Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVIII (1913)
- Issue
- Heft 29 (18.7.1913)
- Date
- 1913-07-18
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 296 JUEDISCHE RUNDSCHAU Nr. 29 Programm der Veranstaltungen beim XI. Kongreß Um den zahlreichen Besuchern des XI. Zionisten- Kongresses neben den Kongreß Verhandlungen Anrcgung und Zerstreuung zu bieten, vor allein auch, uin den vielen, die wegen der beschrankten Anzahl der Plätze im Kongreßsaal nicht zu allen Sitzungen werden Zutritt erlangen können, einen andersartigen Ueberblick über die Lage der Juden und die Bestrebungen und Aussichten des Zionismus zu geben, hat das Kongreßbureau eine Reihe von Veranstaltungen vorbereitet, deren Programm wir nachstehend veröffent* liehen. Für viele dieser Darbietungen werden gewiß auch die Kongreßdelegierten lebhaftes Interesse bckünden, und es ist nach Möglichkeit dafür Sorge getragen worden, gerade diese Veranstaltungen in die sitzungsfreie Zeit zu legen, so daß auch den Delegierten der Besuch möglich ist. Da auch für alle diese Vorträge, Aufführungen usw., angesichts der großen Zahl der Delegierten und Gäste beim Kongreß, sowie ferner der gros Ben jüdischen Ein w oh 11 e rs e 11 1tf t Wiens mit einer starken Nachfrage nach de» Karten gerechnet werden muß, empfiehlt es sich für alle, deren Kongreßreisc bereits beschlossen ist, die bcnötigte Anzahl von Karten umgehend zu bcstellen. Dienstag, den 2. September! Abends 8 Uhr: Eröffnungssitzung in der Katharinenhalle. Mittwoch, den 3. September! 11 Uhr vormittags: Vortrag im Beethovensaal; t/18 Uhr abends: Hebräische Thcatcrvor- Stellung in der Neuen Wiener Bühne; 8 Uhr abends; Meeting im Sofiensaal; 8 Uhr abends: Lichtbilde vortrag im Beethovensaai. Zu noch zu bestimmenden Stunden Führungen durch das jüdische Museum und die Adria- Ausstellung. Donnerstag, den 4. September! Dasselbe Programm wie Mittwoch, Freitag, den 5. September: 11 Uhr vormittags: Vortrag im Beethovensaal; abends: Gottesdienst. Samstag, den 6. September: Vormittags: Gottesdienst; 8 Uhr abends: Akademischer Festakt in der Kathariucnhalk•; 8 Uhr abends: Meeting im Becthovcnsaal. Sonntag, den 7. September: 10 Uhr vormittags: (iang zum Grabe Hcrzls; 3 Uhr nachmittags: Turnfest auf dem Vienna- Sportplatz, Hohe Warte; 8Vs Uhr abends: Konzert im Musikvercinsgebäudc (Mitwirkende: Frl. Margary Bentwiclt, Herr Leo Q o 11 a n i n); 8‘/a Uhr abends: Lichtbildervortrag des Herrn Pilichowsky über ״Jüdische Kunst" im Beethovensaai; 81/a Uhr abends• Meeting im Soliensaal (Natia• nalci Judentum und körperliche Regeneration). Montag, den 8. September! 11 Uhr vormittags: Musikalische M a t i n 6 e im Becthovcnsaal (Mitwirkende: Frl. Margary Bc nt wich, Herr Leo Gollau in); 3 lJI:r nachmittags: Sportfest auf dem Vienna- Sportplatz, Holle Warte; S Uhr abends: Lichtbilder vortrag für Vcrtr.niensleiite im Beethovensaal; 8 Uhr abends: Dreißig B c /. i r k s v e r 8 a m m - I u n g c n. 9 Uhr abends: Kommers der Jüdischen Turnerscliait im Sofiensaal. Dienstag, den 9. September! 11 Uhr vormittags: Vortrag im Beethoveiisaal; 8 Uhr abends: Meeting im Sofiensaal (Redner: die M i t g 1 i e d e r des n c u c n E. A. C.); 8 Uhr abends: Meeting im Beethovensaal (Redim: die Mitglieder des neuen E. A. C.). Zu noch zu bestimmenden Stunden; Führungen durch das jüdische M u s e u 1» und die Adria- Ausstellung. An sämtlichen Kongreßtagen sind ferner die Aus• Stellungen des Jüdischen National-Fonds, des Bezalcl und des Jüdischen Verlags geöffnet. Verhandlungen des Kongresses Preisverzeichnis __ Die Einlaßkarten für die Verhandlungen kosten für jede einzelne Sitzung 1 Krone. Die Gebühreit für die Karten im Vorverkauf (Bcstellungen umgehend erbeten!) betragen: Eröffnungssitzung Jede weitere Sbzung Sämtliche Plätze Sitz Louensltz Kr. 3- Kr. 1.50 Kr. 3 - M. 2 60 M 1.30 M. 2.60 Frcs. 3 20 Fi cs. 1.60 Frcs. 3.20 Rbl. 1 20 Rbl. 0.60 Rbl 120 Doll. O.ßO Doll. 0,10 Doll. 0.60 Sh. 2.6 Sh. 13 Sh. 2.6 Sämtliche Verhandlungen Sitz Logensitz Kr. 18.— Kr. 33.- M. 15 60 M, 28.60 Frcs 1920־ Frcs. 35 20 Rbl. 7.20 Rbl. 13.20 Doll. :1.60 Doll. 660 Sh. 15.6 £ 1.7 6 Hebräische Theatervorstellungen Abendkasse Vorverkauf G;m/e Mittcllogc (5 Sitze) K. 32,— K. 38. - Mittri-Logensit/e 1. Reihe -.8 ״ 9.50 ״ Mittel-Logensitzc 2. Reihe 6.50 ״ 7.50 ״ Ganze Seitenlogc (1 Plätze) —,26 ״ -.30 ״ Ganze Seitenlogc (5 Plätze) -.32 ״ -.36 ״ Parkdt-Logciisitzc -.9 ״ -.10 ״ Frcnidcnlogciisitz 1. Reihe q _ ׳' « -.10 ״ Frenidenlogensitz 2. Reihe __ 4 •י «1 -.5 ״ Erster Rangsitz 1. Reihe 5.50 ״ 6.50 ״ Erster Rangsitz 2. Reihe 4.50 . ״ 5.50 ״ Cerelc-Sitz 1. u, 2. Reihe —.9 ״ -.10 ״ Cercle-Sitz 3. u, 5. Reihe -a ״ -.9 ״ Cercle •Sitz 6. bis 7, Reihe -•ל ״ -.8 ״ Parkett 1. bis 3. Reihe —.<) ״ -.ז " Parkett 4. bis 7. Reihe --.5 ״ ־״.6 ״ Abendkasse Vorverkauf Parkett 8. bis 10. Reihe K. 4.- K. 5— Parkett 11. bis 13. Reihe -.3 ״ -.4 ״ Balkonsitze 1. bis 3. Reihe ־ .3 ,, —.4 ״ Balkonsitze 4. bis 8. Reihe -.2 ״ -.3 ״ Balkonsitze 9. bis 12. Reihe -1 ״ -.2 ״ Konzert im Musikvereinsgebäude Abendkasse Vorverkauf Logensitz K. 5,״ K. 6, - Ccreksitz —.4 ״ 4.50 ״ Podiinnsitz “־־,3 «« 3.50 ״ Parkett — 3 ׳׳' «« 3.50 ״ 1. Galerie ״ - 2 •* «1 2.50 ״ 2. Galerie 1.50 ״ —.2 ״ Orgelsitz ־־יי " 20• י " Stehplatz 60.-״ 80.- ״ Matinee im Beethovensaal Abendkasse Vorverkauf Cerclcsitz K, 2.- K. 2.50 Parkett ״ E- U50 ״ Stehplatz 50.- ״ 75■״־ ״ Turnfest auf der Hohen Warte Logenplatz K. 6.- Balkonplatz 1. 11. 2. Reihe ־ -.5 ״ Balkonplatz 3. u. 4. Reihe -.4 ״ Tribünenplatz -.3 ״ Barriereplatz —.4 ״ Reservierter Raum -.2 ״ Entree — י " Imicnraum ־•י* " Sportfest auf der Hohen Warte Logenplatz K. 4.- Balkonplatz -.3 ״ Tribünenplatz -.2 ״ Barriereplatz -.3 ״ Reservierter Raum —.1 ״ Entree 60.-״ Meetings Für sämtliche Meetings (außer dem M e e t i n g vom 7. September im Sofiensaal, zu dem der Eintritt unentgeltlich gestattet ist!) je 50 Heller, im Vorverkauf 1 Krone. Lichtbilder-Vorträge Abendkasse Vorverkauf Lichtbiidcrvortrag am 3. Septciiiber im Beethoveiisaal K. -.80 K. 1.25 Liehtbildervortrag am 4. September im Beethovensaal 80•־־־ ״ 1.25 ״ Lichtbiidcrvortrag des Herrn Pilichowsky über jüdische Kunst am 7. September im Beethovensaal 80.- ״ 25•« ״ Akademischer Festakt Abendkasse Vorverkauf Am 6. September in der Katluirinenhalle K. l.~ K. 1.50 Unentgeltlich sind folgende Vcranstaltungen: Vorträge am 3., 4., 5. u, 9. September im B c c't 11 o v e 11 s a a I, Meeting am 7. September im Sofiensaal, die Bezirks versarnmlun• Bücher und Zeitschriften Zur Geschichte der Juden von Elcphantine, von Dt. phii. Hedwig Anne ler. Akadem. liuchhandlung von M. Drcchsel. Berlin 1912. 118 Seiten. Die vorliegende Arbeit, augenscheinlich eine Berner Dissertation, verwertet die bekannten Papyri von Elcphantine zu einer historischen Monographie, ln einer übersichtlichen Darstellung werden die Lage, Bedeutung und Bevölkerung Elephantincs, die Stellung der Juden innerhalb dieser Bevölkerung, das Innenleben der jüdischen Gemeinde, ihre Stellung innerhalb des jüdischen Volkes, ihre Entstehung und Geschichte behandelt. Sämtliche historische Probleme, zu denen die Papyri Anlaß geben, werden so aufgcrollt und an der Hand der Quellen ihre Beantwortung versucht. Dabei wird die ungeheuere Literatur, die bis zum Jahre 1912 über die Papyri erschienen war, ausgiebig benutzt. In der Zwischenzeit ist manches geschrieben worden, wodurch die Arbeit der Vcrlasserin bereits hie und da veraltet ist, Trotzdem behält die Darstellung ihren Wert, insbesondere ist die Einordnung der Papyri in die allgemeine Geschichte Aegyptens außerordentlich instruktiv. Im einzelnen wäre vielem zuzustimmen, manches abzulehnen. Vor allem muß die Tendenz, die Juden von Elcphantine zeitlich und ideell nahe an die exilische Gemeinde heranzurücken, zurückgewiesen werden. Das Recht der elcphantinischcn Juden war nicht jüdisch, sondern orientalisch, in manchen Punkten direkt unjüdisch. Auch in den Trauergebrauchen ist nichts ausschließlich Jüdisches zu erkennen. Aehnlich steht es mit der Religion. Die merkwürdige Tatsache, daß die Elephantincr Juden neben Jaho noch andere göttliche Wesen anerkannten, ist nicht aus der Welt zu schaffen. Alle Stellen, aus denen wir eine Anerkenmmg fremder Gottheiten ersehen, bezieht die Verfasseriu auf die in Elcphantine wohnenden Heiden. Aber die Verbindung der Namen Jeho-natan (Jaho hat gegeben) und Betcl-natan (Betel hat gegeben) kann auch sie nicht erklären. Wir brauchen zwar nicht von einem Götzendienst der Elephantincr Juden zu sprechen, aber einen geläuterten Monotheismus darf man ihnen ebensowenig zuschreiben. Daß die jüdische Gemeinde erst nach der Tempclzcrstörung entstand, wie die Verfasserin ausführlich zu beweisen sucht, ist gegenüber dem Zeugnis des Propheten Jesaja nicht auirecht zu halten. Auch die Vcrmögcnsvcrhiiltnissc sind nicht richtig dargestellt. Auf Grund einer längst revidierten Lesart nimmt die Verfasserin an, daß ein Jude!000 Schekel Silber (nach unserm Oelde etwa 1170 M.) verleihen und somit auch eine Konventionalstrafe von 100 oder 200 Schekel zahlen konnte. Davon war in diesen kleinen Verhältnissen gar keine Rede. Auf weitere Einzelheiten kann hier nicht eingegangen werden. Der große Vorzug des Buches bestellt darin", daß das gesamte Material hier lückenlos zusammengestcllt miii klar verarbeitet ist, 80 daß mau jederzeit die Resultaie der Verfasserin nachprüfen kann. Trotz der Wissenschaftlichkeit der Abhandlung wird sie auch den Lnien interessieren. Wer sich über irgendeines der einschlägigen Probleme orientieren will, findet hier eine ausführliche Angabe der Quellen und eine gründliche Erörterung. Es ist zu bedauern, daß weder eine Inhaltsangabe noch ein Register die Uebersicht erleichtern. Dankenswert ist auch der beigegebene Bildschmuck, der den großen Werken über die Papyri von Elcphantine und über ägyptisches Leben entiioinnien sind. - Möge die Verfasserin recht haben mit der Bemerkung, daß der Hauptwert der Papyri darin bestehe, die Forschung auf dem Gebiet der Geschichte der Juden neu anzuregen und neues Interesse zu erwecken. Ihr Werk selbst wird zweifellos diesem Zwecke dienen. Rudolf Leszynsky. Luise Algcnstaedt: Ums Land der Väter. 1912. Verlag Edwin Runge, Bcrlin-Lichtericlde. Stoff und Thema des vorliegenden Romans weisen direkt auf den 1910 erschienenen Novellenband derselben Verfasserin zurück, der unter dem Titel ״Die große Sehnsucht" ״jüdische Novellen" vereinigte. 111 der Novelle ״Zwei Oelbäume“ wurde bereits ein jiidcnchristlicher Zionist mit grandioser Selbst- Verständlichkeit vorgeführt, der den ״stärksten und hauptsächlichsten Reehtsgrund" des Zionismus In den von den Propheten vorbereiteten Verkündigungen Jesu sieht und daraus natürlich die Verbindung der Zionsliebe mit dem Christentum ableitct. Die zweite Novelle ״Heimfahrt" bietet gar die vollständige Exposition zu unserem Roman. Eine wesentliche und bedeutsame Abweichung besteht nur in der Einführung des die Missionsidee tragenden Knaben Samuel. Wir haben cs hier mit einem Palästinaroman zu tun. Die Verfasserin erzählt mit großer Liebe und großer Sachkunde die Geschichte einer russisch-jüdi* sehen Kolonie Schalötn am Karmelgebirgc, von der Landnahme bis zur gedeihlichen Entwicklung durch unablässige Arbeit. Die Konstatierung verkommenen Qolusjudentunis und zukunftsfrohen Palästinensismu• in typischen Charakteren, die Schilderung des schollenstolzen Werben* ums Land der Väter, der Umwandlung dieser dem Pogrom entliehenen Dorfschaft au»