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Jüdische Rundschau · 1913-07-04 · Heft 27 (4.7.1913) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 27 (4.7.1913)
Date
1913-07-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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beite 278 Nr. 21 Unser Organisationsfonds Der deutsche Zionismus verdankt dem Landcsorgaiii- *ationsfonds den ruhigen Fortschritt seiner Propaganda׳- arbeit während der letten Jahre. Die Popularität, die sich gerade dieser Fonds erworben hat, zeigt, daß diese Tutsache im Kreise unserer Gesinnungsgenossen dank* bar anerkannt wird. Nichtsdestoweniger muß gesagt werden, daß gewisse Forderungen, die die Gesamtbewegung in letzter Zeit an den einzelnen Zionisten stellen mußte, es mit sich gebracht haben, daß manche Gesinnungsgenossen ihrer Verpflichtung gegen die Landesorganisation nicht so prompt wie in früheren Jahren nachgekommen sind. Und doch stellt gerade die gegenwärtige Zeit mit ihren gesteigerten propa• gamllstischen Möglichkeiten besonders hohe A11fonlcrungcn an unsere finanzielle Bereitschaft. Wir haben uns nun neuerdings auf schriftlichem Wege an all jene Gesinnungsgenossen gewandt, die uns im Vorjahre einen Beitrag zugewandt haben, in die• sem Jahre aber in der Reihe der Spender noch fehlen und bitten auch an dieser Stelle dringend, unserer Auf* forderung unverzüglich Folge zu leisten. Aber auch alle anderen Zionisten Deutschlands, die cs mit ihrer Verpflichtung ernst meinen, mögen an ihrem Teile dem Delcgiertentagsbesdtluß, dem wir unseren Fonds zu danken haben, zur Verwirklichung verhelfen. Dann werden wir jeder Gegnerschaft gewachsen sein, die gewonnenen Positionen mit Erfolg verteidigen und neue erringen können. Zionistische Vereinigung für Deutschland. TURMeri &.SPORT Der vor kurzem gegründete Jüdische Turnverein in Darm Stadt ist in befriedigender Ent- Wicklung begriffen. Das bei den Mitgliedern zunehmende Interesse für die Turnübungen und die gemeinsamen Ausflüge in die Umgebung ist ein Ikweis dafür, daß die Schaffung des Vereins einem großen Bedürfnisse entsprach. Durch das Entgegenkommen der Stadt, die dem Verein mmmclir die wesentlich geeignetere Turnhalle am Ballouplatz mit Turnhof zur Verfügung gestellt hat, ist jetzt auch die Möglichkeit der Veranstaltung von Turnspielen im Freien gegeben, was in erster Linie dazu beigetragen hat, daß tler Tunibesiielt erfreulicherweise auch in der wannen Jahreszeit befriedigend war. Zu wünschen wäre nur noch, daß die jüdischen Gemeitulemitglieder, die bisher dem Verein noch gleichgültig gegenüberstehen, den großen Wert der Sache erkennen und an ihrer Förderung aktiven Anteil nehmen würden. Die 2. Jüdische Ruderregatta findet, wie schon mitgeteilt, am Sonntag, den 13. Juli 1913, auf dem Crossinsee statt. Wir geben heute das genaue Programm bekannt: 12,30 Uhr: Abfahrt des Dampfers von der Schillingsbrücke aut Sehles. Bahnhof. Nachzügler nimmt der Dampfer in Zeuthen im Restaurant ״Hankels Abläge“ 11 tu 3,30 Uhr an Bord. Zugverbindung nach Zeuthen ab GörÜtzer Baltnh. 2,40 Uhr, ab Grüuau 3,02 Uhr, an Zeuthen 3,14 Uhr. Für die Beförderung kann nur garantiert werden, wenn die Billette vorher gelöst sind. Karten ä 2,— M. sind gegen Voreinsendung des Betrages zu haben bei caud. jur. Ludwig Davidsohu, Charlottcnburg 4, Roscherstr. 5, 4 Uhr: Regatta auf dem Crossinsee. Der Dampfer geht auf dem Crossinsee vor Anker, die ganze Rennstrecke ist vom Dampfer aus gut zu übersehen. 1. 2 Scniorvicrer auf Rollsitz. Gemeldet haben der Jüdische Ruderklub ״Ivria“ und die Ruderabteilung der Vereine Jüdischer Studenten. Die Strecke betrügt 2000 m. 2. Juniorvierer auf festem Sitz. Gemeldet haben Ivria, V. J. St. und die Ruderabteilung des Bar Kochba-Hambutg. Die Strecke beträgt 1500 m. 3. 1. Seniorvierer auf Rollsitz. Gemeldet habcu Ivria und V. J. St. Die Strecke beträgt 2000 m. An die Regatta schließt sich eine Auffahrt der Rennboote, des Achter* der Ivria und der übrigen Boote der Vereine an. 6 Uhr: Rückfahrt des Dampfers nach dem Restaurant ״Kyffhäuser“ in Nieder- Schöneweide. Ankunft gegen 7,30 Uh». Abschluß der JUEDISCHE RUNDSCHAU Dort findet die iVcisverteihmg statt. Danach gemütliches Beisammensein uikI Tanz. Von 10,30 Uhr an ist Gelegenheit zur Rückfahrt in reservierten elektrischen Wagen nach dem Schlesischen Bahnhof. :: AUS ALLER WELT ״ Oesterreich Die von uns unter Vorbehalt wiedergegebene Nachricht des ״Morgen“, daß die deutsch-nationalen Studenten das Waidhofncr Prinzip preisgeben wollen, wird kategorisch dementiert. Russland Wie z.u erwarten war, hatte der Einspruch des Vorsitzenden und des Referenten der Kicwcr Gerichtskammer gegen den Anklageakt nicht die sonst übliche Folge. Sic machte nicht den ordnungsmäßigen 111stanzemveg durch, sondern blieb ohne weiteres im Archiv der Geriehtsknnimer. Der Hinweis auf den rituellen Charakter des Mordes wurde in die Auklagcschrift, wie nunmehr feststeht, auf die Forderung des Justizministers hin aufgenommen. Der Vorsitzende des Kiewcr Kreisgerichts ging dieser Tage für ein paar Monate in die Sommerferien, Da in seiner Abwesenheit die Verhandlung gegen Ikilis nicht stattlinden kann, wird der Bedauernswerte jedenfalls noch einige Monate im Gefängnis auf die Ent- Scheidung des Gerichts warten müssen. In Dwinsk starb ein alter Jude, Chaim Moschk i 11 ,dieser Tage im Alter von 127 Jahren. Er hat noch im Jahre 1812 Napoleon während seines Aufenthaltes in Minsk gesehen und hinterläßt jetzt 1H) Kinder, Linke], Urenkel und Ururcnkei. Der Duma soll in Kürze eine Vorlage zugehen, nach der die Strafe für solche Juden, die entgegen der gesetzlichen Vorschrift Grund und Boden erwerben, erhöht wird. Das Ministerium des Innern bat an die Gouverneine Exemplare des Buches versAndt, in dem Rabbiner Zirclsohn eine Liste der jüdischen Vornamen zusammengestellt hat. Die Behörden sollen so die Möglichkeit erhalten, festziistellen, welche Namen russischen und welche jüdischen Ursprmigs sind, um die betreffenden Gcsetzesbestimimmgeii zur Durchführung zu hringett. Amerika Im Staate Halifax haben die Schlich tgegner eine eklatante Niederlage erlitten. Wie wir jüngst berichtete״, war dort ein Schochct, der Tiere nach jüdischem Ritus geschachten hatte, zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Gericht hat nunmehr die Strafe aufgehoben und ausdrücklich erklärt, daß die jüdische Schlachtweise keineswegs schmerzhafter oder grausamer sei, als irgendeine andere. Türkei Dem Polizcidircktor Samuel Effeudi Israel, der hei Festnahme der Mörder Mahmud Sclicwkets verwundet wurde, ist vom Sultan die Tapferkeit*• medaille verliehen worden. *f• In Küiistantinopeler jüdischen Kreisen ist man der Ansicht, daß das Kabinet, das jetzt nach der Ermordung Mahmud Schewkcts zustande gekommen ist, den Juden in größerem Matte gewogen Ist, als irgendein früheres, so daß irgendwelche judenfeindlichen Maßnahmen keineswegs zu befürchten sind. Wie sich nachträglich heraiisgestellt hat, war gleichzeitig mit dem Putsch gegen die Herrschaft der Jungtürken ein antisemitische» Komplott geplant. Die Anstifter wurden nunmehr vor ein Kriegsgericht gestellt und in die Verbannung gesandt. U. a. befindet sich Tahir Haurcddin, der frühere Gouverneur von Jerusalem, unter den Verurteilten. Die Individuen, die mit der Ermordung der früheren Deputierten Nissim Mazliah und Enianucl Car a s s o betraut waren, wurden zum Tod durch den Strang verurteilt. Rinn/and Das Verbot der Schechlta, das in Finnland seit dem 25, März 1909 herrschte, ist nunmehr am 1(1. Mai d. J. aufgehoben worden. Die Verordnung 11; 1t nachstehenden Wortlaut: ״Gegegehcu in Zaiskow. Selo, den 3., I(>. Mai 1913. Seine Majestät der Kaiser 11:1t auf Unterbrcitiiiig des finnischen Senats verordne! hantlneilaner dürfen Damtiere nach jüdischen! un1j wie folgt: 1. In Finnland wohnende Juden und Mo- 1»K!l1ammedauische1n Ritus Schächten mit der Bedingung, daß nachstehende Vorschriften beobachtet werden. 2. Das Schächten soll amgefuhrt weiden von einer hierfür speziell »ungebildeten, von der zuständigen Behörde anerkannten Person, die zugegen sein muß, bevor das Tier gebunden wird. 3,י Da» Tier soll mit weichen, nicht zu schmalen Riemen txler Stricken gebunden werden und muß unmittelbar möglichst vermittels der Anwendung eines für diesen Zweck konstruierten Apparate« auf eine weiche Unter• läge umgeworfen werden, llas Umwerfen muß schonend Vorgehen, so daß tler Kopf nicht am Boden ansehlägt und dem Tiere kein Schaden zugefiigt wird. 4. Der I laisschnitt soll sofort nach Umwertung deS Tieres und mit einem möglichst scharfen Messer ausgeführt werden. Den Kopf des Tieres soll man gestreckt halten, bis der Tod eintritt.“ E3i1ISTISGif. ßeUEöUtfS Versammlung der zionistischen Ver« trauensmänner des Distriktes Böhmen Am 29. Juni (and im ״Jüdischen Verein־,beim“ in Prag eine vom Zionistischen Distriktskomitee für Böhmen cinherufeiic Versammlung der zionistischen Vertrauensmänner des Distrikts statt, die von Dtlegierten fast sämtlicher Ortsgruppen und Vereine beschickt war. Es waren ungefähr 40 Delegierte anwesend. Die Versammlung war einberufen worden, um zu den Kongreßfragen Stellung zu nehmen, und das Aktions-Komitee hatte auf Wunsch des Distriktskoinitees seine Sekretäre Herrn Kurt Blumenf c I d und Herrn Leo H e r r m a 1111 zur Berid1terst.it• tu 11g entsendet. Herr Sekretär' Leo Herrmann erstattete das Referat, indem er über die politische Arbeit des Aktions-Komitees 11 ml ihr System, das fiir das Aktions-Komitee maßgebend war, und über den Statut und die Aussichten der Palästina-Arbeit ausführliche Mitteilungen machte. Er gab zum Schlüsse seines Referates Auskunft über die Motive, die das Aktions-Komitee veranlassen, dem Kongreß die Forderung einer engeren Verbindung zwischen der Leitung und den Finan/iiMituten der Organe sation vor/ulegen. An das Reier.1t schloß sich eine ausführliche Diskussion, au der sieh zahlreiche Gesiittiungsgenosseu beteiligten mul die in der Nachniittagssitzung fortgesetzt wurde. Herr Sekretär Kurt Bl 11 me nt'eld gab auf die Anfragen, die aus der Mitte der Versammlung gestellt wurden, eingehend.• Auskunft, vor allem in bezug auf die nationale Tendein der Propaganda. Die Versammlung nahm einstimmig folgende ton den Herren Dr. Emil M arg 11 lies, l.eitmeritz, und Louis Schiff, Aussig, eingebratlite Resolution an: .,Die .1111 24. Juni 1013 in Prag t’igemle VertrancMsmüimcrvcrs.’iminlimg der Zionisten Böhmens spricht dem Engeren Aktiniis-Kmtiiicc ihr toll-tes Vertrauen aus und billigt die voi» ihm angewandte AiBcitsmcthodc in jeder I lineieht. Sie erklärt es als selbstverständliche und mibedingte Notwendigkeit, in Wiederherstellung des normalen von Her/I geschaffenen Zustande‘• der vom Kongreß gewählten Leitung auch die Majori! d in den Verwaltungen unserer Firmn/institute cm/״• riitmicn, und verlangt gleichzeitig in Kiuim ,!1׳ •׳ dieser Forderung die Verlegung des Hauptburc.vs des Jüdischen Nationalfonds nach Berlin, dem S.tz der Leitung, zu in Zwecke der Zentralisierung d ״r zionistischen Verwaltung. Die Vertrauensmänner erklären, daß sic in ״er Durchführung dieser Forderung die unerläßliche Voraussetzung für eine gcdcddidie Fortentwicklung der zionistischen Arbeit erblicken und daher bei dieser Forderung unbedingt beharren müssen.“ Ferner sprachen die Vertrauensmänner auf An״ trag des Herrn Dr. Hugo Bergmann den Wunsch aus, daß die Tagesordnung des Kongresses in der Weise geregelt werde, daß Fragen der zionistisch.n Erziehung der Juden genügende Aufmerksamkeit gewidmet werden könne. Am 15. und 10. Juni fand in Berlin die letzte Sitzung des Großen A k t i ö n s - K o 111 i t e c s der zionistischen Organisation vor dem Wiener Kongreß unter starker Beteiligung der russischen Zionistenführer statt. Einen großen Teil der Beratungen nahm der bevorstehende XL Kongreß in Anspruch. Es

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