Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVIII (1913)
- Issue
- Heft 28 (11.7.1913)
- Date
- 1913-07-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2651273-2651815-2651844--09048-2666345- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seile 290 Nr. 28 JUEDISCHE RUNDSCHAU nahm. Auf die Rede, die mit großem Beil,111 aufgenommen wurde, folgte eine längere Diskussion, zu der sieh hauptsächlich Studenten der hiesigen Universität sowie ein werter Gast aus Nürnberg zum Worte meldeten. Gegen 12 Uhr schloli die Versnmnilung, die eine weitere Vertiefung des zionistischen Gedankens hier zur Folge gehabt hat und für die wir dem Herrn Parteisekretär zu Dank verpflichtet sind. S. I >. Nürnberg. Am 2. d. M. sprach in einer hiesigen sehr gut besuchten Schckelzahlcrvcrsanmilung Herr Parteisekretär Kurt Rose n b a u in , Berlin, über d i e Aufgaben des XI. Kongresses. Redner legte vor allem dar, um welche eingreifende Maßnahmen es sich auf dem kommenden Kongreß handeln werde und ging ferner kritisch auf die ücdnnkcngängc der Opposition ein. Die Versammlung spendete für seinen änderst interessanter! und viel Neues bietenden Vortrag reichlichen, verdienten Beifall. In der Diskussion wurden von mehreren Herren einige Anfragen und strittige Punkte zur Sprache gebracht, worauf der Referent ausführlich entging. Gegen 12 Uhr schloß der Vorsitzende Herr Zahnarzt Singer die Ver- Sammlung not dem Appell, möglichst zahlreich in diesem Jahre den Scnckel zu nehmen, um sich an den Wahlen Beteiligen zu können. S. I). Kattowit!. Der Ausflug der überschlesischen Zionisten nach Biclitz fand am Sonntag, den 15. Juni, trotz des trüben, regendrohenden Wetters unter guter Beteiligung aus allen Orten Ohcrschlcsicns statt. Ein Teil der Audliigler hatte sieh bereits mit dein Morgenzuge nach Biclitz hegeben, wo sie am Bahnhof vom Festausschuß empfangen und durch reservierte Tramvvaywagen nach dem Zigetinerwald gebracht wurden.” Von dort ging es nach dem lieblich gelegenen Enuncnhof, wo sicli gar bald ein zwangloses Treiben entwickelte. Mehrere Gruppen unternahmen Ausflüge in die herrlichen Bergwälder, bis das für Nachmittag angesagte Konzert alle Fesüeilnclimer im Schießliaus wieder vereinigte. Der Himmel hatte sich inzwischen aufgeklärt, und so durchflutete eine nach Hunderten zählende Menge bei den Klängen der ausgezeichneten Kapelle des k. k. Infanterieregiments Nr. 100 aus Krakau den Garten und den angrenzenden Jiibilnumspark und lauschte mit Vergmigen den gelungenen humoristischen Vorträgen, die vom gastgebenden Verein geboten wurden, bis um 5 Uhr die Fest Versammlung ihren Anfang nahm. Der geräumige, 1500 Personen fassende Saal war bald überfüllt und viele suchten vergebens Einlaß. Abwechselndes Schauturnen der jüdischen Turnvereine von Biclitz und Kattowitz, das beredtes Zeugnis ablegte von der fortschreitenden körperlichen Entwicklung der jüdischen Jugend und mit großem Jubel aufgenommen wurde, eruffiictc die feierliche Veranstaltung. Es folgte eine herzliche Bcgrüßungsansprache des Vorsitzenden der zionistischen Vereinigung in Biclitz, Herrn Zobel, worauf an Stelle des leider verhinderten Obcr-Ingcnietir Stricker aus Wien Herr Redakteur Waldmann aus Wien das Poditim betrat, um in glänzender Rede die Notwendigkeit der zionistischen Bestrebungen für die Erhaltung des Judentums und seiner Stellung unter den Völkern darzulegen. Es folgten sodann die Ansprachen der Vertreter der erschienenen zionistischen Korporatio• nen; für den Gruppenvcrband Obcrschlesicn sprach Herr Rechtsanwalt Dr. Dobrzinsky aus Bcuthen über die Zwecke der Veranstaltung, feierte das Erwachen der Solidarität aller Juden zu gemeinsamer Abwehr und schloß mit einem mit brausendem Beifall aufgenommenen Appell zur aktiven Teilnahme an der iungjüdischen Bewegung. Eine von Herrn Dr. Stahl aus Tarnosvitz mit Schwung und Bcgeisterung vorgetragene Schilderung seiner kürzlic» bcendeten Reise nach Palästina machte den Beschluß der imposanten Demonstration, die beredte Kunde gab von dem Wachstum der zionistischen Bewegung in den drei Grenzbezirken. Tanz am Abend hielt die Festteilnchmer in fröhlichster Laune zusammen, bis die Zeit zum Aufbruch heranrückte und der Zug die Gäste wieder in die Heimat entführte. M. C. 53 TRiBverie Vom ״Mute“ des Bekennens ״ Unter dieser Uebcrschrift schreibt uns Herr B. Maaß, Berlin: °i״K da kürzlich durch die Tagesprcsse die Mit- Teilung, daß der berühmte Göttinger Jurist Professor {" ״:ensdorff, seinen 80. Ocburtstag feiere. Dabei heißt es, er habe als Jude den ordentlichen Professor, ja sogar das Rektorat erreicht und habe «ich dann tauten lassen. Ich aber ging hin und schrieb diesen Brief: c, B«rJin NO. 55, den 17. Juni 1013. Sehr geehrter Herr Geheiinrat Frensdorffl anisniv! "!ן Z־ vom 17. 6. 1-013 bringt anläßlich Ihres 80. Geburtstages die Mitteilung, daß Sie erst itn reifen Mannesalter zum Christentum ubergetreten seien. Wenn ein Mann von Ihrer geistigen Bedeutung einen derartigen Schritt unternimmt, so nehme ich an, daß er schwerwiegende auf dem geistigen Gebiete liegende Gründe dazu hat. Aber ich nehme mir die Freiheit, Sie, geehrter Herr Geheimrat, herzlichst zu bitten, diese Grunde der Oeffentlichkeit nicht vo&zucnthalten. —!.”י“" י Ju“c und habe gefunden, daß nur Streber mL. ״ al! Sprongbrett für die Karriere benutzen. Da bei Ihnen, sehr geehrter Herr Geneimrat, dieses Motiv völlig ausgeschlossen ist, סי brenne ich geradezu vor Begierde, Ihre Begründüng kennen zu lernen. Ich biete Ihnen auch eine Auseinandersetzung über diese Frage an und wollen Sie gütigst den literarischen Kampfplatz bestimmen, wo wir einander gcgcfiubcrtrcten konmn. Cja1u crj,vbl.״st Benno Maaß. Bis zur Stunde schweigt der Herr Professor. Mir kam es mit meinem Briefe darauf an, endlich einmal in die sorglich verbarrikadierte Hexenküche des Taufjudentums einzmlringcn. Der erste Versuch ist 1niß״l»ickt, weitere Versuche müssen folgen. Gewiß ist GcI1eimr.it Frensdorf! in keiner angenehmen Situation- Der Hinweis auf die bessere Rcligion würde ihn bei seinen neuen Glaubensgenossen mit einem Schlage dauernd unmöglich machen. Religion ist keine Handelsmarke, die man eben durch eine ״bessere“ als die bis!,er geführte, nicht ersetzen kann! Professor heißt auf deutsch: Bekenner! Aber alle diese Bekenner haben mit der Taufe auch zugleich die Sprache verloren. öder sollten jene im Recht sein, die von einem Siege der Scham sprechen? An 0 die vcrchrl, Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ Berlin W. Ihren Bericht ütxir den Prozeß Löb-Kalischcr bitte ich ergebenst dahin zu ergänzen, daß cs zwar •Tatsache ist, daß ich von einem sehr einflußreichen Mitglied des ״Schul- und Talmud-Thora-Vorstandcs“ ״in imjuisitorischcr Weise“ über ״meinen religiösen Standpunkt“ ausgefragt und auf die Schwierigkeiten liingewicsen wurde, die sich aus meinen konservativen Anschauungen für eitle eventuelle Anstellung als Lehrer ergeben würden. Jedoch glaube ich nicht, daß, wie cs nach dem Bericht den Anschein haben könnte, diese Ausforschung in direktem Zusnnimcnliaug zu einer geplanten Anstellung gestanden hat und dali gar Herr Prof. K a I i s c 11 c r für diese Intoleranz verantwortlich ist. Vielmehr zwingt mich im Gegenteil die Gerechtigkeit zu konstatieren, daß gerade Herr Prof. Kalisclier, mit dessen Anschauungen ich sonst durchaus nicht übereinstimme, seinerzeit das Verhalten jenes Kommissars in nicht mißzuverstehender Weise auf das schärfste verurteilt hat. Ich wäre Ihnen für die Veröffentlichung dieser Zeilen sehr verbunden und zeichne mit ergebenster Hochachtung Rabbiner Dr. Wilhelm Lewy Charlottenburg, den 4. Juli 1913. Schluß des redaktionellen Teilt. Jüdische Gemeinde, Berlin Gottesdienst 1 Freitag, 11. Juli, abends: in allen Synagogen 71/2 Uhr. Sonnabend, 12. Juli, vorm,: in der Alten Synagoge 8*/s Uhr, in der Kaiscrstr.- und Rykestraßen-Synagoge 9 Uhr, in den anderen Synagogen: Frühgottesdienst: 7>/» Uhr, Hauptgottesdienst: 10 Uhr. Predigt: Synagoge Kaiserstraße: Rabb. Dr. Rosenzweig. Synagoge Fasanenstraße: Rabb. Dr. Baeck. Abend gottesdienst: 9 Uhr 24 Min. (Mlncha J/a Stunde vorher, in der Alten Synagoge 4 Uhr). Oottesdienst an den Wochentagen: fnorgens: in der Alten, Kaiscrstr,- und Rykcstr.- Synagoge 6*/, Uhr; in den anderen Synagogen 7 Uhr; abends: in allen Synagogen 7 Uhr, Zontralo für Deutschland G«ld1eodungen •Ind «uueh Heul Ich iu richten an Harri MilWoll.i.ln״ CharloUuburf, Raaehcr-StraS• i. Zum 20. Tamus Am 20, Tamus trauert das jüdische Volk um den frühzeitigen Tod seines großen Sohnes Theodor Herz 1. Dieser Gedenktag nationaler Trauer muß zu einem Tag nationaler Tat werden, würdig unseres großen Toten und seines lebendigen Werkes. Ein Herzldenkmal als nationale Tat — es ist der Herzlwald. Er ist ein ewiges Denkmal, das in schöpferischer Arbeit für die von Herzl •verkündete Wiedergebürt des Landes unserer Zukunft Erinnerung und Hoffnung verbindet. Dieser Wald bedeutet eine mächtige Förderung unseres An- Siedlungswerkes, während die Früchte der Bäume für unsere Kul tu rauf gaben im Lande bestimmt sind. In Hulda und Benschemen, auf dem Boden des Jüdischen Nationalfonds, sind bereits Tausende von Oelbäumen und anderen Frucht- und Nutzbäumen angcpflanzt, und fortgesetzt werden neue Bäume gepflanzt. Der 20. Tamus ist eine Mahnung an unsere Gesinnungsgenossen, für den Herzlwald zu spenden und zu sammeln. Gesinnungsgenossen,gedenketdcs20.Tamus und der Nationalfondswoche! Das Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds M. Lcop. Jacoby, Chemnitz, gesammelt aut der Kcgcltour.10,— Bianca Vamisburger, Berlin, gratuliert zur Verlobung U n g e r-So n 11.. |,~~ Richard Posncr, Berlin, aus tlcrs. Veranl. 1,— Horst gratul. seiner Mutter.1,— ־ Dr. H a 111 k e u. Frau, Berlin, gratul. Dr. Emil Levy u. Frau z. Geburt des Sohnes . , . sind. mcd. Emst Müller, Heidelberg, dankt Leo Klauber (V. J.St.) für frcunal. Einladung 1,- , ders. gratul. Max Rothschild zum bestandenen Staatsexamen —,50 . . . 1,50 Signi. Strauß, Stuttgart.2, - Ges. auf der Doppelhochzeit Bei fuß- Rosenstock durch Else Schäfer, Darmstadt.(i,— Sicgbcrt Wolff, Berlin, gratul. Apotheker Prcuß zur Verlobung, Dr. Hofstein und Oattin z. Geburt d. Sohnes, Zahnarzt Schachtei und Gattin zur Tochter.2,— Ges. am Geburtstag von Hilda Ma schier, Berlin, durch Erich Sc h I o ch a u e r .... 1,50 Amtsrichter Poznanski, Nikolai, gratul. Rechtsanw. Steinitz u. Frau zur Geburt der Tochter.2,— Tellersammlung b. einem Vortrag in München 2,40 Anna Levy, Halenscc, gratul. Zahnarzt Schachteis herzlich zum Töchtcrchen, Dr. Hugo Ascher und Dr. Hugo Schutz zum Assessor .1,50 Grete Klecmana, Kattowitz. gratul. Hugo Schachtel und Frau zur Geburt d. Tochter 1,— Dr. Ernst Tichauer u. Frau Lotte geb, K r i s t e 11 e r danken herzlich für freund!. Glückwünsche zu ihrer Vermählung ... 10,— Dr. H a n t k c u. Frau, Berlin, kondol. Nathan Groß .1,— Sammlung bei der Hochzeit Burg im Hause Leibowitsch, Frankfurt . ..9,50 Dr. Forschmann u. Frau, Frankfurt a. M., gratul. z. Hochzeit Dr. S. Gewürz mit Gisela Kanncr, Neu-Sandez.—,50 A. Stern, Bender, Frankfurt a. M. . . 4,— Aus d. Frankfurter Spenden buch: Isaak L. Gol d s c 11 ni i d t u. Frau bei Geburt ihres Enkels .10,— Frau Lcop. Hamburger 1. Geburt des ersten Urenkels..10, Emil Birnbaum u. Frau, Frankfurt, anl. der Geburt ihrer Tochter.25,— Sicgfr. Kahn, Stuttgart.10, - Oskar Pariser, Neüer, —,50, S. Friedrieh, Thoraspende, —,50.1, - Dr. H a n t k e 11. Frau, Berlin, gratul. Justizrat Boden heim er .1,— Dora Stern, Straßburg, Erlös f. Silberpapier 2, Martin Secligmann, Halberstadt, gewonnene Wette von Daniel Löbcnstcin 1, - Teilbetrag der Versteigerung des Benschcns aul der Verlobungsfeicr Rothenberg- Schnelling.13,— Zu der am Montag, den 21. Juli 1913, ׳ abends 9 Uhr, im Zionistischen Zentralburesu, Berlin W 15, Sächsische Strasse 8, stattfindenden ordentlichen Generalversammlung des Verlags ״Jüdische Rundschau״ e. O. nt. b. H. worden die Genossenschaftler laut § 17 des Genossenschsftsstatuts hiermit eingoladen. Tagesordnung: 1. Bericht des Anfsichtsrate und des Vorstandes. 9. Deehargee!Teilung. 8. Beschlussfassung über Auflösung der Genossenschaft. Der Vorstand: Jacob Wagner Max Wollsteiner