionistische Verein West-Berlin eine internzionistische Versammlung, in der Herr Kurt Blumenfcid über die Theorie und die Taktik des Zionismus sprechen wird. Mehrere namhafte Gesinnunsgenossen haben ihre Beteiligung an der Diskussion bereits zugesagt. — Zu der Ver- Sammlung, die in den Auguste Viktoria-Sälen, Luther- Straße (gegenüber dem Eispalast) stattfinden wird, ergehen besondere Einladungen. Gesuche von Nichtmitglicdern des Z. V. W.-B. uin Einladungen sind an den Vorsitzenden des Zionistischen Vereins West-Berlin, Herrn Julius Berger, Berlin W. 15, Sächsische Str. 8, zu richten, Charlottenburg. Der Jüdische Jugendvereln Charlottenburg veranstaltet am Sonntag, den 17. August, eine Dampferpartie nach Rauchfangs• werdet. Abfahrt von Schillingsbrücke (Schles. Bahnbof) präz. 1 Uhr. Wir bitten unsere Freunde, sich diesen Tag freizuhaltei». Billetts sind zum Vorverkaufspreise von 1,50 M, (für Hin- und Rückfahrt inkl. Kaffee) gegen Voreinsendung des Betrages (auch in Briefmarken) bei Herrn Georg Hoch, Charlottenbürg, SchiUerstr. II, zu haben.

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