Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVIII (1913)
- Issue
- Heft 28 (11.7.1913)
- Date
- 1913-07-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 28 U EDI SCH E RUNDSCHAU Seite 2 *•9 treffende Passus in indirekter Rede Wiedersehen ״ml wir hatten lediglich, um j|m iiherliaupt verstandlieh /m machen, den Zusatz: von der jüdischen Volksschule gemacht. Die Bericht ig>!״g kommt also •mf eine Wortklauberei hinaus, deren Unterstütz״״״■ doch ge will nicht in tler Absieht des (ieset/gebers ״dem•״ hat, als das Preßgesetz zustande kam. k Berlin• Ein Mitglied der hiesigen jüdischen Geincimle, das die Nennung seines Namens nicht wimseht, hat einen Betrag von 3000 M. I ״״ Preuliischer konsol. Anleihe als Geschenk gegeben mit der Vertilgung, daß em Drittel der j,Ehrlichen Zinsen dem Vorstand einer auswärtigen jüdischen Gemeinde zwecks Verteilung an jüdische Arme, ein zweites Drittel der Stadtgciiicimle desselben Ortes zur Verteihmg au christliche Anne überwiesen wird mul das letzte Drittel unter jüdische Armen Berlins verteil! wird. Diese fürchterliche Angst nur um Gottes willen in all mul jedem halle’ die l'aritnt zu wahren, scheint uns den Verhältnissen wie sie heule liegen, keineswegs gerecht zu werden. Aut jeden I all scheint es uns nicht Sache der jüdischen Gemeinde zu sei״, eine derartige Stiftung zu verwalten. Berlin. Am Montag, dem 21. Juli findet in den Raumen des zionistischen ZeatralhureaiK die statutenmäßige Generalversammlung des Verlages ״Jüdische Rundschau E. G. m. I». H." statt. 111 dieser Versammlung wird vnrgeschlagen werden, die (iciio-sciischaft auf/ulöscn und in die gesetzliche I onn einer Gesellschalt mit Lesdiränktei Hafipllidit überziimhren, Berlin. Die Generalversammlung des ״Arbeifsamtes für jüdische Akademiker‘* fand am 25. Mai dieses Jahres itn Verwaltungsgebäude der jüdischen Gemeinde Berlin statt und war von einer Anzahl der in Berlin ansässigen Mitglieder des Arbeitsamtes besucht. Nach Erstattung des gedruckt vorliegenden Berichtes über die ersten drei Jahre der Tatigkeh des Arbeitsamtes wurden folgende Beschlüsse gefallt: Der § 2 des bisherigen Statuts erhält die Fassung: ״Mitglied kann jeder unbescholtene Jude werden.“ Der Zweck dieser Armierung ist, den Kreis der Mitglieder des Arbeitsamtes nach Möglich• keit zu erweitern und ihm dadurch in Zukunft gröbere materielle Mittel für seine umfangreichen Aufgaben zu verschaffen. In den Vorstand wurden, nachdem dem bisherigen Verwaltungsatisschuß Decharge erteilt worden war, gewählt die Herren: Geh. Sanitätsrat l)r. Maretzki, als I. Vorsitzender, Dr.-ing־, Max H c r I o w i t 7., als 2. Vorsitzender, i)r. med, brich Rosenkranz, Chefredakteur J Landau und l)r. M. Ginsberg. Da der bisherige ge• schnftsführcndc Sekretär infolge beruflicher lieber- Instung sein Amt nicderlegcn muhte, wählte der neue Vorstand an seiner Stelle Herrn l)r. Georg Herlitz. Ihm wurde der spezielle Auftrag erteilt, eine umfassende Propaganda für das Arbeitsamt in die Wege zu leiten. Das Arbeitsamt wendet sich daher im Interesse seiner für die jüdischen Alsademiker Deutschlands eminent wichtigen Aufgaben, an alle deutschen Juden mit der dringenden Bitte, seine Bestrebungen durch Beitritt als Mitglied unterstützen zu wollet. Der jährliche Mindestbeitrag beträgt 5 M. Das Arbeits• amt bittet ferner alle jüdischen Akademiker, ihm von Vakanzen und Niedcrlnssungsmöglichkeiten für jüdische Akademiker und von Stellungsgesuchen so• fort Mitteilung zu machen, Zuschriften und Beitritts• crklnrungcii sind zu richten an das ״Bureau des Arbeitsamtes für jüdische Akademiker, Berlin C. 25, Dircksenstr, 26/27 (Amt Künigstadt 11 488)“. Frankfurt a. M. Der Rentner Ignatz Siegel hat letztwillig verfügt, dall nach dem Tode seiner Frau sein gesamtes, sehr bedeutendes Vermögen zur Errichtung einer Erziehungsanstalt für israelitische Waisenkinder verwandt wird. Leipzig. Nachdem bereits früher das Reichs• gericht ein landgericlitlidies Urteil wegen unklarer Feststellungen aufgehoben hatte, ist vom Landg c r i c h t Berlin I am 15. Februar 1613 der Re• daktcur Hans Bert vz i g wegen Beschimpfung einer, Religionsgesellschaft (§ 16ü Str.G.B.) zu einer Ge• tangiiisstrafe von einer Woche verurteilt worden, Hertwig hatte seinerzeit in der von ihm redigierten ״Staatsbürgerzeitung“ Ausführungen der antisemitisehen Wochenschrift ״Hammer“ wiedergegeben, in welcher gegen die israelitische Religionsgemeinschaft schwere Vorwürfe erhoben wurden; so wurde Ihn hauptet, der Staat sei betrogen, wenn er diese RHigionsgcsellschal't beschütze. Ferner richtete der Artikel scharfe Angriffe beleidigenden Charakters gegen die israelitische Glaubenslehre. Das Landgericht stellte hierbei fest, daß es sich nicht um eine referierende Wiedergabe der Ausführungen des ״Hammers“ handelt, sondern um eine persönlich« Meinungsäußerung des Angeklagten, So erfolgte jetzt unter Berücksichtigung des Revisionsurteile*» seine Verurteilung, Die hiergegen von Hertwig eingelegte Revision hat nunmehr das Reichsgericht als unbegründet verworfen. Leipzig. Ls wird unsere Leser interessieren, zu erfahren, daß die Modelle des Technikums und der Mittelschule für Haifa in der hiesigen ״Inter• nationalen Baufach-Ausstellung“ in der Haupthalle des Gebäudes ״Architektur des zwanzigsten Jahr• himderts“ ausgestellt sind. Karlsbad. Verzeichn«» getaufter jüdischer Kurlirzte. In Karlsbad: Die Herren Dr. Ludwig Kitter von Aldor, Dr. Gustav Aranyi, Dr. Adolf Chatmatz, Dr. Franz. Fokscliancr, l)r. Edgar Ganz, l)r. Lmil <inldschcidcr, Dr. Hugo (iuth, Dr, Stefan Keh.'ii, Dr. Rudolf Kolisoh, Dr, Alexander Komaromv, Dr. Friedrich Kraus, Dr. Arnold Lorand, Dr. Heinrich Munk, De. Gustav Töpfer, Dr, Leo Ztipnik, Dr. Lugen Frank ist konfessionslos uytl bat seine Kinder taufen lassen, Dr. Desideritis Sipos ist konfessionslos. In Marien b a d: Dr. Einil Loewv, Dr. Leo Marteils, Zahnarzt, Dr. Julius Schuetz. in Ehensec: Dr. Nobel. —• In Bad Ischl: Kais. IQt l)r. iier/ka, Dr, Stefan Isidor Stein, Inhaber der median«- therapeutischen Anstalt (im Winter in Abbnzia). - In Baden b, Wien: Dr, Wilhelm Altmami. - In Bad Gnstcin: Dr. Iier/ka. — In Meran: Dr. Binder, Besitzer des Sanatoriums Stefanie, Meran- Obermais, Dr. Träger, Zahnarzt. In Franzensbad: Dr, Josef Steinbach, Dr, Gustav Egger, Dr. Nikolaus Cuker, Dr. Johann Robert Heller, Dr, Tadeusz Kon, Dr. Bruno Fellner, Sohn des in Franzensbad praktizierenden Kais. Rates Dr. L, Fellner. - In B a d N a u h e itn: Die Söhne des Herrn Professors Dr. Isidor Grädel: Dr. med. Theo Grötlel, Dr. med. Franz Gröilel, Prof. Dr. Schott. In Kolbe rg: Medi/inalrat Dr, Behreinl, Dr, Margulies, Dr, Fabian. Berlin. Herren und Damen, die bei den Fcrlcnausflügcn der JUdischnationalcn Frauen vereinigung initarbeiten wollen, werden höflichst gebeten, sieh im Zentralburcau, Sächsische Straße 8, zu melden, Berlin. Zugunsten des Vereins jüdischer Studenten aus Rußland wind am Sonnabend, den 12. Juli 16)3, im Atlas-Hotel, Friedrichstr. 105, ein Vortrag des bekannten Künstlers Hermann Struck über ״Die moderne Knust'* (mit zahlreichen Lichtbildern) veranstaltet. t Bericht über die Einnahmen und Ausgaben der Berliner Zionistischen Vereinigung vom I. Juli 1912 bis 30. Juni 1913 Einnahmen: 1612/13 M. 1611 12 M. 1610/11 M. Mitgliederbeiträge Eintrittsgeld in Versamm- 7205,35 5430,68 3544,50 hingen Spenden für Broschüren- 1180,05 1326,76 481,70 Propaganda 638,50 50,- 70,50 Palästinakurs Beitrag der Jüd. Nationalen 102, - ״־־־־* Frauenvereinigung 171,25 6267,15 6807,74 4000,70 Ausgaben: 1612/13 ■ M. 1611 12 M, 1610/11 M, Schekel 650,- 481,- 356,- Lnndcshcitrügc 1382, -!200,- 183,40 jüdische Rundschau versaminluiigsunkostcit (s. 1605,66 1671,50 1316,- unten) 2243,85 2134,15 1144,. Drucksachen 162,10 307,05;103,55 Inkasso 287,30 214,44 13,05־3 Bioschürenpi'opaganda 1643,20 25,- 34,75 Porto 161,37 217,60 216,25 Schreibarbeiten 61,40 106,10 162,50 Maccabncerfcier 327,05 210,65 — Subventionen 176,45 75,- 50,. Diverses 10,- 24,25 22,30 , 6376,68 7027,34' '4163,80 Vcrsammlungsunkostcn: 1612/13 1611 12 1610/11 M. M. M, Saalmieten 436,— 563,- 290,— Plakate und Inserate 880,20 1072,- 422,-10 Einladungen 736,40 546,85 36,60־4 Lichtbilder 85,-. — _ Reiseentschädigung — 115,- — Diverses 106,25 107,60 — * 2243,85 2434,45' IM«),-- Die Oesamteinnahmen sind gegen das Vorjahr um 37«0 gestiegen; die Einnahmen aus den Mitgliederbeiträgen wuchsen um 32 "!>, gegen das Jahr BJ1Ü/II zeigen sie eine Steigerung von 104 ״״, In dem Abschluß sind die von einzelnen Berliner Zionisten gesammelten Schekel und die ״Zentralloiuls". und .Organisations“-Bciträge nicht enthalten. Die B. Z, V. zahlt für •jedes ihrer Mitglieder an die Z, V, f. IX den Schekel, den Landes• beitrag (3 M.) und den Abonnementsbetrag für die Jüdische Rmulsehau (siehe Ausgaben). Seit dem 1. Januar 1613 sind die Mitglieder der Jüd, Nationalen Frauen Vereinigung zugleich Mitglieder der B. Z. V. und zahlen an die B. Z. V. pro Jahr 5 M, Bisher ist nur der Beitrag für das I, Quartal 1613 ringe• gangen. Bei den Ausgaben ist das Konto für Broschüren• Propaganda stark in die I lohe gegangen. Dieser!'osten enthält die Ausgaben bei der Schaltung der Kartothek, den Gehalt der Sekret!..'״, die Unkosten bei der Versendung von 1560 Broschüren etc. Die Unkosten wurden zurzeit durch große Spenden für diesen Zweck beglichen. Dr. S e h w a r z , Berlin-Tempcihof. Bericht über die Veränderungen im Mit* giiederbestande der Berliner Zionisti* sehen Vereinigung Im Jahre 1912/13 Im Berichtsjahr sind 256 Mitglieder aufgenommen worden, 152 Mitglieder sind ״״»geschieden. Von diesen 152 sind 10 Mitglieder in andere zionistische Berliner Gruppen übergetreten, ' ungefähr 85 haben Berlin verlassen, 3 sind gestorben, ungefähr 30 sind wegen andauernden Niclit/ahlcns des Beitrages gestrichen worden. Die Zahl der Mitglieder der B. Z. V. beträgt am I. Juli 1613 632. Die Mitglieder der Jüd. Nationalen Fraucnvcrciuigung sind dabei nicht mitgeredmet. Zum Vergleiche lüge ich die Zahlen der Aufnahmen und Austritte bis 1613 bei: 1008/06 BMW Hl 1610/1 I 2־1611/1 ( י/1612 Mitglicdcnn/alil 72 Aufnahmen 105 67 200 256 am 1610 381, am I. Juli am 1. Juli HU 632 3׳. Juli 1611 m den Jahren 100 Austritte 62 51 6b ״ 152 1608 266, am I, 124, 1. Juli 1612 1608 J־■־ 52 J Schwarz. Berlin, ln einer stark besuchten Mitgliedcrver- Sammlung der B. Z. V. sprach am 25. Juni Herr Dr. Zlocisti, der kürzlich von der Palästina* Wanderfahrt ־jüdischer Turner zurückgekehrt ist, über ״Die Lage in Palästina und unsere Aufgaben“. IX*r erste Ten des Vortrags (über die gegenwärtige Lage) enthielt eine sehr strenge Kritik über vieles, was uns hier in Europa oft schon in gar zu rosigem Licht erscheinen mag. So wurden unter anderem die Ycmcnitc ״•Einwanderung und das Oharaten- System in Rosrh-Pinah und Metliulc behandelt. Daß diese Kritik nicht die Aeußertmg einer pessiniistisehen Grumlstiimmmg war, bewies schon der Vergleich, den der Referent zwischen seinen Reisceindrücken vor J Jahren und den diesmaligen ziehen konnte. Im zweiten Teil (unsere Aufgaben) betonte er dann, was bei dieser Sachlage י0״ tue: die eifrige Durchführung des Posener Beschlusses von 1612, beschlcunigtcr Lamlcrwcrb in Palästina, ferner als eine neue Forderung: Einbeziehung der Juden der Nachbarliiiider, namentlich Syriens, in unser Erziehungswerk, eine Forderung, die durch eine entsetzen* erregende Schilderung der Zustände, namentlich in Damaskus, begründet wurde. In der Diskussion betonte Herr Rechtsanwalt Heilbrunn, daß im Referat die Lichtseiten offenbar nur infolge der lieberfülle des Stoffes zu kurz gekommen waren, und er ergänzte die Schilderungen des Referenten durch eine Darstellung des vielen Schönen und Erhebenden, was er auf dieser Reise erlebt und gesehen hat, Berlin. Der Berliner hebräische Klub versammelt sich an jedem Montag, 6 Uhr abends, im Cafe Loy, Oranienburger Str. 27. (iäste, Damen und Herren, willkommen. Breslau. Hier wurde in Anwesenheit von 10 Bbr. ein Herzl-Klub gegründet, der nach den Prinzipien der bestehenden Ilerzl-Klubs arbeiten wird. Die einleitenden Worte hielten Max Kober und Rudi Da n z i g e r; Marti c w i t / brachte die Wünsche und die Zusicherung der Hilfe seiner Person und seiner Korporation dar. Hierauf wurde das vom Herzi- Bund vorgcschlagene Normalstatut beraten und mit geringen Abänderungen en bloc angenommen. In der darauffolgenden Vorstandswahl wurden Bbr. R. Danz i g c r zum ersten Vorsitzenden, Kober zum Schriftführcr lind 11• 1 u in e 11111 a I zum Kassierer gewählt. Bbr. Urbach wurde zum Natioualfondskommissäit und Bbr. Priedländcr zum Obmann einer Bibliothek gewählt. Die Erledigung aller übrigen Fragen wurde dem Vorstande überlassen; mit einem Hcuad aut die Zukunft des Ilerzl-Klubs wurde die Sitzung geschlossen. Möge der Herzl-Klub für die Förderung und die Verödung des zionistischen Gedankens, für die Stärkung der zionistischen Organisation in Breslau betragen! Heidelberg. In diesem Sommersemester hat sich hier ein Jüdischer Studentinnen-Verein mit natio- Haler Tendenz gegründet. (Wir begrüße״ diese Neugründung, welche die Reihe der mannigfachen nationaljüdischen Organisationen in Deutschland um eine neue Art bereichert, besonders herzlich und wünschen ihr erfolgreiches Wirken im Sinnt ihrer nationalen Tendenz. D. Red.) Wiesbaden. Zionisten treffen sich jeden Mittwoch abend um 0 Uhr im Cafe Berliner Hol. Erlangen. Am 1, Juli konnte unsere kleine Gruppe schon auf ihre zweite Versammlung in diesem fahre zurückhliekcii. Nach der stimmungsvoll verlaufeiicri Furinifeier vom März d. J. hatten wir heute die Freude, einen äußerst instruktiven Vortrag über den Balkankricg und seilte Folgen für die jüdische Frage von seiten unseres Parteisekretär» Herrn Kurt R os c 11 b a 11 m zu hören, der hauptsächlich das Geschick der Stadt Saloniki sowie die momentane Machtlusigkeit aller jüdischen Politik zu seinem Thema . .*- -— ״ äJkM» Via# gJk i