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Jüdische Rundschau · 1913-07-18 · Heft 29 (18.7.1913) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 29 (18.7.1913)
Date
1913-07-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Redaktion JQillsrhe Randidhu BERLIN W, 15, SSchaiacha StrsB« », Telephon: Amt Uhlend 845. ■J kJ I“ * * » t~* ■ •1־* * mmS rjpp hj v3u w u LJ 1 ״׳״/ ף,"־ ,'־־"ן ף U 'v״j> L> U J י■ 3־~c ת ר"׳, ( 1 ח r\f1 dummer 29 <׳ i'DS io er; XVIH. Jahrgang Betrifft Ablieferung der Schekel/ Das Aktionskomitee hat sich auf unser Ersuchen bereit erklärt, den Termin für die Ablief rung der Schekel der deutschen Landsmannsdi 1/t hinauszuschieben, so daß wir in der Lage sind, auch noch Zahlungen zu berücksichtigen, die bis zum 30. Juli eingehen■ Im Interesse einer glatten Abwicklung der Wahlhandlung bitten wir jedoch die Ortsgruppen und Vertrauensleute, diese Frist nicht voll auszunutzen. Insbesondere in den Fällen, wo die örtliche Leitung die Wahlen früh ansetzen möchte, können säumige Scheckelblockinhaber unter Umständen das Wahlrecht ihrer Gruppen in unerwünschter Weise beschneiden, Zionistische Vereinir/ung für JJeutsc/ilanä. Ausweis Sdickcli Aachen 21,- , Berlin 107,—, Verein West-Berlin 21,—, Berliner Zionistische vercinii'iiiig 32,—. jüd. Nat. Fraueiivercimguiig Berlin 101,—, ״Hcbronia“, Berlin 2,— .' Verein Zion. Soul, uns Rußland, Berlin, 43,—, Breslau 6,—, Bliesen (Westpr.) 25,—, Bremen 25,—, Frankfurt a. M, 55,—, lisch• weiler 70,—, Glogau 3,—, 1 lildesheim 8,—, Zion. Jugendgruppe I iolieusal/.a , O.-ü. 1 lohensnl/a 1, —, Halberstadt 1,—, Jarotsclnn 1,—, Janowiu 1,—, Lissa 1,— , Pieschen 4,—, Kiel 19,—, Köln 85,—, Verein Zion. Akadctn. Leipzig 31,—, Lübeck 18,—, Luxemburg 14,—, Mannheim 2,—, München 29,—. Zion. Jugendgr. Myslowitz 28,—, Nürnberg 3(),—, Nauheim 1,—, Posen 40,—, Pyrmont 1,—. Ratibor 10,—. Hegcnsburg 45,—, Selters (Westerwald) 2,—. Stralkowo 8,—, Straßburg 2,—, Herlishemi i. li. 27,—. Tarnowitz 80,—, Wiesbaden 31,—, Zabrze 13,—, Thorn I,—, Elberfeld 20,—, Wet/Iar 8,—, Crone a. Br. 4, ~ M.; für 1912: Breslau 2,—, Mannheim 1,— M, Landesorganisatioiishcitrllgc! 1. Ortsgruppen: Mohcnsal/a 26,•-, Halber- Stadt 10—, Kiel 8,—, Mannlicim 3,—, Regenslnirg (>0,—, Stralkowo , Herlisbeim 2, , Wei/Iar 2, —, Mülhausen i. L. (Einzelheit!•.) 4,—, Hannover (Einzclbcitr.) 2,—, Breslau (Einzclbcitr.) 3,—, Tliorn 3,—, Berlin 26,—, und liin/elbeitrag 3,-. Herliner Zionistische Vereinigung 3 ״־, Verein West- Berlin 2,— M. 2. Einzelpersonen: E. Schragenheim, Bremen, 5,—, Hermann Rosenihal, Haiberstadt, 10,—, Adolf Hcidemann, Halberstadt, 10,—, Max Rosenthal, Luxemburg, 5,—, Frl. Bertha Cohn, Pyr- 111011t, 9,—, Alois Natzler, Itegensburg, 5,—, Arno Schenker, Dresden, 15,- •, Sally Tobias, Schönlanke, 10, , Hugo Moser, Dortmund, 5,—, Dr. Rau, Essen, 20,- , Abraham Löw, Straßburg i. E. ('2. Rate- Prof. Dr. Drcv/uß, Strafilmrg, 20,-, L. Rosen- Essen (2. Rate), 20,--, Hermann 11111־». Schone- (1. Rate), 2,50, Dr. Pinczowcr, 3 empeiliof, Siegfried Branut, Posen, 5,—, Alex jacobus, , 10,— M. A, Schaudinischky, Eydtkuhnen, Dr. Leib, Ahrweiler, 5,—, Dr. med. Landau, (2. Rate), 5,--, J. Zürndörfer, Hörde, 5.-, ‘ ' ‘ a, C),, 5,—, Sclmar llüiow, t4.cai Jüe1I»c!5g VcL'i 1!' I111a*TCc2.iI!eIi g frcül för da® :•»t e.aer offont* » HcJ&MtHtto Ixt zw Pro»vassusu )1 |||#0 Ai* AA ־,3 berg, buk 10,-, Berlin Danzig v*• ר ׳!׳» ,/•”“'י Isidor Nathan, Frankfurt Oera-Rci'ß, 5,— M. , , Eingang vom 9. bis 16, Juli 19131 Schekel, für Ml 3: 1086, , für 1912; 3,- M.; Landes,• organisalionsbcitriige: 368,50 M. G<*s?mteingang 1 Schekel: 5340,25 M,; Lau■ «lese •ganisationsbeitriige: 0772,37 M. Adresse für Geldsendungen 1 Zionistische Vereinigung für Deutschland, Berlin W15, Slchslscbc Straße 8. , Postscheckkonto! Berlin 8091, Bankkonto! A. M. Heymann k Co., Berlin W56, Hinter der Katholischen Kirche 1. H o p p s t ii d t e 11 ist ein Dorf im oldenburgischeu Fürstentum Birkcrifeld mit annähernd 900 Einwohnern. Man wird sielt den Namen merken müssen, denn er wird tms jetzt in der antizionisti• selten Agitation häufiger begegnen. Und der diesem ehedem so friedlichen Ort zu solch frag• würdiger Berühmtheit verhelfen will, ist Herr Lamlrahbiner Dr. F. Straßburger, der Seel• sorge!׳ der kleinen Hoppstädter jüdischen Ciemeinde. Dem Vorgang, mit dem wir uns hier zu befassen haben, liegt ein Krawall zugrunde, wie er im allgemeinen in deutschen Dorfgemeinden nicht selten ist. Diesmal aller richtete er sich gegen die ortsansässigen ’Juden, und da liegt es denn auf der Hand, daß solch eine Bewegung, wen;: erst die rechten Agitatoren davon Wind 1hkommen haben, größere Dimensionen annehmen und zu gefährlichen Ausschreitungen führen kann. Diesmal ging's aber' noch recht glimpflich ab. Herr Dr. Straßburger, der sich des Falles in der Israelitischen Wochenschrift, Gebweiier, in seiner Weise ״angenommen" hat, weiß zwar von Schreiereien und Schimpfereien! ja sogar von Steinwürfen zu berichten, irgendeine Sachbeschädigung oder gar Verletzung ist jedoch nicht vorgekommen. Vielleicht wäre es dem Ansehen der Ge• me!nclc Hoppstädten und dem ״konfessionellen Frieden“ dienlicher gewesen, wenn die breitere Öffentlichkeit mit diesem so harmlos verlaufenen Vorkommnis nicht befaßt worden wäre, aber der Herr Landrabbiner fühlte in eich den Beruf, von diesem Falle aus auf die Verhältnisse Im dcutsehen Judentum zu exemplifizieren und seine warnende Stimme zu erheben gegen — den Zionismus. Das konnte ihm natürlich nicht ganz leicht fallen, und so war er gezwungen, bei seiner Beweisführung recht seltsame Wege zu wandeln. Wege, die sich im bürgerlichen Leben nicht geradc des besten Ansehens erfreuen, die aber in der Politik schon mancher vor ihm geschritten ist. Wir erfahren also von Herrn Dr. Straß- Ini r g e r, daß die Schuld an dem ganzen bedaucrliehen Vorkommnis den Zionismus trifft, und die Redaktion des Gebweiier Blattes bemerkt in einer liebevollen Vormerkung *zu dem Berieht, daß das, was gestern in Hoppstädtcn passierte, sich morgen in Berlin, in Frankfurt oder anderswo ■wiederholen könne. Man sieht, den deulschen Juden wird das Gruseln systcinatisch beigcbracht! Der unmittelbare Anlaß' der Ausschreitungen waren die aufreizenden Reden eines notorisch geistig m in dcrwcrtigenHoppstildtcr Jude n. I lerr Di*. S t r n li b u r g e r seihst clutrak* terisiert den Mann als einen ״im Orte allzu bckannten und von Juden und Nichtjuden gleich geachteten oder mißachteten jungen Mann". Als Kronzeugen gegen den Zionismus ist solch ein Dorftapp ihm aber gerade gut genug! Dieser Mann also hielt vor versammeltem Volk Reden, in denen er mit der Ritualmord- und Wucherbcschuldigung operierte und so die Gemüter der christlichen Bevölkerung .durchaus verständlicher Weise erregte. Von diesen beiden wesentlichen und fraglos besonders aufreizenden Argumenten hat der Verfasser anscheinend nichts gehört, denn sonst hätte er sic — selbst auf die Gefahr hin, die antizionistische Wirkung seines Aufsatzes zu beeinträchtigen im Interesse der Wahrheit nicht mit den Worten abgetan: ״. . . . wie auch noch durch andere, wohlberechnete und auf das Volkstum um so mehr wirkende Acußerungen“. Sehr genau aber hat es siel» der streitbare Herr Rabbiner gemerkt, daß in den wirren Reden des Agitators Sätze enthalten waren, die im Zu* sammenhang standen mit jenem viel kommen* tierten Aufsatz, den Herr Cheskel Zwi Klötzel vor längerer Zeit in der Münchener Zeitschrift ״J a n u s“ unter dem Titel ״Das große Hassen" veröffentlicht hat. W i r halien sofort nach Erscheinen des Artikels unzweideutig erklärt, daß die dort niedergelegten Gedankengänge nicht zionistische sind und unseren Anschauungen strikte zuwiderlaufcn, eine ähnliche Feststellung sandte die ״Zio• nistische Vereinigung für Deutsch• I a n d“ an die Redaktion des ״J a n u s“, und auch Herr Klötze! selbst hat in seinem Schlußwort mit besonderem Nachdruck betont, daß er lediglich seine persönliche Ucberzeugung zum Ausdruck gebracht habe und daß die Frage des Zionismus in die Angelegenheit überhaupt nicht hincinspiele. Gleichwohl müssen wir es als ein recht starkes Stück bezeichnen, Herrn Klötzel verantwortlich machen zu wollen, für das, was ein Unzurechnungsfähiger aus seinen Aeußcrungcn, die für den geistig geschulten Leserkreis des ״J a n u s“ bestimmt waren, herausgelescn und unter der Landbevölkerung Hoppstädte n« verbreitet hat. Nach diesem Manöver konnte es natürlich nicht weiter schwer fallen, die *Ansichten des Herrn Klötzel mit denen des Zionismus zu identifizieren, und auf diesem Umwege den Dorftäpp von Hoppstädten dem Zionismus an die Rockschößc zu hängen. Als Bism arck seinerzeit im Reichstage den Versuch machte, die Zentrumspartei für die verbrcchcrische Tat des Attentäters N o b 11 i n g mit verantwortlich zu machen, da schallte ihm aus dem Munde des späteren Präsidenten Graf Bai- Icstrcm ein lautes ״Pfui!“ entgegen. Der Reichskanzler bczcidincte damals in der Abwehr dieses ״Pfui" als einen Ausdruck des Ekels und der Verachtung. Nun, Herr Dr. Straßburger ist kein Bismarck, und Ekel und Verachtung sind nicht die Gefühle, die sein Vorgehen in uns auslöst; aber tiefes Mitleid empfinden wir mit einem Mann, den das Ansehen, das ein geistliches Amt ihm leiht, nicht hindern konnte, sich im innerjüdischen Kampfe eines Mittels zu bedienen, daß im Streit der poli* tischen Meinungen längst in der gebührenden Welse gebrandmarkt worden ist.

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