Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVIII (1913)
- Issue
- Heft 24 (13.6.1913)
- Date
- 1913-06-13
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 24 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 245 6,00 Uhr, Ucuthen ab 6,53 hUr, Glciwitz ab 6,42 Uhr, Zabr/e ab 6,55 Uhr, Königshüttc ab 7,10 Uhr. — 2. Ankunft in Biciitz 0,41 Uhr, Empfang am Balmhof. - 3. Gemeinsame Fahrt nach dem Zigcuncrwald und Aufstieg zum Jägerhaus. Dortsclbst Begrüßung, Konzert, Ausflüge. — 4. Nachmittags 1/84 Uhr: Gartenfcs! im Schießhaus, bestcheml aus a) Konzert der Kapelle des K. K. Infanterie-Regiments Nr. 100 aus Krakau; b) Begrüßungsansprachen; c) Festrede des Ober-Ingenieurs Stricker aus Wien; d) Schauturnen des jüdischen Turnvereins Üielitz-Biala; c) verscliiedene Aufführungen und Volksbelustigungen; f) Tan5 .׳. Gemeinsame Abfahrt um 11,37 Uhr nachts. — Der Ausflug findet bei jeder Witterung st.!!!. Bei schlechtem Wetter erfährt das Programm nur insofern eine Acuderiuig, als die Veranstaltungen in!len gedeckten Veranden mul den geräumigen l״r, limten des Schiellhauses »tattfinden, l'ür Nachziijcr und Teilnehmer aus Groli-Strchlitz und kyhnik wird der Zug ab Kottowitz 12,45 Uhr, an Biciitz 2,׳.' Uhr empfohlen. Es lohnt sich auch noch, mit den, von Kattowitz 2,36 Uhr abgehenden Zuge abzu'.ilircn (an Bielitz 4,40 Uhr). Für Empfang an der Bahn wird auch bei diesen Zügen gesorgt sein. Wir iahren in Gesellschafts wagen und auf Sonntagsfahrkarten (nicht SonderzugkartenI). Auf denjeuigen Stationen, auf welchen cs Sonntagsknrteii nach Uielitz nicht gibt, löst man eine gewöhnliche Karte bi« zu derjenigen nächsten Station, auf welcher solche Kauen ausgegeben werden, z. B. Bcuthcn oder Kattowitz. Berlin. Die ״Jüdisch - nationale Fraucnvereinigung“ veranstaltet am Sonntag, den 15. Juni, im Garten der Berliner Logen, Klciststr. 10/12, ein Gartenfest, verbunden mit einer Ausstellung des Bezalel und einer Spitzcnausstellung des Kulturverbamles. Nach eingetretener Dunkelheit finden kinomatographische Vorführungen aus dem Bezalel statt. Eintritt inkl. Nachmittagsbewirtung 2 M. Beginn 5 Uhr. Berlin-Charlottenburg. Die angekündigte Er- Öffnung der Jugendabteilung Charlottenburg des Jüdischen Turnvereins ״Bar Kochba“ findet Dienstag, den 17. Juni, abends 8•/» Uhr, in der Turnhalle Bleibtreustr. 43 statt. Ein Schauturnen sämtlicher Jugendabteilungen wird damit verbunden sein. Wir bitten nochmals um Einsendung von Adressen zwecks Einladungen an das Vereinsburcau W. 15, Bleibtrcustrafte 25. Berlin. Der Jüdische Frauenbund für Turnen und Sport veranstaltet am Montag, den 23. Juni, abends 7 Uhr, in der ״Abtei“, Treptow, einen ״Ge- 8eiligen Abend“. Näheres im Inseratenteil. Berlin. Die Berliner Zionistische Vereinigung hielt am 9. Juni eine Mitgliedcrvcrsammlung ab, in der Dr. Hantke über den XI. Zion ist e n ko n g ז e ß in Wien sprach. Das Referat selbst wird an anderer Stelle dieser Nummer wiedergegeben. In der Diskussion sprachen Flerr F I a m c r, Herr Landes und Dr. Hey mann. Der erste Redner erklärte auf Grund seiner langjährigen Kenntnis der Bewegung in Deutschland und Rumänien sein Einverständnis mit den Ausführungen des Referenten. Herr Landes stellte einige Anfragen, die besonders das Schulwerk und die Entwicklung des Technikums betrafen. Der Referent gab Erklärungen ab, aus denen hervorging, daß das A. C. diesen wichtigen Fragen seine volle Aufmerksamkeit zuwendet. Dr. Hey mann unterstrich zum Schluß die Ausfuhrungen Dr. Hantkcs über die bisherige und zukünftige Entwicklung unserer Finanzinstitute, insbesondere in ihrer Beziehung zur Leitung der Orgauisation. Charlottenburg. Der Jüdische Jugendverein Charlottenburg sah sich durch das Ausscheiden mellrerer Vorstandsmitglieder genötigt, eine a 1111erordentliche Generalversammlung zu Dienstag, den 3. Juni cinzuberufen. In dieser wurde ein neuer Vorstand gewählt, bestehend aus den Herren: Rechtsanwalt Dr. Bruno Apt, Vorsitzender, Rabbiner Dr. Willi, Lew, stellvertretender Vorsii/.cndcr, stud. jur. Georg Sandler, Martin Hirsch, Georg Hoch, Kurt Cohn und Dr. Gujrg Herlitz. Der neue Vorstand wird nach wie vor seine Aufgabe darin erblicken, populären jüdi- *ches Wissen innerhalb des Vereins zu pflegen, jiidisehe Geschichtskenntnis zu verbreiten und den engeren Zusammenschluß der Mitglieder zu fördern. Er bittet daher die Mitglieder und Freunde des Vereins, ihr Interesse durch regen Besuch, der Vorträge und sonstigen Veranstaltungen dem Verein ent- Ecgenzubringen. Der Vorstand nofft den Jüdischen Jugendverein zur Pflcgestätte jüdi »•gestalten. Anmeldungen zur Mi׳ Herrn Rechtsanwalt Dr. Bruno zu richten. ' Hannover. Die Generalversammlung der hiesifen Zionistischen Ortsgruppe hat stattgefunden. Herr Karl Schleis ne r erstattete den Bericht des Vorstandes. Es wurden im Jahre 1912 drei groß- «"gelegte öffentliche Versammlungen veranstaltet. Herr Dr. R, Lcszynsky aus Berlin hielt einen Lichtbildervortrag über ״Die jüdische Kolonisation » Palästina“, Herr Generalsekretär Kurt Blumensehen Wissens aus- ..itglicdschaft sind an Apt, Bcmhardstr. 2 teid sprach über ״Nationalismus und Weltbürgertum“ und Herr Dr. Schemnrjahu Lev in über ״l)ic Assimilation und der nationale Gedanke“. Besonders diese letzte Versammlung muH nach Besuch und Wirkung als erfolgreich bcizciclinct werden. — An gesellschaftlichen Veranstaltungen fanden ein Purimball und ein Chnnukahball statt, die beide ein günstiges finanzielles Resultat hatten. Daneben wurden 6 interne Ortsgruppcnvcrsammlungen ahgehalten. Den Kassenbericht erstattete Herr B. Neuman 11. Die Bilanz zeigt folgendes Bild: Einnahmen. M. Bestand am 1. 1. 1912.35,77 Ortsgruppenheitriige. 363,— Freiwillige Beiträge und Spenden .... 101,- Seil ekoli in .87,— l.andesbelträge .(»8,— Erlös ntis Büchern, Broschüren usw. , . ' 86,49 Deberiieluih der Billlc , ..96,03 Eintrittsgelder.167,85 1009,04 Ausgaben. M. Schckolim .87.— Landcsbeiträge.68,~ Agitationsunkostcn. 586,56 Broschüren.36,91 Inkassospesen.21,65 Diverse . . 23 — Bestand ain '1. 1. 1913!!.185,92 '.! '. יי “ 1009,04 Der Nationalfondskommlssar Herr cand Ing. J. Katzen st ein berichtete über die Arbeit für den N. F. Das an Hand der wöchentlichen Ausweise in der ״J. R.“ geführte Spendenkonto stellt sich folgendermaßen: jüdischer Nationalfonds: Oclbaumspcnde . . Büchsenleerungen . . Yemenitenhäuser Allgcm. Spenden Glückwunschablösungen Landspende . . . Woltsohn-Fonds . . Diverse. Z e ntr a Ifonds Diverse . . . . M. 270,— 212,90 53.10 47.10 47,- 31,35 22,75 7,- 691,20 106.10 6,83 804,15 Außerdem hat die unter Leitung des Herrn Lehrer Appel stehende Verkaufsstelle des Jüdischen Verlages in dem halben Jahr ihres Bestehens für über 200 M. Bücher vertrieben. Nachdem dein Vorstand durch Zuruf Entlastung erteilt worden war, wurde zu den Neuwahlen geschritten. Es wurden gewühlt die Herren Karl Schleisner, Referendar G, Go 1 dstcin (Vorsitzende), B. Ncuraann (Schatzmeister), Max Wolf, Otto Lehmann (Schriftführer), H. L o n d - n e r, B, Bachrach (Beisitzer), M. Wasserhart, Fritz Speyer (N. F. - Kommissäre), A. Ostermann, A. Stern (Revisoren), Die Entwicklung der hiesigen Ortsgruppe in den letzten 4 Jahren sei noch durch einige Zahlen illustriert. Es betrugen 1909 1910 1911 1912 Bilanzen 269,03 483,71 695,97 1009,04 Spendenkonten•) 655,26 677,50 784,15 Schckolim 112,- 115,- 102,— 87,- Es hat sich also eine erhebliche Steigerung unserer finanziellen Gesamtleistung vollzogen, während die Mitgliedcrzahl (Schckolim) gleichzeitig abnahm. Die Mitläufer haben uns verlassen, als höhere Anforderungen gestellt wurden. J. K. Wiesbaden. Zionisten treffen sich jeden Mittwoch abend um 9 Uhr im Cafd־ Berliner Hof. Stettin. Im Jüdischen Turnverein sprach an zwei Abenden Herr Dr. Bacr über seine Palästinareise. Bremen. Am 6. Mai berichtete unser Freund und Gesinnungsgenosse Herr cand. jur. Jul. Katzenstein in der hiesigen zionistischen Ortsgruppe über seine Teilnahme an der Palästinawanuerung. Durch seine eigenartigen persönlichen Erlebnisse verstand cs Herr Katzenstein das Publikum für das Leben und Treiben in unseren Kolonien zu interessieren. Schön und vielseitig war der Bericht von dein jüdischen Stolz unseres Nachwuchses. Ein lebhaftes Fragen schloß sich an den frischen und begeisternden Vortrag. Reichlicher Beifall und ein Oelnamn wurden dein Redner als Belohnung gezollt. — Am 27. Mai hielt unser neues Mitglied der Ortsgruppe Herr Zahnarzt Lichtenfcld ein ausführliches Referat über den Frankfurter Delegiertentag des jüdisehen Jugendbundes. Natürlich war sein und unser Hauptinteresse auf die zionistische Debatte gerichtet. An die sehr guten Ausführungen schloß sich eine lebhafte Debatte. Dem Redner wurde reicher Dank entgcgcngcbracht. Kattowitz. Der hiesige, ca. 200 Mitglieder zählende jüdische Jugendbund ist zufolge der Be- Schlüsse des Frankfurter Dclcgiertcntagcs aus dem Verbände der jüdischen Jugcnuvercine Deutschlands ausgeschieden. Eydtkuhncn. Eine Gruppe angesehener hiesiger jüdischer Kaufleute hat sich zu einer Gesellschaft zusamrncngcsclilosscn, die den Ankauf von Boden in Palästina bezweckt, ln der am Sonntag, den 1. Juni, stattgefundenen Versammlung gaben Herr Simon Goldberg und Herr Moses Trotzky, •) Nach Abzug außerordentlicher Spenden I welche vor einigen Tagen aus. Palästina zurückgekehrt sind, ausführliche Berichte über ihre Unterbandhingen, die sic mit den maßgebenden Behörden ge-, führt haben. Es wurden verschiedene Projekte vorgelegt und nach eingehender Beratung wurde einstimmig der Beschluß gefaßt, in der jüdischen Kolonie Merchawja (Galiläa) 1000 Dunam Boden, exkl. Bau- und Gcmüscplätzc, zu verkaufen. 53 TRißverie Ein Intermezzo auf der Frankfurter Tagung der jüdischen Jugend-Vereine Herr Rechtsanwalt Dr. Apfel, Präsident des Verblindes Jüdischer Jngcmivereinc IXutschlands hat an den Vorsitzende» de» Kattowitzcr Jugend verein* folgendes Schreiben gerichtet: Berlin, den 25. April 1913. Herrn , Rechtsanwalt Dr. Weidmann ' Kattowitz. Sehr geehrter Herr Kollege! Ich erfahre soeben aut dem Büro des Jugendverbamies, daß der jüdische Jugcndbund Kattowitz, dessen Leiter Sie sind, zur Frankfurter Delegiertentajnmg außer Ihnen midi den zionistischen Partei- Sekretär Herrn Kurt Blumcnfcld entsenden will. Im Interesse der Jugendbewegung, speziell aber im Interesse des jüdischen Jugcndbundcs Kattowitz, erlaube ich mir, mich zunächst privat in vorstehender Angelegenheit an Sie zu wenden. Ich halte die Entsendung des Herrn Blumenfeld zu unserer Dclegicrtentagung geradezu für einen Skandal. Ich weiß sehr wohl, daß die Nomination der Delegierten eine interne Angelegenheit der Verbandsvereine ist, ich weiß ferner, naß die Verbandssatzungen gestatten, auch Nichtmitglieder eines Vereins zu delegieren, sofern sie nur einem Verbandsvcrcin angeboren. Ob letzteres bei Herrn Blumcnfcld der Fall ist, weiß ich vorläufig noch nicht, ich will es unterstellen. Es spricht aber den Gefühlen aller Vcrbandsmitglieder Hohn, wenn man einen Mann zu unserer Tagung entsendet, der in geradezu unerhörter Weise gegen den Verband öffentlich und nichtöffentlich netzt, und der kaum eine Rede vorübergehen laßt, ohne über unsere Ideen seinen Spott auszugießen. Ich ersuche Sie dringend, mir nicht etwa mit dem Einwand zu kommen, als ob Herr Blumcnfcld mir deshalb nicht willkommen sei, weil er Zionist ist. Ich würde dies entsprechend meiner ganzen Tätigkeit für den Verband als eine Unterstellung betrachten. Ich habe bisher trotz allem dem Jugeiulbund Kattowitz die Treue gehalten. Ich erkläre Ihnen hiermit, mögen Sic das sehr tragisch nehmen oder nicht, daß für mich der jüdische Jugendbund Kattowitz, wenn er diese Delegation eines notorischen Ocgncrs unseres Verbandes aufrecht erhält, erledigt ist und daß nunmehr die Behauptungen der Gegner des jüdischen Jugendbundes für mich erheblich an Oewicht gewonnen haben. Uebrigens habe ich bei aller Gegensätzlichkeit meiner Anschauungen zu denen des Herrn Blumenfeld doch so viel Respekt vor dem Takt desselben, daß er die Delegation nicht annimmt. Es wäre mir in Anbetracht meiner persönlichen Bekannt- Schaft mit Herrn Blumenfeld überaus peinlich, wenn etwa aus der Mitte der Versammlung heraus der Antrag gestellt werden sollte, Herrn Blumcnfelfi nicht zuzulassen bzw. des Saales zu verweisen. Daß ein solcher Antrag kommen wird, halte ich bei der erbitterten Stimmung weiter Verbandskreise gegen Herrn Blumcnfcld als im Bereich der Möglichkeit liegend. Ich begrüße Sie mit dem Ausdruck meiner vorzüglichen Hochachtung gez. Dr. Apfel. Als Antwort hat der Kattowitzer Jugendverein auf der Frankfurter Tagung einen formulierten Protest eingelegt, welcher folgenden Wortlaut hat: Der jüdische Jugcndbund Kattowitz hatte zu seinem zweiten Delegierten Herrn Kurt Blumen- Sie sind im Recht wenn Sie verlangen, daß die Zeitung, die Sie abonniert haben, ihnen pünktlieh und ohne Unterbrechung zugestellt!1 wird. Aber es ist I h r Fehler bzw. der * Ihres Ortsgruppenschriftführers, wenn eine Verzögerung eintritt, oder Nachnahmespesen erhoben wenden, weil der Abonnementsbetrag für das III. Quartal nicht rechtzeitig bei uns einging. Jetzt ist es höchste Zeit, diese Verpflichtung zu regeln I!Verlag ״Jüdische Rundschau“, J£h%, 4 Berlin W IS, Sächsische Straße S