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Jüdische Rundschau · 1913-06-27 · Heft 26 (27.6.1913) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XVIII (1913)
Issue
Heft 26 (27.6.1913)
Date
1913-06-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 265 Nr. 26 JUED1SCHE RUNDSCHAU Essen-West: L. Rosenbcrg 30 M. Schwelm: Willy Meyer 10,- M. Heidelberg: M. M. 75. M. Dcpenau: Dr. Strazs 20,— M. Kattowitz: Durch Arnold Wiener (Spezifikatlon folgt) 400,- M. Ologau: Moritz. Kristellcr 20,— M. Erlangen: Ortsgruppe 10,— M. Leipzig: Rud. Schick 10,—, L. u. W, Fuchs 25,- M. Stettin: Herrn. Jacob 5,—, Alb. Bacr 5. M. Nürnberg: Zahnarzt Alexander Singer 10,—M. Bad Sa I zum n n: Dr. Schwarz 30, - M. Altona: Iwan Grüner 20,— M. Badenwc iler: E. Drcyfuss 5,— M. Der XL Kongreß E r m ä (1 i g u n g e n. 1. Die k. k. ö s t e r r c i c h isehe Staatshalt» gewährt auf allen Slrccken mit Ausnahme der im Staatsbetriebe stehende» Lokalbahnen auf Entfernungen über 50 km eine Fahr- Begünstigung dahin, daß bei Benützung der ersten und zweiten Wagenklasse der Rersonenzüge der halbe tarifmäßige Sclinellzugsfahrprcis, und bei Benützung der 1., 2. und 3. Wagenklasse der Schnellzüge der tarifmäßge Personenzugsfahrpreis der zu benützenden Wagenklasse zu entrichten ist. Die Ermäßigung findet nur Anwendung bei Abfertigung im Lokalvcrkclir der k. k. österreichischen Staatsbahnen und gilt für die Fahrt nach Wien innerhalb der Zeit vom 27, August bis 5. September, fiir die Rückfahrt von Wien innerhalb der Zeit vom 6. bis 14. September. 2. Die k. k. priv, I) 0 n a u - D a 111 p f s cli i f f - falirts-Oesellschaft gewährt auf ihren Passagicrlinien die Benützung des ersten und zweiten Schiffsplatzes gegen Bezahlung der Gebühre» des nächstnicderen Schiffsplatzes. Wegen weiterer Ermäßigungen schweben Vor- Handlungen. Die Ermäßigungen werden gegen Legitimationskarten gewährt, über deren Ausfertigung demnächst nähere Mitteilung erfolgt. Logis. Die Zimmerprcise der Wiener Hotels und Pensionen unterscheiden sich nach dem Bezirke, nach Komfort und Stockwcrklagc. Sie betragen im einzelnen (ohne Frühstück und Mahlzeiten inklusive Licht und Service): a) in Hotels und Pensionen “1 ״ Be" mil 2 B״lt"!.Ranges.von ca. K. 7,— K. 12,—aufw. b) in feinbiiigerlichen Hotels und Frenulenjrensionen . ״ c) in guten bürget 1. Hotels ,, —,5 .״ ״ 7,-• und Fremdenpensionen . , d) in Geschäftshotels und . . 3,- . 5- . einfachen Pensionen , . ״ . . 2,60 . 4,60 , e) in einfachen Gasthöfen . , f) in Logierhäusern (Schlaf- . . 1,60 , 3,50 . säle).. . l,- pro Bett. Da die Logisbeschaffuug aus den früher erwähnten Gründe» erhebliche Schwierigkeiten bereiten durfte, wird rechtzeitige Anmeldung hierfür beim Kongreßburcau dringend empfohlen. Ganze Gruppen von Kongreßbesuchern, die gemeinsames Quartier wünsehen, werden ebenfalls um entsprechende Mitteilungen ersucht. Der Einlaß zu jeder Sitzung und jeder Veranstaltung ist nur gegen Karten gestattet, die für jede einzelne Veranstaltung besond ers ausgegeben werden. Die Einlaßkarten für die V c r 11 a n d 111 n g e 11 kosten für jede Sitzung Kr. 1.— (M. 0.85, Frs. 1,03, Rbl. 0,40, Doll. 0,20, 10 <J.), Es finden c I f Sitzungen des Kongresses statt. Da schon jetzt eine große Zahl von Bestellungen auf Einlaßkarten vorliegen und eine äußerst starke Beteiligung iu erwarten ist, empfiehlt es sich, dieKartcnimVorverkaufzu bestellen. Die Gebühren fltr Karten im Vorverkauf betrugen: Eröffnungssitzung Jede weitere Sitzung sämtliche Plätze Sitz Logetiititz Kr. 3,- Kr. 1,50 Kr, {),— M. 2,«0 M. 1,80 M. 2,*I0 Fr. 3,20 Fr. 1,60 Fr. 8.20 Rbl. 1.20 Rbl. 0.«0 Rbl. 120 Doll. 0.60 Doll. 0,80 1)011. 0,00 Sh. 2,6 8h 1,8 Sh, 2 Sämtliche Verhandlungen Sitz Logen sitz Kr. 18,- Kr. 83,— M. 16,60 M. 28,«0 Fr, 19,20 Fr. 85,20 , Rbl. 7,20 Rbl, 18,20 Doll. 8,60 Doll. «,00 8h. 16.6 1,7 6־,« Bestellungen für Einlaßkarten zu den Verhandlungen sind unter gleichzeitiger Einsendung des Betrages an das Kongreßburcau zu richten. Bcstcllungen, welche ohne Einsendung der entsprechenden Geldbeträge erfolgen, müssen unberücksichtigt bleiben und können nicht beantwortet werden. Die Juden von Saloniki Mit anderen französischen Zeitungen hatte der ״Tcmps“ jüngst die Juden vun Saloniki schändlicher Undankbarkeit gegen die Türken beschuldigt, unter deren Herrschaft sie seit Jahrhunderten in Frieden gelebt hatten und die sic jetzt im Unglück verleugneten, indem sie sich servil an die siegreichen Griechen hernndrüngteu. Darauf gibt mm Pierre Loti, der imennüdliclie Verteidiger der Ottomanen, auf Grund eines ihm zugegangeneu Schreibens, das von zahlreichen Juden von Saloniki gezeichnet ist, eine scharf gehaltene Berichtigung. 111 dem an ihn gerichteten Bride heißt es u. a.: ,,Der Brief, auf dein sich der ״Temps“ stützt und in dem erklärt wird, die Juden seien außer sieh vor Entzücken, unter die griechische Herrschaft zu kommen, ist das Werk eines Griechen, eines Beamten des Preßbureaus von Snlonik, der sich für die Gelegenheit als Israelit ausgegeben hat. Das Schreiben wurde in einem kleinen griechischen Regierungsblatte in französischer Sprache wiedergegeben, das gegründet worden ist, um die Juden, die sämtlich französischer Kultur sind, an den Hellenismus anzti* locken. Es ist ganz falsch zu behaupten, daß die Juden in Snlonik die Türken verleugnet haben. Sie haben nicht vergessen, daß in der Zeit, da die ganze Christenheit in einem gemeinsamen Haßgedaiikcn ihre Vorväter von allen Seiten verfolgte, während diese durch die Meere irrten, um einen Ort zu finden, wo sie ihr Haupt iiicderlcgen könnten, der Türke ihnen gastfreundlich die Tore öffnete. Nein, der kleine griechische Beamte hat gelogen. Die Haltung der Juden von Salonik beim Einzuge der griecli Ische n Armee in die Stadt war heroisch, Obgleich sie die schlimmsten Repressalien seitens der .siegestrunkenen Soldaten erwarten konnten, wei• gerten sich die Juden trotz direkter Aufforderungen energisch, mit den griechischen Fahnen zu flaggen, Sie wahrten eine so würdige und so aufrichtig traurige Zurückhaltung, daß sie sich mehrere Tage hin• durch den Flali und den Zorn des Mobs und der Soldaten zu/ogen. Man schändete ihre Frauen, man plünderte ihre Häuser, mau mißhandelte sic, man sperrte sie ein und ließ auf ihnen eine ganze Woche hindurch die Drohung einer Masscnmctzclci lasten. Und auch heute, nach drei Monaten der Besetzung, haben es die Griechen trotz aller Proteste ihrer Sympathie, trotz allen dringenden Entgegenkommens noch nicht durchzusetzen vermocht, daß die Juden die Türken verleugnen.“ TURMeri &.SPORT Jüdischer Turnverein Bar Kocba, Berlin. Die Eröffnung unserer III. J 11 g c 11 d a b t e i I u n g fand am Dienstag, den 17. d. M. in der städtischen Turnballe, Bleibtrcustr. 13, unter großer Beteiligung statt. Herr N o n c k , der Leiter der Abteilung, hatte ein Schauturnen der anderen Jugend,ibteilungcn voranstaltet, das den Gästen zeigen sollte, was durch systematische Körperpflege bei der jüdischen Jugend erreicht werden kann; der reichliche Beifall und die allgemeine Befriedigung, besonders bei den Vorfühiiingen der Musterriegen an Reck und Sprunggerät, ließen erkennen, daß wir im turnerischen Wettstreit uidit hinten zu stehen brauchen. Der Eindruck des Abends gewann uns für alle, drei Jugendabteihingen zahlreiche Mitglieder, über auch als allgemeine Propaganda-Veranstaltung dürfte er den Erwartungen Oeniige geleistet haben. Die zweite jüdische Ruder-Regatta findet am Sonntag, den 13. Juli, auf dem Crossin-Sec statt. Die Zuschauer werden mit einem Dampfer, auf dem für Kaffee und Kuchen gesorgt wird, dorthin gefahren. Der Dampfer fährt um 1 Uhr von der Schillingsbrücke (am Schlesischen Bahnhof) ab und geht am Ziel der Regattastrecke vor Anker, so daß die Regatta vom Dampfer aus Bcqttcm gesehen wird. Der Dampfer macht dann eine kleine Umfahrt in der schönen Gegend des Crossin-Sces und fährt nach dem Restaurant ״Kyffhäuscr" in Niederschöneweide, wo ein Saal reserviert ist. Dort findet die Preisverteilung statt, an die sich ein gemütliches Beisammensein anschließt. Für die Rückfahrt sind von ungefähr l(M., Uhr ab Wagen der elektrischen Bahn nach dem Schlesischen Bahnhof reserviert. Billets zum Preise vor! 2 M. (iitki. Dampferfahrt) sind gegen Vorcinsen- Sendung des Betrage» bei cand, jur. Ludwig D a v i d* s o 1111, Charlottenburg 4, Roschcrstr. 5, zu haben. Besondere Einladungen ergehen nicht. Zur jüdischen Ruder-Regatta Bisher hat die jüdische Oeffent i hke t dem jüd. sehen Rudersport nur wenig Beachtung geschenkt. Aus eigenen Kräften haben die jüdischen Rudervervinc sich entwickelt und haben für sieh fleißige und erbdg. reiche Arbeit an Her körperlichen Er/iclumg der jmli• sehen Jugend geleistet. Im Jahre l')07 haben einigt V. J. St. er die ״Rudcrahtcilimg der Vereine Jüdischer Studenten zu Berlin“ gegründet, ihrem Beispiel folgern! hat sich ein Jahr später der ,,Jüdische Ruder•!,lob Ivria“ konstituiert. Die Bedeutung dieser Gründun■ geil ist wohl den wenigsten klar. Wir Juden treten liier vor eine Oeffcntiichkeit, in der mau es bis dahin gewohnt war,• daß die Juden mit ihrem Juden■ tum Versteck sjiielen. Der Antisemitismus auf dun Wasser ist größer als auf irgendeinem anderen Sportsgchict. Aber den Juden, die das Judentum ölten .nii ihre Fahne schrieben, begegnete mau allgemein mit Achtung. Das Bewußtsein, die Ehre des Judentums auf dem Wasser zu vertreten, trug viel zu dem Eifer der Ausbildung bei. Diese beiden Berliner jüdischen Ruderver׳ mt haben sich sehr gut entwickelt. Im Anfang waren die Verhältnisse noch etwas primitiv. Die beiden ersten jüdischen Ruderboote, mit denen der V. J. St. die Gewässer Berlins durchfuhr ״ ־■־Juda Maccabi“ und ״Kadimah“ sind ihre Namen ■ -, lagerten in einem kleinen Holzschuppen in <irüuau. Inzwischen ist das Bootsmaterial selir vergrößert worden, und voriges Jahr konnte die ״Ivria“ den ersten jüdischen Achter der Oeffcntiichkeit zeigen. Vor zwei Jahren bezogen die beiden Vereine zusammen ein neues Heim in Niederschöneweide (Berliner Str. <17,08). Aber auch dies reicht schon nicht mehr aus, und der V, J, St, beabsichtigt, in absehbarer Zeit in ein eigenes Boots• haus iibcr/usiedeln. Ein schöner Erfolg der Her• liner jüdischen Rudcrverciiie ist die Gründung der Ruder-Abteilung des J. T, V. Bar Kochba, Hamburg, die sieh jetzt schon, im zweiten Jahre ihres Bestehens, an der jüdischen Ruder-Regatta beteiligen wird. Diese Regatta ist ein bedeutender Fortschritt des jüdischen Rudersportes, ln ihr ist ein Lieblingsgedanke vieler Ruderer verwirklicht. Voriges Jahr war die Regatta eigentlich nur eine Gelegenheit für die beiden Berliner Vereine, ihre Kräfte zu messen. Die zweite Regatta aber ist schon von großem Einfluß auf den Rudcrhctricb. Der Termin war schon seit vorigem Jahr festgesetzt, und so wurde von Anfang an auf die Regatta hingearbeitet. $<> trat der spurtliehe Moment viel mehr in den Vordergrund, als es bisher der Falt gewesen ist. Audi in Zukunft wird die Regatta ein Antrieb zu iminei eifrigerer Arbeit sein. Hoffentlich werden die Vereine dahin kommen, allmählich teste Rcunmannschaiten huszubilden, wühretul hisher die Mannschaften von Jahr zu Jahr haben wechseln müssen. Mit der Regatta treten die Ruderer vor die jüdische ()Öffentlichkeit, die sie bisher nur bei festliehen Gelegenheiten hat bewundern können, mit dem Besten, was sie sportlich leisten. I 4 I I* sonisTiscns ß&xauiur Gesellschaft zur Verbreitung jüdischer Literaturwerke, e. V., Hamburg. Durch unsere Verlosung für das I. Quartal 1013 gewannen folgende Mitglieder: Ft alberst a d t: Rothenberg, Baer, Freund, Sh i n- Berg. Berlin: Loewenstein, Abraham, Meyer, Sn in- Berg, Miililinaun, Golm, Translateur, l)r. Walther, Jacobe. Kiel: üoldsclimidt, Hirsch. Hannover: Katzenstein. 1'ose 11: Bär. Ha in Burg: Dr. ') iliv Lcvy, Gokltrcc, Joel, Frau Joel. Straßburg: v. J. St-, Marx, Dr. Maver, Stein. München: F'latou, Eilbott, Goid'bcrg, l.-tkc, Krojanker, Me,'er. An der Ziehung beteiligten sich 228 Mitglieder. Die 32 Gewinner erhielten je ein Exemplar ״Altiuul u Wir ersuchen unsere Mitarbeiter, die noch nicht eingesandten Beträge 11 in g e 11 c 11 tl dem Unterzeichne• ten abzuliclern, damit die Verrechnung abgeschlossen werden kann. Im übrigen bitten wir schon heute darum, uns das• Material für die ,nächste Ziehung pünktlicher zu liefern, damit unnötige Verzögerungen vermiedet! werden können. Die Ziehung für d;|S II, Quartal 1«J13 soll in der ersten Juli-Woche statt* finden! Allen Interessenten zu jeder Auskunft bereit, bitten wir weiter um recht eifrige Förderung unscrer Bestrebung. Zahnarzt Alfred Unna, Hamburg 13, Rotenbaum-Chaussec 45. Höchste Zeit ist e» für einen jeden, der unter Blatt direkt durdt die Pott bezieht, tein Abonnement zu erneuern; für die Ortsgruppen die Abonnementtbeträge für dat HL Quartal einzutenden; für jeden Leser, uns neue Abonnenten aut teilten« Bekanntenkreise zuzuführtn 1 Verlag ,Jüdische Rundschau“ G. «• b. H* Berlin W16, Sächsisch• Strafe 8•

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