Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XVIII (1913)
- Issue
- Heft 24 (13.6.1913)
- Date
- 1913-06-13
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2651273-2651815-2651840--09000-2666293- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 245 JÜED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 24 (cid, Berlin, der Mitglied des Vereins seit seiner Gründung ist, gewählt. Derr Herr Vcrbandspräsident hat daraufhin den verantwortlichen Leiter des Jugendbundes Kattowitz aufgefordert, die Wahl zu annullieren, und hat für den Fall, daß Herr Blumenfeld trot/dem auf dem Delegiertent.igc erscheint, in Aussicht gestellt, daß Herr Bluuicnicld mit Hewalt aus dem Saale entfernt werden wird. Gegenüber dieser autoritativen Ankündigung sieht sich Herr Bhnnenfeld im Interesse seiner eigenen Würde und im Interesse der Würde des Delcgiertentagcs nicht in der Lage, sein Mandat ausruübcn. Wir sehen in dein Vorgehen des Vcrbandspräsidenten einen unzulässigen Eingriff in das Selbst- Bestimmungsrecht des Vereins, einen groben Verstoß gegen die Gleichberechtigung aller Richtungen und die Pflichten objektiver Geschäftsführung. Wir legen gegen das Vorgehen des Präsidenten schärfste Verwarnung ein, und beantragen, diesen Protest dem Protokoll des Delcgiertentagcs einzmerleilK'n. Der Sachverhalt bedurfte der Aufklärung, Ga selbst bei zionistischen Delegierten weithin die Ansicht verbreitet ist, hier wäre Herrn l>r. Apfel ein unbegründeter Vorwurf gemacht worden. Der Verbandspräsideut hatte vor dein Delegiertentage mehr wie nötig mit Handschreiben gegenüber solchen Provinzvereinen gearbeitet, die nicht ganz so wollten, wie er selbst, und es war vollkommen deplaciert von ihm, die Verwertung des Bricfinlialts in der Kattowitzcr Angelegenheit auf einen Mißbrauch von Privatbriefen liinauszuspieien. Mindestens der Kattowitzcr Jugendverein und sein Vorsitzender haben zu Herrn Dr. Apfel niemals andere als geschäftliche Beziehungen unterhalten, wie sic durch die Zugehörigkeit zum Verbände gegeben waren. Auch der dem Verbandspräsidenten gemachte Vorwurf, er habe in Aussicht gestellt, dali Herr Blumenfeld mit Gewalt aus dein Saale gewiesen werde, trifft keinen Unschuldigen. Natürlich besagt der Brief, Dr. Apfel selbst würde cs ja nicht tun, er werde cs aber auch nicht hindern können, wenn andere darauf dringen. Das heißt doch Leute auf Ideen bringen. Wenn wirklich ein solcher Antrag kommt, dann muß der Vorsitzende seine Pflicht kennen. I >01 Antrag darf nicht einmal verlesen, geschweige denn zur Abstimmung gestellt werden. Jeder ordnungsmäßig gewählte Delegierte hat einen gesetzlich begründeten Anspruch darauf, den Beratungen beizuwohnen und an der Beschlußfassung mitzuwirken, außer, wenn er die Ordnung der Ver- Sammlung stört und trotz Zurechtweisung dabei verharrt. Irgendwelche Vorgänge außerhalb des Beratungs- Saales geben zur Disziplinierung eines Delegierten kein Recht. Es ist traurig, daß man so gebildeten und geschäftskundigen llcrrcn das Abc einer parlamcnlarischen Geschäftsführung nocli klar machen muß. Es zeugt von außerordentlichem Mangel an Kultur, wenn man eine unbequeme Opposition durch derartig drastische Mittel niederhalten will, und es ist bezeichnend dafür, was man glaubt, sich Zionisten gegenüber herausnehmen zu dürfen. Ob Herr Blumcnfcld sich mit seinem früheren Verhalten in Widerspruch setzt, wenn er überhaupt an den Verhandlungen als Delegierter teilnimmt, diese Ucbcrlcgung war i h m zu überlassen. Wenn Dr. Apfel die Idee hat, der neutrale Jugendverlwiid sei dafür da, daß die jüdische Jugend nicht unbewaffnet dem Zionismus zum Opfer fällt, dann ist cs Herrn Blumenfeld schon lange gestattet, über den Sinn des Verbandes seine besondere Meinung zu haben. Es steht demnach folgendes fest: Indem Dr. Apfel als künftiger Versanunlungsleitcr mit der Möglichkeit operierte, Herr Blumenfeld werde wegen früherer Kundgabe gegnerischer Anschauungen des Saales verwiesen werden, hat er sich die darin gelegene Drohung selbst zu eigen gemacht. Er hat es als zulässig angesehen, daß ein Delegierter, weil ihn seine Anschauungen unbequem u״d seine Rcdegabc gefährlich erscheinen lassen, mit körperlicher Gewalt aus dem Beratungssaale entfemt werde. Mehr ist auch nicht behauptet worden. * Herr Dr. med. Arthur Brünn schreibt uns: Erst jetzt ersehe ich — aus der letzten Nummer der Zeitschrift ״Im deutschen Reich“ —, daß meine AeuBerungcn auf der letzten Versammlung des Zentralvereins vom 17. 5. in entstelltem Sinn Gegenstand antisemitischer Lobpreisung waren und auch in der Versammlung des neuen jüdischen Gcmemdevereins v0111 .5 .22 <״ die Diskussion gezogen wurden, wobei Dr. Klee mich als .,Außenseiter der zionistischen Partei“ bezelclincte. Ich halte cs daher für nötig, aut jene Zcntralvereinsvcrsammlung näher einzugehen. Der Referent des Abends, Reichstagsabgcordnetc r Dr. Haas, griff In seiner Rede über ..Die Juden in der Armee' die Zionisten und ihre Steilung zum Deutschtum an und• sagte u. a. wörtlich, wir Zionisten benaupten, die Juden seien keine Deutsche. Ich hielt cs für nötig, den sinnwidrigen Acußerungcn des Dr. Haas entgcgciizutreton. Ich definierte kurz, was man unter jüdischem Nationalgefühl verstehe; legte dar, daß in dem Worte ״national“ das Element der gemeinsamen Abstammung ein entscheidender Faktor sei, der nicht aiisgcsehaltct werden könne, ohne den Begriff gänzlich zu verwirren. Daher könne der deutsche Jude wohl bester Staatsbürger, wohl bester ״Patriot“ sein, aber nicht ״deiitschnational“ im eigentliehen Sinne des Wortes. Diese Siit/e entfesselten einen Sturm; der Leiter der Versammlung, Herr justizrat Fuchs, entzog mir sofort das Wort; er sagte fast wörtlich: ״Wenn Sie dies behaupten, dann haben Sie bei uns nichts zu suchen! Verlassen Sic die Tribüne!“ Die Versammlung schrie erregt: ״Raus mit ihm, mit dem Zionisten I“ Es war mir nicht möglich, meine eben begonnene Rede zum Abschluß zu bringen. Die Versammlung wurde noch erregter, als ich in einem Zwischenruf meine Behauptung wiederholte. Man sieht, ich habe inhaltlich nur gesagt, was W a s s e r in a 1111 und C a I v a r y in Leitartikeln dieser Zeitschrift dargclcgt haben. Ein hübsches Licht wirft diese Versammlung wiederum auf den Mut und die Liberalität des Zcntralvcrcins, auf die angeblich loyalgegnerische llallmiß des Justizrats Fuchs (wie es neuerdings hieß), der einen Gegner nicht einmal sprechen läßt. Dr. med. Arthur Brünn. Schluß des redaktionellen Teils. Der gesamten Auflage dieser Nummer der ״J. R.“ liegt eine Bestell karte des Jüdischen Verlages bei, die wir der Aufmerksamkeit unserer Leser angc- Icgciitlichst empfehlen. Die ״IXnkwiirdigkcitcn der Glückei von Hameln“, die mittels der Karte zu bestellen sind, haben in der kurzen Zeit seit dem Erscheinen der deutschen Uebersctzung in der Presse und im Publikum eine derart beifällige Aufnahme gefunden, daß wohl damit zu rechnen ist, daß es bei einer großen Anzahl unserer Leser nur dieser Erinncrung bedarf, um sie zur Anschaffung des wertvollen Werkes zu bewegen. Jüdische Gemeinde, Berlin Gottesdienst 1 Freitag, 13. Juni, abends: in allen Synagogen 7V2 Uhr. . Sonnabend, 14. Juni vormittags: in der Alten Synage 8Vs Uhr, in der Kaiserstr,- und Rykcstr.- Synagoge 9 Uhr, in der Neuen, Lmdcnstr,-, Lützowstr.- und Fasancnstr.-Syrlagogc: Frühgottesdieust 7y, Uhr. llauptgottesdienst: 10 Uhr. Festpredigten zum 25 jährigen Rcgicrungsjubiläum Sr. Majestät des Kaisers und Königs. Alte Sy n a g o g e: Rabb. Dr. Eschelbacher. Synagoge Kaiserstr.: Rabb. Dr. Lewkowitz. Synagoge Rykestr.: Rabb. Dr. Pctuchowski. Neue Synagoge: Rabb. Dr. Warschauer. Synagoge Lindcnstr.: Rabb. Dr. Rosenzweig. Synagoge Lützowstr.: Rabb. Dr. Weiße. Synagoge Fasancnstr.: Rabb. Dr. Hochfeld. A b e 11 d g o 11 e s d i c n s t: 9 Uhr 31 Min. (Mincha 1/2 Stunde vorher, in der Alten Synagoge 4 Uhr). Gottesdienst an den Wochentagen: morgens: in der Alten, Kaiserstr.- u. Rykestr,- Synagoge öl/j Uhr, in den anderen Synagogen 7 Uhr. — Abends: in allen Synagogen 7 Uhr. 1u1u3u11sr u&uonarfona! Zentrale für Deutschland Geldsendungen ,!cd «lueclilleMlIch iu richten *n Herrn MnKWalUtalntr CWiolUnW*, Roichrr-SlrelU S. Die Form der Geselligkeit im Sommer ist der Ausflug. Von jeher haben unsere Freunde des Jüdi* sehen Nationalfonds bei ihren Zusammenkünften gedacht. Wir richten daher auch jetzt zu Beginn der Zeit der Ausflüge an alle Gesinnungsgenossen die Bitte, bei diesen Gelegenheiten für den J. N.-F. zu sammeln, N. F.-Mark en zu benutzen, Yemenitenkarten zu versenden. Fr. Lcwin, Allcnstein, grat. Dr. Max Wolf u. Frau z. Geburt d. Tochter , Ucberschuß einer Oclbaumsammlung aus Hannover .. . . . Ref. Go Id st ein. Hannover, dankt d, V J. St. Straßburg u, Heidelberg f. frdl, Aufnahme M. 2.- 3,- M. P. L., Berlin.13.40 Bezirksvcrwalter Bart feld u, Frau, Berlin, grat. Dr. Sandler ti. Frau z. Geburt d. Sohnes .. Bertha Golds t ei 11, Hameln, dankt J. ' Schloß, München, hcrzl. I. d. Kästchen 1,—, Bertha ()oldstem u. Erna F r c n k c I Hameln, freuen s. über Hanna Schloß' Orientierungssinn —,50.1.50 Resi Schwarz, Zuin, dankt d. J. N.-F., d. Z, V. f. I). u. anderen Freunden f. gesandte Glückwünsche z. ihrer Verlobung mit Albert Salomoti .20,— Ges. d. Lehrer L, Rothschild, Jülich, anl. eines Vortrages über Palästina.6,80 Aus d. Chemnitzer Spcndenbucli: Julius Groß man n, Chemnitz, anl. d. Barnuzwah 8. Sohnes Richard.5,— lladnssah Perl mann, Safed, grat. ihren I. Freunden Gertrud Haas e 11. Erieli Dresel 1. Verlobung.1ז_ Leon Boto II aase, Berlin, grat. Dipl.-Ing. H a b er -S ch a i m u. Frau t. Geburt d. Tochtcr, Edmund Levy (H. C.j, Berlin, grat. Assessor M. Exiner, Berlin, /. Examen je -,50.1,- R. -A. Dr. Bernstein, Elberfeld, grat. z. Hochzeit H u r w i t z - D o b r i 11 e r, Tilsit, 3.—, derselbe grat. z. Hochzeit Scliiresohn, Los Angeles, 3,—.6,— 1 iscliel Fron mann, Köln.1.— Leni P e I s u. Dr. Bruno Tannenwald, Hamburg, danken f. d. Gratulationen z. ihrer Verlobung.10,— Leo Wollenberg (V. J. St.), Königsberg, grat. z. Verlobung Haasc-Dresel . . . 1,— Max Rosenberg (V. J. St.), Königsberg, kond. Joseph Landshut, Neumark . , . 1,— L. Marcus, E. Iwrv, A. Bern st ein, Königsberg,grat. ihrem Freunde Lasar Silberstein hcrzl. z. s. Vermählung am 20. Ijar 1,80 Aus d. Frankfurter Spendenbuch: Max Brau nt hat u. Frau, Frankfurt a. M., anl. d. Geburt ihrer Tochter Anneliese .... 10,— Moritz Plaut, Frankfurt, z. 27. Nissan . 10,— S. St., Frankfurt, anl. d. Geburt s. Sohnes . 20,— N. N., Frankfurt a. M..—.06 Frau Rebekka Perle, Breslau, Fanny Michael, Dr. Max Michael grat. Herrn u. Frau Dr. Sandler, Cudowa, zu Geburt d. Sohnes.3,— A. S u p p I i, Goldap.5,— Ucberschuß einer Oclbauinsanunl. v. R.-A. Stcinitz, Berlin .1,20 Betty Podbielski, Königsberg, kond. Joseph Lands hut, Nctunark ..... —,50 Ucberschuß einer Oclbaumsammlung aus München .1,00 Uebcrschuß einer Oclbaumsammlung v. Frau M i c 11 e I s o h n .—,50 Siegfried Moses, Berlin, grat. Assessor Exiner zum Examen.1,— Zusammen 129,66 Arbeiterhelmstätten (Vemenltenbäuser) Bernhard u. Jeanette Grüncberg-Haus: Ges. d. Herrn Adler stein Elberfeld, b. d. liarmi/wah-Feier v. Max F'euer zeug 37,—, Ucberschuß v. hebräischen Sprachkursus in Elberfeld 8,30, Dr. St rau II, Solingen, 1,50, aus d. Elbcrfcldcr Spcndenbucli: Gottfried Barme, Elberfeld, anl. d. Verlobung s. lochtcr Fridcl m. Benno Jacob '20,— .... 67,— Tarnowitzcr Yemenitcnhaus: a. d. Namen Paula Böhm sei. And.: Leopold Schutz, Scluffsarzt b. Norddeutschen Lloyd (V. J. St.), Arztgebühr von der Triiiicninsel, New York, 4,20, derselbe erinnert d. Emplnäger v. Ansichtskarten an ihre Pflicht 1,—, derselbe grat. Thaddy Katz z. Verlobung 1,—, derselbe grat. Familie A p o 1 a n t, Beuthen, z. Verlobung 1. —, grüßt s. I. Tarnowitzcr 1,—, dankt Farn. Katzenstein, Bremen, f. hervorragende Gastfreundschaft 3,-.. . 11,20 Felix u. Malll Danzißcr-Haus: Aut den Namen v. R.-A. Carl Colin (V.J.St.), Berlin, f. nicht angenommenes Geld 11,5(1, Aenny Wolf, Köln - Dr. Th. Katz Nürnberg, danken hcrzl. f. alle Glückwünsche z. ihrer Verlobung u. kond. Bbr. Dr. Allred Platz 20,—, b. d. Verlobuugsfeier W o 1 f ■ K a t z , Köln, gcs. durch Hilde Wolf 15,-.. . 46,50 MUlhauscncr Yemenitcnhaus: Letzte Rate: Landtagsabgeordncter D r u in m 20,—, Wcbcrcibesitzer Adricn Bloch 20,—, R.-A. Dr. Ed. Dreyfus 20׳,—, Ab. Dreyfus 20,—, Bankdirektor Jules Ouggenhei’m 20,—, Dr. Jacob 12,—. Heinrich Meier 5,11, kdn€ Willard 5,11, Georges Meyer, Alfred Katz, Apotheker Müller je 5,—, R.-A. Lang 3,—, Felix Herz 2,-. Lucien Bloch 2, -, Emile Cahen 1,-.145,22 Yemenitcnhaus d. Zion. Studentenverbin• düng ״Hachowcr“, München! F. Landau 20,—, Dr. Max Mayer, cand. med. Maria Levin, Jacob W e i n 8 c 11 a I, Salomon Litwak, cand, med. Jerusalimaky, Itzkowitsch je 10.- cand. med. Epstein 6,—, cand. ing. Ichil Kischinewsky, Salomon Sehgson, Frau Sarah Seligson, cand med. Jacob S k o d n i k , Teube Maslin* kowski. cand. ing, Chaitn Fried land, cand. med. M. Poflak, Frl. M. Aleini-